Dienstag, 29.11.2011

Bevor wir in die Tagesbetrachtungen einsteigen, sollten wir, kurz innehalten und ein paar Gedanken auf Frau Fischer und ihre frischen Fritzen verwenden. Knapp zweieinhalb Wochen haben sie jetzt auf dem zarten Buckel, zwei Wochen davon ein Leben als Saugwelpen, in dem noch keine hervorstechenden und präzisen Erkenntnisse über die Nachwuchshoffnungen in der Fischerkiste zu erwarten sind. Nun aber dürfen wir uns langsam dran machen, erste Auf- und Augenfälligkeiten, neudeutsch würde man vielleicht Alleinstellungsmerkmale sagen, ausfindig zu machen, die kleinen Unterschiede im Verhalten, die heute die ganze Wahrheit sind und morgen schon Schnee von gestern sein können.

Frau Fischer, also Franca, um mit ihr zu beginnen, ist der Leichtmatrose des Elferrats. Ihre Ambitionen auf Leadership hat sie an ihrer Anlegestelle im Uterus zurückgelassen; momentan erhebt sie wenig Anspruch, als Fähnleinführerin in die Geschichte des Blues einzugehen. Sie ist aber kein Sonderling, sondern mit von der Partie wenn es um den Zugriff zu den Zapfstellen geht, hat aber gelegentlich wegen ihrer geringen Masse das Nachsehen. Wenn sie den Zugriff geschafft hat, verteidigt sie ihn eisern, solange ihre Kräfte den Rempeleien statthalten können. Da das lauwarme Büffet an Mutters Milchbar bei zehn Zitzen und elf Durstigen sowieso immer eine Reise nach Jerusalem ist, organisieren wir für sie immer mal wieder eine Armenspeisung, um sie in Ruhe trinken zu lassen. Schwächlich ist sie jedenfalls nicht und auf den Beinen gehört sie zu den Stabilsten. Sie ist auch nicht furchtsamer als die anderen; plötzlich ist sie irgendwohin geraten, wohin zu gelangen sicher nicht ihre Absicht war, aber sie bleibt nicht vor dem Basislager hängen, sondern schaut sich um, macht sich ein Bild, sie macht das unspektakulär und ohne großen Aufhebens. Erst wenn ihr die Einsamkeit zu groß wird, geht der Alarm los, doch meist nicht mit der Intensität anderer in ihrem Rudel. Noch wissen wir nicht, ob Franca nur bescheiden ist oder nur ein stilles Wasser, das in der Tiefe genug Feuer birgt, um es zum Kochen zu bringen.

Frenzy vom Bairischen Blues am 29.11.2011
Frenzy
Frenzy, die Kleine mit der frostigen Gletscherspalte auf der Brust, war anfangs ein Nichts und wäre ohne ihre Erkennungsmarke kaum aufgefallen. Jetzt aber gewinnt sie täglich an Statur, macht einen ausgesprochen pfiffigen Eindruck, wächst an den Aufgaben und wird immer präsenter. Aber auch ihr müssen wir gelegentlich eine Sonderration zuschustern, weil sie zwar herzhaft um ihren Platz am Familientisch kämpft, aber massebedingt häufig das Nachsehen hat. Wir prophezeien ihr einiges an Potential, da ist noch einiges versteckt und wartet auf Entdeckung.

Flori ist nicht nur das Bewegungswunder der Truppe, sondern ein ausgesprochen munteres Kerlchen. Flori wuselt herum, Flori ist zugegen, Flori ist lustig und Flori ist ein Sonnenschein. Flori ist aber auch ein sehr beherzter Alleingänger, einer, der sich auch ohne Begleitschutz zurecht findet. Mehr braucht man im Moment über ihn nicht zu sagen. Wir sind aber sicher, dass wir über ihn noch viel berichten werden.

Fetzer jr. ist ein stabiles Element in Frau Fischers Fischerkiste, stabil im Auftreten, stabil im Durchsetzungsvermögen, stabil im Stimmvermögen, ohne lauthals zu sein. Er ist noch nicht der Geschickteste auf den Beinen, gleicht das aber durch Beharrlichkeit aus. In manchen Situationen zeigt er Ansätze einer Hovawart-typischen Eigenständigkeit; wenn er nicht auf den Arm will, will er nicht und tut das kund. Wenn er will, sorgt er schon jetzt dafür, dass dieser Wunsch nicht übersehen wird. Der Junior hat noch einiges auf der Pfanne.

Franz und Fine vom Bairischen Bluea am 29.11.2011
Franz und Fine
Ach, Fine, Finchen, Zuckerpuppe. Fine ist das zufriedenste Kind, das man sich vorstellen kann, mit sich und der Welt anscheinend jederzeit im Reinen. Wenn die Welt um sie herum zusammenstürzt, liegt sie auf dem Rücken und kaut auf ihren Beinen herum. Wenn um sie herum der Bär steppt, sitzt sie und grüßt die Welt mit einem langen sehnsuchtsvollen Blick. Fine ist auch ein richtig hübsches Kind, das anscheinend um seine Wirkung weiß, ein rechtes Mädchen eben, das Papa skrupellos um den Finger wickelt. Unsere Erfahrungen mit solchen Ballettmäuschen geben zur Vorsicht Anlass! Was da mitunter in den beiden letzten Wochen beim Blues aus dem Cocon schlüpfte, hatte mit Zuckerwatte und Schaumküsschen nichts mehr zu tun. Da sind wir wirklich gespannt. Jetzt ist sie jedenfalls noch unser Kuschelfinchen.

Fianna vom Bairischen Blues am 29.11.2011
Fianna
Fianna ist die Inkarnation der schwarzen Seele des Blues. Sie ist mittig, gegenwärtig, mit großem Vortrieb versehen, unmissverständlich, Schwerkraft in der Fritzenkiste. Man hört sie selten und sieht sie immer. Fianna ist die eigentliche Frau Fischer. Da wächst etwas heran.

Franz, der Dicke, ist bereits jetzt hinlänglich bekannt, Liebling der Massen und Massezentrum der Fieslinge. Franz ist fix und meistens früher fertig als die anderen, Franz ist forsch und immer fröhlich. Bisher macht er keinen Gebrauch von seien körperlichen Möglichkeiten, noch wäre seine berufliche Ausrichtung die eines Therapiehundes. Noch… Fortsetzung folgt.

Fado ist die Gelassenheit in Person. Fado macht keine Wellen, er ist einfach da. Er ist auch eher ein Stiller im Lande, lässt es aber an Präsenz nicht fehlen. Es ist diese für einen Welpen so ungewöhnliche Ruhe, die ihn heraushebt. Er ist eine Wanderer zwischen den Welten, der wenig Schlaf braucht (wie Felix, dazu aber gleich mehr), viel auf eigene Faust unternimmt, alleine sich in der Welt umtut, als stiller Undercover-Agent ein heißer Tipp. Wenn für jemand der Satz „In der Ruhe liegt die Kraft“ zutrifft, dann für diesen schwarzen Fado.

Fanni und Fetzer jr. vom Bairischen Blues am 29.11.2011
Fanni und Fetzer jr.
Fanni ist kräftig und kraftvoll, bringt aber ihre Kraft noch am wenigsten auf den Boden: sie ist die mittelmäßigste Fußgängerin, die man sich vorstellen kann. Aber, wer Kinder hat, weiß, dass zur Panik kein Anlass ist. Fanni macht sich bemerkbar, setzt sich durch und weiß sich zu helfen – und sei es durch kraftvolles Klagen. Fanni spricht gerne mit allen, für alle und, wenn es angebracht ist, gegen alles. Fanni ist eine laute und vorlaute Göre.

Felix, oder auch Flix, wie Anouk ihn getauft hat, ist die Hardcore-Herausforderung schlechthin, ein umtriebiger, niemals ruhender Treibauf, ein Rotzlöffel und Meistergrantler. Er ist immer und überall, rastlos und allgegenwärtig wie der Schubeck Alfons, zünftig und hinterkünftig, die fleischgewordene Rocky-Horror-Picture-Show, Sternzeichen Wolpertinger. Dabei ist er doch so lieblich blond! Wenn andere ruhen, ist Felix ausgeruht, wenn andere ausgeruht sind, geruht er, sie vor sich her zu treiben. Wenn dieser Felix so weitermacht, hat er bei Abgabe vermutlich bereits die Hälfte seiner Lebensenergiebilanz aufgebraucht. Nur gut, dass wir uns bei ihm wegen der starken Hand, die er braucht, keine Sorgen machen müssen. Ihm werden schon noch, wie wir in Bayern sagen, die „Wadln viere g’richt“, zu Deutsch: die Waden in die richtige Richtung gedreht.

Ferdi, die wandernde Knutschkugel, der Menschenfreund. In fast allen Würfen hatten wir einen von dieser Sorte, so einer, der dich verfolgt auf Schritt und Tritt, einer der wie beim Hasen und Igel immer schon da ist, wenn man selbst noch nicht weiß, wo man demnächst sein wird. So einer, der auf seinem Pummelpo hockt und nach oben himmelt und strahlt, der Menschen als die besseren Hunde betrachtet. Ferdi ist zwangsläufig gut zu Fuß, denn sonst würde er in seiner Lieblingsdisziplin Menschenverfolgung scheitern, nein er ist nicht nur gut zu Fuß, er ist der Nurmi unter den Fritzen, so flink und flitz, das er sich bereits zu einem so frühen Zeitpunkt einen ehrenvollen Kampfnamen, einen echten Ehrentitel erarbeitet hat: Porsche-Ferdi.

All diese beindruckenden Vorzüge und Leistungen unserer Fieslinge können sie nicht davor schützen, von uns auch heute mit einer weiteren Zumutung unsererseits konfrontiert zu werden. Ja, liebe Freunde, so geht das acht Wochen lang, ihr bekommt keine Ruhe vor uns: ihr vergreift euch an uns und wir vergreifen uns an euch. So ist das Leben. Heute steht die erste Entwurmung auf dem Terminplan, und zwar erste Entwurmung erster Teil. Weil wir in diesem Alter mit Flubenol entwurmen, müssen sie morgen die gleiche Zumutung nochmal über sich

Felix wird entwurmt am 29.11.2011
Felix, Nachwuchshoffnung bei ATTAC
ergehen lassen, was übrigens auch Mama Franzi und Tante Anouk widerfahren muss, weil es keinen Sinn macht, nur die Welpen zu entwurmen und die Alten nicht (obwohl wir zumindest bei Franzi, dank der Wissenschaft, wissen, dass sie wurmfrei ist). Wir können uns kurz fassen: die Fritzen mitsamt ihrer Frau Fischerin zeigen wenig Gegenwehr und schlucken die Pampe zwar angewidert, aber ohne große Gegenwehr. Nur Felix, die leibhaftige Antithese, meint, seinen Protest mit größter Vehemenz manifestieren zu müssen. Das war sein Schicksal! Denn wer sein Maul so weit aufreißt, dass eine halbe Lammkeule darin Platz fände, macht den Weg frei. Und eh er sich versieht und verprotestiert, hat er bereits die ganze Antiwurmkampagne bis hinunter zur Rachenmandel appliziert bekommen. Mmpf. Und weg ist der gesunde Brei und Felix ist fürderhin sprachlos.

Die Essentialitäten von der Kalorienfront fassen wir heute wie folgt zusammen: Franz ist vornweg mit 1280 Gramm, aber ordentlich bedrängt von Fado, der ihm bis auf 50 Gramm auf den strammen Leib gerückt ist. Frenzy (1050), Fetzer jr. (1140) und Fianna (1150) haben ihr Gewicht verdoppelt, jetzt fehlt nur noch das Schlusslicht Franca, die allerdings mit 950 Gramm nicht mehr allzu weit hinter Fine (989) zurück hängt. Der Rest soll heute keine weitern Erwähnung wert sein.