Samstag, 03.12.2011

Es kommt, wie es kommen musste: die Welpen werden langsam flügge und das Wetter wird säuisch - es regnet. Jetzt muss man mal sehen, wie das mit den Spaziergängen wird, wenn draußen Oberleutnant Dreck, General Matsch und Väterchen Frost das Regiment führen.

Obwohl der Bewegungsdrang der kleinen Fritzen und Fritzinnen fast stündlich zunimmt und die gezogenen Kreise immer weiter werden, lassen sie sich nachts noch immer anstandslos in die Box einsperren, machen die Äuglein zu und schlafen. Was hatten wir da schon diabolische Konzerte durchzustehen! So gesehen war die frühe Entlassung der Fritzen aus ihrer Schnullerbox am Montag gar nicht so schlimm; wir haben überwiegend brave Kinder.

Bevor wir eine neue Runde der Fütterungsvarianten einführen, werfen wir einen Blick auf die Gewichte, weil wir ja wissen wollen, wie die Köttbullar gestern angeschlagen haben – und 870 Gramm ist eine Duftmarke! Aber man sieht auch, dass sich das Feld jetzt weiter spreizt.

Da haben wir die dreipfündigen Premium-Cowboys, die sich gegenseitig nichts schenken und wie die Wilden auf und davon stürmen: Franz vornweg mit 1570 Gramm und 130 Gramm plus, dahinter Fado 1500 Gramm und ebenfalls 130 Gramm; nicht lockerlassen schwarzer Ritter!

Danach kommen die Well-Dones mit 1300 Kubik. Rädelsführer in dieser Möchtegernklasse ist zwangsläufig Felix mit 1380 Gramm (+120). Ihm folgen mit 1350 Ferdi (+80) und der Junior (+50). Am Ende dieser Einheit taucht jetzt schon Frenzy auf, die nicht nur als Möchtegern auftritt, sondern sich diese Position hart erarbeitet hat: Vom Nockerl-Flockerl zu den gut Durchwachsenen, das ist schon aller Ehren wert; für sie notieren wir 1310 Gramm (+90).

Jetzt kommen wir zu den schon bekannten Zwölfendern, den Durchhängenden und Abgehängten, angeführt von Fianna mit 1290 (+50), die man natürlich auch noch bei den Möchtegerns einsortieren könnte, 20 Gramm sind ja nicht die Welt. Aber nein, das muss sie sich schon erarbeiten und verdienen, Sympathieboni werden nicht vergeben. Knapp hinter ihr Fanni mit 1280 (+70) und Flori mit 1270 (+60). Am Ende dieser Skala rangiert Fine mit 1210 Gramm (+60), die damit zwar immer noch die rosa Laterne trägt, sich aber vom kleinen Zicklein Franca, das da am hinteren Wagenteil der schwäbisch-bayerischen Eisenbahn hängt, schon beträchtlich abgesetzt hat. Franca ist die letzte Überlebende der doppelpfundigen Baiserklasse: 1090 Gramm (+30). Der Aufstieg von den Lacto-Vegetariern zu den Fleischfressern bringt aber langsam Substanz in die Existenz der Fieslinge.

Frau Fischers Fritzen testen den Futterring
Rock am Ring - und Fanni mitten drin
Wie bereits angedeutet, geht es immer weiter beim Blues, Stillstand ist nicht vorgesehen. Heute wird die nächste Ernährungsstufe eingeläutet: gemeinsames Dinner am Futterring, fürs Erste wieder mit Welpenmilch, Fleisch kommt erst in der nächsten Ausbaustufe. Da sie das kleine Fütterschüsselchen schon kennen und beherrschen, ist dieser große Futterring keine allzu große Herausforderung; sie begreifen sofort, was da abgeht, sortieren sich blitzschnell um die Schale, einigen muss natürlich geholfen werden, weil sie sich irgendwo herumtreiben und den ganzen Auflauf nur von der Ferne ahnen, aber nicht wissen, worum es dabei geht. Die werden also zugeführt und dann schlabbern alle im Gleichtakt – 10 Sekunden, dann hängen die ersten quer im Ring, panzern durch die Milch, verschütten alles, sauen sich und ihre Geschwister ein, ja, natürlich produzieren die Fritzen binnen Sekunden das gleiche Chaos wie alle anderen. Es steckt eben auch im Hund irgendwo in seinem Genom ein Stück Schwein. Das Chaos ist von erhabener Größe, die Hälfte der Milch versinkt im untergelegten Laken und die andere Hälfte schlabbert Franzi aus den Haarkleidern ihrer Kinder. Immer wieder ein Höhepunkt im Leben eines Züchters – Rock am Ring!

Fines Zähne werden befühlt
Alle Zähnchen sind schon da...
Zum Schluss dieses Tages müssen wir natürlich unbedingt noch erwähnen, dass unser Franz heute Namenstag hat, was wir zu einer kleinen Gratulation nützen wollen und dem dicken Franz einen Knutsch auf die dicke Nase geben.

Und noch etwas: der rektalinvasive Eingriff bei unseren Schnuckelchen ist ausgewertet und alle Kotproben sind negativ. Das erfreut das Herz des Züchters.

So schließen wir diese dritte Woche - mehr passiert heute nämlich nicht, weil der Chronist verreist und eine alte Chronistenweisheit klagt: Ist der Schreiber aus dem Haus, / tanzen Katz und Weib und Maus, / doch die Chronik - die fällt aus.