Dienstag, 20.12.2011

Den gestrigen Montag legen wir wegen Mangels an Eigenschaften zu den Akten und stellen fest, dass nicht nur der ganze Tag ein wenig schläfrig war, sondern auch Felix sich in Sachen Fettreserven einlullen ließ und deswegen nicht nur von Franz abgehängt, sondern auch noch von Fado nach hinten gereicht wurde. Erwartungsgemäß übersprang Franz als Erster die vier Kilo (4120), gefolgt von Fado (3890) und Felix (3840). Die weitere Reihenfolge löst keine Adrenalinschübe aus und kann somit unterbleiben.

Heute Morgen blicken wir auf einen strahlend blauen Tag mit -8° C, der allerdings nicht hält, was er verspricht: nachmittags und abends fällt Schnee. Nachdem wir jetzt laut dem Hundertjährigen angeblich zehn Tage klaren und kalten Wetters hinter uns gebracht haben, beginnt also heute unfreundliches Regenwetter. So kann man sich täuschen – und getäuscht werden, wenn man den Sternguckern und Propheten auf den Leim geht. Allerdings, so viel Fairness muss schon sein, beten die modernen Wetterfrösche auch die Litanei vom Schmuddelwetter und dass bis Weihnachten keine Aussicht auf Besserung, geschweige denn Weiße Weihnacht, bestehe. Soll sein…

Anouk macht immer mehr Terror bezüglich ihrer selbst angeeigneten Mutterschaft. Morgens beschwert sie sich vehement, dass sie nicht unverzüglich zu „ihren“ Welpen darf, weil sie während unserer Putzrituale im Schlafzimmer bleiben muss. Sie drückt die dicke schwarze Nase in den Türspalt und schiebt ihre Schultern hinterher, um vor uns durch die Tür zu sein. Sie will einfach nicht einsehen, dass wir und unser Putzeimer jetzt wichtiger sind als ihre herum gereichten Teddys, Krokos und Plastikschweine. Franzi bleibt unverwandt liegen und wartet, ob Anouk als Türöffner Erfolg hat, wenn nicht, drückt sie nochmal ein Auge zu: sie kommt noch früh genug in den Genuss ihrer rüpelnden Fritzen. Wenn dann allerdings alles erledigt ist, die Fritzlein wieder eingelassen wurden (und sofort wieder ein paar Häuflein auf den frisch gewienerten Boden applizieren, weil ja draußen keine Gelegenheit war), ist die weiße Dame doch recht dankbar, wenn wir ihr das Frühstück nicht im Kindergarten, sondern separat servieren, nicht dass sie nicht teilen könnte, aber futtern ist für Anouk mehr als schiere

Fianna vom Bairischen Blues am 20.12.2011
Fianna
Nahrungsaufnahme; sie genießt ihre Mahlzeiten und lässt sich Zeit. Aber heute kommt die Frühstücksidylle ein wenig ins Wanken, weil sich hinterm Chef, als er Anouk die Futterschüssel in den Hauseingang bringt, klammheimlich Fianna in den Hausflur stiehlt, ohne dass er es merkt. Noch korrigiert er ein paar kleine Defekte am Transit, als ihn eine seltsame Stille aus dem Hausflur stutzen lässt; ganz geräuschlos geht auch bei Anouks Tischsitten eine Mahlzeit nicht vonstatten. Doch heute ist es seltsam still. Ein Blick sagt mehr als tausend Mutmaßungen: Fianna hängt ihren rabenschwarzen Schädel in Anouks Futternapf und gönnt sich ein kleines zweites Frühstück. Und Anouk steht recht fassungslos daneben – lässt sie aber gewähren. Darf die das? Nein, Anouk, das darf sie nicht. Die Mundräuberin wird in ihr Reich zurück gebracht und Anouk sieht hinter ihr her, und ihr Blick sagt: zu meiner Zeit hätte es so etwas nicht gegeben. Das mag sein, liebe Anouk, aber im vorliegenden Fall darf auch die Frage nach einer gewissen Mitschuld an solchem Verhalten gestellt werden, oder?

 

Die Situation ist für Anouk auch deswegen von einiger Schwere, weil sie nach der Übernahme der Mutterschaft reinhaut wie ein Holzfäller, wo sie noch vor wenigen Tagen an allem herum gemäkelt hat. Jetzt kann sie nie genug bekommen. Und nun muss sie auch noch etwas an Fianna abgeben – Langmut, dein Name sei Anouk.

Was Anouk in fester Form in sich hinein schaufelt, nehmen die Fritzlinge in flüssiger Form zu sich. Wir sind völlig perplex, wie viel die trinken. Ihre Vorgänger werden da auch nicht anders gewesen sein, aber irgendwie haben wir das vergessen. Dass demzufolge unseren Küchenboden keine Welpenlachen, sondern ausgewachsene Teiche zieren, kann sich jeder denken. Man muss schon über das Fassungsvermögen einer Welpenblase staunen. Weil wir uns heute so ausgiebig mit Essen und Trinken beschäftigen, wollen wir den Tag auch in dieser Tradition beschließen: heute gibt es gewolften grünen Pansen und für die Fieslinge ist das, als ob schon heute Weihnachten wäre.