Freitag, 30.12.2011

Heute hat Felix Namenstag – wir gratulieren dem Tausendsassa recht herzlich. In katholischen Ländereien ist ja der Namenstag zum Teil heute noch wichtiger als der Geburtstag. Der Namenstag kam mit der Christianisierung der Völker außerhalb des Römerreiches auf, weil der christliche Name zum Unterscheidungskennzeichen gegenüber den bösen Heiden wurde. Und damit ein solcher neuer Christenmensch auch einen würdigen christlichen Namen bekommt, hat man eben die Namen von Heiligen, Aposteln und Märtyrer genommen, die am Tauftag, meist dem Tag nach der Geburt, gestorben waren. Unser Felix geht so auf Papst Felix I zurück, der am 30. Dezember 274 gestorben ist. Von diesem Felix-Papst wissen wir so wenig, dass der Ruhm unseres Felix‘ dessen Nachruhm schnell überflügelt haben wird. Die Verdrängung des Namenstages durch den Geburtstag hatte allerdings auch unerfreuliche Folgen, weil damit auch die Empfehlung des Konzils von Trient in Vergessenheit geraten ist. Damals wurde nämlich im Rituale Romanum festgelegt, der Pfarrer möge dafür sorgen, dass den Kindern keine anstößigen oder lächerlichen Namen gegeben werden oder gar solche, die den Sagen entnommen wurden oder solche von Götzen oder Heiden. Stattdessen sind, soweit irgend möglich, die Namen von Heiligen vorzuziehen. Daran hätte man sich besser halten sollen. Oder ist ein Felix Baiblues nicht einem Frodo Baiblues vorzuziehen? Und einem Fräulein Kraxenbichler würde eine Maria oder Kreszentia auch besser stehen als eine Cheyenne Shirley. Deshalb heißt unser Felix Felix und nicht Flesh Gordon oder Fishbone. Basta. Und wehe, es nörgelt jetzt jemand an Fado oder Frenzy rum!

Wettertechnisch kommt dieser Felixtag allerdings recht vorchristlich und heidnisch daher mit atlantischen Winden, die gut und gerne Freia oder Frithjof heißen könnten, wenn sie sich hätten aufraffen können, ein Sturmtief zu werden. So bleiben sie namenlos, treiben aber trotzdem recht gnadenlos ekelhaften Regen vor sich her. Und bei 1°C ist das eine ziemliche Spaßbremse.

Die Lavendelkillerbande
Die Lavendelkillerbande
Unsere Fritzlein sind dagegen nichts als Sonnenschein. Schon wie sie uns morgens zur Begrüßung entgegen wackeln, wie sie sich freuen und das ganze winzige Kerlchen sich windet und verbiegt vor schierer Freude, wischt die heidnische Wettersuppe mit einem einzigen freudigen Kiekser beiseite. Nur Franz hat was von Herrchen, ist die Eule der Truppe und stolpert um diese Zeit noch über die eigenen Beine. Man muss Franz erst mal auf den Arm nehmen, damit die Lebensgeister erwachen. So umsorgt, tankt er dann allerdings Kraft und Energie für den ganzen Tag.

Die Gewichtskurve verzeichnet mit 1610 Gramm heute einen Durchhänger und verzichtet auf Spektakuläres. Höchstens Fianna wäre zu erwähnen, die hinter Franz (6300)und Felix (5890), beide nur schlappe 40 Gramm plus, sich auf das Bronzetreppchen hochgefuttert hat: 5690 (+270). Respekt! Die beiden Top-Performer waren jedoch Flori mit 330 Gramm (5660) und – Franca mit für sie sagenhaften 300 Gramm (4500). Dafür gibt es ein: Chapeau!

Auch sonst ist dieser Tag ohne große Hebungen und Senkungen. Vier Dinge seien noch erwähnt. Erstens haben wir den Eindruck, Franzi habe ihre Säugeaktivitäten wieder etwas ausgeweitet, jedenfalls haben wir sie heute dreimal als Kapitolinische Wölfin im Garten gesehen. Für diesen Zeitpunkt, Ende der siebten Woche, eine außergewöhnliche Hingabe. Zweitens, nicht spektakulär, aber der Vollständigkeit halber auch zu erwähnen, haben wir den Zwergen heute erstmals Euter gefüttert, da haben sie so geschmatzt, als hätten sie Mamas Euter zwischen den Zähnen. Drittens bekommen die Nachwuchshovis heute den Ritterschlag fürs Hundeleben: ein Halsband. Wir tricksen sie dabei ein wenig aus, indem wir Trockenfutter auf den Boden streuen und ihnen nebenbei die Halsbänder umlegen, so merken die gar nicht, was mit ihnen geschieht. Und wenn sie den letzten Winkel der Küche nach noch versprengten Futterstückchen abgesucht haben, ist die Aufregung längst vorbei. Nach ein paar Minuten nehmen wir sie ihnen wieder ab, und eigentlich ist das alles mehr oder weniger an ihnen vorbei gegangen. Der eine oder andere kratzt sich, weiß aber gar nicht so recht warum. Morgen üben wir das wieder.

Und dann, viertens, haut es uns abends noch eine richtige Lage Pappschnee hin, dass der Jahresausklang wenigstens einen Hauch von Winter für sich reklamieren kann. Nichts als Alibi, aber die Fritzlein haben ihren Spaß. Und das ist bekanntlich das Wichtigste im Leben.