Montag, 02.01.2012

Halbe Kraft voraus, zumindest, was die Fettstatistik angeht, halbe Kraft im Vergleich zu gestern. Wir erinnern uns: 2980 Gramm hatten wir gestern. Und heute? 1460 Gramm. Ein Pansen allein macht halt doch kein Prachtexemplar, wenn man sich sonst von unbesiegbaren Knochen am Leben halten soll. Man könnte meinen, sie hätten sonst den ganzen Tag nichts bekommen. Aber offensichtlich haben wir wieder so einen Diättag und außerdem hat Flori immer noch Durchfall und etwas abgenommen. So richtig auf die Fettpauke gehauen haben gestern nur einige wenige. Schauen wir mal etwas genauer hin. Franz war vielleicht der mit Kaumuskelkater und ist deswegen weit von seiner üblichen Form geblieben: 40 Gramm, in der Summe 7040. Felix hat offenbar die Chance gerochen und einen Aufholversuch mit 250 Gramm gestartet, was ihn aber auch nur auf distanzierte 6710 Gramm bringt. An den sieben Kilo hat er noch zu kauen. Dann klafft bereits eine Riesenlücke zu einem Fünferpack, das gerade die sechs Kilo gemeistert hat: Flori, trotz -70 Gramm mit 6180 noch auf dem dritten Platz. Dann Ferdi mit 6120 (+120), Fado 6110 (+130), Fianna 6040 (+120) und Fetzer jr. mit 6000 (+290). Und am Ende bleibt sowieso alles beim alten. Frenzy 5730 (+150), Fanni 5650 (+90), Fine 5320 (+160) und Franca 4960 (+180).

Franz vom Bairischen Blues beim Foto-Shooting
The Making of Franz
Egal, wie das Wetter ist, wir brauchen Fotos! Fotos für die Welpenordner. Immer in der letzten Woche steht uns dieses Ereignis ins Haus, weil wir natürlich möglichst aktuelle Bilder haben wollen, keine mit Bart aus der vierten Woche. Doch in dieser Jahreszeit tut man sich etwas schwerer mit den Wetterbedingungen, und weil der Terminplan sowieso voll ist, kann man auf eigene Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen, sondern muss raus, wenn die Bedingungen halbwegs passen. Minus 1° haben wir morgens, aber der Himmel ist uns gnädig und zeigt sich im Laufe des Vormittags immer wieder einmal von seiner freundlichen Seite. Also, nichts wie raus, einzeln, auf die Pinkelwiese um die Ecke, Welpe in die Wiese setzen, selber, keinen Matsch und Schlamm scheuend, ebenfalls auf die Knie und auf den Bauch – und Feuer frei. Über zwei Stunden beschäftigen uns unsere Kinder da draußen, bis wir die Fotos im Kasten haben. Bis auf Franz und Fanni sind wir mit den Bildern auch recht zufrieden, aber diese beiden hätten in vordigitalen Zeiten einen Fotografen an den Rande des Bankrotts getrieben, weil er etwa die Hälfte seines Jahresetats für Filmrollen an diese beiden hätte verschwenden müssen. Schon drei Zentimeter über der Grasnarbe sind die beiden in Bewegung und mit Berührung der Grasnarbe auch schon weg. So schnell kann man kaum auf den Auslöser drücken, und wenn doch, dann ist das Bild bei diesen trüben
Fanni vom Bairischen Blues
Fanni hat Besseres zu tun als zu posieren
Lichtverhältnissen nicht scharf. Was hätten wir in den Kinderschuhen der Fotografie gemacht, als die Motive minutenlang still sitzen mussten? Die moderne Technik hat wenig Göttliches, aber in diesen Momenten weiß man sie zu verehren. Dennoch sind die Nerven irgendwann an dem Punkt angelangt, wo man diese ADHS-Welpen am liebsten auf die Grasnarbe betonieren würde, um wenigstens ein ordentliches Bild zu bekommen. Wenn wenigstens das Wetter den Fotografen gelassen sein ließe, aber in dieser Matschpampe versinkt nicht nur dieser selbst, sondern auch seine Lust und gute Laune in der Scholle. Und hinterher sind dann alle ganz glücklich über die zauberhaften Konterfeis ihrer Lieben und verschwenden keine Sekunde an die Geburtsqualen dieser Portraits. Ist ja auch wurscht und im Preis inbegriffen. Fürs erste sind wir bedient und außer Laune.

WelpentouristenNachmittags kommt dann der engste Freundeskreis zu Besuch, die, mit denen man plaudern und fachsimpeln will, in deren Anwesenheit man die Anwesenheit der Fritzlein getrost mal außer Acht lassen kann, weil sie keine Anleitung brauchen, keine Anregungen, keinen Zuspruch, weil sie selbst genug Erfahrung haben und wissen, wie der Hase, besser: der Welpe läuft. Da genießt man entspannt seinen Kaffee und später servieren wir ein deftiges, dem Wetter angemessenes Coq au Vin. Aber vorher müssen sie noch arbeiten. Wir wollen nämlich unsere Kinderschar noch einmal austreiben, so etwas wie einen Almabtrieb machen, weil das sicher die letzte Gelegenheit sein wird. Und bei dem fortgeschrittenen Bewegungstrieb ist jede Hand notwendig, um die Bande zusammenzuhalten. Wir treiben die Fritzlein nur hinüber auf die Haus- und Pinkelwiese, dorthin, wo sie heute schon ihr Foto-Shooting absolviert haben. Weil es schon ziemlich dämmert, ist es wirklich eine gute Idee, viele helfende Hände zu haben, denn im Dunkeln, das wissen auch die kleinen Fieslinge, ist gut Munkeln, und im Schutz der Dämmerung wird man schnell mal übersehen. Und dennoch reichen zehn Leute mit 20 Händen kaum aus, die wie Sternfahrer auseinander strebenden Fellknäuel unter Kontrolle zu halten. Der eine flitzt gen

Stranger in the Night
Stranger in the Night
Westen und zwar mit Turbo, der andere nach Osten, ebenfalls mit Turbo, wieder eine purzelt über die Gabbionen der Straßeneinfassung, eine andere stürzt kopfüber in eine Schlammpfütze und steuert laut maulend den Heimathafen an. Dazwischen der Chef und einige andere, die völlig unsinnigerweise auch noch mit Kameras hantieren, weil bei dieser Beleuchtung sowieso nur noch Farbpaletten abgelichtet werden, doch diese verhinderten Dokumentationsspezialisten haben keine oder höchstens eine Hand frei und spielen so ein falsches Spiel und den Fritzlein in die Füße, die sie immer fixer wirbeln. Letztlich müssen sie sich aber doch dem menschlichen Willen unterordnen und werden nach Hause expediert. Nach dem schon erwähnten Coq au Vin sind dann alle Strapazen vergessen und die Stimmung wieder auf Allzeithoch. Als wir die letzten verabschieden, wird uns bewusst, dass es auf unbestimmte Zeit sein wird, bis wir in dieser Besetzung und vor allem aus einem solchen Anlass zusammen gesessen sind. Da packt uns dann die Wehmut.

Später am Abend wird diese durch Kleinmut abgelöst: mehrere Fritzen haben Durchfall und zwar keinen, den man als Malheur abtun könnte; die sind richtig malad. Franz erwischt es am schlimmsten, er will abends nicht fressen und würgt ständig herum, bringt aber nichts heraus. Ihm geht es wirklich nicht gut, während die anderen wenigstens ihren gewohnten Umtrieb noch beibehalten. Haben sie einfach zu viel gefressen heute? Die Besuchergratifikationen, all die Knabbereien und Stäbchen und Stengelchen können einem schon einmal den Magen verrenken. Oder haben sie sich doch drüben auf der Pinkelwiese etwas geholt? Wir gehen mit Sorgen ins Bett. Dabei hatten wir doch nun wirklich allen Grund zur Hoffnung, diesen Wurf ohne jeden ernstlichen Durchfall über sie Runden zu bekommen. So kurz vor dem Ziel…