5. Woche (29.03. - 04. 04. 2017)
Mittwoch, 29. März 2017
So viel Sommerzeit kann Ende März gar nicht sein, dass morgens um 4:30 Uhr die Sonne scheint oder es auch nur ein wenig hell ist; es ist also noch schwarze Nacht, als die Hallodris zur Morgenandacht bitten. 4:30 Uhr und die Bande tanzt den Pogo. Die Chefin begibt sich morgenfröhlich mit der Kindsmutter in die Küche, lässt die Schreihälse zu ihrer Mutter, die sie mit einem Morgenshake beglückt, währenddessen die Chefin die Nachterzeugnisse von elf Heranwachsenden beseitigt. Nun sind sie befriedet und zufrieden. Nach mehr ist ihnen nicht; sie waren wach und hungrig, und die Uhr können sie noch nicht lesen. Jetzt ist wieder Ruhe. Die Samariterinnen begeben sich wieder zum Vize ins Schlafgemach. Umdrehen. Eindrehen. Erst um 7:30 Uhr kommt wieder Leben in den Blues. Ausgeschlafen – was hat das wieder einmal gutgetan. Nun schreiten wir gemeinsam zur Tat und in den Tag, frisch wie der Frühlingsmorgen, der uns zwar etwas wolkig, aber mit 8° C begrüßt. "Wie der Eustas, so der Frühling", sagt der ländliche Wetterprophet. Damit verdichtet sich die Vorahnung von gestern, dass der Frühling kaum auszuhalten sein wird. Erst recht, wenn wir gleich jetzt festhalten, dass wir heute noch wolkenlose 20° C erreichen werden.
Hallodri1Hartl160 Gramm haben die Hallodris gestern zugelegt; das ist sehr ordentlich, aber nicht besonders ehrgeizig, für jeden eben rund 105 Gramm im Durchschnitt. Wie Durchschnittswerte zu betrachten sind, haben wir kürzlich schon erörtert. Heute haben wir es mit drei Leistungsgruppen zu tun: den Uzweihus, den Ühus und den Uhus. Die Üzweihus sind zu zweit und beanspruchen allein 360 g für sich. Es handelt sich dabei um das gelbe Duo Hetty und Hugo. Hetty reüssiert mit 190 g und übernimmt mit 2160 Gramm den 2. Platz von Hakuna. Hugo leistet sich 170 g und landet mit 2120 Gramm auf dem 4. Platz, zwei Plätze rauf. Die Ühus rekrutieren sich aus Hartl, Hallodri, Harpo und Hakuna, zusammen stehen sie für 450 g gerade. Hartl nimmt mit 120 g einen kräftigen Schluck aus der Pulle, bleibt aber mit 1960 Gramm auf dem Vor-Hubsi-Platz. Ebenfalls 120 g meldet Harpo, den die erzuzelten 2020 HettyGramm aber auch nur vom 8. auf den 7. Platz tragen. Die 110 g von Hakuna bringen sie gegenüber der Kampfnascherin Hetty uns Hintertreffen: 2150 Gramm, 3. Platz. Wenn zwei sich gegenseitig die Suppe weglöffeln, kann ein Dritter ungestört fett werden: Hallodri, 110 g, 2470 gesamt und auf und davon. Bleiben die Uhus, bei denen Hias ein Fahu, ein Fasthunderter, ist: 90 g (1960) bringen ihn kein Stückchen voran, sondern mit Hartl zusammen auf den Vor-Hubsi-Platz. 70 g und 2060 gesamt lassen Halina von vier auf sechs rutschen. Hobos 60 g (2070) reichen nur noch für den 5. HeddaPlatz, zwei runter, während Heddas 60 g (1990) nur eine kosmetisch negative Wirkung haben: eins runter auf acht. Bleibt der Hahu (Halbhunderter) unter den Uhus, Hubsi: 50 g, 1660. Er braucht auch mal Luft zum Durchatmen, so eine Aufholjagd über acht Wochen ist ein echter Ultramarathon. Da muss man sich seine Kräfte einteilen.
Heute ist ganztägig Gartenparty. Die Hallodris genießen ihren Garten, streifen herum, lassen sich von unseren Besuchern verwöhnen, bestaunen und herzen und schlummern auf ihren Schößen den Schlaf der Weltzufriedenen. Abschnittsweise öffnen wir den Transit, damit sie lernen, mit der Wahl zwischen Drinnen und Draußen zurecht zu kommen, und sie nutzen die Möglichkeit rege, um einerseits in der Höhle nach dem Rechten zu sehen und andererseits, um uns dort ein paar unerwünschte Geschenke zu hinterlassen. Die Saubären!
HubsiBevor die Besucher kommen, nutzen wir aber noch schnell die Gelegenheit und das Wetter, um noch einmal eine Serie Portraits von den Hallodris zu schießen. Diesmal stehen jedoch die Vorzeichen anders herum. Damals kauerten die Hallos auf dem Bärenfell, heute hocken sie aufrecht und mit freiem Blick in die Welt im Gras und der Fotovize bäuchelt auf dem Bärenfell, damit ihm der Frühlingsboden nicht die Testikel frostet. Als Ausrede für den peinlichen Auftritt muss die Sorge herhalten, er wolle die Möglichkeit verhindern, sich in einen hallodrischen Darmwurm zu legen. Der Zweck heiligt die Mittel; die Bilder sind im Kasten und ans untergelegten Bärenfell erinnert sich morgen niemand mehr.
Mit ihrem morgendlichen Auftritt haben es die Hallodris geschafft, heute als Freigänger schlafen zu dürfen. Diesen Terror zwischen Mitternacht und Frühschicht brauchen wir nicht mehr. Der Einschluss ist für alle Zeit vorüber, die Hallos liegen herum wie die Jünger am Ölberg und das Personal hat Ruhe. Bis auf weiteres ...
Donerstag, 30. März 2017
Mit 5° C zieht wieder ein ausnehmend schöner Frühlingstag herauf, der den ganzen Tag keine Wolke zu Gesicht bekommt, sich nachmittags bis zu 20° C hochschwingt und nachts mit einem kühlen Kopf von 4° C schlafen legt. Und was sagt der Bauernkalender dazu? "Wie der Quirin, so der Sommer." Kurz und trocken wie dieser Tag. Leute, das kann ja was werden. Packt schon mal die Badehose aus.
Zu den Gewichten ist wirklich gar nichts Gewichtiges zu sagen. Die Gesamtaufnahme beträgt 1060 Gramm. Die Höchstaufnahme verzeichnen Hugo und Hetty mit 160 g, der Negativwert von 40 g gebührt Hubsi. Die Tabelle selbst ist dabei so ereignislos, wie wir es nicht erinnern können: Nur Hedda und Harpo tauschen die Plätze, der Rest der Tabelle liegt gerade im Tiefschlaf. Wirklich erwähnenswert ist nur, dass heute alle außer Hubsi den Vierpfünderstatus erreicht haben.
1. Hallodri (2530, +50), 2. Hetty (2320, +160, hat offenbar vor, sich diesen Platz auf lange Sicht zu reservieren), 3. Hakuna (2290, +140), 4. Hugo (2280, +160), 5. Halina (+90) und Hobo (+80), beide 2150, 7. Hedda (2130, +140), 8. Harpo (2120, +100), 9. Hias (2020, +60), 10. Hartl (2010, +50), 11. Hubsi (1700, +40). Und weiterhin bleibt die Tabelle von Platz 2 bis 10 auf 210 Gramm zusammen. Ob dahinter eine Art Schwarmintelligenz steckt?
Fiannas Bar ist geöffnetDer Blues nimmt die Gelegenheit wahr, heute wieder einmal gemeinsam den Morgenspaziergang zu zelebrieren, was bei Fianna immer für besondere Freude sorgt. Dennoch zieht sie noch immer spätestens ab Mitte der gewohnten Morgenstrecke nach Hause, biegt ab, ohne sich umzusehen: Dort warten meine Kinder auf mich! Dieses Verhalten zeigt sie morgens noch stark, während sie nachmittags damit sehr entspannt umgeht. Wir lassen sie gewähren und Hugo in der Mamafallefolgen ihr, die uns so weit vorantrabt, wie wir es von ihr, die uns normalerweise ständig umtänzelt, nicht gewohnt sind. Wir dürfen allerdings nicht verschweigen, dass sie den Ball mit sich trägt, hätte sie ihn nicht, würde sie uns so lange anmachen, bis wir ihn werfen, damit sie ihn nach Hause tragen kann, zu ihren Kindern, die ihn auch sofort als Geschenk in ihr Terrassenbett bekommen. Fianna ist eine großartige Mama. Jetzt öffnet sie ihnen ihre Bar, die nur noch die Reste der Saison führt, aber sie nehmen auch diese Noagerl gerne an. Und dann werden die Kleinen bespielt, herumgekugelt, geleckt und gewienert und sie bekommen immer noch den kleinen Po geputzt, was sie erkennbar nicht mehr so schätzen wie früher, weil sie schon Wichtigeres im Sinn haben. Aber Mama ist unnachgiebig: Der Arsch ist pfui, der wird geputzt. Punktum, dann packt sie ihren Racker und dreht ihn auf den Rücken, allen Widerstand zum Trotz, und macht klar Schiff.
Jetzt ist der Transit bei Bedarf auch von außen zuBei 20° C verbringen die Hallodris trotz Sonnenschirm den Tag fast durchgehend im Siestamodus. So stellt man sich eine mexikanische Plaza vor: in sich ver- und gesunkene Gestalten mit hängenden Köpfen, die leise vor sich hin grunzen und greinen. Fehlen nur noch die Sombreros. Mit anderen Worten: Es ist nix los auf'm Hof des Blues. Bei einem spekulativen maximalen Action-Level von 10 erreichen die Hallodris heute Nachmittag keinesfalls mehr als 2.
Bis Hetty erwacht, die Glieder streckt und auf große Taten aus ist. Doch ohne Publikum ist Helden- und Hexentum eine blutleere Kunstform. Was ist zu tun, wenn alles schläft und nur Hetty wacht? Man holt erst Mal Rat beim Chef, der eigentlich nur Vize ist, aber in Abwesenheit der Chefin aufrücken darf, nein: muss. Wer denn sonst? Sie holt sich zunächst Kraft durch eine Schmuseeinheit. Dann ist es genug. Kraft getankt, den Kopfvoller Flausen, lungert sie zu ihrer Mama, die sie gleich mal auf den Kopf stellt und nachsieht, ob sie heute schon geduscht hat. Hat sie nicht, also wird das nachgeholt. Hetty steht aber der Sinn nicht nach Körperhygiene, sie könnte sich gut die Wiederholung der doppelten Kokslinie vorstellen und geht nun ihrerseits Mama an die Wäsche, was zu einer weiteren, jedoch komplett anders gearteten Abreibung führt. Jetzt muss die schwarze Ratte herhalten, die neulich schon von Hakuna ihr Fett abbekommen hat, was die Ratte nachträglich als Wellness-Urlaub gegenüber jenem, was ihr Hetty zufügt, interpretieren würde. Eine tote Ratte ist eine tote Ratte und so lustig wie ein Ostfriesenwitz von Heino. Da erinnert sie sich ihrer Geschwister. Wozu schlägt man sich den ganzen Tag mit der Bande herum, wenn sie zu nichts taugt. Aus den Federn, Leute! Der erste, der unsanft aus den Träumen gerissen wird, ist Hallodri, der allerdings sofort Feuer und Flamme ist, dann ist Hobo dran, der sich allerdings erst noch die Farben im Gesicht nachziehen muss, weil man so verknittert und ungeschminkt nicht aus dem Bett steigt. Das Trio Infernal streicht nun durch die Schlafstellen und kickt alle ins Leben zurück, bis der ganze hallodrinische Pulk wie eine Horde besoffener Landsknechte durch den Garten marodiert, pöbelt und sich gegenseitig das Fell poliert. Nette Gesellschaft, der Fianna da das Leben geschenkt hat, sehr feine Gesellschaft. Aber der Vize kann sich mit seiner Kamera zurückziehen und bekommt wenigstens einige verwertbare Schnappschüsse.
Damit die Hallodris auch morgen noch bei Kräften sind, bekommen sie abends wieder Hackfleisch, was bei der Chefin eher weniger helfen dürfte; sie beginnt nämlich zu schwächeln und zu kränkeln. Es pfeift der Magen, zwickt der Darm, da steh'n die Zeichen auf Alarm. Wenn man sich ein Horrorszenario für die Welpenzeit ausmalen will, muss man sich eine Virusinfektion beim Personals vorstellen. Es sieht so aus, als sollten wir in diesen zweifelhaften Genuss kommen.
Freitag, 31. März 2017
Und wär der Morgen noch so schön,
Der Tag so nackt wie Venus,
Ist er nicht leicht zu überstehn
Mit einem Virus plenus.
Der Leidgeprüften Blick so bleich,
Doch hitzig wie 'ne Esse,
Die Glieder schüttelfrostig weich
Mit grünlicher Noblesse.
Die Chefin ist krank. Die Chefin gibt alles. Wieder her. Heraus. Von sich. Nur gelegentlich gesellt sie sich zu den Aktiven des Bairischen Blues. Ein Gespenst mit fließenden Gliedmaßen. Ein entleertes Menschenbeutelchen, ausgeräumt eher als aufgeräumt.
Der Co-Pilot muss ans Steuer. Co-Pa übernehmen Sie!
Morgens hat es 0° C, wenig weniger als das, was die Chefin in ihrem hitzig frierenden Frostkörper fühlt. Wolkenlos beginnt der letzte Tag des Lenzings, schwingt sich auf zu wolkenlosen 20° C und sinkt mit 4° C in den Gliedern nieder. "Wie der Achaz, so der Herbst." Demnach, liebe Freunde, werden wir nicht nur einen astreinen Sommer erleben, sondern uns auch noch auf einen güldenen Herbst freuen dürfen. Das wird das Jahr der Jahre. Erinnert euch an das Orakel vom Mangfalltal! Auch die Chefin wird sich bald über eine Vitamin-D-Produktion freuen dürfen, die ihr alle Leiden des heutigen Tages aus der Erinnerung pusten wird.
Der Vize hat allerdings im Moment wenig Sinn für das Wettergeschehen im Herbst, aktuell hat er sich um seine Schutzbefohlenen zu kümmern, was andererseits auch bedeutet, dass alle anderen Räder derzeit stillstehen: Bildermangel, Chronikstopp. Die Morgenroutine, so viel muss gesagt und gewürdigt werden, leistet die Chefin noch ab, aber dann gehen ihr die Körner aus. Die Hallodris nehmen darauf keine Rücksicht. Schon vor den anderen stehen Hias und Hetty im Garten und singen "Im Frühtau zu Berge" und lassen die Sau raus, während der Rest der Bande Hobossich noch den Schlaf aus den Augen reibt. Doch lange hält das nicht an, dann sind sie alle im vollen Betriebsmodus, was den Vize zu ausgedehnten Wanderungen durchs Paradies zwingt, bewaffnet mit Eimerchen und Schaufel, um die zweite Auflage des heutigen Tages zu entsorgen (die erste wurde schon indoors von der Chefin beseitigt). Sein Tun wird freudig umtanzt und besungen von den Hallodris, alle jederzeit bereit, ihm die Schaufel zu entwenden, nicht, um ihm die Arbeit abzunehmen, sondern um ihn zu entwaffnen. Solches Tun macht aus fein und bestens zur Aufnahme gesetzten Häuflein in den Rasen getretene Fladen, die ein verhängnisvoll langes Verharren und Scharren am selben Fleck erzwingen. Zudem ist niemand zugegen, dem er diese Enfants terribles auch nur für kurze Zeit übergeben könnte, die schön langsam auf den Geschmack gekommen sind und wissen, wie sie ihr Waffenarsenal einsetzen müssen, um sich maximalen Spaß zu bescheren. Die Fersen des sich mit Schaufel und Eimerchen kniebeugenden Vize sind ihre bevorzugten Ziele, zumal der beim Sammeln gekniffene Vize dabei so leidenschaftlich spitze Flüche ausstößt, dass sie nichts anderes als eine Aufforderung zur Wiederholung darstellen können. Der links gedrehte Klammergriff, so hat es sich bei den Jägern herumgesprochen, erfreut sich beim Sammler besonderer Beliebtheit. All dies muss der Vize schon vor dem Frühstück bewältigen, das sowieso in weite Ferne gerückt ist.
Werfen wir noch einen Blick auf die Kalorienstatistik, bevor wir diesem Märztag adieu sagen.
HubsiHubsi hat sich wieder einmal lobenswert hervorgetan: 200 g dürfen wir ihm ins Büchlein schreiben und die tragen ihm neben 1900 Gramm weiterhin den letzten Platz ein. Langsam zweifelt der Chronist, ob seine optimistischen Prognosen bezüglich des kleinen Schelms noch umsetzbar sind. Ganz oben, auch da verraten wir kein Geheimnis, macht einer, was er will, vor allem fette Beute: 170 g tragen ihn auf 2700 Gramm und auf und davon. 280 g beträgt der Abstand auf den 2. Platz, deutlich mehr als zwischen ihm und dem 10. Platz. Der Besitzer dieses HakunaStatthalterpostens ist seit heute Hugo, der sich mit 140 g an Hakuna und Hetty vorbei schob (2420). Hetty und Hakuna hatten gestern einen eher uninspirierten Tag. Hetty meldet nur 50 g (2370, 3. Platz) und Hakuna 70 g (2360, 4.Platz). Durch die schwache Performance der beiden Dämchen kann Hobo mit immerhin 210 g zu Hakuna aufschließen und mit ihr das Treppchen teilen. Halina kommt mit 170 g mehr zur Registratur (2320, 6. Platz) und verteidigt zäh ihren Platz im Mittelfeld. 180 g sogar kann Harpo für sich beanspruchen (2300, 7. Platz) und bleibt seinen Vorderleuten auf den Fersen. Hartl raffte sich einmal richtig auf und lieferte den Strike des Tages: 220 g. Das bringt ihn mit 2230 Gramm vom vorletzten auf den 8. Platz. Ja, da darf man auch mal applaudieren, 220 g sind eine Ansage und Willensleistung. 10 g nur fehlen Hedda auf Hartl: 90 g plus ergeben für sie 2220 Gramm und Platz 9. Der Wanderpokal für die Vor-Hubsis geht heute an Hias, der trotz 160 g plus ausgerutscht ist und nun ebenso 280 g nach unten zu Hubsi hat wie Hugo oben zu Hallodri; Zahlenrabulistik nach Hallodri-Art.
Schöner März, du hast es eigentlich nicht verdient, so hinauskomplimentiert zu werden, aber der Chronist und Vize ist heute einfach platt und will keine Dankesreden mehr halten. Nur so viel: Du hast unseren Hallodris gutgetan und dich um sie verdient gemacht.
Samstag, 1. April 2017
Willkommen, lieber Ostermond. Zum 1. April fällt den bäuerlichen Regelkundlern nicht viel mehr als unverbindliches Gemurmel ein: "Den 1. April musst überstehn, dann kann dir manch Gut`s geschehn." Schwer vorstellbar, was einem Gutes oder auch Schlechtes widerfahren soll, wenn man diesen Tag nicht übersteht. "Säen am 1. April, verdirbt den Bauern mit Stumpf und Stiel." Hierbei scheint es sich eher um ein agrikulturelles No-Go zu handeln, denn um Hugoeine inhaltlich nachvollziehbare Anweisung. Warum ein Bauer heute bei bis zu 22° C nicht säen sollte, dies am 31. März und am 2. April aber erlaubt wäre, erschließt sich dem der Scholle entfremdeten Chronisten nicht. Wahrscheinlich ist die Anweisung so zeitgemäß wie das frühere Verbot für menstruierende Frauen, sich die Haare zu waschen. Heute jedenfalls begrüßen wir den April recht herzlich, viel Sonne hat er im Gepäck, nachmittags auch gewittrige Wolkensäcke, die er aber nicht bei uns stehen lässt, sondern mitnimmt. Immerhin deutet er schon mal an, was in ihm (und nicht nur in den Säcken) stecken kann, nämlich die berühmt-berüchtigte Charakterstudie: April, April macht, was er will. Das werden wir abwarten und gegebenenfalls angemessen würdigen.
Die Speckrollen-Rallye kommt jetzt jedenfalls richtig ins Rollen. Heute sind es 1760 Gramm, die wir mehr verzeichnen können, und Ergebnisse unter 100 sind für Hartl reserviert. Der traut sich doch tatsächlich 80 g anzumelden und grinst dabei noch. Die erwirtschafteten 2310 Gramm lassen ihn wieder einen Platz nach unten rutschen: Platz 9. 110 g verbuchen wir für Hubsi und Hobo. Für Hubsi bewegt sich das Hamsterrad immer auf der gleichen Welle, nämlich auf der letzten, ganz unten, denn 2010 Gramm reichen eben nicht zum Vorrücken. Aber: Hubsi – Tärätärä – hat die Zwei-Kilo-Hürde gestraddelt. Glückwunsch, kleiner Kämpfer. Hobos 110 g bringen ihn auf 2470 Gramm und auf den zentralen 6. Platz, nach allen Seiten offen, obwohl seine gesamte Erscheinung eher den Weg nach oben andeutet. Hias müht sich rechtschaffen und polstert sich mit 120 g auf, was aber auch ihm nicht recht viel mehr Vortrieb bringt als Hubsi: Vor-Hubsi-Platz Halinabestätigt, 2300 Gramm. Nur 10 g mehr und er hätte seinen erstgeborenen Bruder wieder nach hinten durchgereicht. Ausgerechnet die beiden Ersten profilieren sich als Spargeltarzans. Hallodri macht nur noch, was nötig ist, kontrolliert das Feld von vorne, jederzeit in der Lage, ein paar Scheite draufzulegen. Für ihn sind es heute 130 g, das macht 2830 Gramm und einen solitären Platz weit vorne in der Sonne. Harpo gibt mit 160 g das unscheinbare Mittelmaß oder, wie Bob Dylan es einmal nannte, den grey flannel dwarf. 160 g sieht nicht schlecht aus, reicht aber nur zu 2460 Gramm und den 8. Platz. Wer jetzt meint, 150 g Auflastung wäre eine respektable Leistung, hat die Zeichen der Zeit verkannt und wird durchgereicht. Mittelmaß wird jetzt mit Unterrang bestraft. Gottlob ist Harpo nur körperlich unteres Mittelmaß, in der Birne brilliert er und sprüht vor Leben. Was sich ja bekanntlich noch nie widersprochen hat. Achtet auf die Kleinen, mahnte der Chronist schon einmal. Halina lässt sich heute mit 180 g registrieren (2500), was ihre Überläuferposition im unteren Teil der oberen Hälfte bestätigt (Platz 5). Da die aussichtsreichen Plätze hinter Hallodri von ehrgeizigen Kampfstoffwechslern besetzt sind, lassen Hettys 190 g sie sogar mit 2560 Gramm um einen Platz auf den 4. Platz abrutschen. Die Luft ist dünn da oben und mit Stoffwechselgasen kontaminiert. Weiter oben reichen Hugo die gleichen 190 g, um ihm mit 2610 Gramm den 2. Platz zu sichern. Dass sich Hakuna der Welt nur ungern von hinten zuwendet, ist uns nicht verborgen geblieben, und so verwundert es nicht, dass sie keinen Ellenbogen ungenutzt ließ, um nach oben zu kommen. Das Ergebnis sind 240 g, gesamt 2600 Gramm, 3. Platz und an Hetty wieder vorbei. Wie schwer es ist, die geschlossenen Linien der oberen Platzhirsche zu durchbrechen, muss Hedda erfahren: 250 g zeugen von vitaler Kampfkraft, führen aber nur zu 2470 Gramm, gleichauf mit Hobo (Platz 6).
Die Chefin ist immer noch angeschlagen, aber sie hat gestern alles getan, um dem Virus seinen Stachel zu nehmen, denn heute ist ein wichtiger Tag. Gundel und Girgl aus dem G-Schwader wollen in Nürnberg ihre Jugendbeurteilung Girgl(JB) Gundelablegen, und da will, ja: muss der Blues anwesend sein, Mut zusprechen und die Daumen drücken. Das Fieber ist schon mal weg. Die Beine sind noch schwer und die Eingeweide noch nicht wieder konform mit den Vorstellungen der Chefin. Aber es geht, es lässt sich einrichten, weil es gehen soll und gehen muss. Wir werden derweil von Annemarie und Hermann, den Doosie-Hinterbliebenen, mit Herz, Hand und Verstand vertreten. Die JB läuft nach Wunsch, Gundel und Girgl bestehen und machen ihre Leute von Herzen glücklich. Uns selbstredend auch. Herzlichen Glückwunsch, Gundel, Girgl, Andrea, Hugo und Gerda! Prima gemacht.
Gundel nutzt die Gelegenheit und kommt nach ihrer Prüfung noch ins Mangfalltal, um ihre Halbgeschwister zu besuchen. Darüber freuen wir uns und die Hallodris, die immer für einen neuen Spielpartner dankbar sind. Der Virus sinnt jedoch auf Rache und will den respektlosen Versuch, sich seiner vorzeitig zu entledigen, nicht unbeantwortet lassen. Das Imperium schlägt zurück und die Chefin wieder in die Horizontale.
Das Wetter bezieht sich nachmittags, wie schon angedeutet, und die Luft wird schwer und schwül, aber es bleibt trocken. Und abends verziehen sich die Wolkensäcke wieder und geben den Blick in die Sterne frei.
HartlDieser erste etwas dampfige Tag dieses Jahres bringt Leben in jene Biester, die man am liebsten entleibt sieht: die Zecken. Und Hartl, der grinsende Spargel, fängt sich doch tatsächlich den ersten des Jahres und der Hallodris über dem rechten Augenlid. Immerhin ist er in dieser Hinsicht ganz vorne. Mit Mühe kriegt der als feinmotorischer Manikürer bewährte Vize das winzige Mistvieh aus dem zappelnden und sich heftig beschwerenden Hartl heraus. Wenn es einen Schöpfergott gibt: Wozu hat er Zecken geschöpft?
Zecken im April sind ohne Wenn und Aber überflüssig. Und eine Welpenkiste für Welpen, die nicht mehr in ihr schlafen ist ebenso überflüssig, auch weil sie sehr schnell im Wortsinn überflüssig wird: Welpen, die sie nicht mehr als Schlafstatt wahrnehemen, nutzen sie gerne als Toilette. Annemarie und Hermann bauen sie für uns ab. Dafür danken wir ganz sakrisch. Nun sind unsere Hallodris obdachlos und müssen ab sofort unbehaust nächtigen.
Und das tun sie ohne einen Laut der Klage, nehmen die fehlende Schnullerbox eigentlich gar nicht zur Kenntnis. Ihre Welt ist jetzt die Küche und das Paradies. Wer braucht da einen Bretterverschlag?
Die Chefin führt derweil einen gastralen und abdominalen Kleinkrieg mit dem Virus, der sich nicht kleinkriegen lässt. Das sieht nach einem weiteren Fronttag für den Vize aus. Aber wenigstens geht es Gundel und Girgl gut. Und natürlich den Hallodris und ihrer Mutter. Was aber, wenn der Noro neue Opfer sucht?
Sonntag, 2. April 2017
"Bringt Rosamund Sturm und Wind, so ist Sybille (29. April) uns gelind." "Sturm und Wind an Rosamunde, bringt dem Bauern gute Kunde." Was sich am 29. April wettertechnisch über uns zusammenbraut, ist uns derzeit herzlich egal; da sind die Hallodris aus dem Haus und dann kann unseretwegen auch die Sintflut kommen oder gerne auch ein samtweicher Samstag. Wurscht. Heute ist kein Sturm und auch kein Wind, sondern freundlich sonniges Frühlingswetter bei schon 7° C morgens. Später schaut uns die Sonne durch eine Milchglasscheibe an; aber mehr, als dass sie sich zum Ende hin bedeckt hält, können wir der Rosamunde nicht nachsagen. Der Bauer wird sich also die Haare raufen und wir uns einen Merker auf den 29. April setzen, um zu sehen, was die unstürmische Rosamunde angestellt hat.
Die Chefin ist mehrheitlich noch immer im Horizontalmodus mit gelegentlichen Aufständen, um zu sehen, ob der Vize die Lage noch im Griff hat. Hat er offenbar. Abgang Chefin. Sie bittet ihren Leibarzt um Hilfe, die er ihr auch gewährt, vor allem aber schreibt er sie krank. Keine Experimente mit der Schule und der Gesundheit. Bis Mittwoch ist die Chefin nun an die Hallodris gefesselt.
HalinaZur Bereicherung des Welpenparadieses spenden wir den Hallodris heute einen Sack voller leerer Actimel-Fläschchen in einem umgedrehten Eimerdeckel, die unsere Kinder seit dem ersten Wurf begleiten und immer viel Freude auslösen. Nicht so sehr beim Personal, weil sie nicht nur binnen weniger Minuten im ganzen Garten verstreut sind, sondern manchmal noch nach Monaten Hugounter irgendeinem Gartengewächs herauslugen. Wenn wir wenigstens auf diese Weise das Geheimnis der Actimel-Zucht gelüftet hätten; aber nichts da: Es bleibt einfach nur Plastikmüll unterm Rhodo und hinter der Berberitze. Wie sie dorthin über die Sperrgitter gekommen sind, bleibt das Geheimnis unserer Kinder.
Fianna glaubt nicht an die Vorzüge von Actimel, schon gar nicht, wenn die Fläschchen seit Generationen leer sind, deshalb zieht sie die eigene Milchbar für ihre Kinder vor, deren Produkt deshalb logischerweise Vorzugsmilch heißt. Man lernt eben nicht aus, wenn man sich beim Blues informiert. Ja, Fianna Heddasäugt noch immer, spärlich und mit großen Nachfülllücken, aber sie stellt sich hin und reicht den Hallodris ihre Schnuller. Es ist das Mamaprogramm, das sie abruft, das sie beherrscht, das ihr den Tagesablauf diktiert. Sie gehorcht dem Trieb, nicht dem eigenen Füllstand. Und noch immer putzt sie ihren Kindern die nun schon kräftig herangewachsenen Popos, massiert ihnen die Bäuchlein und putzt sogar noch die Teiche weg, wenn sie wieder einmal die Küche als Pissoir missbrauchen, anstatt sich als Wildpinkler zu üben.
HallodriMöglicherweise erkennt Fianna die Notwendigkeit der mütterlichen Zufütterung bei der Lektüre der Gewichtstabelle. Die lässt heute keinerlei Drang nach Höherem erkennen, außer bei – Hallodri. Diese Fressmaschine scheint den Rest der Belegschaft zu demotivieren und in Schockstarre zu versetzen. Was bewegt jemand, der mit 220 g Vorsprung die Tagesetappe angeht, den anderen mit 260 g den Rahm von der Milch zu schlürfen? Wo tut der das hin? Dieser Hallodri ist alles, nur nicht fett, nicht feist, nicht wabbelig, eigentlich sieht Hakunaman ihm sein Gewicht gar nicht an. Immer wieder stehen Besucher in unserem Garten und suchen nach einem Berggorilla, finden keinen und fragen dann: Welcher ist der Hallodri? Und wenn wir mit der Fingerspitze auf ihn deuten, ist die Enttäuschung oft genug in die Gesichter gemalt. Der da? Der ist ja gar nicht größer. Richtig, jedenfalls nicht so viel, dass man ihm seinen Appetit ansieht. Der Versuch von bekennenden Hallodri-Followern, das Mehrgewicht in seiner Hirnbüchse zu lokalisieren (außergewöhnliches Hirnwachstum), ist durchsichtig und geht ins Leere; dort ist nicht mehr als bei den anderen auch.
Also machen wir es kurz und benennen die Eckdaten des 2. April. Hallodri 260 g, 3090 Gramm gesamt, damit der erste Sechspfünder, was nun auch niemand überraschen dürfte. Ach ja: Platz 1. Ansonsten beschränkt sich das Beamtenmikado darauf, dass Hedda und Harpo sowie Hartl und Hias wieder mal die Plätze getauscht haben.
1. Hallodri (3090, +260), 2. Hugo (2750, +140), 3. Hakuna (+70) und Hetty (+110), beide 2670, 5. Halina (2580, +80), 6. Hobo (2570, +100), 7. Harpo (2550, +90), 8. Hedda (2490, +20), 9. Hias (2460, +160!), 10. Hartl (2450, +140!), 11. Hubsi (2150, +140).
HubsiNun bekommt auch der Vize weiche Knie und seltsame Geräusche im Bauch. Das einzige was jetzt zu tun bleibt, ist die Hände vor jedem Welpenkontakt zu desinfizieren. Auch wenn die Knie weich werden, sollte das Hirn die Übersicht behalten. Vielleicht ist ja die Sache mit dem Wind und Sturm der Rosamunde ganz anders zu interpretieren. Jedenfalls fühlt der Vize schon so eine Art Wind und Sturm in den Gedärmen. Aber wenn's den Bauern hilft...
Montag, 3. April 2017
Der Vize ist krank und die Chefin noch nicht wieder gesund. Was dem Vize fehlt ist das Fieber, aber die Knochen hängen ihm als schwere Last im Leib. Den Tag verbringt er schlafend oder mit dem Versuch, die Chronik voranzutreiben, was zum Scheitern verurteilt ist. Irgendwie kommt ihm sein Zustand vor wie das Wetter: wolkig, bewölkt, bedeckt, auch mal etwas Sonne, dabei wohltemperiert bis zu 18° C. Bisher durften sich die Hallodris über ein unfassbar schönes Freilandwetter freuen, Frischluft und Sonne ohne Ende. Das kann naturgemäß so nicht weitergehen, selbst wenn uns die Bauernregeln das Azurblaue vom Himmel herab lügen. Man muss zufrieden sein mit dem, was man hat, und damit können wir bisher mehr als zufrieden sein.
HoboDie Hallodris sehen das offenbar ebenso, jedenfalls eine kleine Schnittmenge der Hallodris. Als nämlich die Chefin mit ihrer Fianna den Morgenspaziergang mit Unterordnung zelebriert und den Vize noch tiefschläfrig im Bett wähnt, lässt sie die Knirpse in der Küche und im Transit und die Terrassentür verschlossen, damit sie nicht längere Zeit unbeaufsichtigt draußen sind. Für Hobo und Halina ist das inakzeptabel, weil sie es inzwischen gewohnt sind, ihren Tag im Freien zu verbringen; geschlagene 20 Minuten krakeelen die beiden an der Terrassentür und treiben den Gutmut des Vizes, der nicht im Bett ist, sondern sich über seine Chronik beugt, zum Unmut. Dieses exzessive Einklagen eines vermeintlichen Rechts ist ihm nicht unbekannt, aber immer wieder geeignet, ihn seine durchaus passable Kleinbürgerkinderstube vergessen zu lassen. Er belässt es jedoch, wie in all den Jahren, dabei, das Dezibel-Duo in die Küche zu schaffen, den Transit zu verrammeln und sich wieder aus dem Staub zu machen. Und siehe da: Siehst du nichts, lohnt sich nichts. Garten aus den Augen, Garten aus dem Sinn. Wie oft hat er seiner Chefin schon höflich vorgetragen, die Freischärler nicht in den Bellevue-Transit zu lassen und ihnen das Maul wässrig zu machen?
Heute ist Fianna eher ungnädig, was die Milchversorgung angeht, möglicherweise haben sich ein paar ihrer Kinder eindrücklich in Erinnerung gebracht. Jedenfalls hält sie sich heute ihren höchst persönlichen Lebensbereich von den Hetty mit KnabberstangenSchmarotzern frei. Vom Fleisch fallen sie deshalb nicht. Die Chefin bietet ihnen heute einige jener sehr weichen Kaustangen an, die sie mit Genuss zerwirken und sich gegenseitig abjagen. Aber natürlich ist die Mutter die skrupellosester Jägerin, die nur unwillig und eher uneinsichtig von ihrem Mundraub ablässt. Zudem gibt es heute erstmals gewöhnliches Rinderkopffleisch, damit die kleinen Herrschaften in Zukunft nicht unangemessene Ansprüche stellen oder gar auf silbernes Besteck bestehen.
Am frühen Abend wollen wir sehen, was das jugendliche Raubzeug mit Fleisch am Knochen anstellt und geben ihnen frische Schafrippchen. Zwei davon legen wir für sie aus, damit sie sich daran üben können, Fianna geben wir einen zähen Zwerchlappen als Abendmahlzeit. Sie hat allerdings einen anderen Plan: Ihr sind die zwei dünnen Rippchen lieber und genug, dafür gibt sie das Gummiteil ihren Kindern. Die stürzen sich darauf wie die Geier auf den toten Büffel und zerren es und sich gegenseitig im ganzen Garten herum. Immer wieder hat einer Erfolg, weil es ihm gelingt, einen winzigen Fetzen herauszureißen. Und weg ist er/sie. Die anderen beharken sich weiter, keifen und krakeelen bis sie die Kraft verlässt. Bevor sie wieder zu Kräften kommen und von vorne beginnen, nehmen wir ihnen die Reste weg, damit sie das Gummizeug in ihrer Gier nicht noch im Ganzen verschlingen. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir ein ganzes Stück Pansen oder Ähnliches wieder aus dem Hund und dessen Magen hervorgezogen hätten. Ohne Aufsicht geht bei dieser Übung gar nichts. Auffällig ist, dass Hobo dabei fehlt. Offenbar war es ihm gelungen, sich gleich zu Beginn einen größeren Fetzen zu sichern und damit in der hintersten Gartenecke zu verschwinden und ohne das Gekeife und Gezerre seiner Geschwister seine Beute zu verspeisen. Wir erleben heute die zwei Seiten eines Hundes en Miniature: Das Raubtier, das um jedes Fitzelchen Beute zu kämpfen und zu streiten bereit ist und den gelassenen Beutesicherer, der im Tarnanzug in der Ecke sitzt und genießt. Unsere Hallodris, daran besteht kein Zweifel, sind bereits richtige Raubtiere. Beutegreifer. Da können sie noch so treu schauen und die Herzen zu Tränen rühren. Die gesicherten Reste des Zwerchs geben wir Fianna, die nun damit einverstanden ist, wohl auch ihre Freude an den Kindern hatte und es nun als kalorienarme Mahlzeit akzeptiert.
Hias wird entwurmtBei all dem Vergnügen, müssen wir auch an die Pflichten und unsere Verantwortung denken: Entwurmung II, 1. Teil. Alle müssen sie auf den Schoß und den weißen Schlonz schlucken. Alle mache das mit großer Gelassenheit. Wir sind stolz. Auch die Mutter muss mitmachen, damit sie ihre Kinder nicht gleich wieder anstecken kann und unsere Mühen ad absurdum führt.
Wer jetzt das Gefühl hat, dass ihm etwas fehlt, sich also eine Art Unzufriedenheit und undefinierbarer Entzug ausbreitet, den erlösen wir jetzt mit der Gewichtstabelle. 1470 Gramm stehen heute im Goldenen Buch des Blues.
1. Hallodri (3180, +90), 2. Hetty (2840, +170, zwei rauf), 3. Hugo (2800, +50, eins runter), 4. Hobo (2780, +210, zwei rauf), 5. Hakuna (2770, +100, zwei runter), 6. Halina (2710, +130, eins runter), 7. Hedda (2700, +210, eins rauf), 8. Harpo (2640, + 90, eins runter), 9. Hias (+140) und Hartl (+150) im Parallelschwung mit 2600 auf dem Vor-Hubsi-Platz, 11. Hubsi (2280, +130).
Dienstag, 4. April 2017
"Ist Ambrosius schön und rein, wird St. Florian (4.Mai) milder sein." Schön und rein ist Ambrosius mitnichten, es sei denn, Regen schlüge man der Reinheit zu. Es ist nämlich ein entsetzlich trüber, trister Regentag. Kalt ist er nicht, ganztägig um 8° C herum, also muss der Bauer nichts befürchten, denn: "Der heilige Ambrosius, schneit oft dem Bauern auf den Fuß." So weit kommt es heute nicht, aber der Frühling macht definitiv Pause.
Der BälledomDer tristen Außenwelt setzt die Chefin eine kunterbunte Smarties-Welt entgegen: ein Indoor-Bällebad mit Zeltdom. Das hatten die Blues Brothers und Sisters noch nie, das ist eine Hallodri-Premiere. Sogar Fianna ist davon so angetan, dass sie sich unverzüglich in die kunterbunte Höhle stellt und die Kinder zu einem Morgen-Shake einlädt. Die lassen sich das natürlich nicht entgehen, was zu dem führt, was der Seefahrer Wuhling nennt, ein Kuddelmuddel eben. Aber diese Höhle treibt den Milchfluss offenbar in die Höhe und regt die Mamalaune an.
Damit die Erlebniswelt der Hallodris eine grenzenlose sei, liefert Alexandra, die Hospitantin, nachmittags einen handgeschöpften, also selbst produzierten, Erlebnistunnel aus Karton, der die ... und von innenDer Fun-Tunnel von außenNamen aller Hallodris und ihrer Eltern trägt. Was die Knirpse insbesondere fasziniert, sind die ins Innere des Tunnels hängenden bunten Fäden; die können sie nicht leiden, die müssen weg. Und zwar sofort. Wie die Besessenen stürzen sie sich auf die Wollfäden, um sie herauszuziehen und zu entsorgen. Vielleicht wollen sie sich damit auch ein Nest bauen, weil sie bei uns auf harten Bänken schlafen müssen. Wir jedenfalls haben alle Hände voll zu tun, ihnen die Fäden abzunehmen, weil verschluckte Wollfäden nicht zum Futterplan gehören.
HettyDieser graue Tag ist für die Hallodris alles andere als grau: Ein neues Bällebad und eine Adventure Tube, dazu meist in der Küche, in der sich heute das meiste abspielt und man ganz nahe an den Ereignissen dran ist. Da wäre zum Beispiel die Futterzubereitung. Die Hallodris haben inzwischen eine höllisch feine Nase und kennen die für sie bestimmten Düfte genau; kaum wird das Trockenfutter vorbereitet, tobt der ganze Haufen um die ... und zum EndeDie Futterbatterie zu Beginn des DinnersKüchenzeile herum und randaliert: Die wissen, was los ist. Und zwar riechen sie das Trofu schon, wenn es noch gar nicht eingeweicht ist. Um sie ein wenig auszubremsen, bereiten wir für sie nachmittags gekochtes Hühnchen mit Milchreis zu. Das kennen sie noch nicht. Da bleiben sie ganz unbeteiligt. Und auch die Futterbatterie kennen sie noch nicht wie die Futterringe, auf die sie auch schon routiniert reagieren. Und dann stehen sie vor ihren ziemlich tiefen Schüsseln der Batterie und schlabbern, was das Zeug hält. Bis die Grundordnung dann doch langsam verloren und alles drunter und drüber geht.
Leibesvisitation bei HakunaWir haben nicht den Eindruck, dass ihnen der graue Tag den Tag versaut; die Hallodris liegen kreuz und quer in der Küche und im Transit, wenn sie Laune haben auch draußen in ihrem Bett im Trockenen und verratzen die Zeit. Die übrige Zeit verbringen sie damit, uns in die Beine zu zwicken, in die Küche zu häufeln und ins neue Bällezelt zu pinkeln. Bälle vor die Säue werfen ist auch eine der Kernkompetenzen des Bairischen Blues.
Aber wir können uns doch ein klein wenig revanchieren: mit dem zweiten Teil der zweiten Entwurmung. Eindruck machen wir damit nicht.
Um den wachsenden Emotionen nicht allzu viel Raum zu geben, schließen wir die fünfte Woche geschäftsmäßig mit der Bilanzpressekonferenz.
Hallodri (3290, +110). Hugos Aktien steigen, heute auf glatte 3000 Gramm, 2. Platz (+200). Hetty, vergleichsweise schwach mit 100 g, gibt den 2. Platz an Hugo ab (2940). Hobo zeigt sich stabil und verlässlich mit Trend nach oben (2930, +150). Hakuna bleibt auf Tuchfühlung mit unsicherer Prognose (2900, +130). Hedda uneinheitlich, in der Tabellenmitte lavierend (2840, +140). Halina, dito (2800, +90). Hartl zeigt sich stark verbessert (2790, +190). Hias, unentschlossen (2730, +130). Harpo ist in der augenblicklichen Position eine heiße Kaufoption (2720, +80). Hubsi nährt Träume auf ein Happy End (2370, +90).
Zwei Wochen noch bis Buffalo...