
3. Woche (06.03.2019 - 12.03.2019)
Aschermittwoch, 06.03.2019
Der Aschermittwoch kommt sehr frisch und wolkenlos in die Gänge: -2 °C. Später legt er seine frostige Attitüde ab und schwingt sich zu sonnigen 15 °C auf. Ob der Hundertjährige nun recht hat oder nicht, lässt sich aus diesen Temperaturen nur schwer vorhersagen: Um den Tag des Fridolin, da zieht der letzte Winter hin. Wir wollen es hoffen, glauben aber noch nicht so recht daran. Ein kleines Säckchen Schnee oder zumindest ein bisschen Frost hat er bestimmt noch für uns übrig.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei, singen die ermatteten Pappnasen, und meinen damit das närrische Treiben, dem sie nun entsagen müssen. Am Aschermittwoch geht es los, predigen die Westchristen und meinen damit die 40-tägige Fastenzeit bis zum Karsamstag. Je nach Interessenlage kann man das eine bejubeln und das andere beklagen. Unsere Interessenlage wäre, dass sich Fianna weder an das eine noch das andere hält: Wir halten es mit Kinderfasching bis zum 16. April, wenn wir die Idefixe aus dem Paradies verjagen und bitteschön keine Fastenzeit, sonst müssen wir die Bande nicht verjagen, weil sie uns vorher schon davongeflogen wäre. Dem Augenschein nach denkt Fianna nicht daran, uns und ihren Kindern christlich-karnevalistisches Brauchtum zuzumuten und versieht ihren Dienst wie bisher. Ein Blick auf die kalorische Tagesbilanz des Faschingsdienstag mag dies bestätigen.
Irax legt 60 g zu und beschließt seine Regentschaft als "Seine Tollität Irax I." mit 1350 g. Es ist anzunehmen, dass ihm der Sinn auch weiter nach Führungsanspruch und kaum nach Fastendiät steht. Die tolle Partnerin an seiner Seite, Prinzessin Isi I., folgt ihm getreulich durch Dick, weniger durch Dünn, und gibt das Zepter bei einem Fasnachtsendgewicht von 1220 g (+50) ab. Die närrischen und nun arbeitslosen, aber ehrgeizigen
IgnazHofschranzen und Kratzfüße heißen Ilmo, Inouk und Iltschi, alle mit 1190 g gewogen, aber für den Thron zu leicht befunden, wobei sich Inouk und Iltschi weiterhin Arm in Arm im Narrensprung bewegen (+90), während Ilmo das Bivirat mit +70 g zum Triumvirat aufbläst. Iberl gibt mit 1180 g (+60) den Mundschenk seiner Tollitäten (Graf Schenk Iberl von Drunter und Drüberl). Auf der Mauer, auf der Lauer hockt das Blümchen Indra (1150, +20), allzeit bereit, den Sprung an die Seite des abgedankten Monarchen zu wagen, aber derzeit noch zu schwach um die Brust. Die unverzichtbare Rolle des karnevalistischen Hofnarren ist dem kleinen, aber feinen Ignaz vorbehalten: 1030 (+40) und gerade zum Ende seiner offiziellen Amtszeit mit einem kühnen Narrensprung über das Doppelpfund gehopst.
Was sich heute Morgen andeutet, wird uns vor allem in den nächsten beiden Wochen beschäftigen und faszinieren: Ein nahezu stündlicher Update der aktuellen Fähigkeiten. Heute Morgen liegen alle noch in der Schlummerkiste und ratzen vor sich hin, zufrieden und mit sich im Reinen, als das Telefon rappelt. Und im Nu sind alle wach und schnattern wie ein ganzer Ententeich. Die Idefixe hören jetzt tatsächlich und nehmen den Ton nicht nur als ein belangloses Hintergrundgeräusch wahr, sondern als eine neue und kommentierbare Erfahrung.
Diese rasante Entwicklung nimmt im Laufe des Tages weiter Fahrt auf, indem sie mit einem Mal, wie auf ein heimliches Signal, die nähere Umgebung ihrer Kiste und des Kuddebetts verlassen, sich zur Inspektion der
Ilmo, noch unter Mamas Fittichen...Küche
... und schon unterwegsaufmachen und sich auf die weltabgewandte Seite des mittig gestellten Küchenblocks wagen, außer Sicht von Lager und Mama; kein Sichtkontakt mehr, kein Funkkontakt, nur noch Jammerkontakt, den die Mama aber ignoriert. Fianna greift nur ein, wenn der Klagelaut Gefahr signalisiert; Jammerlappen gibt sie keinen Support. Inouk gehört zu den Ersttätern, auch Ilmo und Indra, obwohl diese Erwähnung schon nach spätestens zwei Stunden nur noch
Auf Entdeckungstourhistorischen Wert hat, weil dann alle durch die Küche rutschen und lauter bewegliche Hindernisse darstellen werden. Fianna liegt derweil irgendwo, beobachtet ihre Kinder mit Wohlgefallen und bietet ihnen die Bar, wo immer sie sich gerade aufhält und die Zwerge der Appetit überkommt. Von Fastendiät kann also gottlob keine Rede sein.
Seit wir die Türen für Besucher öffneten, drängen diese erwartungsfroh herein, und eine dieser Besucherinnen ist Halina, Heddas Wurfschwester. Jetzt sind wir aber gespannt, wie sie sich den Idefixen gegenüber verhalten wird. Erwartungsgemäß stürmt sie im Überschwang des Glücks und der Wiedersehensfreude mit einer mächtigen Bugwelle in die Küche – bis sie von zehn Zentimeter hohen Aliens zum abrupten Stillstand gebracht wird. Und tschüß... Im Laufe des Tages sucht sie auch keine weitere Begegnung dieser Art mehr, sondern hält sich so abseits wie möglich. Wenn man berücksichtigt, dass Halinas und Heddas Oma Franzi vor der Begegnung mit Welpen mit allen Vieren auf jeden erreichbaren Tisch geflüchtet ist und später dennoch drei Würfe großzog, müssen wir uns vorerst keine Sorgen machen. Alles normal, wie es scheint. Hündinnen dieses Alters könnten zwar schon Mütter sein, aber als Halbschwestern oder Tanten taugen sie noch nichts. Und ob sich ihre Brüder ebenso pieselig anstellen, wollen wir derzeit lieber nicht testen, weil Hedda auf direktem Weg in die Standhitze ist. Ob dann die Welpen der Hitze den Rang ablaufen und den Rüden die Lust abkaufen oder ob sie vor lauter überbordender Hitze unter die Räder kommen würden, wollen wir nicht wissen. Es bleiben ja noch ein paar Wochen, in denen wir das ohne Standhitze erproben können. Unsere letzten Erfahrungen mit jungen Rüden endeten mit Flugfluchten über den Welpenzaun im Garten. Abwarten...
Donnerstag, 07.03.2019
Perpetua und Felizitas bringen uns das erste Gras. Ja, vielleicht dort, wo der Hundertjährige aus dem Fenster sprang, aber nicht im Mangfalltal. Hier liegt das erste Gras bereits mit Schnappatmung unter der Gülle. So gesehen ist das wenig freundliche Wetter mit Regen und Wind ein Segen für das erste Gras.
Heute vor 122 Jahren ließ ein Arzt namens John Harvey Kellogg seinen Patienten erstmals Cornflakes auftragen, die er mit seinem Bruder erfunden hatte, und die schon damals neben getrocknetem und breit gewalztem Mais hauptsächlich aus Zucker bestanden. Wie es den Patienten ergangen ist, deren Genesung durch dieses vegetarische Grundnahrungsmittel beschleunigt werden sollte, wissen wir nicht; wie es unseren Idefixen ergehen würde, wenn wir ihnen diese Erfindung aus der neuen Welt vorsetzen würden, können wir ahnen, vor allem wenn wir sie noch mit einer weiteren Erfindung dieses Arztes toppen würden: mit Erdnussbutter. Wir bleiben vorerst noch bei Muttermilch, jedenfalls solange Fiannas Quellen nicht zu spärlich fließen. Vorgestern haben sie für alle zusammen 480 g geliefert und gestern spendierten sie genauso viel. Am trotzigsten verweigert Isi die Fastenanweisung für die nächsten 40 Tage: 110 g können auch kaum noch als Ausrutscher durchgehen, sondern müssen als flagrante Fastenverweigerung bewertet werden (oder sie deuten auf die Einnahme von Cornflakes mit Erdnussbutter hin). Mit den erworbenen 1330 g kann sie sich zwar vom Fußvolk absetzen, aber dem Powerverwerter Irax nicht gefährlich werden: 1440 (+90); er weiß, wann er den Turboknopf drücken muss. Interessant ist das Zerwürfnis des gestern noch schunkelseeligen Triumvirats Ilmo, Inouk und Iltschi, die mit ebenbürtigen 1190 g auf die Reise gegangen waren. Jetzt meldet Iltschi 1250 (+60), Ilmo 1230 (+40) und Inouk 1220 (+30). Verbrüderungen und Verpaarungen in der Narrenzeit sind eben nur selten von gedeihlicher Dauer. 1230 g bringt auch Iberl auf die Waage (+50), und Indra hat die Hoffnung, einst an Irax Seite Isi abzulösen, noch längst nicht aufgegeben: 1210 (+60). Ignatius, der feurig Erleuchtete, vertraut indes auf den Sieg der Beständigkeit und Beharrlichkeit: 1070 (+40).
Irax beim MorgenspaziergangSeinen morgendlichen Verdauungsspaziergang absolviert Irax als Rundgang um und durch die gesamte Küche. Wenig später folgt Indra seinem verdauungsfördernden Beispiel – und bleibt genau unter dem Futtergestell und jener Schüssel sitzen, aus der Hedda gerade ihr Frühstück zu sich nimmt. Welches Ende wird dieses Drama wohl nehmen? Ein versöhnliches, wenn auch ungesundes, weil Hedda ihre sowieso schon sehr hohe Schlagzahl beim Futtern noch verdoppelt, was allen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation Hohn spricht, und sich dann fluchtartig entfernt. Aber sie nimmt lieber Schäden am eigenen Leib und Leben in Kauf, als dass sie sich die Göre zur Brust nimmt. Da weiß man ja kaum, was einem lieber sein soll.
IndraHeute beobachten wir auch, dass erstmals ein von Besuchern mitgebrachtes und von Fianna in den Ring geworfenes Spielzeug Interesse findet. Es wird beschnuppert, besetzt, ein wenig hin- und her gezerrt (Ignaz und Indra), und dann ist es wieder uninteressant. Für passionierte
Isi und InoukSpielereien sind sie einfach noch zu jung, aber das Interesse ist geweckt. Allerdings beschäftigen sie sich schon sehr nachdrücklich miteinander: Erste Schnäbeleien, Rangeleien und Kämpfchen werden bereits in Szene gesetzt und ohne Sieger beendet. Lautlos. Auch das wird sich sehr bald ändern. Denn bellen können sie schon, und wenn sie erst gecheckt haben, dass bellen und raufen so erfüllend ist wie Leberkäs mit Weißbier, dann geht es hier tatsächlich zu wie am Stammtisch. Etwas Geduld noch. Nur wenige Tage verbleiben uns noch für den Genuss stiller Körperertüchtigung.
Freitag, 08.03.2019
Gestern verbrachte Fianna die ganze Nacht in der Küche bei ihren Welpen, heute hatte sie sich entschlossen, ihre Nacht bei uns im Schlafzimmer zu verbringen. Um kurz nach vier Uhr und gegen sechs signalisieren ihr die fordernden Rufe aus der Küche, dass es angebracht ist, Mutterdienste zu verrichten. Aber jetzt geht das Spektakel dort unten erst recht los; alle buhlen um einen Platz an Mamas Theke, aber im Gegensatz zu den lautlosen Schnäbelspielen verläuft der Kampf um die besten Plätze im gehobenen Dezibelbereich. Als eigentliches Problem stellt sich aber schnell heraus, dass Mama nicht der Meinung ist, liefern zu müssen, sondern nur nach dem Rechten sehen wollte. Da sie keinen Handlungsnotstand entdeckt, trollt sie sich wieder ins Schlafgemach. Der Protest schaukelt sich demgemäß so auf, dass wir überzeugt sind, dort unten acht kleinen Gelbwesten Kost und Logis gewährt zu haben. Jetzt beginnt es also, dass sie Forderungen stellen und lautstark einklagen.
Nach unserem Erscheinen in der Küche, stellen wir beruhigt fest, dass sich unter den verstummten Gelbwesten kein Hungerleider befindet, jedenfalls keiner, dem das anzusehen wäre. Allerdings, und da ist unsere Waage unbestechlich, sind seit gestern geringfügige Einbußen zu verzeichnen. Die sind allerdings nicht Fiannas Unlust an der Verabreichung eines Vorfrühstücks zuzuschreiben, sondern der Vielzahl von Besuchern gestern, weswegen der eine ungewohnt viel in Bewegung war und die andere womöglich mehrere Mahlzeiten auf
Inouk – In der Ruhe liegt die Kraftwilligen Schößen verträumte. Andere wiederum scheint der Touristenstrom förmlich zu großer Form auflaufen zu lassen. Der größte Schaugewinnler ist, na, wer?, – Ignaz! 120 g an einem Tag, dazu braucht er sonst drei Tage. Jetzt steht er mit 1190 g zu Buche und immer noch am Ende des Geleitzugs. Iberl ist der zweite Profiteur. Er stopft sich mit 80 g auf und erobert mit 1310 g den zweiten Platz. Dieser Vorstoß lässt ahnen, dass Isi, der Kronprinzessin, irgendetwas aus dem Ruder gelaufen sein muss. Was das ist, wissen wir nicht, höchstens, dass sie eine der aktivsten Schoßhopper war, und das kostete ihr vermutlich die verlustigen 30 g. Somit rutscht sie auf 1300 g ab. Ungefährdet an der Spitze, aber nicht ungerupft bleibt Irax, der eine Nullrunde einlegt und sich mit seinen 1440 g immer noch sehen lassen kann. Indra meldet heute 40 g und 1250. Das ehemalige Triumvirat geht weiterhin getrennte Wege: Inouk 1280 (+60), Ilmo 1290 (+60) und Iltschi 1300 (+50).
Wir hatten es ja schon vergangene Woche fest eingeplant und dann doch verplant: Krallen schneiden. Diese kleinen Sicheln sind scharf wie die Hölle und können die Zitzen maximal malträtieren. Fianna sieht schon etwas geschändet aus, ist aber noch kreuzfidel und ohne Anzeichen einer Entzündung. Wir kennen das und wissen,
Pediküre bei Iltschiwas es bedeutet, Eiter aus einer entzündeten Zitze zu streichen und Quarkwickel anzulegen. Es ist also höchste Zeit, die kleinen Sensenmänner und -fräuleins zu entwaffnen. Das ist traditionell der Job des Assi, weil er trotz des fortgeschrittenen Alters noch immer eine ruhige Hand hat und die Chefin zwar fast so viel weiß wie der liebe Gott und wie er alles hört und alles sieht, aber eben auch ein bisschen schielt, was der reinen Erkenntnis keine Hindernisse in den Weg legt, aber im Kleinteiligen zu verheerenden Übergriffen geeignet ist. So bekommen die Idefixe also alle geschnittene Nägelchen, gestutzt vom Assi, der hinterher deutlich erhöhte Temperatur hat, weil sich die sechs Burschen und zwei Dirndl wehren wie ein Mann. Sack und Asche, haben die schon gewalttätige Power in ihren durchschnittlich knapp 1300 g Körpermasse. Die können eigentlich nur aus Muskeln bestehen, abgesehen von Darm und Blase natürlich.
Zur Strafe für ihre wenig kooperative Haltung bekommen sie gleich anschließend den ersten Teil der ersten Entwurmung. Und das ist eine richtige Sauerei! Bislang hatten wir für die Wurmkur immer Flubenol, doch derzeit hat unser Tierarzt nur Panacur verfügbar, weil, wie uns erklärt wurde, Flubenol den meisten Kunden zu teuer
Iberl – Rosskur wenn es sein muss, Panacur bestimmt nichtsei und wie Blei im Lager gelegen hätte und verdorben sei. Das muss man akzeptieren, allerdings nicht goutieren. Panacur hat gegenüber Flubenol zwei entscheidende Nachteile: Es ist deutlich flüssiger und schmeckt offenbar abscheulich. Die Idefixe schleudern uns die Pampe widerwillig um die Ohren. Im Umkreis von zwei Metern sehen wir aus wie Maler Klecksel am ersten Tag des ersten Lehrjahrs. Boden, Tisch, Hosen und Jacken, alles weiß gesprenkelt und verkleistert. Wenn das eine Strafaktion für die Idefixe hätte sein sollen, dann war es ein Rohrkrepierer. Und es gibt keine Entwarnung: Die Aktion muss an drei aufeinander folgenden Tagen durchgezogen werden. Im Anschluss ist der ganze Blues erschöpft und ermattet, die Zwerge kauern sich bei Mama zusammen, um ihr das Lied von ihrem Leid zu singen. Die Mama hat gar nicht so viel Zungen, um alle trösten zu können und wir brauchen auch nichts mehr heute. Schicht nach der Schlacht.
Samstag, 09.03.2019
Die Welt ist allseits voller Rätsel. Wir denken ernsthaft darüber nach, unsere unschmeichelhaften Einlassungen über das Wurmmittel Panacur zu widerrufen und es stattdessen als universelle Masthilfe für alles Belebte anzupreisen. Zum allgemeinen Verständnis lassen wir ohne weiteren Kommentar die Gewichtstabelle an uns vorüberziehen:
An der Bar wird es langsam engIrax 1540 (+100), Iltschi 1420 (+120), Ilmo 1400 (+110), Iberl 1400 (+90), Isi 1380 (+80), Inouk 1370 (+90), Indra 1320 (+70) und Ignaz 1250 (+60). Das sind 720 g Gewichtszunahme an einem Tag, und ausschließlich durch Mamas Milchshake – und Panacur, obwohl mindestens die Hälfte der vorgesehenen Gabe am Boden, auf dem Tisch und an uns klebte. Die Probe aufs Exempel und die wissenschaftliche Auswertung von Panacur als Welpenmast erfolgt heute mit der zweiten Portion der ersten Entwurmung und morgen in der Tabelle.
Dreierlei lohnt, dass wir heute darüber berichten, und zwar über die hellhörigen Ohren, die strammen Waden und die erwachenden Zähne. Fangen wir bei den letzteren an, weil dieses Topic am schnellsten abgearbeitet ist: Jetzt spürt man die kleinen Beißer schon, noch sind sie nicht durchgebrochen, aber es kann sich nur noch um wenige Tage handeln. Noch kneifen die Idefixe nur mit ihrer Kauleiste, bald werden sie uns mit ihren Kampf- und Spielzeugen malträtieren und auch noch ordentlich Spaß dabei haben.
Das Gehör der Kleinen ist nun schon beachtlich gut justiert und sie entwickeln damit schon jetzt jene Fähigkeiten, die sie später einmal auszeichnen werden: Sie beginnen schon die Nadel in den Heuhaufen fallen zu hören. Denn selbst im Schlaf arbeitet ihr Gehör jetzt schon, was es uns fast unmöglich macht, mit irgendetwas auch noch so leise zu hantieren: Sie hören es, sie werden wach, sie recken die Köpfe machen sich auf die Suche nach der Quelle. Für uns bedeutet das erhöhte Wachsamkeit bezüglich herumstreifender Welpen.
Und damit wären wir natürlich bei den strammen Waden der Mangfalltaler Nixen und Tunixen. Nicht nur, wenn sie sich auf der Streife nach einer Geräuschquelle befinden, sind sie auf Expedition. Die Küche haben sie
Auf dem Weg zu neuen Uferninzwischen als ihr natürliches Habitat in Besitz genommen (wir sind darin allerdings geduldet), und die ersten machen sich schon auf den Weg, das Wohnzimmer zu erobern. Sehr weit trauen sie sich dort noch nicht hinein, aber wir rechnen bereits für morgen mit dem Schlimmsten. Lange dauert das ja nicht, bis sie sich überall heimisch fühlen. Und mit dem Schlimmsten meinen wir natürlich nicht die Spaziergänge, sondern die Hinterlassenschaften der Wildpinkler und Würstlmeister. Die Küche hat sich schon zu einer Art Abtritt entwickelt, vor allem unter dem Tisch erleichtern sie sich mit Vorliebe, weil sie dort ein Höhlenerlebnis haben und wir uns am schwersten tun, dort unten zu putzen.
Diese Dauerpräsenz der Idefixe ist, wie man ahnt, eine ziemliche Herausforderung für Hedda, wobei sich ihr Verhalten gegenüber der Zwerge in drei Kategorien bewegt. Kategorie 1 ist ein Besucherschoß, auf dem sich ein Idefix räkelt. Dieser Alien ist ein relativ vertrauenswürdiger und ermöglicht einen direkt Kontakt mit der Nasenspitze. Ähnlich verhält es sich mit einem nicht aufgeschoßten Welpen, der sich langsam und behäbig wackelnd vor Hedda her bewegt, also von ihr weg. Auch dann übernimmt die Neugier das Regiment und schafft es, Heddas Nase unter das Stummelschwänzchen zu dirigieren, die sich dort allerdings nur für Sekunden aufhält. Ob es am Geruch liegt oder am unter dem Schwanz schwindenden Mut der Nasenträgerin, entzieht sich unserer Erkenntnis. Kategorie 3 ist der direkt auf Hedda zusteuernde Welpe, frontal, bedrohlich selbst dann, wenn er, Freundschaft signalisierend, quietscht und krächzt und mit der weißen Fahne wedelt. Dann zeigt Hedda ihre Waffen und gibt Fersengeld. Frontale Annäherung und Hund – zwei Welten, die wohl nie so zusammenkommen werden. Das gilt auch, wahrscheinlich sogar besonders für Welpen, deren Bewegungsmuster so bedrohlich wirkt, dass sie gar nicht klein und unbeholfen genug sein können, um nicht den Abwehrreflex auszulösen. Wir sind jetzt schon sehr gespannt, wie sich das entwickelt, wenn die Idefixe unseren Garten in Besitz nehmen und bespielen. Ob Hedda dann mitmacht? Oder wie ihre Oma die Szene vom Tisch aus beobachtet? Vorerst ist der Beitrag eines Besuchers, sie solle sich mal nicht so haben, in spätestens einem Jahr wäre sie vermutlich selbst Mama und würde ihre Kinder genauso großziehen wie Fianna, wie die Androhung des nahen Todes noch vor der Erdbeerzeit. Hedda verschwindet für mindestens eine Stunde in den Kavernen des Blues und rechnet sich vermutlich aus, wie groß ihre Chance, gemessen an ihrer Eitelkeit ist, die bevorstehende Zuchttauglichkeitsprüfung mit großer Geste zu vermasseln, um diesen angedrohten Kelch noch rechtzeitig umkippen zu können. Wir werden sehen. Letztlich bleibt sowieso kaum eine Frage unbeantwortet.
Abends erfolgt dann die erwähnte Zweitration der Entwurmung, deren Gestaltung sich in nichts von der gestrigen unterscheidet: Die Welpen sind ungehalten und kaum zu halten, das Idefix-Habitat ist ein Augiasstall und Herr und Frau Herkules stehen da wie besudelte Pudel. Morgen ist der Tag der Wahrheit über Panacur.
Sonntag, 10.03.2019
Die christliche Zahlenmystik liefert Stoff für ganze Bibliotheken und zieht sich unbarmherzig durch unseren Alltag. So bezieht sich die Sieben auf den siebten Tag, an dem die Schöpfung abgeschlossen war und der Herr sich von den Strapazen ausruhte. Es gibt sieben Geister vor dem Thron Gottes, im Herzen des Menschen sind sieben Gräuel, am goldenen Leuchter sieben Lichter und am Passah-Fest isst man sieben Tage gesäuertes Brot. Die Zwölf ist auch so eine ständig wiederkehrende Zahl. So kennen wir die zwölf Patriarchen als die Vorfahren der zwölf Stämme. Das neue Jerusalem soll zwölf Grundlagen für seine Mauer haben mit den Namen der zwölf Apostel. Und natürlich wird die Mauer zwölf Tore haben. Man könnte die Reihe verlängern. Heute haben wir es aber mit einer anderen Zahl zu tun: mit der Vierzig. Mose prüfte sich selbst vierzig Jahre in der Wüste, außerdem war er zweimal für vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berg beim Herrn und aß kein Brot und
Statt 40 Tage Fasten: "Hundekuchen" am Sonntagtrank kein Wasser. Kundschafter erforschten das Land vierzig Tage lang. Die Stämme wurden vierzig Jahre lang in der Wüste erprobt. Saul, David, Salomon und Joas wurden jeweils durch eine Regierungszeit von vierzig Jahren geprüft. Auch Elias Zeit der Versuchung am Berg Horeb war vierzig Tage lang. Dass Jesus sich vierzig Tage lang in der Wüste der Askese verschrieb und von Tod und Teufel versucht wurde, weiß jeder. Heute haben wir es mit den vierzig Märtyrern, bzw. Rittern zu tun. Und da blubbert es aus dem Hundertjährigen, als ob er noch ein Vierziger wäre: 40 Ritter mit Eis und Schnee, tun dem Ofen noch 40 Tage weh. Oder: Regen, den die Vierzig senden, wird erst nach 40 Tagen enden. Ein Tusch auf die Lyrik: Wie es an 40 Ritter wittert, wittert es noch 40 Tage. Und weil die Vierzig sich so allein vorkommt, bekommt sie zur Unterstützung auch noch die Sieben: Wie unser Wetter auf 40 Ritter fällt, es sich noch 7 Wochen hält. Und was bedeutet das nun für uns? Nicht viel Gutes. Mit Frost haben wir es heute nicht zu tun, eher mit mildem Frühling, der allerdings bald mit Regen und Orkan einhergeht. Es ist das Sturmtief Eberhard, das den grimmen Bennet ablöst. Glauben wir also dem Hundertjährigen, müssen wir nicht unbedingt mit vierzig Tagen Orkan rechnen, aber den Regen sollten wir sicherheitshalber schon mal einplanen. Das heißt: Regen bis Ostern. Dann dürfen wir auf Besserung hoffen (wenn der Alte nicht noch was im Köcher hat), aber falls es am 27. Juni – Achtung: Siebenschläfertag! – Mistwetter hat, geht das glatte sieben Wochen so weiter. Und der Sommer ist dahin.
Wir haben es jedoch derzeit mit der Acht zu tun, mit den acht Idefixen, für die die Bibel auch noch einige Stellen bereithält. So war beispielsweise die Beschneidung am achten Tag. Bei uns fand sie trotzig erst am 17. Tag statt. Der Auferstehungstag ist der achte Tag, einen Tag nach dem siebten, dem Sabbath, an dem der Herr ruhte. Und dann eben wieder aufstand. Da hat sich der Herr doch ausgesprochen menschlich verhalten. Ruhen und wieder aufstehen. Das beherrschen sogar die Idefixe ohne Einweisung durch ihre Mama. Und ganz schön langsam entwickelt sich aus dem Aufstehen immer mehr ein kleiner Aufstand. Ganz und gar rührend ist jedoch die Tatsache, dass in der Arche des Noah acht Seelen gerettet wurden, um mit einer neuen Welt anzufangen. Was den Blues angeht, können wir dem zustimmen: Acht Seelchen werden demnächst in die Welt ausschwärmen. Ob sie diese auch gleich retten werden, lassen wir dahingestellt. Falls die acht Seelen der Arche jedoch die Neue Welt aufgebaut haben sollten, darf man gelegentlich bedauern, dass sie gerettet wurden. Es ist eben nobody perfect. Noch nicht einmal der Schöpfer. Vielleicht hatte er die Idee mit den acht zu rettenden Seelen halt gerade im döseligen Erwachen zwischen dem siebten und achten Tag. Da hat man schon mal neben einem schlechten Atem auch ein schlechtes Karma.
Wenden wir uns den profanen Niederungen der kleinen Blues-Welt zu. Die Chefin ist heute auf der Jahreshauptversammlung des RZV in Himmelkron (irgendwie bekommen wir den Himmel heute nicht aus den Kleidern). Als Vorsitzende der Landesgruppe Süd gilt Kindersegen nicht als hinreichender Grund für Abwesenheit. Also ist der Assi für einen unschönen, sturmgebeutelten Sonntag des Jahres 2019 Chef. Blöd nur, dass sich bei ihm keinerlei Chef-Feeling einstellt, weil sich seine Aufgaben um keinen Deut ändern. Ruhe findet er jedenfalls keine, jene Ruhe, die einen die Welt von einem Chefthron herab betrachten lässt. Die acht sind ziemlich anhaltend unterwegs, einer oder eine jedenfalls immer, kaum dass mal Gruppenruhe angesagt ist. Und wenn immer einer unterwegs ist, lässt er immer irgendwo ein Teichlein liegen. Oder ein Würstchen. Chefsache. Andere finden den Weg zu Mama nicht wieder und krälen nach Erlösung. Chefsache. Acht kleine Stolpersteine im Dauereinsatz in der Bluesküche.
Seine Aufgabe wird aber durch die Entwicklungssprünge der Zwerge erheblich erleichtert, denn die meisten reagieren schon auf Ansprache, folgen Lockversuchen, kommen zögerlich herbei, weil sie auch schon Orientierung in der Küche haben. Wenn sie die Küche in Richtung Flur und Hausflur verlassen, verlässt sie auch die Orientierung schnell, dann hängt schon mal einer mit der Nase im Spalt der Klotür und kommt nicht mehr vor oder zurück. Die schlimmsten akustischen wie psychischen Folgen haben diese Verkeilungen, wenn der siebenfache Jubel der Geschwister die Öffnung der "Bar Mama" verkündet. Und einer sitzt im Rahmen der Klotür fest! In solchen Fällen wird aus dem Teilzeitchef ein Kriseninterventionsteam. Es wäre ja der Geschichtsschreibung kaum zu vermitteln, dass in der Arche Bairischer Blues nur sieben Seelen gerettet würden.
Eine ganz andere Sache ist es, wenn der Expeditionsdrang der Idefixe nicht vor Heddas Bein halt macht, die gerade bei der Nahrungsaufnahme ist und keine Lust zur Flucht verspürt. Oben mampft Hedda Trockenfutter und unten knibbelt ein fixer Ide an ihrem Bein. Darauf reagiert sie sehr unwirsch, weil die Nahrungsaufnahme
Alles verrammelteine Flucht geradezu verbietet. Also heißt der Beschluss: Futtergestell ab sofort aus der Küche und ins Wohnzimmer, das gleichzeitig mit den seit Jahren bekannten und bewährten Sperren unzugänglich gemacht wird. Das gibt Fianna und Hedda die verdiente Ruhe bei den Mahlzeiten und garantiert ganz nebenbei, dass die Wasserschüssel nicht in naher Zukunft ebenso einer Inspektion unterzogen wird wie alles andere. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir die Küche trocken legen müssten, weil sich so ein Naseweis an der Schüssel hochzieht, um mal zu sehen, welche besonderen Leckereien sich darin befinden, wenn Hedda so zickig reagiert. Nun haben also die Damen Ruhe beim Futtern und die Zwerge können nicht mehr ins Wohnzimmer oder den Eingangsbereich, wo als erstes die Kellertreppe lockt. Alles verrammelt.
Nun kann sich Hedda also ungestört im Wohnzimmer aufhalten und die Zwerge beobachten. Auch im Eingangsbereich ist sie vor ihnen sicher. Nur: Zwischen all diesen Zufluchtsorten stehen Sperren, zwischen dem Welpenhabitat Küche und dem Wohnzimmer ein mächtiger Oxer von 52 Zentimetern Höhe. Zwischen den Welpen und dem Eingangsbereich drohen sogar 60 unüberwindbare Zentimeter. Machen wir es kurz: Bei ihrem ersten Versuch, das Wohnzimmer zu verlassen, zerlegt die federleichte Hedda die Kontinentalsperre. Und so wird aus dem Chef schon wieder ein kleiner Assi, der im Keller mit Werkzeug hantieren muss. Auf dem Hundeplatz federt sie über die Meterhürde wie ein Grashüpfer und springt in ihrem Garten aus dem Stand aufs Hochbeet, um Freunde zu begrüßen und vermeintliche Feinde auf Distanz zu halten, aber 52 Zentimeter im Reich der Aliens bringt sie an die Grenzen. Aber eben nicht drüber. Seither baut sie sich vor den Sperren auf und begehrt um Durchlass. Die Rollen der Chefs sind eben andere als früher. Heute schreibt auch keine Sekretärin mehr einen Brief. Selbst ist der Chef heute. Jawoll. Und beim Blues verrückt er, der Sprunghaftigkeit seiner Nachwuchshoffnung folgend, unentwegt Habitatsperren. Da ist es doch völlig wurscht, wenn er morgen wieder ein Assi ist.
Ignaz' Pana-KurUnd
Isis Pana-Kurweil der Assi eben im Hauptberuf Assi ist und kein Chef, hätte er beinahe vergessen, die Gewichte zu liefern. Machen wir es kurz, sozusagen von links nach rechts: Ignaz 1250 (0), Irax 1640 (+100), Iberl 1450 (+50), Isi 1460 (+80), Indra 1390 (+70), Ilmo 1450 (+50), Inouk 1390 (+20) und Iltschi 1480 (+60). Damit ergibt sich eine Gesamtbilanz von 430 g, was eine Beteiligung von Panacur am Zugewinn praktisch ausschließt. Das Rätsel wird rätselhafter. Doch die dritte Charge der Panacur-Kur wird dennoch fällig. Und die Idefixe zeigen weiterhin kein Einsehen mit den Kur-Fürsten...
Montag, 11.03.2019
Schnee, Graupel und SturmEin strammer Wind treibt Schnee- und Graupelschauer durchs Mangfalltal und bereitet damit den Boden für die gute Kunde der Rosamunde: Sturm und Wind an Rosamunde bringen eine gute Kunde. Oder: Bringt Rosamunde Sturm und Wind, so ist Sybilla (19. März) uns gelind. Der Hundertjährige hält sich weiterhin konsequent an das berüchtigte Motto von Konrad Adenauer: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Gestern sieben Wochen andauernde Kassandrarufe, heute schon wieder Schnee und Wind von vorgestern. Wir sollten uns an die harten Fakten halten und nicht an ein hirnweiches Faktotum, also an die Gewichte.
Beginnen wir doch gleich mit Ignaz, dem kleinen Herzensbrecher, der sich gestern eine Nulldiät verordnet hatte und dafür heute 120 g draufsattelt (1370). Heutzutage spricht man in einem solchen Fall wohl von Intervallfasten, was allgemein als höchst gesundheitsfördernd eingestuft wird. Wir dürfen uns also auf einen kernigen, knuffigen und kerngesunden Ignaz freuen. Dafür nullerte gestern der mächtige Irax, der ebenfalls zum Intervallfasten neigt, sich dafür aber an den fastenfreien Tagen vollschlägt wie früher das arme Volk bei Hochzeiten, Taufen und Totenfeiern. Irax verharrt heute auf seinen 1640 g von gestern. 90 g gönnt sich Iberl (1540) und Isi holt sich mit +130 g (1590) den Platz der Kronprinzessin zurück. Indra bewegt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten voran (1440, +50), ebenso Ilmo (1510, +60). Mit +20 stand bei Inouk eher Schmalkost auf dem Plan (1410). Und Iltschi zieht seines Weges mit mal weniger und mal etwas mehr; heute sind es +60 g und 1540. Das sind in der Endabrechnung stattlich 530 g, Fiannas zweitbeste Leistung. Und noch immer leistet sie das aus Bordmitteln, ohne Hilfe von außen. Chapeau.
Inouk ist bei der morgendlichen Erstbegehung des Idefix-Habitats nicht in der Schnullerbox anzutreffen, in die wir die Zwerge noch immer, ohne größeren Widerstand, nachts sperren. Inouk watschelt still vergnügt und mutterseelenallein durch die Küche, meckert ein bisschen und scheint seinen Morgenspaziergang zu genießen. Wegen der Gleichbehandlung aller Idefixe, wird er wieder in die Box gepackt – aus der er schnurstracks wieder ausbüxt. Einmal Oberkannte Latte anpeilen, ein bisschen Irxenschmalz einsetzen und, schwupps, ist er drüber. Das überzeugt uns in dreierlei Hinsicht: Erstens, es war kein Zufall, sondern Absicht. Zweitens, bevor wir ihm noch weitere Trainingseinheiten gönnen, öffnen wir die Box und lassen auch den Rest der Bande in die Freiheit. Und drittens: Ab sofort reich die 30-Zentimeter-Sperre nicht mehr aus, wir müssen auch den 10-Zentimeter-Aufbau einlegen. Das reicht in der Regel so lange, bis sie die Kiste sowieso ablehnen und wir sie abbauen. Dieser Bewegungsdrang ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum dieser Kerl niemals ein Irax werden wird; der ist wirklich dauernd unterwegs. Obwohl: Irax ist auch ein Ewigpräsenter, aber entweder verschafft er sich mehr und besseren Zugang zu den Quellen oder er ist ein besserer Futterverwerter. Das wird man in ein oder zwei Jahren beurteilen können, wenn aus den Knirpsen Hovawarte geworden sind und die Grundkonzepte jedes einzelnen wirklich erkennbar werden.
Für uns stellt sich allmählich das bekannte Welpenfeeling ein, das uns gelegentlich aus dem seelischen Gleichgewicht bringt. Vor allem ist es die liebenswerte Penetranz ihrer Präsenz: Wo wir sind, sind uns die Knirpse auf den Fersen. Wenn es allerdings nur die Fersen wären, könnte man damit geschmeidig umgehen, nein, es sind unsere Füße und unsere Schuhe, die sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit besetzen, vor allem aber die Putzlappen, mit denen wir ihre flüssigen Hinterlassenschaften beseitigen wollen. Kaum flutscht so ein Lappen über den Boden, hockt schon mindestens einer oder eine darauf und lässt sich herumkutschieren, derweil drei andere in einer fernen Ecke ebenfalls ihre Blasen entleeren, mit Hurra durchlatschen und flächig in der Küche verteilen. Dahinter scheint ein Plan zu wirken, der maximalen Spaß für die Zwerge verspricht. Uns verspricht es mindestens einen zusätzlichen, eigentlich völlig überflüssigen, Putzgang pro Tag, weil die weitläufig verteilten Überflüsse nicht mehr ordnungsgemäß entsorgt werden können. Wir geben zu: Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, denn wir dürfen uns glücklich schätzen, dass Fianna noch immer alle Teiche ihrer Kinder plichtschuldigst beseitigt, wenn sie es mitbekommt. Wenn die Zwerge aber erst einmal ihre Därmchen konsequent hier entleeren, meist alle acht in kurzer Folge, und Fianna ihren Dienst verweigert, dann geht es erst richtig los. Dann tun wir gut daran, die Moränen in Echtzeit zu entsorgen... Das heißt Dauerpräsenz unsererseits.
Irax und IndraAn Tagen
Fianna schaut sich das Treiben in Ruhe anwie diesem, wo sich keine Besucher und keine Schöße zum Besetzen finden, beschäftigen sich die Idefixe neben den Grundtugenden schlafen, trinken und verdauen vor allem untereinander. Die ersten kleinen Kämpfe und Rangeleien werden ausgefochten, man verkeilt sich mit den Kiefern, besteigt sich gegenseitig von hinten, legt eine Pfote in den Nacken des anderen – alles Übungen für die Gesellschaftsfähigkeit des erwachsenen Idefix. Noch läuft das alles meist im Stillen ab, aber bald schon werden sie das dazugehörigen Schlachtengebrüll mitliefern. Niedlich. Noch.
Gar nicht niedlich ist, was wir gegen Mitternacht, als die Chefin nach Hause kommt, feststellen: Fianna hat eine harte und dicke Zitze. Das Fieberthermometer liefert, 39,1 °C. Und der Assi hat nichts bemerkt, weil er nicht andauernd an seiner Hündin herumfmmelt und diese in ihrem Verhalten auch völlig unauffällig war; Spaziergang nachmittags fröhlich und lebhaft, Abendmahlzeit mit großem Appetit und der Pinkelgang um 23 Uhr ebenfalls komplett unauffällig. Von der Chefin bekommt er dennoch eine Rüge wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Ihre erste Handlung jedenfalls ist die Kontrolle des Gesäuges, und da kommt das Malheur an den Tag. Wir versuchen erst einmal die Zitze zur Abgabe zu bewegen, was ein bisschen gelingt, dann legen wir einen saugstarken Idefix an, um den Milchfluss in Bewegung zu bringen. Der zieht an, sagt bäh und wendet sich ab. Also heißt es, die Verhärtung auszustreichen. Offenbar ist die Zitze noch nicht entzündet, denn Eiter finden wir noch keinen, aber die Aktion ist zeitaufwändig und eine Tortur für Fianna, die sie allerdings stoisch und geduldig über sich ergehen lässt. Dieses Problem hatte sie beim letzten Wurf auch schon, allerdings bereits mit Eiter. Möglicherweise rührt das daher, dass diese vorderste linke Zitze etwas mickrig ist und vermutlich auch nur spärlich liefert. Somit wurde sie nicht richtig entleert, und was da zurückblieb, verdickte sich und machte sich auf den Weg zur Entzündung. Über eine Stunde arbeitet sich die Chefin an der Zitze ab, bis das Gröbste geschafft ist. Nun bekommt die Dame einen Quarkwickel und darüber Heddas schicken Jane-Fonda-Body. Gegen ein Uhr verschwindet die Chefin im Bett. Der sorglose Assi muss zur Strafe noch den Wickeldienst übernehmen (abwarten, Wickel abnehmen und Quarkbatz aus dem Haarkleid waschen). Für ihn endet der 11. März um 2 Uhr des 12. März.
Dienstag, 12.03.2019
Um halb fünf Uhr ist die Nacht schon wieder vorüber und die Spannung zum Greifen. Fiannas Temperatur ist auf 37,6 °C unten, sie macht einen fitten Eindruck und die Zitze ist zwar noch nicht im gewünschten Zustand, aber die harte Schwellung stark zurückgegangen. Also wird wieder gedrückt und ausgestrichen, einmal und zweimal. Dann kommt ein weiterer Quarkwickel zum Einsatz und nachmittags noch einer. Fianna schätzt diese Wickelei, weil sie erstens einem kleinen Duschgang nie abgeneigt ist, mit dem wir ihr den Quark aus dem Fell waschen, und außerdem ist der entwickelte und ziemlich trockene Quark eine gern genommene Zwischenmahlzeit. Soll sie haben, ist ja nichts als Protein, und davon kann sie jede Menge vertragen. Es sieht gut aus. Die Alarmglocken werden wieder eingepackt und das ganz ohne Medikamente.
Die Versorgung der Idefixe hat unter dem Malheur allerdings ein wenig gelitten, und zwar ganz unterschiedlich. Ignaz hat 50 g abgenommen (1320), Isi (1590) und Ilmo (1510) haben ihr Gewicht gehalten, die anderen ließen sich durch die zitzelige Unpässlichkeit ihrer Mutter nicht von ihrem Gedeih in Richtung Vererb stürzen: Irax +120 (1760), Iberl +100 (1640), Inouk +60 (1470), Indra +50 (1490), und Iltschi +30 (1570).
Iltschi und der ElchHeute
Isi und der Fuchswurmbekommen die Idefixe Gesellschaft in ihrer Küchenöde, und zwar ziehen die unverzichtbaren Welpengesellschafter ein, die in keinem Wurf fehlen dürfen und sich bei allen Kindern besonderer Beliebtheit erfreuten: die schwarze Ratte, der braune Elch und der rostige Fuchswurm. Für uns ist es jedenfalls keine Überraschung, dass sich auch die Idefixe umgehend auf diese neuen Hausgenossen stürzen, möglicherweise auch deshalb, weil die sich absolut unempfindlich gegenüber den kleinen Zähnchen der Zwerge verhalten, die nun tatsächlich durchgebrochen sind und die sie bereits tapfer testen.
Ilmos erste FleischmahlzeitUm
Inouks erste Fleischmahlzeit14:38 Uhr ist es dann soweit: Trotz 40-tägiger Fastenzeit bricht für die Idefixe die Zeit der unbegrenzten Fleischeslust an. Feinstes Tatar haben wir bei unserem Metzger besorgt und zu acht kleinen Bällchen geformt. Und dann wird Milchbubi für Milchmädchen, einer nach der anderen, auf bayerische Grundversorgung umgestellt. Auf dem Schoß der Chefin werden sie initialisiert, und es scheint ihnen sehr zu munden, jedenfalls stellen sie sich sehr geschickt an, was auch daran liegt, dass wir diese Umstellung diesmal ein paar Tage s
Ignaz könnte einen Nachschlag vertragenpäter vornehmen, wodurch die Zwerge schon deutlich geschickter sind als ihre Vorgänger. Jeder Tag ist wie ein Quantensprung in der Entwicklung. Was sie mit ihren Vorgängern verbindet, ist die äußerst sorgfältige Fellpflege in der Geschwisterrunde nach der Speisung, weil sie zwar geschickt sind, aber nicht so, dass sie nicht trotzdem noch über und über mit Fleischresten bestückt sind. An dieser Bereinigung beteiligt sich auch Mama Fianna, der keine ihrer Sprösslinge durch die Lappen geht, das heißt, dass ihr alle unter den Zungenlappen geraten.
Das komische Dessert zum Fleischgericht ist Inouk vorbehalten, der Mamas achtlos auf dem Boden zurückgelassenen Quarkbecher entdeckt und sich darüber und hinein stürzt. So weit, so normal. Dass ihn aber noch nicht einmal Unruhe überkommt, als er das Ding nicht mehr loswird, weil sich sein Bollerkopf darin verspreizt, lässt Rückschlüsse auf das momentane Nervenkostüm des Komikers
Inouk hängt im Quarkbecher festzu. Er räkelt sich ein wenig, windet sich wie ein Wurm und dann ist er das Ding wieder los und zieht unbeeindruckt davon. Störend sind nur die Geschwister, die sich lästig an seiner Quarknase verlustieren.
Diese Woche hat viel Neues für die Idefixe gebracht: eine Entwurmung, eine lästige Pediküre, neue Spielgenossen und Fleisch vom bayerischen Weiderind. So oder so ähnlich wird es weitergehen; nahezu jeder Tag eine Wundertüte für die Idefixe und noch mehr Besucher. Fünf ereignisreiche Wochen liegen noch vor uns allen. Packen wir sie an. Und stehen wir sie durch!
4. Woche (13.03.2019 - 19.03.2019)
Mittwoch, 13.03.2019
IltschiMit dem Ende dieser Woche werden die Idefixe die Halbzeit bei uns hinter sich gebracht haben. Sie werden viel Neues kennengelernt haben und uns so ans Herz gewachsen sein, dass wir sie nicht mehr weggeben wollen. Denn diese vierte und die fünfte Woche sind die mit der knuffigsten und herzmörderischsten Ausstrahlung: Das Babyschema kommt zur vollen Entfaltung, aus den Maulwürfen sind Hunde geworden, aber solche, die noch küssen anstatt zu beißen. Und sie versuchen alles mögliche, schaffen auch schon sehr viel, sind aber meist noch so tapsig, dass einem das Herz weich wird.
Das Wetter begleitet uns mit einem unerfreulichen Aprilmix aus Regen, Wind und gelegentlicher Sonne. Die Temperaturen bewegen sich sehr stabil zwischen 3 °C und 7 °C. Wenn man Optimist ist, kann man einen Trend zur Besserung erahnen, wenn nicht, weiß man, dass dieses Wetter in dieser Jahreszeit wenig Hoffnung auf Besserung zulässt.
Da Fiannas leidende Zitze fast schon wieder genesen ist, konnte sie ihre mütterlichen Dienste auch wieder in vollem Umfang erfüllen, deren Einschränkung gestern zu einer Gesamtbilanz auf der Waage von bescheidenen 310 g geführt hatte, wobei Ignaz gleich 50 g abgenommen hatte. Gestern gab es jedoch die erste Fleischmahlzeit, die Tatarbällchen, und dementsprechend neugierig sind wir auf das heutige Wiegeergebenis. Dabei werden wir immer wieder in unserer Beobachtung bestätigt, dass die großen Verlierer des einen Tages
Ignazdie ebenso großen Gewinner des nächsten sind und die Kriegsgewinnler von gestern müssen ihren Triumph meist erst einmal sacken lassen und verdauen, während die gemäßigten Portionierer ihr gemäßigtes Niveau weiterführen. Wenn also Ignaz gestern 50 g verloren hat, dann hätte sein Bedürfnis nach Ausgleich besonders stark sein müssen, und das war es: +140 g (1460)! Iberl beantwortet dagegen die 100 plus von gestern mit +20 g (1660). Irax hält Regelwerke offenbar für weit überschätzt und kontert die 120 von gestern mit 90 g heute (1850). Isi beendet ihre gestrige Nullrunde mit +90 (1680). Die anderen liegen mehr oder weniger im mittleren Segment: Indra +30 (1520), Ilmo +40 (1550), Inouk +70 (1630) und Iltschi +20 (1650). Das alles summiert sich heute auf stattliche 650 g.
IberlTraditionell nutzen wir die erste Gelegenheit nach zwei bis drei Wochen, die Welpen ins Freie zu einem Foto-Shooting zu bringen, um brauchbare Bilder zu bekommen. Heute ist das Wetter zwar nicht brillant, aber die Sonne zeigt sich immer mal wieder, und 7 °C sind für wenige Minuten für die Welpen auch nicht zu kalt. Zu kalt wäre es allerdings für den bäuchlings im Gras liegenden Fotografen, wenn er sich nicht mit einer Isomatte schützen würde. Doch bevor der erste Welpe seinen Auftritt bekommt, entdeckt Hedda den auf dem Bauch ruhenden Fremden in ihrem Garten und stürzt sich mit Gebrüll auf ihn – bis sie ihren Irrtum
Ilmo geht schon auf Entdeckungstourbemerkt und sich dennoch auf ihn stürzt, allerdings nicht mehr mit Gebrüll, sondern mit vollem Körpereinsatz und ihrer ganzen Zuneigung. Hundeliebe kann sadistische Züge annehmen. Schnell sind die Zärtlichkeiten ausgetauscht und die Welpen bekommen ihren Auftritt, einer nach der anderen werden sie auf ein VetBed platziert und abgelichtet. Da das Wetter diesen Tag des ersten Freigangs etwas weiter nach hinten verschoben hat als in den vorherigen Würfen, sind sie alle sehr relaxed, sehen sich einigermaßen entspannt um, und Irax, Ilmo und Indra verspüren sogar Lust auf einen kleinen Ausflug von ihrer Decke ins Gras. Das machen sie alle wirklich sehr professionell. Auch an diesem Beispiel zeigt sich, wie viel Entwicklung sich in wenigen Tagen abspielt.
Indra Weil die Knirpse so selbstsicher sind und alles wegstecken, als könnten sie noch mehr ab, konfrontieren wir sie noch mit der ersten Milchfütterung abseits von Mamas Bar. Ein kleines Schälchen mit der selbst angerichteten Welpenmilch (125 g Magerquark, 150 ml Ziegenmilch, 3 Eigelb, 3 El Distelöl) werden jedem einzeln vor die Nase gestellt, die wir ihnen kurz in das Schälchen tauchen – und schon geht die Schlabberei los. Praktisch alle meistern dieses kleine Husarenstück souverän, was eben auch wieder auf die rund vier Tage fortgeschrittene Entwicklung zurückzuführen ist. Was haben ihre Vorgänger nicht alles an Komödie geliefert, was haben die sich angestellt! Die hier schlabbern und sauen sich ein, weil ihnen gelegentlich der Kopf in die Milch purzelt, aber sie wissen, worum es geht und wie sie sich anzustellen haben.
Wir sind richtig stolz auf unsere Idefixe, und sie sind ziemlich platt nach all den Aufregungen heute.
Donnerstag, 14.03.2019
Wer es noch nicht glauben wollte, dass diejenigen recht haben, die heuer ein verregnetes Frühjahr vorhersagen, und dazu gehört auch unser allseits geschätzter Hundertjähriger, der muss sich nun belehren lassen: Der März gefällt sich unter der Dusche. Im Laufe des Tages wird es immer lausiger draußen, der Regen nimmt stetig zu und der Wind bläst sich auf. Mehr als 5 °C sind uns nicht gegönnt. Landregen und Seewind, das ist es, wonach sich kein wintermüdes Herz sehnt. Nur die Bauern strahlen über alle Backen, weil sie ihre Gülle ausbringen können und das Wasserdefizit des letzten Jahres auf dem besten Weg ist, in Vergessenheit zu geraten.
Sehen wir uns erst einmal die Gewichtstabelle an, bevor wir uns in meteorologische Verzweiflung stürzen; vielleicht liefert sie ja Anlass zu ausgelassener Freude. Doch das Ergebnis ist durchwachsen, was an den unterschiedlichen schöpferischen Qualitäten der Milchschlabberer liegen könnte. Immerhin war die erste
InoukBegegnung mit einem Schüsselchen eine besondere Herausforderung, der nicht alle in gleichem Maße gewachsen waren. Da wäre beispielsweise der dauerpräsente Alleswager Inouk, immer vorn dran, immer on tour, aber an der Milchschale schien er überfordert zu sein: -30 g (1600). Dennoch kein Grund, sich über ihn Sorgen zu machen; bei seinem Aktionsradius ist eine schlanke Taille immer von Vorteil. Auch nur von spärlichem Erfolg war Isi gesegnet, die langsam ihren weiblichen Genen Tribut zollen muss und den Anschluss an die männliche Führungsriege verliert: +10 g (1690). Den Hammer holte wieder einmal Irax heraus. Mal sehen, welche Qualitäten er sonst noch entwickeln wird, aber in Sachen Nahrungsaufnahme ist er jetzt schon unschlagbar: +130 (1980) – einsame Spitze. Sehr einsame Spitze. Alle anderen bewegen sich in den üblichen Margen, wobei der fixe Ignaz auch wieder mitten in der Kapelle ist: +70 g (1530). Damit ist er zwar immer noch der Leichteste, aber er robbt sich heran. Iberl macht 80 g gut und steht jetzt auf 1740. Indra löffelt sich 60 g hinein (1580) und bei Ilmo (1620) und Iltschi (1720) sind es jeweils 70 g. Das ergibt zusammen 460 g, die Fianna nicht mehr alleine aufbringen musste. Es läuft.
Und weiter geht es mit den rasanten Entwicklungsschritten, die heute besonders auffällig bei Isi zu beobachten sind: Sie hat nämlich den kleinen Galopp entdeckt. Immer wieder bringt sie ihre Stummelbeine besonders flink in Bewegung, wieselt herum wie Super-Super-Super-Pep in der Coaching-Zone, und scheint die verdutzten Blicke ihrer Geschwister zu genießen. Wer kann schon sagen, ob es dieser gesteigerte Bewegungsdrang ist, der sie in der Gewichtsbilanz abrutschen lässt, oder das reduzierte Gewicht die Bewegungsfreude anfeuert. Das alte Thema Ursache und Wirkung bleibt wieder einmal ungelöst.
Nach den Fleischbällchen vorgestern und den Milchschälchen gestern, steht heute Abend der nächste Schritt hin zum gestandenen Hovawart auf dem Plan: Die gemeinschaftliche Milchspeisung aus dem Futterring, also so
Auf der Suche nach dem richtigen Drehetwas wie das gemeinschaftliche Löffeln der Milchsuppe in bayerischen Bauernfamilien. Das werden zwar die wenigsten der Idefixe später praktizieren müssen, weil sie Singulärprinzen und -prinzessinnen sein werden, aber diese Fütterung unterstützt die soziale Entwicklung der Knirpse und erstickt eine Futteraggression frühzeitig. Was bei bayerischen
Dreh gefundenBauern funktioniert, sollte bei den Idefixen auch klappen. Ihre Vorgängern haben sich auch sozialverträgliche Tischsitten angewöhnt. Die Welpenmilch kommt in den Futterring, der kommt auf ein Laken auf den Boden und dann tönt, wie zu allen Zeiten beim Blues, der unvermeidliche Futterruf "Matze, Matze, Matze", zum ersten Mal. Und schon kommen sie angewieselt, nicht, weil sie dem Ruf folgen, sondern, weil sie jedem Laut folgen, der ein Versprechen sein könnte. Aber diesem Ruf werden sie nun bis zum Auszug beim Blues täglich folgen, und sie werden noch als alter Hund die Ohren spitzen (!), wenn er an ihr Ohr dringt. Heute klappt es erwartungsgemäß noch nicht bei allen, weil sie der eine oder die andere wieder in irgendeine Ecke festgerannt hat, aber dann werden sie eben zur Futterstelle expediert und stürzen sich dazwischen und hinein. Alle kein Problem, ob Fleisch, ob Milchschälchen oder Futterring: Was nach Nahrhaftem aussieht, wird akzeptiert. Das kriegen heute auch alle super hin, als die absoluten Supermampfprofis erweisen sich jedoch Irax, Inouk und Indra, die sich geben, als hätten sie nie etwas anderes gemacht, als diesen Ring auszuschlabbern. Fianna und Hedda üben sich derweil in Geduld; sie bekommen anschließend den Rest aus der Rührschüssel und dem Ring, den sie gemeinschaftlich mit den Idefixen blank polieren. Ja, auch Hedda, überwindet sich, zieht dann aber doch die Rührschüssel vor. Gut Ding ist schon viel besser geworden, will aber immer noch ein bisschen Weile haben.
Das sieht alles schon sehr schön aus mit den Idefixen, am schönsten ist aber, dass Fiannas leidende Zitze wieder völlig gesund und einsatzbereit ist.
Freitag, 15.03.2019
Heute laufen wir in richtiges Sturm- und Regenwetter hinein. Es ist zwar mittags wärmer als gestern, aber viel nasser und vor allem noch viel stürmischer. Und das soll, wie man hört, noch längst nicht alles sein. Der Wetterbalg hat noch Körner im Sack, die er uns um die Ohren blasen möchte. Und jetzt vergeht auch den fröhlich odelnden Bauern das Lachen, denn Lukretia feucht, Kornsäcke leicht. Ja, wurscht, sagt da der bayerische Milchbauer lakonisch, was interessieren mich die Kornsäcke; das Gras wächst auch bei Sintflut. Aber nicht, wenn die Böden steinhart gewalzt sind, dann wachsen bei anhaltendem Lukrezia-Wetter bald Seerosen auf den Wiesen, schön anzusehen, aber wohl nicht das erhoffte Rinderfutter.
Isi mit Mama im vertrauten GesprächNun wollen wir wissen, wie sich die gestrige Ringfütterung auf die Taillen der Idefixe ausgewirkt hat und sind sehr zufrieden. Wir arbeiten uns zur Abwechslung mal von oben nach unten durch, und oben steht, wer hätte das gedacht?, Irax, der als erster Vierpfünder gelistet werden kann: 2030 g (+50). Ihm folgt in weitem Abstand Iltschi: 1830 (+110); ihm scheint die Restaurant-Variante gut zu tun und zu munden. Iberl belegt mit 1780 g den dritten Platz (+40). Ilmo (+110) und Isi (+40) teilen sich den nächsten Platz mit 1730 g. 1690 g (+90) bringt Inouk auf die Waage – und Ignaz ist nicht mehr der Letzte, jedenfalls nicht der alleinige Letzte: Er hat mit satten 90 g plus zu Indra (+40) aufgeschlossen. Beide melden 1620 g. alle zusammen haben 570 g aufgelastet und machen einen kerngesunden Eindruck.
IgnazIgnaz ist tatsächlich ein richtig stämmiges und kompaktes Kerlchen geworden, weil er sich auch mit Vergnügen den neuen Essgewohnheiten hingibt. An Mamas Bar wird er manchmal schon ein wenig weggerempelt, aber am Ring kann er sich ein wenig besser mit den Hinterbeinen einstemmen und seinen Platz verteidigen. Ilmo ist eher das Gegenteil von Ignaz: Er zieht das Muttibräu vor, die neue Art von Rittergelage behagt ihm gar nicht. Er verweigert sich nicht, aber verlässt den Ring, sobald er das erste Sättigungsgefühl verspürt.
Da muss er jetzt durch, denn mittags und abends geht es wieder mit allen
Nachschlag für Iberl und Iltschianderen in den Ring. Was gestern noch mit der Frage behaftet war: Was ist das, was soll das, wie geht das?, ist mittags schon ziemlich gut beantwortet und abends bereits zur Selbstverständlichkeit geworden: Sie hocken und schlabbern, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Vor allem die beiden Damen neigen zu sehr rustikalen Tischsitten, indem sie einmal im Kreis durch den Ring panzern. Dementsprechend verklebt kommen sie anschließend aus dem Gelage. Aber sogar Ilmo wird langsam lockerer und findet sich mit der Ellenbogenbar ab. Aber nie würde er auf die Idee kommen, sich wie eine Sau durch den Trog zu schieben. Das ginge wirklich zu weit.
Zwischen den Mahlzeiten üben sie engagiert fürs Leben. Isi trainiert mit Leidenschaft und ausdauernd den gestern entdeckten Galopp und rammt schon mal einen Schläfer beiseite, alle zusammen bemühen sich intensiv
Iraxum den Spielwarenpark, obwohl ihnen noch die Kraft zu bemerkenswerten Aktionen fehlt. Aber am Ohr des Krokodils knabbern geht, vermutlich weil es sich vom Ohr eines Geschwisters kaum unterscheidet. Inouk macht Kilometer und ist eine ständige Gefahr für uns, also genau genommen ist er ein fröhlicher Selbstmörder. Irax legt sich gern mal mit Isi an, die ihm dafür auf die Ohren haut und Ignaz muss sich am laufenden Band unter einem Geschwisterhaufen herausarbeiten, unter den er geraten ist. Iltschi ist auch ein ewig Präsenter und Allgegenwärtiger, vor allem aber ist er überall dabei; wo ein Fass aufgemacht wird, jubelt er "Oans, zwoa, g'suffa". Sie sind eben alle neugierig, richtig pfiffig und beginnen langsam, unser seelisches Gleichgewicht auf die Probe zu stellen. Und Fianna hält ihren Bauch hin (jetzt schon häufiger im Sitzen) und leckt mit stoischem Pflichtbewusstsein die Lachen ihrer Kinder auf. Manchmal haben wir den Eindruck, dass sie gegen unsere tätige Mithilfe nichts einzuwenden hat. Ist ja auch ein anstrengendes Leben als Mutter von acht kleinen Nervensägen.
Samstag, 16.03.2019
Es stürmt und stürmt und stürmt. Allerdings hält sich der Regen sehr zurück. Nach den Orkantiefs Bennet und Eberhard haben wir es nun mit Heinz und Igor zu tun. Schön, dass sich letzterer wenigstens an die aktuelle Nomenklatur des Blues hält und ein I seinen Namen anführt. Darin können aber nur wir ein bisschen Trost finden, alle anderen haben zu Recht langsam die Nase voll von diesem stürmischen Frühjahr. Nachmittag ist Igor dann weiter gezogen, vielleicht nach Russland zu Väterchen Frost, und hinterlässt einen sonnigen Bayernhimmel mit bis zu 18 °C. Da sich auch im Laufe des Tages keine Wolken mehr finden lassen, die unseren Nachthimmel wärmen könnten, rutscht das Thermometer nachts wieder auf unter 0 °C ab. Macht nichts, nachts darf es schon noch ein bisschen kühlen, aber für die kommenden Tage hätten wir schon gerne ein bisschen Blau und Wärme für die Freiluftsaison der Idefixe. Mit der andauernden Käfighaltung sollte es nämlich allmählich ein Ende haben.
Der Welpenparcours entstehtWir nutzen das freundliche Wetter zum Aufbau des Welpenparcours im Garten. Mit von der Partie ist wieder das erfahrene und zuverlässige Hiasl-Team, also die Wasserträger und Nachlassverwalter von Heddas Bruder Hias, der nur einen Kilometer Luftlinie entfernt Hof hält. Erst wird der noch nicht aus der Dachkammer befreite Rest des Welpenkrams
... und stehtgeholt, also alle Parcours-Utensilien und Spielzeug. Dann wird der Zaun gebaut und gleichzeitig die Idefixe in den Garten gebracht. Die sollen sich ruhig anschauen, welchen Aufwand wir ausschließlich für sie betreiben, von dem, was sie letztlich von unserem Garten übriglassen werden, wollen wir schon mal gar nicht reden. Nach vier Wochen und unter 32 Welpenbeinen (alle anderen vier- und zweibeinigen Besucher und Mitbewohner unberücksichtigt), könnten wir uns veranlasst sehen, einen neuen Rasen auszubringen. Wir werden diese Erwägungen gegebenenfalls noch rechtzeitig in die Preiskalkulation für die Welpen einfließen lassen.
Das Transit-Team im EinsatzDas Welpenparadies ist nicht ohne den weithin bekannten Blues-Transit denkbar, der das Welpenhabitat Küche mit dem Gartenparadies so verbindet, dass der dazwischen liegende Wohnbereich den hin- und herziehenden Vandalen, vor allem deren Zähne und Ausscheidungsorgane, nicht zum Opfer fällt. So zerschneidet der Transit unser Wohnzimmer in einen Ess- und einen Lümmelbereich wie eine bayerische Autobahn ein einstmals zusammenhängendes Biotop. Der Unterschied zwischen ihr und unserem Transit ist der, dass die bayerische Bürokratie für die Überwindung der Autobahn gelegentlich Unterführungen oder Wildbrücken einplant, was in unserem Fall nicht
Der Transit ist einsatzbereitgenehmigt wurde, weshalb uns nun vier Wochen Steigegymnastik über 50 Zentimeter hohe Hürden bevorstehen, so eine Art Family-Stepping. Wer als behauptet, Welpenaufzucht erschöpfe die Substanz der Züchter und brächte sie an ihre physischen Grenzen, unterschlägt die leistungssteigernden Wirkungen solcher Übungen. Zumindest gilt das für den Blues. Andere sollten sich dann eben auch einen Transit zulegen, anstatt ihren körperlichen Zerfall zu beklagen. Bestimmt werden auch wir nach den acht Wochen den Strapazen Tribut zollen müssen und in einen tagelangen Tiefschlaf fallen, dabei allerdings so geschmeidig sein, dass wir den alle zusammen in der Schnullerbox zubringen könnten.
Fast zwei Stunden sind die Idefixe jetzt im Garten, begutachten unsere Bemühungen um den Aufbau ihres Freigeheges, wackeln ein bisschen herum, halten ihren Aktionsradius noch sehr beschränkt. Einerseits ist natürlich alles noch sehr fremd hier und will erst entdeckt werden, andererseits sind die gemessenen 17 °C nachmittags nur gelegentlich zu verspüren. Wenn Wolken sich vor das Welpenparadies schieben, fühlt es sich erheblich frischer an, weswegen sie sich in einem Korb oder bei den Menschen zusammenrotten und Wärme austauschen. Früher haben wir anfangs meist nur einen kleinen Teil des Gartens für die Kinder bereitgestellt, weil deren Radius sowieso sehr eng ist, aber seit dem letzten Wurf wird er sofort komplett aufgebaut, um nicht ein zweites Mal an die Arbeit zu müssen. Aber dafür ist die ganz große Freiheit eben im Moment noch zu übermächtig für die kleinen Entdecker. Es wird ja eh nicht lange dauern, bis sie sich das alles untertan gemacht haben werden.
Inouk am TrockenfutterpüreeHeute Vormittag wird der Speiseplan ein weiteres Mal erweitert, und zwar um püriertes Trockenfutter. Das Trockenfutter wird in Wasser eingeweicht, püriert und mit einem Esslöffel Ulmenrinde angereichert. Ulmenrinde unterstützt den Magen- und Darmtrakt und soll bei der Gewöhnung an die verschiedenen neun Reize jenseits der Muttermilch einen Durchfall verhindern. Bisher haben wir damit beste Erfahrungen gemacht. Den Idefixen ist das neue Angebot, mit oder ohne Ulmenrinde, sowieso erst einmal suspekt, was allerdings nur wenige Sekunden anhält, dann, nach dem ersten Abtasten und Reinschmecken, hauen sie sich voll wie die Landsknechte und kommen sofort damit klar. Vor allem Ignaz zögert anfangs beharrlich, gibt dann aber so Gas, dass er am liebsten noch einen Nachschlag bestellen würde.
Diese Umstellung ist also auch gelungen, jetzt müssen wir noch die Stoffwechselendprodukte abwarten – und eine Wasserschale bereitstellen. Die Flüssigkeit über die Muttermilch reicht jetzt nicht mehr aus. Indra ist die Erste, die sich mit dem Wasser beschäftigt und auch gleich weiß, was man damit tun kann. Und schon züngelt sie hinein.
Was das Trockenfutter für die Gewichtstatistik bringt, werden wir morgen wissen, heute gilt es zu überprüfen, wie sich die Milchgabe gestern aus dem Ring ausgewirkt hat. Möglicherweise lassen die Gewichte auf das Sozialverhalten an der Gemeinschaftstafel schließen. Der erste Blickfang ist der Gesamtumsatz: 660 g. Der zweite Blick fällt auf Isi: 200 g! Das könnte in die Kategorie Sozialschmarotzer einzusortieren sein, weil sich demnach sieben Geschwister mit 450 g bescheiden müssen. Also von oben nach unten in der Auflastungstabelle: Isi 200 g (1930). Damit ist sie wieder auf den zweiten Rang gerückt. Iberl folgt mit Anstand und 120 g (1900), dritter Rang. Inouk genehmigt sich 100 g (1790), sechster Rang. Somit bleiben für fünf Idefixe noch 240 g übrig; das sieht alles nach Nahkampf im Ring aus. Von diesen 240 g nimmt sich Ilmo 90 g (1820), fünfter Rang, und Indra zweigt sich 80 g ab (1700), siebter Rang. Der Rest verteilt sich auf Iltschi
Auf einem leeren Drehtablett nimmt sogar Irax nicht zu(+50, 1880), vierter Rang, und die beiden Schlusslichter mit jeweils 10 g: Irax (2040, 1. Platz) und Ignaz (1630, 8. Platz). Dass Ignaz nach seiner zögerlichen Annäherung nicht zum König des kalten Büffets werden würde, war klar, aber Irax' Zurückhaltung muss uns entgangen sein. Kein Tag ohne Überraschungen. Isis Ringexzess ist optisch unübersehbar, denn sie nimmt allmählich die Form eines Ritter Sport-Riegels an: quadratisch eben und rotiert jetzt wie ein kleiner Kugelporsche durchs Revier. Gute Güte, wenn die so weitermacht, müssen wir sie doch auf Fastendiät setzen. Doch bei genauer Betrachtung ist sie nur proper, keinesfalls adipös. Das verwächst sich mit der Pubertät.
Bei seiner Nachmittagsrunde schaut Heddas Bruder Hias noch kurz herein und stürzt sich, ganz anders als Hedda und Halina, mit schierer Freude auf die Idefixe, spielt sie an, quietscht und bellt um sie herum, schiebt sie mit der Nase durch den Garten, hat Sternchen in den Augen und würde am liebsten alle einpacken und mitnehmen. Der Hias, ein Halbruder und guter Onkel, wie man ihn sich wünscht.
Aber nun ist für heute wirklich genug geboten gewesen. Nach so vielen Abenteuern fallen alle zusammen in einen traumlosen Schlaf. Kaum einer zuckt und hickert. Es ist ziemlich still diese Nacht im Idefix-Habitat.
Sonntag, 17.03.2019
Sonniger Gertrudentag, Freud’ dem Bauer bringen mag. Und weil wir keine Bauern sind, aber Hausgärtner, freuen wir uns über: Ist Gertrud sonnig, wird’s dem Gärtner wonnig. Denn es ist ein sonniger Gertrudentag heute, der sich bis zu 17 °C aufschwingt. Ein wenig Unsicherheit macht sich allerdings breit, weil wir morgens -2 °C messen und der Hundertjährige postuliert: Friert’s an Gertrud, der Winter noch vierzig Tage nicht ruht. Kann Freud und Leid so nah beisammen liegen? Wir lehnen das ab und legen fest, dass mit Tag auch Tag gemeint sein muss und nicht der nächtliche Morgen oder die morgendliche Dämmerung. Alles, was recht ist! Wo kämen wir da hin?
Morgens, in der Dämmerung, als uns wegen der Temperaturen noch vierzig Tage Winter drohten, weckt uns Fianna, weil sie zu ihren Kindern will. Sie schläft nun ja wieder fest bei uns, aber morgens treibt es sie hinab, allerdings geht das nicht alleine: Frauchen muss mit. Mit ihr nach dem Rechten sehen. Loben und Pfötchen halten. Doch Frauchen bittet um gnädigen Aufschub, der ihr gewährt wird, allerdings nur etwa zehn Minuten, dann wird die Habitatsinspektion unumgänglich. Frau Chefin torkelt mit ihrer Mutterhündin in die Küche, und sie stellen gemeinsam fest, dass es keinen Grund zur Inspektion gegeben hätte, weil hier alles in bester Ordnung ist, die Kinder still und protestfrei in der Box schlummern, besser: schlummerten. Denn jetzt sind sie wach und bestehen auf Beachtung, Freilassung und ein erstes Frühstück. So beginnt dieser Gertrudensonntag – nicht jedoch für den Assi, der nicht gebeten wurde, nicht gemeint war und deshalb abwartet, bis die Temperatur über Null ist und baldigen Frühling im Gepäck hat. Die beiden erledigen das da unten schon ohne ihn. Nicht lange ist ihm diese Abstinenz vergönnt, aber in diesen Zeiten ist jede Minute mehr wertvoll.
IlmoSein erster Blick fällt auf die Gewichtstabelle, weil er natürlich auf die Erfolge der Trofu-Fütterung neugierig ist. Und was er sieht, ist eine Explosion, die keine Mutterhündin leisten könnte: 910 g! Lassen wir einfach die Kiloparade kommentarlos an uns vorüberziehen und beginnen beim Anführer Irax. Irax 2150 (+110), Iltschi 2100 (+220), Isi 2040 (+110), Iberl 2010 (+110). Iltschi, Isi und Iberl haben damit auch das Vierpfünder-Abzeichen erworben. Ilmo 1900 (+80), Inouk 1870 (+80), Indra 1770 (+70) und Ignaz 1760 (+130). Es steht außer Frage, dass das Trockenfutterpüree allseits gut ankommt, und auch Ignaz voll überzeugt ist, während Ilmo noch der einzige ist, der ein wenig fremdelt und sich vielleicht eher über ein Kindermenü bei McDonald's freuen würde. Aber der Futterneid drückt es rein und wird ihn auch schnell überzeugen.
Erstens, um dieser Überzeugung ein wenig Nachdruck zu verleihen und zweitens, weil die Darmauslieferungen der Idefixe geradezu beispielhaft fest und wohlgeformt sind, zögern wir nicht, morgens gleich wieder auf das Trockenfutterpüree zu setzen, das nun schon auf große Begeisterung stößt. Bedrohte Hungerhaken wie Isi sorgen für ausreichenden Kaloriennachschub, indem sie sich wie ein Panzer einmal durch den Ring arbeiten und ihre Geschwister vom Trog kicken. Andere liegen quer über der Schale, die Hinterbeine auf ihrer Ausgangsseite, Vorderbeine und Nase auf der Gegenseite in der Pampe. Nun ja, an den Tischsitten müssen wir noch arbeiten.
Da man jeden schönen Tag nutzen sollte, steht heute natürlich wieder Freigang auf dem Programm, zumal die Prognosen für die nächsten Tage nicht viel Gutes ahnen lassen. Doch stellen immer noch die Terrasse und das darauf befindliche Bett den Rahmen der Idefix-Mobilität dar; viel weiter wagen sie sich nicht hinaus, einzelne gelegentlich, aber sie sind schnell wieder zurück. Erst einmal, so die Devise, Terrasse abspeichern, dann Kreise ziehen, denn der Fluchtpunkt muss für alle Fälle eine sichere Bank sein. Wenn man sich im Ernstfall erst zurechtfinden muss, ist es für die Orientierung zu spät. Sie sind also nicht feige, die Idefixe, sondern höchst klug. So läuft das hier noch alles sehr moderat ab, keine Hektik, kaum Kämpfe, wenn dann nur Kämpfchen, kein Akustikterror, sondern herum stapfende, sich orientierende, auf den Arm genommene oder schlafende Zwerghovis. Ein kleines Idyll, das es zu genießen gilt.
Klug verhalten sich die Kleinen auch bezüglich ihrer Ausscheidungslogistik, denn kaum dass der Transit ein Teil ihres Lebensraums geworden ist, allerdings der, im Vergleich zu Küche und der Terrasse, am wenigsten genutzte, wird er von den Idefixen umgehend zur Sanitäranlage erkoren, was wieder einmal belegt, dass ein Hund, der die Möglichkeit hat, sich von seinem Lager zu entfernen, seine Notdurft möglichst weit entfernt verrichtet. Durchgängig kriegen sie das allerdings nicht hin, weil sie, wie alle Kinder, oft genug von ihrem Darm oder ihrer Blase überrascht werden und dann eben dort liefern, wo sie gerade sind.
Damit muss man sich abfinden, obwohl man von idealen Verhältnissen selbstverständlich träumen darf. Ideal sind die Idefixe nicht, aber unwiderstehlich.
Montag, 18.03.2019
Heute endet die Nacht um 3:30 Uhr, weil Fianna zum Zählappell in die Küche stapft, alle Kinder weckt, damit sie auch keines übersieht, ihnen dann auch noch ein Spielzeug aus der Schnullerkiste klaut, was die schlaftrunkene Bande zu Recht empört. Dann stapft sie wieder ins Schlafzimmer, lässt sich schwergliedrig halb auf ihrer Beute
Herzliche Morgenbegrüßungnieder und macht wieder Bubu. Außer ihr sind jetzt vermutlich alle im Haus wach. Der Protest in der Küche schaukelt sich auf und hört nicht mehr auf. Fianna hütet schläfrig ihr entwendetes Spielzeug, offenbar ohne schlechtes Gewissen und ebenfalls ohne jegliche Absicht, diesem Treiben ein Ende zu machen. Was taugt ein so viel besseres Gehör des Hundes, wenn es offenbar gegen Lärm immun ist? Das Hoffen auf ein schnelles Ende ist jedenfalls vergebens. Kurz nach 4 Uhr schließen wir die Schlafzimmertür. Fianna lässt das völlig kalt, sie hat ihr Mamaprogramm für heute schon absolviert, und Hedda ist sowieso froh, wenn sie möglichst wenig von denen da unten mitbekommen muss. Wir müssen einsehen, dass es mit dem nächtlichen Einschluss langsam schwierig wird. Lange machen die das nicht mehr mit.
Fianna kümmert sich um das Wohl ihrer KinderAuch tagsüber schleppt Fianna jetzt dauernd Spielzeug herum, das sie ihren Kindern unterjubeln will, Krokodil, Waschbär, Eselskopf, die aber haben keinen Sinn für ihre Offerten und zeigen nun ihr, wahrscheinlich als Retourkutsche, die kalte Schulter. Mütter und ihre Kinder... Und Übermütter erst!
Es ist an der Zeit, sich wieder der körperlichen Entwicklung der Idefixe zu widmen, für die mentale scheint ja Fianna ihre, nicht immer, erfolgreichen Methoden zu haben. Ilmo wäre da zuerst zu erwähnen, weil er offenbar noch immer nicht ganz mit dem Trockenfutter an der Gemeinschaftstafel warm werden will. Er verweigert jeglichen körperlichen Aus- und Anbau und verharrt auf seinen 1900 g (0). Irax ist nach seinem Diättag vorgestern wieder voll in der Spur: 2280 g (+130). Iberl lässt sich auch nichts nachsagen: ebenfalls 130 plus (2140). Und auch die anderen mischen mit: Isi 2130 (+90), Ignaz 1850 (+90), Inouk 1950 (+80), Iltschi 2170 (+70) und Indra 1840 (+70). Das mach zusammen wieder einmal 660 g. Wohlgenährt sehen alle aus, und auch Ilmo hat keine eingefallenen Bäckchen.
Schön langsam müssen wir von den bestrahlten Gipfeln des reinen Kinderglücks hinabsteigen ins Tal und uns den beschwerlichen Mühen der Ebene stellen, wie man so sagt. Wenn der Assi von seiner Einkaufstour (Eier, Eier, Eier, Hüttenkäse, Quark, Klopapier sind die Megarenner auf dem Einkaufszettel), nach Hause kommt,
Indra kümmert sich schon mal ums Wischtuchverstaut er nicht, wie gewohnt, die Einkäufe, sondern ist mindestens 20 Minuten mit den Erledigungen der Welpen beschäftigt, die bei seiner Ankunft alle auf einen Schlag wach werden, ihn mit Hurra begrüßen – und aus allen Rohren drücken und liefern. Zwischen den Verrichtungen wird nach Herzenslust gerangelt und gerannt, und da kein Assi (noch nicht mal eine Chefin) überall gleichzeitig sein kann, verteilen sich die Lieferungen ganz schnell flächig und großräumig. Die Mutter beteiligt sich zwar weiterhin an der Beseitigung der flüssigen Lieferungen, aber auch sie kann nicht so schnell lecken, wie ihre Kinder nachliefern. So geht es dahin, das soeben gekaufte Klopapier für die festen Lieferungen. Und die Handtücher für die Flüssigkeiten stapeln sich auf der Kellertreppe für die Wäsche. Es ist jetzt schon langsam ein ganz schöner Saustall. Die Kleinen stört dieses Hin und Her überhaupt nicht, im Gegenteil, sie stören mit, wo immer sie können. Sie setzen sich auf den Wischlappen, sie beschäftigen sich mit dem Klopapier und zählen, ob es noch alle Blätter auf der Rolle hat, sie stehen dem eifrigen Assi auf den Füßen, damit er nicht so schnell vorankommt, sie folgen ins Klo und machen an der engsten Stelle einen Stau, damit die draußen genügend Zeit haben, sich zu entfalten. Als Alleinix unter acht Querschlägern hat man jetzt große Mühe Haltung zu bewahren und den Workflow nicht aus den Auge zu verlieren. Nur Irax hat das Potential, den Contenance-Verlust zu provozieren, weil er bei jeder Gelegenheit dem Assi am Hosenbein hängt und wissen will, wer länger kann. 2280 g haben schon eine beachtliche Zugkraft. Und das alles geht jetzt erst los. Die Ebene wird noch ganz schön beschwerlich. Aber die frohe Botschaft ist, dass die Idefixe immer noch erstklassige Ausscheidungen um den Assi herum verteilen, fest und wohlgeformt, was die Beseitigung erleichtert und das Herz erfreut. Sofern sie nicht unter die 32 Beine geraten sind.
Das alles ist sehr erfreulich und macht auch die Mühen der Latrinenebene beherrschbar, nur der Frühling, der will noch nicht mitspielen. Wobei: Im Grunde sind wir sogar schon im April, denn draußen tut der März, wie der April immer will. Es saut herum, Schneeschauer treiben durchs Tal, dazwischen gönnt sich auch die Sonne einen Blick in den Augiasstall des Blues. Vielleich ist das der Grund, warum sie lieber die Wolkenstores vorzieht. Ist ja auch gar zu gruselig dort. Und irgendwie anrüchig.
Dienstag, 19.03.2019
Diese Nacht schließen wir die Tür im 1. Stock um 2 Uhr, weil Fianna ihre Welpenvisite vorzuverlegen versucht. Das geht nun wirklich zu weit. Um dringliche Erledigungen scheint es sich dabei nicht zu handeln, denn nach dem Verschluss legt sie sich wieder hin und wir haben Ruhe bis 5:30 Uhr.
Draußen zieht der märzliche April langsam weiter, wobei die Betonung auf langsam liegt. Noch immer treiben gelegentliche Schnee- und Graupelschauer durchs Land, aber die Wolkenlücken und gar sonnigen Abschnitte nehmen deutlich zu. Was bedeutet das nun für unsere Jahresprognose? Heute feiern Joseph und Sibylle ihren Namenstag, und bezüglich der Sibylle erinnern wir uns an den 11. März, der uns prophezeite: Bringt Rosamunde (11. März) Sturm und Wind, so ist Sibylla uns gelind. An Rosamunde hatten wir ein noch mieseres Sturmwetter als heute, weswegen wir auf eine sehr gelinde Sibylle hoffen durften. Und was nehmen wir heute zu Protokoll? Eine stürmisch-ungestüme Sibylle, nicht so zauselig wie die Rosamunde, aber ganz bestimmt keine gelinde. Nichts als fake news der alten Systemmedien. Was den Josef angeht, müssen wir auf die Überprüfung seiner Glaubwürdigkeit noch ein bisschen warten: Josephi klar, ein gutes Jahr. Von klar kann schon mal keine Rede sein, bestenfalls von einigen klaren Momenten. Wir werden sehen und hoffen in diesem Fall inständig auf die systemischen fake news. Lügen können im richtigen Zusammenhang ausgesprochen wünschenswert sein, oder?
Die gestrigen Trockenfuttergaben haben voll ins Kontor gehauen, so voll, dass sogar der zögerliche, aber immer mehr auf den Geschmack kommende Ilmo wieder Pausbäckchen bekommt, weil bei 840 g Zuwachs selbst ein langsamer Futterer genug abbekommen muss. Heute haben dafür Iltschi und Iberl einen Diättag eingelegt. Kurz, knackig und ohne Kommentar: Irax 2470 (+190), Isi 2260 (+130), Iltschi 2170 (0, ?), Iberl 2160 (+20), Inouk 2140 (+190), Ilmo 2050 (+150), Indra 1930 (+90) und Ignaz 1920 (+70).
Fianna säugt jetzt überwiegend stehendBei so vielen und reichhaltigen Restaurantgängen werden Fiannas Dienste immer weniger gebraucht, allerdings immer wieder eingefordert, was sie gelegentlich mürrisch macht, weil sie nicht mehr viel zu liefern hat und die Bande sie ziemlich malträtiert. Deswegen säugt sie praktisch nur noch im Stehen, weil sie dabei mehr Kontrolle über das Geschehen unter ihr hat und die Tafel sofort aufheben kann, wenn es ihr zu heftig wird. Einen Idefix, dem die neuen Tischsitten noch nicht geläufig sind, schickt sie ganz schnell in die Büßerecke, wo er sich lauthals, aber unbeachtet von allen beschweren kann. Fianna will definitiv keine Spinnenmutter sein, die, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, von ihren Kindern ausgeweidet wird.
Gekochtes Hühnchen mit ReisHeute
Drunter und drüber Nachmittag gibt es die erste richtig feste Nahrung, denn das Trockenfutter wird ja als Brei angeboten. Was heute im Ring liegt, ist ein einstmals glückliches, jetzt aber gekochtes Hühnchen aus dem Allgäu. Als Sättigungsbeilage reichen wir gekochten Reis, angereichert wieder mit Ulmenrinde. Sollte es uns wundern, dass so ein Huhn eine beträchtlich höhere Anziehungskraft hat als eine nahrhafte Spachtelmasse? Nein, sicher nicht. Die Idefixe hauen rein, als ob es kein Morgen gäbe. In der Futterschale geht es nun im Wortsinne drunter und drüber.
So wie sie sich am Esstisch ausleben, genießen sie ihr Leben auch jenseits der Mahlzeiten in vollen, aber noch immer recht kurzen, Zügen, dann rotten sie sich wieder zu einem Fellhaufen zusammen und verarbeiten das Erlebte im Schlaf. Wenn sie allerdings nicht ruhen, geben sie auch keine Ruhe, sind überall, und weil es acht sind, tatsächlich überall, folgen uns auf Schritt und Tritt, tauchen plötzlich aus dem Nichts auf, legen den Betrieb lahm und zwingen uns zu gewagten Balanceakten. Wenn wir die Glastür zum Eingangsbereich schließen und Fianna draußen bleibt, können sie sie schon sehr präzise orten und starren sie durch die Glastür an. Wenn in der Tür nur die Sperre eingepasst ist und Mama dahinter liegt, sitzen sie auf der anderen Seite oder versuchen sogar an der Sperre hochzusteigen, um nach Mama zu sehen. Das sind sehr beeindruckende kognitive Leistungen, und dabei haben wir noch vier Wochen dieser rasanten Entwicklung vor uns. Gut dass wir aus Erfahrung wissen, was sie für uns noch alles bereithalten werden. Überraschen werden sie uns (wahrscheinlich!) nicht.
Indra, kommt offenbar sogar bei Hedda gut an Während der gestrengen Mutter bei Ilmo immer wieder mal die Hand ausrutscht, obwohl er in unseren Augen ein ausgesprochen liebes und leutseliges Kerlchen ist, allerdings auch ein bisschen naseweis, was Mamas Kontrollinstanz aktivieren könnte, ist Indra Fiannas Herzenswanze, die es immer und immer wieder schafft, sich an sie anzuwanzen. In all unseren Würfen hatten wir solche geschickten Kindern, die es im Gefühl haben, wie man die Mama betrillern muss, damit ihr Radar und ihre Sprengfallen abgeschaltet werden. Während andere bei den gleichen Versuchen in ein kurzes, aber markantes Sperrfeuer geraten, schaffen sie es durch die Linien und kuscheln sich an Mama, die ihnen dafür auch noch das Hinterteil massiert. Was die haben, was die anderen nicht haben, ist uns seit jeher ein Rätsel geblieben, zumal kein einziges der Kinder verhaltensauffällig wäre. Es sind vier Wochen alte Welpen, die die Welt erkunden, doch für manche hat die Welt einen warmen Bauch, für der Mehrzahl einen Drachenhauch. Dabei haben wir auch nie die Erfahrung machen müssen, dass diese bevorzugten Kindern verzogen wären oder sich anders, im Sinne von nachteilig, entwickelt hätten; es wurden immer alle typische Anouk-, Franzi- und Fiannakinder. Indra ist also von den Idefixen das Herzwänzchen (was nicht heißt, dass sie sich darauf bis zum Ende ihres Aufenthalts beim Blues verlassen kann), alle anderen werden von Fianna nach den Regeln der Zunft liebevoll, aber streng erzogen. Wie wir von Fianna und ihren Vorgängerinnen wissen, ist diese Schule eine erstklassige Vorbereitung für ein Leben als verträglicher und arttypischer Hovawart. Die wenigen Fälle, in denen diese Erziehung scheiterte, ist definitiv nicht den Müttern, sondern den neuen Herrschaften anzulasten. So weit reicht nicht einmal der Drachenhauch einer erbosten und besorgten Mutter, um dies zu verhindern.
Irax, fast immer im BetriebsmodusNach vier Wochen könnte man schon mal eine kleine Analyse der Idefixe wagen, aber wir tun uns diesmal wirklich schwer: So groß sind die Unterschiede nicht. Der Trupp ist ziemlich homogen. Inouk und Indra sind vielleicht die auffälligsten Dauerläufer und Adabeis, Indra die interessierteste Fersenkneiferin, außerdem lieg sie sich schon mal gern mit ihrem grünen Bruder Irax in den Haaren, wobei man nie weiß, wer das Huhn der Rangelei ist und wer das Ei. Irax vergreift sich gerne mal an Isi, die ihm dafür eine Linksverdrehte zwischen die Hörner gibt, weil ihr seine anderen empfindlichen Stellen vermutlich noch nicht bewusst sind. Ilmo und Iltschi sind ziemlich wissbegierig und in ihrem Forscherdrang gelegentlich auch penetrant, was zumindest bei Ilmo zu den schon erwähnten Erziehungsmaßnahmen
Isimütterlicherseits führt. Ignaz ist wahrscheinlich der geborene Herzensbrecher und für seine körperlichen Nachteile erstaunlich respektlos mitten im Getümmel. Und Iberl ist wieder eines jener Exemplare, die nie großartig auffallen, aber bei genauem Hinsehen trotzdem nie fehlen, wenn zum Halali geblasen wird. Es ist eben wie im richtigen Leben: Es gibt die Auffälligen und die scheinbar Unsichtbaren, die brodelnden Schluchten und die stillen Wasser, aber wer schon mal im scheinbar totenstillen Wasser des Alderney Race in der Nordsee versucht hat, sein Schiff auf Kurs zu halten, weiß, welche Kräfte direkt unter der Oberfläche wirken. Nein: Die sind wirklich alle auf ziemlich gleichem Niveau, der eine macht mehr Bohei und der andere lässt Tatsachen sprechen. Und morgen ist sowieso schon wieder alles anders.
Die Chefin meint, die Idefixe seien die liebsten Kinder, die wir je hatten. So süß wären noch keine gewesen. Die können wir nicht abgeben. Die Wahrheit ist: Das hat sie in der 4. Woche immer aus Überzeugung gesagt, und lieb waren auch all die anderen. Wie man weiß, haben auch sie alle (Ausnahmen Fianna und Hedda) ihre Kinderstube verlassen. Es wird alles seinen bekannten, teils schmerzhaften, Weg gehen. Aber jetzt feuern eben die Herzkammern so sehr Stakkato, dass jeder Kardiologe seinem EKG-Gerät ein Notstromaggregat spendieren würde, um für alle Fälle gewappnet zu sein.
Doch bei all diesen Betrachtungen mit Herz und Seele, geht das gewohnte Leben beim Blues weiter, das heißt: Es fängt gerade wieder richtig an. Im konkreten Fall dürfen heute Abend Fianna und Hedda nach Schnee und Matsch und den Beeinträchtigungen durch die Idefixe wieder eine Fährte suchen. Es ist schon dunkel und die Fährenchefin braucht eine Hirnbirn, dass sie nicht vom Weg abkommt, aber die beiden suchen wie Schnüffelautomaten, die brauchen kein Licht, nur Begeisterung und Sehnsucht, endlich wieder suchen zu dürfen. Wieder zurück, werfen die Augen der Chefin fast so viele Sternchen wie bei der Betrachtung der Idefixe: Beide haben im ganz hohen Vorzüglich gesucht. Ein paar Kinder und ein Winter können nichts kaputt machen. Fahrradfahren verlernt man auch nie. Und wenn man sich einen Winter lang auf die erst Ausfahrt gefreut hat, macht sie besonders viel Spaß.
Die Halbzeit haben wir nun geschafft. Jetzt beginnt die Hauptzeit und die Endzeit. Wir hoffen auf gutes Wetter, stabile Nerven und eine stabile Gesundheit der Idefixe.
5. Woche (20.03.2019 - 26.03.2019)
Mittwoch, 20.03.2019
Um 4:30 Uhr ist die Nacht in den Frühling hinein schon vorüber. Indra ist es, die offenbar der Ansicht ist, uns möglichst viel von diesem für viele Menschen schönsten Tag des Jahres, dem Frühlingsbeginn, gönnen zu sollen, indem sie unauthorisiert die Schnullerbox verlässt. Wie sie es auch immer geschafft haben mag, über die komplett aufgebaute Sperre zu klettern, jetzt, um halb fünf liegt sie mutterseelenallein in der Küche und plärrt herzerweichend um Hilfe und Erlösung.
So, als übernächtigte und übelgelaunte Frühgeburt, tritt also dieser Frühling in unser Leben, gerade so, als wäre er angesoffen und mit Schlips im Haar zu einem Vorstellungsgespräch erschienen. Doch er berappelt sich, dieser 20. März. Die frostigen -3,5 °C während Indras Mordiosolo baut er nachmittags noch bis auf 7 °C auf, um nachts wieder im Minus zu versinken. Aber dieser Frühlingsbeginn weiß nicht, was Wolken sind, offenbar nie gehört, dementsprechend glücksverheißend ist er: Wie das Wetter am Frühlingsanfang, so ist es den ganzen Sommer lang. Der Märzenpoet würde es etwa so ausdrücken: Wie sich die Sonne zum Frühling wendet, so auch unser Sommer endet. Ja denn, weg mit all den düsteren Erwägungen der jüngsten Vergangenheit; wir tanzen einen Sommer lang.
Ignaz und IndraGegen 10 Uhr, als sich die Temperaturen einigermaßen stabil im Plusbereich eingefunden haben, öffnen wir die Terrassentür, um die ganze Bande zu entlüften (und um zu putzen). Doch nur Ignaz und Indra nehmen das Angebot an und schauen sich draußen um. Eine gute halbe Stunde tun sie das fast allein, nur gelegentlich bekommen sie Gesellschaft von einem ihrer Geschwister, die den Frühlingsanfang lieber in der Küche verschlummern. Dann sind wir der Meinung, dass sie sich genug der Frühjahrsmüdigkeit hingegeben haben und schmeißen allesamt raus, damit wir endlich das Futter zubereiten und Ordnung schaffen können. Kaum sind sie alle draußen, versetzt das Geräusch des Zauberstabs, mit dem wir das Trockenfutter zu Püree verarbeiten, alle zusammen in unmittelbare Alarmbereitschaft. Dieses Geräusch können sie also auch schon in den richtigen Kontext bringen. Um ganz sicher zu gehen, dass sie sich nicht getäuscht haben, übersteigen Inouk, Indra, Ilmo und Iltschi, in dieser Reihenfolge und mit einigem Kraftaufwand, die mobile Sperre, die den Transit von der Terrasse trennt, das sind 30 Zentimeter, aber sie hebeln sich plopp, plopp, plopp, plopp darüber, sprinten durch den Transit und bauen sich in der Küche und in der Futterecke auf, wo die Chefin den Zauberstab bemüht. Der Rest der verhinderten Futtertruppe mault derweil auf der Terrasse herum. Es stellt sich nun die Frage, ob sie zu ungeschickt oder zu feige sind, die Sperre zu überwinden oder aber einfach schlauer als die vier Aktivisten, die nämlich jetzt auch in den Garten zurück gebracht werden, wo serviert wird. Ihr Aufwand war zwar beeindruckend, aber reine Energieverschwendung. Nun wird also gefuttert und drinnen geputzt. Nach der Fütterung, streifen sechs Idefixe durch den Garten – außer Ignaz und Indra, die sich von ihrem vorangegangenen Inspektionsgang erholen müssen. Als wir nach dem Putzen die Terrassentür wieder öffnen, stürmen alle zum Schlafen in ihre Höhle – außer Indra und Ignaz, die sich wieder zu Zweit auf den Weg machen. Wenn man einmal in der antizyklischen Spur ist, kommt man da so schnell nicht wieder raus.
Aber jetzt gibt es keinen Grund mehr, die Terrassentür zu schließen, und so finden wir unsere Idefixe bald überall, draußen im Sammellager, im Transit, in der Küche, jeder und jede nach ihren Neigungen und Bedürfnissen.
Isi versucht sich an Cafè LatteDieser
Isi, frisch aus der DuscheTag mit kaum Besuchern dient den Idefixen, mit ihrem Reich vertraut zu werden. Und sie nutzen diese Gelegenheit. Isi lernt beispielsweise, dass man auch in einer nur schwach gefüllten Wasserschale ausrutschen und pitschnass werden kann sowie, dass man manchmal auf einem Schoß am Kaffeeschaum lecken darf. Knabberstangen lässt auch jemand fallen und finden reißenden Absatz; in diesem Zusammenhang lernen die Idefixe, dass Hedda diese auch vom Tisch klauen kann, dafür aber beim Personal keine Bewunderung auslöst. Indra versucht ein VetBed aus dem Schlaflager zu zerren, woran sie scheitert und beim schnellen Abgang auf die Nase fällt. Generell wirft man immer mehr interessierte Blicke auf die Ein
Iltschi knabbert sich durchrichtung des Spielplatzes, ohne sich schon intensiv damit zu beschäftigen.
Bescheiden ist heute auch die Gewichtstatistik: 340 g. Da hatte Muttern vermutlich eine Frühlingsverstopfung. Das arbeiten wir heute schnell ab: Ignaz 1950 (+30), Irax 2500 (+30), Iberl 2170 (+10), Isi 2320 (+60), Indra 2000 (+70), Ilmo 2120 (+70), Inouk 2210 (+70) und Iltschi 2170 (0).
Donnerstag, 21.03.2019
Nachdem Indra uns und ihren Geschwistern gestern zeigte, dass und wie man die Schlummerbox geschmeidig verlassen kann, beugen wir uns der normativen Kraft des Faktischen (Georg Jellinek), indem wir gestern Abend die Box offen ließen und die Kinder ihren Schlafplatz selbst wählen ließen, in der Kiste, in der Küche oder im Transit. Sie haben das Angebot dankend und schweigend angenommen und sich mit einem sehr tiefen und langen Schlaf bedankt, welcher der Chefin heute bei der Morgeninspektion nur einen ganz kleinen Saustall beschert. Die Mehrzahl der Idefixe erledigen ihr Morgengeschäft erst nach der ersten Milchspeisung bei Mama im Garten.
Wegen Fiannas gestern offenbarten Lieferproblemen, erhöhen wir unsere zusätzlichen Mahlzeiten ab heute auf drei. Und heute Vormittag gibt es erstmals die Welpenmilch mit gequetschter Banane. Ja, das weckt Begehrlichkeiten hinsichtlich des etwas einseitigen Angebots der Mama, die doch bitteschön auch mal Bananenmilch liefern könnte.
Bananenmilch...Auch ohne Bananenmilch und dritter Mahlzeit haben sich die Gewichte gestern wieder normalisiert. Allerdings darf man nicht unterschlagen, dass der Löwenanteil der 530 g in Isis und Iltschis Fettdepots eingelagert wurden. Bei Iltschi machten das gestern 170 g (2340) und bei Isi 140 g (2460) aus. Ilmo hat wieder einen Fastentag eingeschoben (2120) und die anderen ließen es beim Nötigsten bewenden: Ignaz +50 (2000, und damit der letzte Vierpfünder), Irax +50 (2550), Iberl +50 (2220), Indra +30 (2030) und Inouk +40 (2250).
Die Schlacht ums ReishühnchenBei prächtigem Wetter gibt es mittags im Garten wieder Hühnchen mit Reis und einem Löffel Ulmenrinde, dem sie mit großem Appetit zusprechen. Allerdings sind die Idefixe noch richtige Stubenhocker: Fressen draußen unter dem weiß-blauen bayerischen Himmel kommt gut an, aber zum Schlafen danach ist die Küchenhöhle viel sicherer. Dort kuscheln sie sich zu ihrem Verdauungsschlaf zusammen, nur die Mama liegt alleine im Garten. Wahrscheinlich ist ihr diese Auszeit gerade recht.
Indra auf dem SchaukelbrettAber
Ilmo, der Womanizerwenn sie sich in ihrem Spielplatz aufhalten, weiten sie ihre Interessen immer mehr aus. Der kleine Reifen, der seit seiner Ausbringung in den Garten ein sehr einsames Leben führte, bekommt heute von Ilmo Besuch, der sich einmal im Kreis herum sehr für ihn interessiert und dann behutsam durchquert. Indra wagt einen Versuch auf dem Schaukelbrett, das sie kopfüber abwirft und dadurch ihr Interesse noch steigert. Heute ist es für Indra allerdings noch zu früh, hinter das Geheimnis der Beherrschung dieses Möbels zu kommen. Aber schon hat wieder ein Teil ihres Lebensraumes seine Fremdheit verloren. Stück für Stück erobert sich das Leben so seinen Raum.
Dieser Donnerstag ist wegen des Wetters und der stillen Zufriedenheit der Idefixe ein richtig schöner und in sich ruhender Tag. Dazu könnte er der Einstieg in einen schönen Sommer sein: Wie das Wetter sich zeigt nach Benedikt eine Woche lang, so zeigt es sich den ganzen Sommer lang. Viel schöner als heute kann es sich kaum noch zeigen, das Wetter. Es müsste halt nur noch eine Woche durchhalten.
Freitag, 22.03.2019
Heute Morgen entsorgt die Chefin zwölf Häufchen der Idefixe, die kurz nach Mitternacht vom Assi unter nahezu hygienischen Bedingungen in den Schlaf geschickt worden waren. Für die rund fünf Stunden bis zum Erscheinen der Chefin ist das eine beachtliche Leistung. Da allerdings die berechtigte Befürchtung besteht, dass sie ihre Darmperistaltik noch weiter üben werden, kommen sie mit der ersten Handlung in den Garten, um sich dort ungehindert ausleben zu können und gleich auch noch gefüttert zu werden. Das schafft in jeder Hinsicht Ruhe, die man morgens um fünf Uhr im Garten auch einhalten sollte.
Dieser Ablauf wird nun bis zum Schluss beibehalten: Die Zwerge frühstücken ihren Milchbrei, der Assi macht den Stall sauber und dann wird je nach Arbeitsbelastung des Assi, mehr oder weniger gemeinschaftlich gewogen. Das ist der Grund, warum wir uns heute (und in Zukunft) an ganz andere Gewichte gewöhnen müssen als bisher; die Idefixe haben schon vor dem Wiegen gefrühstückt. Und das schlägt sich auf die Hüften und die Waage nieder.
Dann mal los. Irax 2730 g (+ 180), Isi 2700 g (+240), Iltschi 2560 g (+220), Inouk 2510 g (+260), Iberl 2430 g (+210), Ilmo 2410 g (+290), Indra 2240 g (+210) und Ignaz 2200 g (+200). Das sind 1810 g an einem Tag (und einem Morgen). Wenn man die einzelnen Gewichtsgewinne der letzten Wochen Revue passieren lässt, dann zeigen diese Zahlen, wie viel ein Welpe bei einer einzigen Mahlzeit aufpolstert, bis er es dann im Laufe des Tages verbraucht, wieder aufbaut und wieder verbraucht...
Indra testet das FederbrettDieser
IlmoFreitag ist so schön wie der gestrige Donnerstag, und die Idefixe machen dort weiter, wo sie gestern noch etwas schüchtern in das Spielzeugparadies eingetaucht sind. Heute geht es schon merklich mutiger zur Sache, und man spürt bei allen die Neugier, jetzt endlich herauszufinden, was dieser ganze Krempel hier soll. Jetzt wird schon mal versucht, das Federbrett zu erklimmen, was noch nicht klappt oder man legt sich in die bereitgestellten Höhlen. Wem diese Höhlen nicht gut genug sind oder, wer keinen Platz mehr findet, zieht sich ins Haus zurück und tankt dort neue Kraft für neuen Mut.
Isi bei der NormenkontrolleAls ob das für solche Winzlinge nicht schon Abenteuer genug wäre, müssen sie heute noch eine kleine Prüfung bestehen: Die Zwischenabnahme durch die Zuchtwartin. Da müssen sie keine Kunststücke zeigen und auch nicht mutig sein, sondern nur stillhalten und sich begutachten lassen. Wie haben sie sich entwickelt? Wie steht es mit den Marken und den unerwünschten Abzeichen? Sind die kleinen Ruten
Iberl mit komplettem Scherengebissin Ordnung oder haben sie Fehlstellungen? Sind die Nabel gut verheilt? Sind sie wohlgenährt oder zu wohl genährt? So etwas will die Zuchtwartin sehen, und dazu müssen sie einfach nur zwei Minuten Ruhe geben sowie geduldig und lieb sein. Am Ende ist die Normenkontrolleurin sehr zufrieden und hat vor Mutterglück rote Bäckchen. Es ist eigentlich nichts an den Zwergen auszusetzen, nur Iltschi könnte an der Brust eine (unerwünschte) Doppelmarke entwickeln. Das muss man jedoch abwarten, weil die Farbentwicklung in diesem Alter noch fröhliche Urständ feiert und sich in alle Richtung bewegen kann. Die Idefixe haben sich vorbildlich gegeben und der Zuchtwartin viel Freude gemacht. Und uns wundert das nicht, weil wir ihre Entwicklung täglich verfolgen können, aber glücklich über diese acht sind wir dennoch.
Samstag, 23.03.2019
Inouk wärmt sich und einen SchoßEs
Irax und Ilmo ist schade, dass man über einen so makellosen Frühlingstag nicht viel berichten kann, außer dass die Stare sich langsam hier niederlassen und sich ein Quartier suchen. Außer den Staren finden sich natürlich an solch einem Tag Besucher ein, mit denen man die Sonne auf der Terrasse genießt und den Idefixen beim Tollen, Entdecken und Schlafen zusieht. Wenn es den Besuchern zu sehr in den Fingern juckt oder ein Schoß in der frühen Frühlingssonne doch noch etwas Frische verspürt, müssen die Kleinen auf die Schöße und Glücksdienste leisten. Das macht dann alle glücklich.
Inouk entdeckt den FutterknopfHeute bekommen die Welpen mittags zum ersten Mal industrielles Nassfutter (von Platinum), das sie ohne Zögern wegspachteln. Man hat fast den Eindruck, dass sie überhaupt nicht registrieren, dass sie soeben in eine neue Futterwelt vorgedrungen sind, und wahrscheinlich ist es auch so. Hauptsache es haut rein.
Wir dürfen uns also morgen auch wieder über eine sehr wuchtige Gewichtstabelle freuen, die heute allerdings "nur" 1690 g ausweist. Die verteilen sich wie folgt: Irax 2990 g (+260), Isi 2850 g (+150), Iltschi 2800 g (+240), Inouk 2700 g (+190), Iberl 2690 g (+260), Ilmo 2540 g (+130), Indra 2460 g (+220) und Ignaz 2440 g (+240). Dieses Ergebnis bringt die Reihenfolge noch nicht durcheinander, alle haben ihre Positionen gehalten, aber an einigen Positionen ist man sich schon ziemlich auf die Pelle gerückt, was auf baldige Rochaden schließen lässt. Vor allem Ignaz lässt aufhorchen, der bis auf 20 g an Indra herangerückt ist und sicher nicht ruhen wird, bis er die rote Laterne los ist.
Ilmo macht sich sein BettNachdem die letzten Besucher spät abends gegangen sind, drängt der gesamte Bairische Blues förmlich in die Koje. Für die Welpen war das ein ganzer Tag voller neuer Entdeckungen und Aufregungen, für Fianna und Hedda galt das gleiche plus der Verantwortung für die Kinder und demnach viel zu wenig Schlaf für einen Hund. Sie schaffen es an solchen Tag kaum einmal, ein Auge zuzudrücken; das zehrt an der Substanz. Und auch wir verspüren nach all den Gesprächen, all dem Essen und Trinken und natürlich der Betreuung der Idefixe, die einen nie zur Ruhe kommen lässt, dass eine Haube Schlaf jetzt sehr gut tun würde.
Sonntag, 24.03.2019
Wieder zieht der Frühling mit seinem grünen Band durchs Land und beschert uns einen Wonnentag. Und das nicht nur wegen der ungetrübten Sonne. Die aber legt nach den alten Bauernregeln fest: Scheint auf Sankt Gabriel die Sonn’, hat der Bauer viel Freud’ und Wonn’. Liturgiekenner und -puristen werden jetzt sofort aufschreien und einwenden, dass der Gabriel seit 1969 seinen Namenstag am 29. September feiert. Doch seit wann schert es einen Bauern und seinen Begleiter durchs Jahr, ob die da unten am Heiligen Stuhl einem Heiligen seinen Stuhl vom März in den September verschieben? Nach den Römischen müsste der Bauer heute der Katharina gedenken, was ihm und uns auch recht sein soll. Bitteschön: Sonnenschein an Kathrein, lässt den Sommer wonnig sein. Ist doch auch schön, muss ja nicht immer das Original sein.
Vor dem morgendlichen Wiegegang bekommen die Idefixe heute eine aufgemotzte Welpenmilch, der wir jetzt Hüttenkäse zugeben, weil sie mit der Grobkörnigkeit des Hüttenkäses nun schon zurecht kommen. Das Frühstück sieht demnach so aus: 250 g Magerquark, sechs Eigelb, sechs Esslöffel Distelöl, ein Becher Hüttenkäse und zwei Bananen. Aufmerksame Leser werden merken, dass wir die Menge inzwischen verdoppelt haben, was beim Appetit des Nachwuchs auch zwingend geboten war. Und das geht über die Zungen wie himmlisches Manna mit Gänseleber.
Ignaz, erschöpft nach der AufholjagdDie Rennliste liest sich heute morgen wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht: Ignaz hat es geschafft! Der Reihe nach: Irax (3270 g, +280) kontrolliert das Feld von vorne. Iltschi drückt sich an Isi vorbei, was bei 310 g Zunahme auch nur schwer zu verhindern ist: 3110 g. Da kann Isi mit den gut gemeinten 200 g nichts ausrichten: 3. Platz und 3050 g. Die drei sind die ersten Sechspfünder und rein optisch fast schon schlachtreif. Iberl ist auch einen Platz nach vorne gerückt, aber noch im U-3000-Feld: 2910 g (+220). Die zweite Hälfte führt Inouk (2810 g) an, der mit Iberl den Platz tauschte; mit 110 g ist bei diesen Gigantophagen auch nicht viel Staat zu machen. Und dann – Tusch – taucht Ignaz aus den Wäldern auf und beansprucht den sechsten Rang: 2700 g (+260). Ilmo ist auf dem besten Weg, den Ignaz zu machen, hält aber den siebten Platz noch: 2640 g (+100). Die Ignatia heißt jetzt
Indra und InoukIndra mit 2620 g (+160). Das sind wieder stolze 1640 g, und wir beschließen, den Kalorienhahn ein wenig zu drosseln, weil einige Modelle von oben wie ein Saugroboter aussehen. Die Idefixe scheinen exzellente Futterverwerter zu sein, was für ihre neuen Futterverwalter höchste Wachsamkeit bedeuten muss. Die Königsregel für die Welpenernährung lautet bekanntlich: groß hungern! Überversorgung sorgt schnell für die gleichen Wohlstandswehwehchen und -krankheiten wie beim Menschen. Unser Bestreben war es noch nie, propere Speckrollen abzugeben, sondern kerndlg'fütterte Kraftwerke, die nicht beim ersten Lufthauch umkippen. Bisher ist uns das ziemlich gut gelungen, und deshalb wird jetzt erst mal ein klein wenig gebremst: weniger Kalorien, mehr Spielerien.
Eddy auf KinderbesuchZumindest
Eddy und Ignazdie zweite Forderung dürfte heute kein Problem sein: Papa Eddy kommt zu Besuch, sieht sich seinen Nachwuchs an und stellt sich seiner künftigen Verwandtschaft vor. Schwer zu sagen, ob er eher als charmanter Souverän oder als souveräner Charmeur durchgeht, jedenfalls erobert er die Herzen im Sturm. Er stellt sich der ungewohnten Situation, macht sich bei seinen Kindern bekannt, was nicht schwer ist, weil die
Den Papa ist stolz auf seine Kinderihm in dieser Hinsicht zuvorkommen, ihn umwuseln und Ansprüche stellen. Eddy kommt damit klar, zeigt keine Fluchtreflexe und keinerlei Aggression; ein Papa, wie er im Bilderbuch steht. Die Eddy-Touristen können sich gar nicht sattsehen an "ihrem" Papa, dafür können sie sich mit Weißwürsten, Brezen und bayerischen Getränken sattessen und den Brand löschen, den die stramme Märzensonne in den Adern und den Gesichtern aufglühen lässt.
Ilmo diskutiert auf AugenhöheAufblühen tun natürlich unter diesen Voraussetzungen auch die Idefixe, die zur Hochform auflaufen und die Gesellschaft mit- und zu Beifallskundgebungen hinreißt. So viel Glück mit dem Wetter, so viel Glück mit dem Papa und so viel Glück mit den Gästen: Ein unvergesslicher Tag, den es so und in dieser Zusammensetzung nie wieder geben wird.
Gegen unsere Diätabsichten, aber unter Einbeziehung des enormen Energieverbrauchs an einem solchen Tag, bekommen die Idefixe heute Mittag erstmals normales und gewolftes Rindfleisch (kein Luxustatar) mit Reis. Ihnen ist es sowieso egal, was in der Schüssel ist, sie machen keine Vermerke an der Speisekarte, um mit Nachdruck Varianten einklagen zu können, nein, durch ihre Mundöffnungen verschwindet alles, das ihnen vorgesetzt wird.
Nachdem die letzten Besucher gegangen sind, ist Fianna offenbar der Ansicht, dass ihre Kinder heute einfach nur herzerweichend toll waren und sie deshalb besonders belohnt werden müssten. Sie legt sich ins Kuddebett, worauf alle angewackelt kommen und einer nach der anderen von ihr bespielt wird; Fianna ist unübersehbar in bester und entspannter Blödellaune, knibbelt ihre Kinder überall, kneift sie ins Bein, kugelt sie herum. Die sind ganz überrascht, weil sie ihre Mama so noch nicht kennen (wir schon), wo sie doch oft so streng mit ihnen ist. Und sofort sind alle da, um mitzumachen. Es entwickelt sich ein herzerweichendes Spiel im Kudde, Mama im Kreise ihren Welpen, die gar nicht aufhören wollen, aber vom Schlaf übermannt rings um ihre Mama einschlummern. Was für eine Szene. Heute können wir Fianna nur schwer überzeugen, ihre Kinder allein zu lassen und mit uns nach oben zu gehen.
Montag, 25.03.2019
Graupelschauer oder doch schon Hagel?Der Frühling bekommt weiche Knie. Das Wetter gibt nach. Morgens ist es schon stark bewölkt bei 8 °C und nachmittags ziehen einige Schneeschauer übers Land. Sogar ein Graupelschauer mit erbsengroßen Kugeln prasselt vor den Idefixen nieder, die sich auf der Terrasse davon aber nicht wirklich stören lassen. Sie schauen auf, nehmen den Unfug zur Kenntnis und schlafen, aneinander gekuschelt, weiter. Diese Entwicklung lässt nicht viel Hoffnung auf einen brillanten Sommer, weil das Benedikt-Wetter offenbar keine ganze Woche durchhält. Wird also nichts mit einem ungetrübten Sommer. Aber was weiß der Hunderter eigentlich vom Klimawandel? Ist der überhaupt noch seriös? Wir setzen voll auf maximale Erderwärmung und schicken den Insulanern in der Südsee einen Container voller Schwimmreifen.
Heute ist Mariä Verkündigung und logischerweise einer jener Lostage, die alle Wetterpropheten in helle Aufregung versetzt. Dass genau heute die Schwalben kommen, halten wir für Unfug; wir haben noch keine gesehen (An Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederum). Bedrohlicher ist schon dieses hier: An Mariä Verkündung hell und klar, ist ein Segen für das ganze Jahr. Und was ist an Mariä Verkündigung dunkel und trüb? Wir wollen es nicht wissen.
Aber wir wollen wissen, wie den Idefixen der gestrige Tag mit allen seinen Aufregungen und Aktivitäten bekommen ist und stellen fest, dass sie ihn gut verkraftet haben. Die 1450 g gehen bestimmt aufs Konto der vielen Bewegung, denn als Diättag konnte der gestrige nicht durchgehen. Im einzelnen sieht es so aus, dass nur Isi die Reihenfolge durcheinanderbringt, weil sie Iltschi wieder auf den dritten Platz abgedrängt hat. Irax 3290 g (+20), Isi 3230 g (+180), Iltschi 3210 g (+100), Iberl 3120 g (+210), Inouk 3080 g (+270), Ignaz 2900 g (+200), Ilmo 2890 g (+250) und Indra 2840 g (+220). Keine Frage: Die zweite Reihe hat sich noch längst nicht ergeben, da ist richtig Feuer unter dem Topf und die vorne sollten sich vorsehen.
Wegen des miesen Wetters, spielt sich heute viel im Haus ab oder sie liegen draußen und schlafen. Es ist heute ein typischer Regenerationstag nach dem gestrigen Trubel. Nur der Assi schleicht erfolglos mit der Kamera herum, um irgendein Bild zu bekommen. Es gibt eben Tage, da wünscht er sich, er wär sein Hund und läg faul auf seiner Decke und säh sich mitleidig zu...
Doch abends ist er wieder obenauf. Die Idefixe müssen zur zweiten Wurmkur antreten. Wegen der sehr fragwürdigen Akzeptanz der ersten Entwurmung und der Verkleisterung der Küche mit Panacur, beschließt die Chefin heute ein neues Verfahren: In ein kleines Schüsselchen kommt etwas Nassfutter mit Wasser und dazu
Isi schmeckt die Wurmkurdie 2 ml Panacur. Die Schüssel wird auf den Küchenblock gestellt und die Zwerge dürfen sich dort oben, schön nacheinander, selber kurieren, weil diese Aktion auf dem Boden nie funktionieren würde; entweder würden alle um den einen Mampfer herumturnen und lästig sein, oder, wenn wir alle zusammen kurieren würden, bekämen manche eine ganze Jahresration und andere nichts ab. Deshalb die Einzelkur auf dem Küchenblock, die geradezu sensationell hinhaut; die stehen da und schlabbern mit Begeisterung, was sie vor kurzem noch zum Speien fanden. Und außerdem sind sie sehr sicher (natürlich sichern wir sie ab), turnen nicht herum und machen keine Anstalten, sich von dem Möbel zu stürzen. Das werden wir uns merken und an den nächsten beiden Tage gleich noch vertiefen. Darauf hätten wir auch schon früher kommen können, aber das Flubenol machte eben keine solchen Probleme. Anschließend gibt es die Abendmahlzeit (Trockenfutterpampe), die auch noch bestens ankommt. Fressen und schlafen, dazwischen ein wenig Wind machen, Hosenbeine testen, Fersenbeine kneifen und überall hin pinkeln – ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Ignaziraxiberlisiindrailmoinoukiltschi heiß!
Dienstag, 26.03.2019
Morgens um fünf findet die Chefin nur drei stramme und offenbar kerngesunde Häufchen in der Küche, auch, weil der Assi noch eine nicht sehr üppige, aber dennoch erfolgreiche Nachternte gesammelt hatte. Das freut den Züchter und den Morgenmuffel gleichermaßen. Die Kleinen kommen, wie jetzt jeden Tag, sofort in den Garten, damit die Chefin die gröbsten Misthäufen beseitigen kann, was heute ja praktisch ausfällt, und die Morgenmilch zubereiten kann. Da die Idefixe inzwischen wirklich sehr fixe Kinder sind, kennen sie jedes Geräusch und können es korrekt zuordnen. Ein Zauberstab signalisiert unmittelbar bevorstehende Nahrungsaufnahme und macht die Zwerge sehr aufdringlich. Eine geordnete Bewegung ist unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistet. Da das in der Küche zubereitete Futter auch unfallfrei ins Freie und zu Boden gebracht werden muss, lenkt die Chefin den Hungerhaufen mit dem sogenannten "Vogelfutter" ab, das sind kleine, auf den Boden geworfene Bröckchen von Platinum Welpenfutter. Das Angebot ist so unwiderstehlich, dass es tatsächlich gelingt, das Interesse der ganzen Meute auf die Futterbröckchen zu lenken und die Futterschalen auf den Boden zu stellen. Auch das ist eine Premiere für die Idefixe, denn Trockenfutter in seiner ursprünglichen Form kennen sie noch nicht. Ein Problem haben sie damit aber auch nicht. Nächster Meilenstein abgehakt.
Fianna sucht einen SpielpartnerWenn man
Auch Hedda bleibt mit ihrem Schwein allein den Glücksmomenten der Nahrungsaufnahme absieht, ist es heute eher garstig draußen. Bedeckt ist es, sehr bedeckt, bei 1,5 °C. Später ziehen einige Schneeschauer vorbei, aber nachmittags teilen sich Sonne und Wolken den Himmel. Ist es um Ludger draußen feucht, bleiben auch die Kornböden leicht. Unseretwegen. An einem Tag 40 Tage Frost, am nächsten nichts als Sonne und Wonne einen ganzen Sommer lang, dazu volle Scheuern und dann wieder leere Kornspeicher. Wovon soll denn der Bauer jetzt seinen Rachenputzer schwarz brennen? Es ist ein Graus mit dieser Welt.
Inouk wagt den Aufstand! 320 g hat er sich gestern unter die rotzfreche Nase geschoben und mit 3400 g zu Irax aufgeschlossen, der es nur auf 110 g brachte. Mit nur 90 g Zugewinn schafft es Isi, ihren dritten Platz zu halten (3320 g). Mit 3310 g (+100) folgt Iltschi auf dem vierten Platz. Iberl belegt mit 3280 g (+160) den fünften Platz. Bis hierher sind die Abstände ziemlich zusammengerückt; zwischen den beiden Ersten und dem Fünften liegen nur 120 g. Dann tut sich eine kleinen Lücke auf: 3070 g für Indra (+230!) und Ignaz (+170). Nach dieser Gewaltaktion von Indra hat nun Ilmo die rote Laterne: 3000 (+110). Es ist also weiterhin Bewegung in der Truppe, die mit 1290 g Zunahme nicht kurz vor einem Hungerödem steht.
Hedda und IndraTrotz des zugigen und frischen Wetters, sind die Idefixe viel draußen. Sie kuscheln sich zusammen oder sehen sich um, je nach Laune und ob Mama, Halbschwester oder Zweibeiner ihre Bemühungen verfolgen und bejubeln. Einen Herzensbrecher landet Hedda, die, wie sie meint, unbeobachtet, Indra ihr ganzes Herz ausschüttet und mit ihr minutenlang spielt. Die beiden kneifen sich, kuscheln, schnäbeln und rasen herum, aber nur solange niemand zusieht, dann geht Hedda wieder auf Distanz und summt das Lied der Wise Guys: "Kinder find ich nicht so toll, tut mir wirklich leid..." Muss ja nicht jeder wissen, dass in ihrer Brust ein Herz aus Ideflex schlägt. Pass nur auf, wir kriegen dich schon noch rum.
Ilmo und IndraWas auffällt ist, dass sich jetzt die Rangeleien häufen. Alle tragen nun eine kleine Zündschnur am Hintern, die sofort Feuer fängt, wenn sich ein anderer Hintern daran reibt. Und huuusch und tuschschsch. Rummms. Zwei Sekunden dauert die Explosion, dann geht man wieder getrennte Wege – und trifft sich mindestens zweimal jeden Tag. Rangordnungen werden getestet, erstritten, eingeklagt und wieder verworfen. Alles ist im Fluss, nichts hat Bestand, muss aber ständig auf den Prüfstand. Es macht überhaupt keinen Sinn, darüber Buch zu führen oder tiefschürfende Psychogramme daraus abzuleiten. Wenige Minuten später liegen wieder alle zusammen, übereinander und untereinander im Bett und erzählen sich Gute-Nacht-Geschichten.
Es sind ganz andere Geschichten, die berichtenswert sind. Beispielsweise, wenn Inouk nicht nur Irax auf der Waage herausfordert, sondern binnen (ach, liebe Schweizer: innert!) Minuten vom Welteneroberer zum Bettnässer wird. An der Gartenseite unseres Hauses ist ein kleines, gläsernes Gewächshaus angebaut, in dem unserer Kübelpflanzen zusammen mit den Kakteen überwintern. Noch ist es nicht warm genug, um die Kübel schon wieder auszuwildern, weshalb das Häuschen noch immer vollgestopft ist. Die Tür zum Glashaus steht aber häufig offen, auch weil man von dort in die Hundedusche gelangt und von dort wiederum weiter ins Haus, was es uns ermöglicht, den Welpenspielplatz von dort oder vom Wohnzimmer (Transit) zu betreten und zu verlassen. Das ist bei einem so gewitzten Haufen, wie es die Idfixe sind, von großem Vorteil, weil man sie auch mal in die falsche Ecke tricksen kann, um über die andere ins Haus zu kommen. Man glaubt ja nicht, wie flink die inzwischen sind und jederzeit in der Lage, einem den Weg zu verstellen oder ein Bein zu stellen. Man muss inzwischen schon trickreich sein, um zurecht zu kommen. Heute steht also die Glastür zum Glashaus auch wieder offen, und Inouk ist der Erste, der es wagt, sich dort einen Überblick zu verschaffen. Das Problem ist nur, dass er genau das nicht tut, sondern sich, ganz ohne Überblick und demzufolge ohne Durchblick, innert Sekunden von der Tür zwischen allen Kübeln hindurch bis in die hinterste Ecke des Glashauses durchwühlt – und feststeckt. Man muss ihm zugute halten, dass er männigliche Anstrengungen unternimmt, dieser sehr misslichen und beengten Situation zu entkommen, aber scheitert. Wo immer er landet, er steckt zwischen den Kübeln fest. Ratten hätten ein solches Problem intelligent gelöst, nicht aber ein Hovawartbub in Windeln. Der Assi amüsiert sich köstlich an den Bemühungen des Inouk vom Bairischen Blues, sich selbst wieder aus der Misere zu manövrieren, überzeugt, dass er es schaffen wird. Doch die weichen Herzen weiblicher Besucher wollen dem verzweifelten Nachwuchs keinen selbst erarbeiteten Erfolg gönnen, räumen die Kübel beiseite und retten ihn. Welch eine Schmach für den stolz gestarteten und letztlich vom WHW (Weiberhilfswerk) befreiten Inouk. Es dauert keine zwei Minuten, bis er wieder ins Glashaus spaziert, wahrscheinlich um die Scharte auszuwetzen, und bei diesem Versuch noch vor der dramaturgischen Zuspitzung gerettet wird. Kann es schlimmer kommen? Der Assi geht jede Wette ein, dass Inouk für den Rest seines Lebens jedes Glashaus aufsuchen wird, um sich von diesem frühkindlichen Trauma zu befreien, einmal wenigstens Held im Glashaus sein und eventuell mit Steinchen schmeißen. Ach, Inouk, wie gern hätte der Assi dir dieses Los erspart.
Inouk meistet die Wurmkur brillantDie Entwurmung 2.2 am Abend gibt zwar Gelegenheit, sich einigermaßen zu rehabilitieren, was aber nur unvollständig gelingen kann, weil auch die Geschwister wie die Erben von Reinhold Messner auf dem Küchenblock stehen und sich ihre Pana-Kur einverleiben. Eigentlich müssten wir sie gar nicht mehr festhalten, so sicher und stabil bewegen sie sich dort oben. Für gescheitete Helden kein Ort der Wiedergutmachung.
Drei Wochen stehen uns (und Inouk) noch gemeinsam bevor. Der Assi verspricht Inouk, ihm in den abschließenden drei Wochen eine Gelegenheit zu verschaffen, sich zu rehabilitieren. Vornehmlich aber werden wir eher besorgt in die Zukunft schauen, weil nun die kritische Zeit der schwindenden Immunkraft der Welpen anbricht, jene Zeit, in der der Immunschutz durch die säugende Mutter fast komplett verschwindet, aber bis zur anstehenden Impfung in der achten Woche möglicherweise nicht genug eigene Widerstandskraft aufgebaut werden kann, um jeden Angriff von außen abzuwehren. Wir drücken den Idefixe ganz kräftig die Daumen und versuchen, alles von ihnen fernzuhalten, was ihnen auf Magen, Darm und anderswohin schlagen könnte. Wenn nur die Gegner nicht so heimtückisch und klein wären.