Mittwoch, 8. Februar 2023
Halb 3 Uhr hat’s geschlagen – und die Hex ist wieder wach.
Hedda verspürt anscheinend Spannungen in der Brust und verlässt das Rudelgemach, um ihren Kindern eine sehr frühe Speisung anzubieten. Der Assi folgt ihr aus folgenden drei Gründen. Einerseits will er nicht wieder mit einem „Geh du!“ geschickt werden, sondern eigenverantwortlich seinen Assi-Pflichten nachkommen; die einen nennen das proaktiv, die anderen vorauseilender Gehorsam. Zweitens weiß er, dass Hedda nur noch ungern in die Kiste zur Speisung steigt, was zur Folge haben könnte, dass sie sich davor legt oder die Knirpse über die Bordwand hinweg anmacht, die ihr aber nicht folgen können, weil die Bordwand mit 30 Zentimeter einfach zu hoch ist. Und drittens befremdet ihn das für die Tageszeit allzu fröhliche Krakeelen, das aus der Küche nach oben schallt. Als er unten ankommt, ist er überzeugt, dass ihm sein alterndes Augenlicht einen schlimmen Streich spielt: Hedda liegt vor der Schnullerkiste auf einer Decke – mit Koschi, Klecks und Korbi am Bauch. Die drei haben tatsächlich die Bordwand überstiegen! Ob sie erst gestiegen sind und dann die Mutter riefen oder diese herunterkam und sie herauslockte, werden wir nicht erfahren und ist auch ohne Belang. Von Belang ist, dass sie es geschafft haben! Dabei hatte der Assi beim nächtlichen Umschluss noch überlegt, ob er sicherheitshalber die Türe zum Treppenhaus schließen sollte, falls doch einer ein an der Bordwand liegendes Geschwister als Ausstiegshilfe nutzen könnte, aber diese Konstellation schien ihm doch zu weit hergeholt und gewagt. Pustekuchen! Wir stellen an dieser Stelle mit der gebotenen Bescheidenheit fest, dass der Mensch denkt und der Knirps lenkt. Neuzeitlich gesagt bedeutet das, dass der Knirps agiert und der Mensch reagiert. Und genau das tut der Assi jetzt: Die erstinstanzliche 10-cm-Bordwand wird auf die 30 cm gesetzt und der Gulag, zumindest für wenige Tage, zur Verschlusssache. Aber dann ist die Krabbelkiste sowieso Vergangenheit und Knirpsennostalgie.
Nochmal zwei Stunden Schlaf mit wilden Träumen von im ganzen Haus herummarodierenden Knirpsmutationen, und dann springt das Kinderkarussell wieder an. Schön, dass draußen Sterne funkeln und uns die heile Welt vorflunkern, aber verheimlichen, dass das Mangfalltal eine eisige Frostbeule ist: -8 °C. Kein Lichtmess mehr, aber im schlaftrunkenen Auge des Chronistenassis schlicht mess.
Nun geht das wieder los mit der bekannten Morgenroutine, die ab heute, neben den bisherigen Erledigungen wie Hedda-Milch, Kinderwiegen, Schnullerbox wischen und neu eindecken, etc. auch den Küchenputz beinhaltet, weil die Knirpse inzwischen den ganzen Tag herumsauigeln. Das ist zwar eine grobmotorische Verrichtung, aber auch historisch gewachsener Assi-Job. Dann mal los: Chefin und Mädels raus zum Lüften, Knirpse in die frische Kiste und Feudel marsch.
Während die Küche trocknet und wie neu glänzt, hat der Assi Zeit, sich die Gewicht anzusehen.
Koschi 1930 (+40), Korbi 1700 (+100), Kini 1660 (+30), Kuno 1590 (+80), Klecks 1570 (+20), Käptn 1460 (+80), Kathi 1430 (+30), Krischan 1420 (+20). Das summiert sich auf 400 Gramm Zunahme und einen Durchschnitt von 1595 Gramm.
Kein Zweifel, in dieser Entwicklungsphase, da alle schon einen markigen Zug auf die Zungenrolle bringen, wird jede Nachlässigkeit sofort bestraft. Heute ist Krischan das Opfer eigener Fahrlässigkeit. 20 Gramm sind deutlich zu wenig, um seine Position zu stabilisieren oder gar aufzurücken. Davon profitiert dann der Käptn mit eigentlich sehr spießigen 60 Gramm.
Das morgendliche Routineputzen trägt leider nicht mehr über den ganzen Tag, weil die Lieblinge ganztägig leck sind. Neben WikiLeaks, Swiss Leaks und Offshore Leaks veröffentlicht der Bairische Blues hiermit in loser Folge die Puppy Leaks. Das Vertrackte dabei ist nicht so sehr, dass sie pinkeln und uns damit Arbeit machen, sondern dass sie uns nach Möglichkeit an der Durchführung dieser Arbeiten zu hindern suchen, indem sie sich bereits jetzt schon auf das Handtuch setzen, mit dem wir klar Schiff machen wollen. Ihre Vorgänger haben das in unserer Erinnerung zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Schirm gehabt. Mit oder ohne Puppy-Sabotage: Wir müssen ab jetzt ganztägig hinter den kleinen Wasserspendern her sein, damit wir dem Augiasstall noch Herr werden.
Knirpse hinter GitterSoeben haben wir noch oberlehrerhaft von Nachlässigkeiten geschwafelt, die sofort bestraft werden. Und schon bekommt der Chronist sein Geraune um die schlauen Ohren gehauen. Es betrifft die beiden Durchgänge zum Wohnzimmer, die wir gestern dichtmachten, den Zugang zum Treppenhaus aber noch nicht für sicherungsbedürftig hielten; haben ja noch keinen so großen Aktionsradius, die Knirpse. Nun hat sich aber dieser Radius schneller erweitert als das Denkvermögen des Assis dies für möglich hielt: Die Glastür zum Treppenhaus ist erkennbar das nächste Explorationsziel. Wäre der Assi kein Assi, sondern ein Wassi, also ein Wissenschaftsassistent, würde er sich jetzt in Wartestellung begeben, um zu erfahren, wer der Erste sein würde, der den Durchmarsch bis ins Treppenhaus schafft und diese(n) dann gebührend rühmen. Nach Lage der Dinge beschließt er jedoch, die Wissenschaft zu verraten und die gebotene Vorsorge zu treffen. Dazu wird die gestern installierte zweite Sperre abgebaut und quer so in den Flur gesetzt, dass weder das Treppenhaus noch das Wohnzimmer erreichbar ist. Das wäre auch gestern schon die bessere Variante gewesen, aber wir haben die pfiffigen Zwerge und ihr Schneewittchen tatsächlich unterschätzt. Nun sind die Knirpse in ihrer Küche festgesetzt, aber wir und die Mädels haben freien Zugang zum Wohnzimmer und zum Treppenhaus. Wir wiederholen uns: Der Mensch denkt und der Knirps lenkt. So ist das eben. Erfahrene Eltern werden dieses Lied mitsingen können.
Die Sache mit dieser Sperre belegt exemplarisch das höllische Tempo, das die acht vorlegen. Morgens die Sperre in den Flur gebaut, nachmittags, als der Assi die Zuchtmeisterin von der Bahn nach Hause bringt, ist dieses Gitter nicht einfach irgendein Gitter in der Knirpsenwelt, sondern das Tor in die Freiheit und der Ort, an dem sich alles Wichtige abspielt, z.B. die Herrschaften nach ihrer Abwesenheit erscheinen werden und begrüßt werden müssen. Die stehen nicht durch Zufall alle am Gitter, sondern haben die Gesamtlage gepeilt und eingeordnet. Auf zu neuen Ufern!
Wir sind überzeugt, dass ihre Vorgänger zu Beginn der vierten Woche noch nicht so fix in der Birne waren. Aber ganz sicher sind wir uns natürlich nicht. Falls jetzt jemand den Vorschlag auf der Zunge hat, wir könnten uns doch in unseren alten Aufzeichnungen versichern, müssten wir eingestehen, dass das kaum möglich wäre, weil es kein Vergnügen ist, in langatmig schwadronierenden Erzählungen die gesuchten Entwicklungseckpunkte herauszupicken. Dazu hat noch nicht einmal der Chronist Lust und ausreichend Zeit, der geplagte Assi schon zweimal nicht. Wer also Lust hat, darf sich gerne um den Bairischen Blues verdient machen und die hier geschilderten Lernfortschritte exzerpieren und uns in tabellarischer Form zukommen lassen 😉.
Mal sehen, ob sich in dieser Hinsicht jemand erbarmt, wir können uns leider unserer Knirpse nicht erbarmen, sondern müssen ihnen heute noch die dritte Portion Panacur verpassen, was sie mittlerweile mit einer ordentlichen Portion Abgebrühtheit kontern. Es macht noch nicht mal mehr Sinn, den Vorgang zu fotografieren, weil die blitzschnelle Kamera noch in der Aufwärmphase ist, wenn die Pana-Kur durch ist.
Erst ein Nachschlag an Mamas Bar und danach noch Schmusen- so gefällt Korbi das LebenAuch die anschließende Milchspeisung im Gemeinschaftsring zeugt von einem bemerkenswerten Lernfortschritt (für Fortschritts-Exzerpierer: hier bitte einen Marker setzen). Die meisten halten ihre Position besser als gestern und suchen ihren Vorteil nicht in der verkleckerten Milch auf dem Laken. Doch ausgerechnet der Klecker-Klecks und Kini finden heraus, wie man sich neue Vorteile verschafft, indem man nämlich im Kreis herum durch den Ring baggert und den anderen die Milch abgräbt.
Klecks und Kini haben somit heute ihre ganz persönliche Milchstraße entdeckt. Die Knirpse greifen nach den Sternen.
Donnerstag, 9. Februar 2023
Wenn die Knirpse heute Morgen um 5:30 Uhr die blauen Knopfaugen öffnen, können sie bei -8 °C immer noch die Milchstraße sehen, aber wir frieren schon beim Gedanken daran, den Zwergenstadel verlassen zu müssen.
Das können wir zwar nicht verhindern, aber die Zeit bis dahin können wir mit Sinnvollem füllen, damit die unguten Gedanken nicht den Morgen beherrschen. Also wird die Schnullerbox gewischt und frisch eingedeckt, und dann kommt die Waage zu ihrem immer so bescheidenen und zurückhaltendem Auftritt. Sie ist es, die jeden Morgen den Takt vorgibt und den Gesprächsstoff bestimmt, aber selbst nur als Requisit wahrgenommen wird wie der Stuhl auf der Bühne, auf dem alle Akteure irgendwann einmal sitzen, ohne dass er die Aufmerksamkeit zuteilwird, die ihm gebührt. Schließlich wird er von jedem Arsch besessen, einen jeden muss er aushalten, ja, sogar ignorieren. Aber dankt ihm das jemand? Wir wissen, was wir an unserer Waage haben und sagen ihr ein herzliches Dankeschön für ihren präzisen Dienst jeden Morgen. Heute liefert sie uns folgendes Ergebnis.
Koschi 1940 Gramm (+10). Beim Springreiten würde man sagen, er versammelt sich vor dem Oxer: gestern 40 Gramm, heute zehn, und jetzt volle Konzentration auf den mächtigen Sprung. Wir werden sehen, was er ausbrütet.
Korbi 1750 (+50) und Kini 1690 (+30) liegen im Erwartungshorizont, nur Klecks brettert mit 110 g (1680) an Kuno vorbei, der unter diesen Umständen mit 70 Gramm unterperformt (1660).
Die Dreierkombi am Ende sortiert sich wieder ein bisschen um: Krischan legt 90 Gramm zu und zieht an Käptn (1500, +40) und Kathi vorbei (1460, +30), die damit wieder das Schlusslicht stellt.
430 Gramm sind 30 Gramm mehr als gestern und sehr zufriedenstellend. Der Durchschnitt liegt jetzt bei 1648 Gramm.
Trotz aller Zufriedenheit füttern wir heute und fortan zweimal zu, vor allem, um Hedda zu schonen. Die Knirpse entwickeln nämlich Zähne (Koschi ist auch in dieser Hinsicht am weitesten) und Hedda kann nicht mehr so viel Milch liefern wie die Kleinen gerne hätten. Diese Konstellation geht zu Ungunsten der Mutter aus, weil die Zwerge umso mehr zupacken, je weniger sie fördern können. Alles dreht sich in diesen Wochen zurecht um die Knirpse, aber wenn wir die Mama nicht vor ihnen schützen, dreht sich das allseitige Vergnügen schnell ins Missvergnügen. Vereiterte Zitzen sind das Allerletzte, das wir ihr und uns antun wollen. Zumal sie wirklich alles tut, was in ihrer Macht steht, um ihren Auftrag zu erfüllen.
Eine dieser Dienstleistung ist jene, deren Einstellung wir ihr am wenigsten übelnehmen würden: der Toilettenservice. Noch immer leckt sie Teiche auf, und züngelt Breiwürstchen weg, wie das Gesetz es befahl. Manche Besucher müssen dabei wegsehen, weil ihnen der Anblick mächtig ans Zäpfchen greift, aber Hündinnen machen das nicht, weil sie koprophil sind oder Menschen zum Würgen bringen wollen, sondern weil sie im Wortsinn die Luft um ihren Bau rein halten müssen, damit von den Gerüchen keine Fressfeinde angezogen werden. Wir schätzen diesen Dienst sehr, wissen aber, dass bald wir dafür verantwortlich sein werden, die Luft rein zu halten.
Ikea-Ratz erlegtUm Käptn und der Tigerfuchswurmdie Aufmerksamkeit der Knirpse einerseits etwas zu befeuern und andererseits von der Mutter abzulenken, beschicken wir unsere Küche mit neuen Spielsachen: Die bei allen immer sehr beliebte IKEA-Ratte, den schwurbeligen Tigerfuchswurm und vieles mehr. Die kleinen Spielratzen sind sofort daran interessiert, nehmen sie in Beschlag und besetzen sie. Kini packt sich gleich die Ratz und schüttelt sie tot. Ist er nun einfach ein Frühentwickler oder ein royaler Despot, der keine Nebenbuhler duldet? Gut, dass die Konzentration in diesem Alter schnell erschlafft, was der Ratz ein Leben nach dem Kini ermöglicht.
Und noch etwas zum Schluss. Falls in Verfolgerköpfen die Frage nach dem Fortschritt der Dreharbeiten am Knirpsenfilm herumschwirrt: Heute ist wieder Drehtag. Klappe. Und Klappe zu…
Freitag, 10. Februar 2023
Auch dieser Freitag startet wie ein Wintertraum ohne Schnee, die Sterne funkeln um 5 Uhr um die Wette und scheren sich nicht um die -5 °C, schließlich ist es bei ihnen da draußen noch viel, viel bitterkälter.
Für uns entscheidender als der frische Morgen ist das herrliche Gestern, weil der Bauernprophet meint: Ist’s an Apollonia feucht, der Winter oft sehr spät entfleucht. Und die Polly feiert man am 9. Februar. Von einer feuchten Polly konnte gestern wahrlich nicht die Rede sein. Wir haben also allen Grund, uns auf einen sehr baldigen Frühling zu freuen.
Jetzt geht die Lastenpost auf dem Kinderkarussell aber richtig ab. Wir haben den Eindruck, die Knirpse statten sich mit Schwunggewichten aus, damit es besser rundgehen kann: 880 Gramm Zuschlag auf der Waage ist der Startschuss zu einer bevorstehenden Rallye! Die wichtige Erkenntnis aus dieser Zunahme ist, dass die externe Milch nun verstoffwechselt wird. Anfangs muss sich der Verdauungsapparat erst daran gewöhnen, und die Milch läuft mehr oder weniger durch. Jetzt wird sie aufgenommen und verarbeitet. Dann schauen wir uns das Rekordergebnis einmal an:
Koschi 2130 (+190), Korbi 1890 (+140), Kuno 1830 (+170), Kini 1780 (+90), Klecks 1770 (+90), Kathi 1580 (+120), Käptn 1550 (+50), Krischan 1540 (+30). Am Ende steht ein Gewichtsgewinn von 880 Gramm zu Buche und ein Durchschnittsgewicht von 1758 Gramm.
Angesichts dieses geradezu scholzigen Achtfach-Wumms‘ ist es von untergeordneter Bedeutung, was Koschi treibt oder welcher Protagonist der Viererbande sich hervortut oder blamiert, was zählt ist Kathis Kalorienkraftakt, der sie leicht und locker an ihren beiden Brüdern Leichtfuß vorbeifliegen lässt. Sie macht auch gleich einen viel respektableren Eindruck auf ihre Brüder, die offenbar ahnen, dass es nicht sie sein wird, die gewogen und für zu leicht befunden wird.
Kuno batzt etwas rumViel Koschi mit gepflegten Essmanierensteht heute nicht mehr auf dem Programmzettel, dafür aber Gehaltvolles. Die Knirpse erhalten ihre erste Fleischmahlzeit. Dafür holen wir beim Metzger unseres Vertrauens 250 g Rinderhack, das wir zweimal durchdrehen lassen, damit es richtig zart und fein ist. Daraus werden acht Kügelchen gedreht, und dann kann es losgehen. Einer nach den anderen wird auf den Schoß der Zuchtmeisterin gehoben und mit den Knirpsen-Albondigas konfrontiert. Unsere Knirpse sind, so viel kann man sagen, keine Nachfahren des Suppenkaspars, keiner kräht Nein, meine Fleischpflanzl ess‘ ich nicht, sondern alle kommen blitzschnell zu der Einschätzung, dass man diesen Brei möglichst schnell verarbeiten muss, damit kein Geschwister sich daran vergreifen kann. Alle vermampfen die Fleischklöpse mit großem Appetit, nur in den Tischsitten unterscheiden sie sich. Manche suhlen sich mehr darin, als dass sie essen, andere bohren sich so gierig in sie hinein, dass das meiste der lauernden Oma und Mama vor die Nase fällt, wofür die sich herzlich bedanken und beschließen, noch etwas näher an das kalte Büffet heranzurücken. Einzig Koschi isst, nein: Koschi speist gesittet und gepflegt die Bulette weg. Nichts verteilt er in seinem Gesicht und schon zweimal nichts auf dem Boden. Dieses Bürschchen lässt uns immer wieder staunen.
Mit diesem karnivorischen Ritterschlag beschließen wir den Tag und finden: Es darf auch mal weniger sein, um genug zu sein.
Samstag, 11. Februar 2023
Wir wissen ja nicht, ob es jemand interessiert, aber da sich nach gesicherten Erkenntnissen unter unseren Verfolgern auch reichlich Kulturbeflissene befinden, wollen wir nicht unterschlagen, dass heute vor 60 Jahren eine Kulturrevolution ihren Anfang nahm: Binnen gut zwölf Stunden nahmen die Beatles mit Please Please Me ihr erstes Studioalbum auf, das am 22. März veröffentlicht und zu ihrem ersten Nummer-Eins-Album werden sollte. Der Rest ist bekannt und Geschichte.
Nach ebenso gesicherter Faktenanalyse gehen wir davon aus, dass sich heute beim Bairischen Blues nichts Vergleichbares ereignen wird. Aber findet sich das wahre Glück nicht gerade in den kleinen Fortschritten des Lebens?
So ein kleiner Fortschritt sind die 500 Gramm Gewichtszulage, vor allem unter der Berücksichtigung dreier Low-Performer, die ein fulminanteres Ergebnis boykottieren.
Koschi zieht weiter unbeirrt seiner Wege und legt 100 Gramm zu (2230).
Mit 120 Gramm plus (1890) futtert sich Klecks vom fünften auf den Verfolgerplatz. Kini kommt mit plus 100 (1880) auch einen Platz nach vorne und tauscht seinen Platz mit Kuno, der auch bei 1880 Gramm landet, aber nicht mehr als 50 Gramm zulegen kann. Korbi, der Adonis, ist die Enttäuschung des Tages: -20 Gramm (1870) sind seiner nicht würdig, aber der Absturz vom zweiten auf den fünften Platz geschieht ihm recht. Vielleicht kämpft er ja noch mit den 140 Gramm von gestern.
Kathi beweist, dass sie es ernst meint und legt gleich 100 Gramm drauf (1680). Damit nimmt sie Käptn ganze 100 Gramm ab, der mit nur 30 Gramm plus bei 1580 stehen bleibt. Schlusslicht ist wieder Krischan mit 20 Gramm Zugewinn und einem Tagesgewicht von 1580 Gramm. Aber diesen beiden Herzbuben kann sowieso niemand böse sein; sie tingeln fröhlich durch die Welt und genießen sie offenbar, wie sie ihnen gefällt.
Das Durchschnittsgewicht rastet heute bei 1821 Gramm ein.
Auch wenn man die drei Low-Performer aus der Betrachtung nimmt, zeigt sich, dass trotz einer Milch- und einer Fleischspeisung die Gewichte nicht sofort durch die Decke gehen. Die Milch haben die kleinen Körper inzwischen akzeptiert, aber das Fleisch ist neu und muss ebenfalls erst in den Verdauungsprozess integriert wird.
Überfüllung bei Bar MamaOhne auf eine Nummer-Eins-Auszeichnung zu spekulieren, tut sich auch bei uns Historisches, wenn auch nur Knirps-Historisches. Und damit sind wir restlos glücklich. Etwas wirklich Besonderes und nicht Alltägliches spielt sich nämlich heute ab. Nachdem Hedda ihre Kinder abgespeist hat, krabbeln zwei der Knirpse zu ihrem Gesicht und lecken ihr die Lefzen. Sie hoffen damit, den Vorwürge-Reflex auszulösen. In der Natur ist das die Lösung zwischen der reinen Milchspeisung und der späteren Fleischverarbeitung. Die Mutter würgt auf diesen Reiz hin vorverdauten, milchsauren Fleischbrei hoch, der den Welpen alles Notwendige zur Verfügung stellt und sehr gut verdaulich ist. Wir haben das schon zwei- oder dreimal bei unseren Müttern erlebt, doch Hedda lässt sich nichts entlocken; kein Wunder, sie hat ihre Kinder und nicht sich selbst versorgt und somit nichts vorzuwürgen. Aber nun ist auch dieser lebenserhaltende Instinkt bei den Knirpsen aktiv geschaltet. Brauchen werden sie ihn eher nicht.
Auch der erste Beutetrieb mit den ersten Übungen des Beutegreifens macht sich nun bemerkbar. Die Knirpse packen sich gegenseitig im Nacken und schütteln sich. Auch die ersten Versuche, einem Geschwister von hinten an die Beine zu gehen und es aus dem Gleichgewicht zu bringen, werden unternommen. So würden sie später eine Beute greifen: Von hinten in die Beine gehen, die Beute umstürzen und im Nacken totschütteln. Auch dieses naturgegebene Verhalten ist nun in der vierten Woche schon in Ansätzen vorhanden.
Aber es geht auch weniger spektakulär, etwa indem sie immer häufiger aus dem schweren Tonuntersetzer Wasser züngeln, das wir ihnen bereitgestellt haben. Auch das funktioniert schon beachtlich gut. Dass sie dabei nicht pfleglich vor dem Untersetzer, sondern mit mindestens zwei Beinen im Wasser stehen und anschließend Pfotenpfützen in der Küche verteilen, muss nicht gesondert erwähnt werden.
Und ja: Die Knirpse geben sich auch schon redlich Mühe, mit ihren kleinen Schwänzchen zu wedeln. Auch das ist eine unverzichtbare Fertigkeit, ohne die kein Hund (und schon gar kein Hovawart) durchs Leben kommen kann, es sei denn er gehörte zu den armen Kreaturen, die nichts zu wedeln haben.
Wenn sie schon alle so „groß“ sind und mit ihren Fähigkeiten prahlen müssen, bekommen sie heute Nachmittag auch Essen wie die Großen: Erstmals Trockenfutter, eingeweicht zwar und damit in Breiform, aber eben wieder etwas Neues. Die Begeisterung über diesen Trockenfutterbrei ist unübersehbar, und alle stürzen sich auf den Futterring, als hätten sie heute einen Diättag hinter sich. Wie man aus dem Ring futtert, kennen sie ja bereits, aber bei nicht allen scheint dieses Wissen noch präsent zu sein. Koschi und Krischan, der Bolide und das Bircherbubi, nehmen quasi die Innenbahn, was bedeutet, dass sie hintereinander durch den Ring pflügen und wie Schweine in der Pampe rüsseln. Die anderen sechs kommen dabei auch nicht zu kurz, weil die beiden reichlich Brei über die Bordwand strampeln. Wir werden morgen diesbezüglich einen gestrengen Blick auf die Waage werfen.
KrischanWährend KiniFütterungen beim Blues auch mal zur Erbauung von Besuchern auf „offener Bühne“ stattfinden, bleiben die großen Momente immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Heute ist es, wie schon seit Tagen, trocken und 8 Grad warm. Das ist eine exzellente Gelegenheit, den Knirpsen einen ersten Blick in die weite Welt zu gewähren: Hinaus in den Garten, in die wintergeschundene Wiese zum ersten Freiluft-Shooting und sehen, wie sie damit zurechtkommen. Ergebnis: Sie machen das alle sehr gut. Das erste Mal ist immer etwas Besonderes (wer wüsste das nicht?). Koschi ist auch hier der Souveränste, wie er sich auch in seinem Küchenreich am professionellsten bewegt und kaum verwundert oder überrascht scheint. Die anderen ducken sich auch meist nur kurz weg, richten sich dann aber schnell auf, um sich einen Überblick zu verschaffen – Neugier und Wachsamkeit fürs Überleben. Egal, wie lange der eine oder die andere braucht, bis er aus der Ducke in die Gänge kommt, nicht ein Knirps jammert oder klagt. In dieser Hinsicht sind sie tatsächlich einzigartig (darin sind wir uns heute sicher). Experiment gelungen, Knirpse um eine Erfahrung reicher und todmüde. Ab ins Reich der Träume.
Das Züchterglück kann sich sehr unterschiedlich manifestieren. Ein bedeutender Glücksmoment bei denen vom Bairischen Blues ist das erste richtig feste Würstchen, das die Knirpse produzieren. Nachmittags um 17 Uhr ist es so weit: Ein strammes kleines Endmoränchen grüßt vom Küchenboden. Kompletter wäre das Glück nur, wenn wir auch wüssten, wer dafür verantwortlich zeichnet. Die Urheberschaft bleibt im Dunkeln.
Nehmen wir an dieser Stelle Bert Brecht aus der Dreigroschenoper beim Wort:
Denn die einen sind im Dunkeln / Und die anderen sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte / Die im Dunkeln sieht man nicht.
Der Spruch könnte auch von Korbi sein, wenn ihm nicht einer zuvorgekommen wäre…
Sonntag, 12. Februar 2023
Nachts um 4 Uhr wird Hedda unruhig und will zu ihren Kindern. Sie hat trotz einer Entleerung gegen 23:30 Uhr eine volle Milchleiste und außerdem Schmerzen. Es sind die kleinen Bissstellen, die ihr die Knirpse mit ihren monsterscharfen Zähnchen beigebracht haben. Wie wir alle, hängt sie in den Fängen und Fallstricken von Sachzwängen und Zielkonflikten. Die Knirpse malträtieren sie und sie muss es dulden, weil sie sonst platzt und eitert. Die äußerst burschikosen Umgangsformen ihre Kinder sind auch darin begründet, dass für diese acht Brocken inzwischen einfach nicht mehr genug Platz an der Bar ist. Da wird gerauft und gerempelt, zugepackt und nicht mehr losgelassen. Wie skrupellos ein Volk ohne Raum sein kann, weiß die Welt aus Erfahrung.
Damit wir nicht jetzt noch ins Ungemach schlittern, streicht ihr die Zuchtmeisterin gleich morgens nach der sehr frühen Speisung die Zitzen aus, um sicherzustellen, dass sich da nichts verfestigt. Ein bisschen Calendula-Salbe drauf und alles sollte bis auf weiteres wieder gut sein.
Das Leiden ist sehr einseitig bei Hedda angesiedelt, die Knirpse strotzen dagegen vor Gesundheit und lassen heute beinahe die Waage platzen. Der Welpengranulatbrei von gestern schlägt an wie drei Portionen Cassoulet. In Zahlen erschließt sich diese Explosion wie folgt, heute zur Abwechslung in der Reihenfolge des Gewichtszuschlags:
Kuno: +220 (2100), Korbi: +190 (2060), Koschi: +150 (2380), Käptn: +130 (1710), Klecks: +110 (2000), Kathi: +100 (1780), Kini: +80 (1960), Krischan: +60 (1620). In Summe ergeben diese Zahlen 1040 Gramm Zunahme (das ist mehr als das Doppelte von gestern) und ein Durchschnittsgewicht von 1951 Gramm.
KathiSehr beeindruckend ist Kathis konsequenter Marsch durch die hinteren Instanzen und wie schnöde sie ihre alten Wegbegleiter, die Magermilchbürscherl Krischan und Käptn, abhängt. Reschbeggt! Erinnert sich noch jemand daran, dass wir schon früh prophezeiten, dieser Reihung nicht zu vertrauen. Man sollte eben auch bei Hovawartmädchen nie vergessen, dass auch sie Mädchen sind, die zwar langsam, dann aber gewaltig kommen. Quod erat demonstrandum!
Heddas Schrammen am Gesäuge rühren nicht nur von Zähnen her; die Krallen der Zwerge sind mindestens ebenso wirksame Waffen. Deshalb heute wieder einmal Pediküre. Nur Kuno wehrt sich männiglich gegen den Eingriff in seine Intimsphäre und lässt die Muskeln spielen. Die anderen nehmen es sportlich und knabbern lieber ein wenig auf der Hand des Pedikureers herum. Spätestens jetzt weiß er, wieviel Zähnlein stehen in dem weichen Gaumenzelt.
In anderer Hinsicht kann sich Hedda selber helfen. Seit der ersten Gabe Trockenfutter wird sie immer zögerlicher mit der Entsorgung der Endmöränchen. Offenbar bekommen damit die kleinen Würstchen einen strammen Houtgout, der selbst ihrer mütterlichen Dulderseele zu pikant ist. Meist beschäftigt sie sich noch damit, nimmt dann aber doch Abstand. Ihr Blick sagt mehr als tausend Worte: Wozu sind denn Assis da? Ach ja…na denn…soll sein…
KorbiMit der Vollendung der vierten Lebenswoche schreiben wir traditionell erste, kurze und vorläufige Charakterstudien unserer Kinder auf, wohl wissend, dass sie Momentaufnahmen sind, und die Welt nach acht Wochen komplett anders aussehen kann. Noch sind wir nicht am Ende dieser vierten Woche angelangt, verspüren aber dennoch den Drang, einem sehr speziellen Bewohner unserer Zwergenwelt eine kleine Widmung zu schreiben. Wir müssen über Korbi reden. Dass er durch die besondere, von seinem Urahn Cherom geerbte Schönheit auffällt, ist inzwischen eine Binse. Was wir der geneigten Öffentlichkeit bisher weitgehend vorenthielten, ist seine Schwatzhaftigkeit und Dauernörgelei. Korbi mault anhaltend, inbrünstig und tiefenüberzeugt. Ja, er erzählt uns auch von den Mühen der ersten selbstverwirklichten Darmentleerungen. Man sollte niemandem nahetreten, am wenigsten unserem herzigen Korbi, aber auch niemand anderem. Dennoch zeigt sich bei Korbi eine gewisse Verhaltensauffälligkeit, gar eine Art Zwangsverhalten, wie man es bei den Überzeugungsnörglern der Deutschen Umwelthilfe vorfindet. Es ist nie hoch genug zu würdigen, wenn sich Menschen zusammenschließen und sich für unsere geschundene Umwelt starkmachen. Aber bei der DUH hat sich daraus aus der Sicht des Chronisten eine Prozesshanselei entwickelt, die nahezu gegen alles, was von offiziellen deutschen Stellen kommt, vor Gericht zerrt. Sollte sich nichts recht Verklagbars finden, kann auch mal ein verantwortungslos falsch gesetztes Komma dran glauben müssen, um der DUH ihre Daseinsberechtigung zu bescheinigen. Bei Korbi beschleicht uns gelegentlich der Verdacht, ein U-Boot und Pressesprecher der DUH zu sein. Ob dem ein Identifikationsproblem zugrunde liegt, weil Schönheit allein auf die Dauer möglicherweise zu dünnes Eis sein könnte? Dabei ist er wirklich eine weit über seine Optik und sein Maulheldentum hinaus sehr beeindruckende kleine Persönlichkeit, die uns täglich mehr staunen lässt. Korbi ist ein Tausendsassa und Multitalent, doch darüber später mehr…
Zum Ende dieses Sonntags werfen wir noch einen zukunftsweisenden Blick hinaus und hinauf in den Himmel.
Sankt Eulalia Sonnenschein, bringt viel Obst und guten Wein.
Vor diesem Hintergrund wollen wir hoffen, dass sich bei Papa Kuno zuhause die Sonne heute nicht lumpen ließ, denn dort sollen sie Wein, Wein, Wein und noch mehr Wein machen. Bei uns hier ist es egal, dass es an Eulalia eher mittelmäßig bis mittelgrau ist, weil wir Wein aus bekannten Gründen nur trinken, aber nicht keltern wollen. Allerdings, wenn wir so nachdenken, würde es dem in der Welt einmaligen und grandiosen Bayern gut zu Gesicht stehen, zumindest in Deutschland auch in Sachen Wein die Nummer Eins zu sein. Mit nicht weniger sollte sich ein rechter Streberbayer und Politmagier zufrieden geben. Vor allem unserem fränkischen Staatskanzlei-Primus müsste das doch ein inbrünstiges Anliegen sein. In ganz Bayern[1] begnügt man sich jedoch mit Bier, und so etwas nennt man bekanntlich eine Monokultur, die niemals nicht gut endet. Generalisten müsste eine solche Verengung ein Graus sein. Wir haben und hatten Monolithen, Monasterien, Moneten, Monarchen, Monopolisten und reichlich Monomanen; brauchen wir dann auch noch eine Malz-Monokultur?
Aber eigentlich doch auch wurscht! Wir haben Fasching, Karneval und Fassenacht und beschließen den Tag mit einem Hoffnung spendenden Büttenspruch:
Hellau, Alaaf, Narrhallia
Am besten knallt Eu-Lallia
Tirali und trallala…
[1] Merke: Franken ist nicht Bayern! Darin sind sich beide Seiten einig wie sonst nur in der Ablehnung der „Preißn“, wodurch ein weiterer interner Konflikt offenbart wird, weil für einen echten Bayern schon der Franke ein „Preiß“ ist. Bei der Besetzung der politischen Throne wird zur Befriedung der landsmannschaftlichen Empfindlichkeiten streng auf eine gewisse Frankenquote geachtet, immerhin waren oder sind vier der bisher elf Throninhaber Franken.
Montag, 13. Februar 2023
Wenn man abends kulinarisch und geistig über die Stränge schlägt, kann es passieren, nachts retrograd peristaltisch geweckt zu werden. Wenn man aber als Hund nur einen nicht allzu großen Lammknochen zerwirkte, muss man nicht damit rechnen, nachts um 3 Uhr konvulsiv von dessen Restbeständen befreit zu werden. Fianna, deren über elf Jahre treu dienender Magen in dieser Hinsicht nicht mehr bedingungslos kooperativ sei will, kann sich darauf nicht berufen, sondern muss sich einiger knöcherner Quälgeister entledigen. Deren Entsorgung erfolgt – na? – natürlich durch den Assi, obwohl dafür wenig Feinmotorik vorausgesetzt wird. Dieser Arbeitsauftrag, folgt einem Blues internen Regelwerk, das keine Saisonbeschränkungen kennt, nach dem alle Kopfgeburten in der Zuständigkeit des Assi liegen, Steißgeburten jedoch bei der Zuchtmeisterin, was deren Naseninsuffizienz zuzuschreiben ist. Nach wenigen Minuten ist das Malheur beseitigt, die alte Dame von Herzen bedauert und das Bett wieder bestiegen. Pfüüüü…
Um 3:40 Uhr meldet Hedda getreu dem Gesetz der Gleichbehandlung von Mann und Frau Darmalarm, weil sie sich gestern um dessen angemessene Entleerung gedrückt hat. Jetzt ist die Zuchtmeisterin an der Reihe, mit dem Nachteil, im Nachtgewand in den Garten zu müssen. Da freut sie sich, dass die Temperaturen doch scharf über Null Grad hängen geblieben sind. Hängen geblieben ist dann auch sie, nämlich bei den Kindern und in der Küche, womit um 4 Uhr die Nacht vorüber ist, weil nun alle ständigen und temporären Familienmitglieder des Blues hellwach sind. Auch schön. So hat man mehr vom Tag…
Auch unserer Kinderwaage ist es schnuppe, wann wir sie acht Mal bestücken, sie tut immer getreulich ihren Dienst und bereitet uns an diesem frühen Morgen viel Freude:
Koschi 2510 (+130), Kini 2130 (+170), Kuno 2110 (+10), Korbi 2200 (+140), Klecks 2000 (0), Kathi 1990 (+210), Käptn 1820 (+110) und Krischan 1810 (+190). Manometer, das sind schon wieder 960 Gramm Auflastung (Durchschnitt 2071 g).
Dafür ist selbstredend nicht mehr die Mama verantwortlich; so viel kann sie nicht mehr stemmen – und will es auch nicht mehr. Wir müssen sie im Gegenteil immer häufiger überreden, sich doch noch einmal zu opfern, denn darauf läuft es inzwischen hinaus. Aber sie hat immer noch zu viel Milch, und die muss raus, selbst wenn das die Mutterliebe auf eine harte Probe stellt.
Nein, diese Gewichte sind der Welpenmilch und dem Granulatbrei zuzuschreiben, die sie durch die Decke gehen lassen, sogar dann, wenn Klecks gestern offenbar unter der Decke geblieben ist. Beeindruckend ist wieder einmal Koschi, nicht wegen der 130 Gramm, sondern, weil er sich in unserer Wahrnehmung gestern eher ein wenig maulfaul zeigte, aber, wie es scheint, auch mit wenigen und kurzen Einsätzen, genug abzugreifen in der Lage ist. Oder er ist schlicht ein horrender Futterverwerter?
Klein-Krischan möchte man fast ein wenig bedauern: Da packt er sich 190 Gramm auf die Rippen und bleibt dennoch das Schlusslicht in der Speck-Rallye, weil sich seine Geschwister in einen wahren Fressrausch gemampft haben, vor allem Kathi, die offenbar keinen Zweifel mehr aufkommen lassen möchte, wer im Hinterhaus vorne ist und vorne sein wird und sich auch von den schmächtigen Hosenträgerschnalzern nicht mehr abkochen lassen will.
Nachmittags ist es dann so weit: Der Welpen-Parcours wird im Garten aufgebaut, das Paradies wird errichtet. Erst müssen die Gitter aufgestellt werden, dann kommen die Utensilien raus, an denen die Knirpse ihre Fertigkeiten entwickeln und üben sollen (später kommen noch mehr hinzu): Mut ist gefragt und Selbstbewusstsein, gelegentlich Feinmotorik, damit sie werden wie ihr Assi, aber vor allem sollen sie viel Spaß haben, damit sie gutgelaunt und optimistisch ins Leben hinaustreten können.
Wenn das erledigt ist, darf die Achterbande erstmals richtig ins Freie und nicht nur für eine kurze Fotosession. 5 °C sind nicht üppig, aber Welpen mit fast vier Wochen, kommen damit bestens zurecht, wenn man es nicht übertreibt. Im übrigen steht bei uns, sobald die Welpen in den Garten dürfen, immer mindestens ein dick ausgepolstertes Hundebett. Es ist erstaunlich, wie schnell sie sich dieses Lager teilen, und wenn man nach wenigen Minuten in das schlummernde Hundeknäuel greift, herrscht da drinnen eine Temperatur wie im Babybauch.
Unsere Knirpse machen sich flott auf den Weg, die Welt zu erobern, die meisten mit viel Gefiepe und Gezwitscher, manch eine(r) jammert auch ein wenig, aber da sie überall Vertraute vorfinden, die ihnen zeigen, dass sie nicht in der Unendlichkeit des Alls ausgesetzt wurden, überwiegen schnell die Neugier und der Entdeckerdrang. Dann flitzen sie herum, rumpeln, wahrscheinlich eher zufällig als absichtlich, über herumliegende Hindernisse, erleben die ersten kleinen Abstürze ihres Lebens, und die ganz Unerschrockenen werfen schon mal einen Blick in die Requisitenhütte ganz am anderen Ende des Gartens. So richtig schüchtern ist kein Knirps, und schnell verteilen sie sich kreuz und quer und hier und dort. Nach kaum mehr als einer Viertelstunde bringen wir sie in die beiden dick gepolsterten Außenlager, wo sie sich zusammenkuscheln und vielleicht von ihren Erlebnissen erzählen. Dass die Knirpse jetzt schon „groß“ sind, belegt beispielsweise Kuno, der das ihm zugewiesene Lager für nicht angemessen hält und das andere, einen Meter daneben, vorzieht. Mit der dortigen Belegung scheint er zufrieden zu sein. Kuno ist schon ein spezieller Typ, wenn es um seinen Schlafplatz geht.
Dann kommt es zur ersten Speisung im Paradies. Um größerem Ungemach aus dem Weg zu gehen, bieten wir jedoch keine Äpfel an, denn der pfiffigen Kathi trauen wir schon zu, dass sie ihre sieben bösen Buben hinter die Fichte, respektive den Apfelbaum verführt. Es gibt Granulatbrei, denn sie auch unter diesen Umständen höchst konzentriert wegarbeiten, dass selbst die Großen Mühe haben, noch irgendwelche Restbestände zu ergattern.
Der Transit im AufbauWährend und fertigdie Hungerleider den Brei auslöffeln, den sie sich nicht eingebrockt haben, wächst im Haus der legendäre Transit zwischen der Küche, quer durchs Wohnzimmer zur Terrassentür. Gitter werden aufgestellt zwischen denen die Knirpse wie Löwen im Zirkus von hier nach da gelangen können, ohne unsere allerheiligste Stube zu verunstalten und uns pausenlos wie Zecken an unseren Beinen zu hängen. Für die Knirpse hat der Assi sogar eine nagelneue Auslegeware erstanden, weil die alte nach ihrem Dienst an zehn Würfen und über 90 Welpen zu ermattet war, um weitere 32 Beinchen zu ertragen. Ein Roter Teppich ist es aus naheliegenden Gründen nicht geworden, dafür ein spießig hellbeiger PVC-Fußabtreter.
Der Welpenauslauf wird aufgebaut - und die Knirpse sind dabeiEs ist uns ein starkes Bedürfnis, an dieser Stelle zu betonen, dass es ein Glück und eine wahre Freude ist, Freunde zu haben, die sich bei solchen Arbeiten nicht zu schade sind, Hand anzulegen. Wir hätten das auch zu zweit gestemmt, denn eine große Herausforderung ist es nicht, einen Stapel Gitter hintereinander zu hängen und einen PVC-Streifen passend zu machen. Aber es ist etwas Besonderes, Freunde zu haben, mit denen man schöne und wichtige Momente teilen kann, weil sie Teil dieser Momente sind. Wir danken Iris, Angela und Anna-Maria von Herzen.
Und weil sich große Dinge beim K-Wurf nicht hinter verschlossenen Türen abspielen sollen, ist auch in diesem bedeutenden Abschnitt das Fernsehen vor Ort und dokumentiert die Mühen und Freuden der Züchter. Danke, Lukas, dass du dir die Zeit nehmen konntest.
Erst als der Transit mit seinem neuen Geläuf steht und auf Kampfdackel-Tauglichkeit geprüft und als sicher befunden wurde, locken wir die sieben verschlafenen Zwerge mit ihrem aufgeweckten Schneewittchen wieder ins Haus. Auf ausreichend vielen Schößen werden sie unter dangling conversations in den Schlaf geplaudert und gesungen.
Nach einem langen Regenarationsschlaf und einem stärkenden Abendmahl rückt der Transit erstmals ins Zentrum ihres Interesses. Es sind vor allem die bekannten Hauptverdächtigen, die zusammen, meist aber einer nach dem anderen, den Transit abmarschieren, jedes Modul erfassen und abspeichern, die Standfestigkeit prüfen, an den Gittertüren rütteln, die Anschlusspunkte auf Durchlässigkeit testen. Wir wissen aus Erfahrung, dass ihnen schon jetzt, mit noch keinen vier Wochen, kein noch so kleiner Schlupf und keine Nachlässigkeit entgehen wird. Es sind vor allem Kini, Kuno, Klecks und der allgegenwärtige Alleschecker Korbi, die sich auf den Weg zu neuen Ufern machen und auch unverzüglich ihre Duftmarken setzen. Mensch, Jungs, warum so miesepetrig und misstrauisch? Bei uns wird niemand hinter Gittern gehalten, beim Bairischen Blues braucht es kein Transitabkommen. In unserer Passage ist jeder willkommen und kann kommen und gehen, wann er will. Offen bleibt der Transit jedenfalls schon diese Nacht.
Und wo immer sie ihre Köpfchen zur Ruhe betten, heute können sie es mit großer Gelassenheit tun, denn nun sind alle aus der Verlosung und vergeben. Keine(r) muss sich mehr sorgen, eventuell doch beim Bairischen Blues als Ladenhüter hängen zu bleiben.
Dienstag, 14. Februar 2023
Heute ist wieder einmal Valentinstag, und zehn Millionen deutsche Männer machen sich morgens einen Vermerk in den Kalender: Blumen für Hilde. Die Hälfte von ihnen hat abends keine Blumen und keine Hilde mehr. Irgendwie ist dieser Tag wie Mariä Lichtmess: weitermachen oder schlussmachen. Wir machen jetzt erst einmal weiter mit der Chronik der Knirpse vom Bairischen Blues und danken schon mal für die immer und charmant gereichten Blumen und Kommentare dazu. Ganz ohne Valentinstag…
Aber natürlich bleibt ein so schicksalsträchtiger Tag nicht verschont von der allfälligen Bauernschlauheit. Hört, hört: Kalter Valentin, früher Lenzbeginn.
Blick auf das Thermometer und in den Himmel: Nebel bei -1 °C. Das passt wie Bier und Radi zu den früheren Prophezeiungen. Wir bleiben also zuversichtlich, auch wenn andere bei diesem Gedanken dem Schnee nachheulen. Alles zu seiner Zeit. Früher war Mitte Februar Schneezeit, heute ist eben „Schee“-Zeit. In gewissen Dingen kann der Chronist dem Klimawandel eine ganze Menge abgewinnen.
Jetzt aber wirklich zurück zu den Knirpsen. Diese Nacht durften sie in ihrer Küche mit einem geöffneten Transit verbringen, den sie jedoch komplett ignoriert haben. Jedenfalls lässt sein piekfeiner Zustand keinen anderen Schluss zu.
Die Gewichte scheinen sich nun auf einem stabilen Hoch einzupendeln, keine Explosionen mehr, aber formstabile Aufbauleistung:
Keine Gelegenheit zum Futtern wird ausgelassenKoschi 2580 (+70), Korbi 2280 (+80), Kuno 2190 (+80), Klecks 2180 (+180), Kini 2150 (+20), Kathi 2010 (+20), Krischan 1960 (+150) Käptn 1920 (+100). 700 Gramm sind das für alle zusammen und ein Durchschnittsgewicht von 2158 Gramm.
Betrachten wir die Zahlen genauer, machen wir zwei Felsen in der Knirpsenbrandung aus: Koschi und Kathi. Koschi ist ja schon seit Anbeginn das Ausmaß aller Dinge, und Kathi hat zielstrebig den Fahrersitz des Dreirads am Ende der Karawane für sich reserviert. Die anderen sechs sind Spielmasse. Die Positionen in Koschis Verfolgerquartett haben eine Halbwertzeit von genau einem Tag, und ob am Ende Krischan oder Käptn den roten Wimpel schwenkt, ist noch nicht einmal eine Kurznotiz bei Leute heute wert.
Das Personal der Knirpse ist nun an einem Punkt angekommen, an dem jeder vorgeplante Tagesablauf Hochmut ist. Sag wir es wieder einmal mit dem großen Brecht:
Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Nach Kenntnis des Chronisten hat Bert Brecht nie Hunde gezüchtet, aber dieser kurze Ausschnitt aus seiner „Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens“ könnte aus eben solcher leidvollen Erfahrung geboren worden sein. Der Chronist erwägt, diesen Satz als Leitmotiv züchterischen Tuns, wenigstens zu Welpenzeiten, in die Küche zu hängen.
Was immer das Personal der Knirpse auf der Agenda stehen hat, wird boykottiert oder unterbrochen. Futter für Hedda und Fianna? Schon drängeln sich acht Knirpse fiemend und krawallierend um uns und wollen wissen, was das ist und ob es nicht für sie ist. Bevor die Antwort gegeben und das Futter zu Ende zubereitet ist, kackt einem ein Knirps vor die Füße. Also entsorgen, wegmachen, weil sonst 16 der 32 Beinchen den Restmüll flächig um den Futtermeister verteilen. Doch auch die Beseitigung des Moränchens geht, wie man sich denken kann, nicht geflissentlich von der Hand, weil mindestens ein Knirps auf dem Spielbein hockt, ein anderer am Hosenbein zoppelt und ein dritter mit seinem Körper todesverachtend den rettenden Ausfallschritt verhindert. Gelingt es endlich die Zwerge zu übertölpeln, wegzulocken und das Moränchen zu beseitigen, glitzern genau an der Stelle, wo das Futter bereitet werden soll, zwei flächige Teiche, die ebenso sofort trockengelegt werden müssen, weil man sonst innerhalb weniger Minuten bei jedem Schritt in der Suppe kleben bleibt (ob wohl der Begriff Suppenküche von einem Hovawartzüchter stammt?). Der täglichen Handreichungen und Notwendigkeiten gibt es viele in einem Haushalt, auch solche, die nichts mit Knirpsen zu tun haben, und sie alle unterliegen einer strengen Prozesskontrolle durch die Achterbande. Die einzige Konstante in einem Züchteralltag ist die Tageslänge, in der jedoch kaum noch das Nötigste erledigt wird. Vom Unnötigen und Nebensächlichen, vom Schönen und Erhabenen gar nicht zu reden. Alle Ansprüche verknirpsen unter Zwergen. Oder verzwergen unter Knirpsen?
Hedda säugt nun im StehenAuch Hedda muss sich den Gegebenheiten beugen, was aktuell das Gegenteil bedeutet, nämlich, dass sie jetzt fast nur noch im Stehen säugt. Damit kommt sie besser klar. Weniger klar kommen damit die kurzen Kathi und Krischan, denen man bei der Ste(h)greiffütterung mit der Hand einen kleinen Lift geben muss, damit sie nicht zu kurzkommen, wenn sie schon zu kurz sind.
Beim Geschirr abspülen hilft FiannaNachmittags bekommen die Knirpse eine Dreiviertelstunde Freigang unter einem strahlend blauen Himmel und Temperaturen knapp über Null Grad. Ihre Nachmittagsmahlzeit (Granulatbrei) bekommen sie auch draußen, und das geht nun schon richtig gut. Über die Sauerei, die sie dennoch veranstalten, müssen wir nicht jedes Mal ausführlich berichten, weil sich jeder denken kann, was passiert und wie es aussieht, wenn acht Knirpse sich um ein Eimerchen Brei schlagen. Vorteil Hedda. Und auch Vorteil Fianna, was den Assi heute besonders freut, weil die alte Dame heute den ganzen Tag schon sehr unpässlich ist. Beim Morgenspaziergang nimmt sie noch gnädig drei Leckerli, das Frühstück verweigert sie. Vormittag erbricht sie Schleim, aus dem nicht ersichtlich wird, woran sie laboriert. Aber dann, als sich die Knirpse im Brei suhlen, beteiligt sie sich wieder an der Resteverwertung und ist für den Rest des Tages die alte; zwölf Stunden war Fianna krank, jetzt mampft sie wieder – Gott sei Dank!
Ganz langsam erobern die Knirpse nun ihr Paradies. Manche zwitschern noch ziemlich viel, sind aber dennoch mobil. Das Verhalten erinnert uns sehr an das berühmte Pfeifen im Wald. Ihre Neugier treibt sie dennoch voran, sie lässt sie herumstapfen und ausprobieren. Doch am Ende ist es immer noch die Terrasse und der Umschluss mit den Geschwistern, der ihre kleinen Seelen wieder ins Gleichgewicht bringt. Dann fallen sie wie Säcke gerade da, wo sie stehen, um und schlafen ein. Jetzt haben sie Traummaterial fürs Hirn.
Abends kommt wieder etwas Neues auf den Tisch: fein durchgedrehtes Rinderkopffleisch mit Kartoffelbrei und gekochten Karotten. Schon wieder ein Festival und eine neue Herausforderung für die kleinen Plauzen.
Und so ward von Mittwoch bis Dienstag die vierte Woche.
Wie bereits angekündigt, versorgen wir unsere Verfolger am Ende der vierten Woche traditionell mit kurzen Statements über unsere Zwerge. Viel Aussagekraft für die Zukunft steckt nicht in ihnen, eher schon ein kurzer Abriss dessen, was bisher zu beobachten war.
Käptn ist Käptnein ausgesprochen lieber Kerl, knuffig und klein. Oft sieht er aus, wie gerade aus dem Bett gefallen, segelt schon mal auf dem falschen Kurs und ist gelegentlich azyklisch unterwegs. Obwohl er eine einsame Schlafecke in der Schnullerbox vorzieht, ist er kein Außenseiter, sondern immer dabei, wenn die anderen im Kudde kuscheln oder irgendwo etwas abgeht.
Klecks ist
Klecksso einer, wie ihn alle gerne haben, hat meist gute Laune und Unsinn im Sinn. Obwohl er sich mit Koschi oder Korbi jetzt schon mal handfeste Rangeleien liefert, ist er unkompliziert und gutmütig; seine anderen Geschwister lässt er gerne auf sich herumturnen. Wenn es irgendwo irgendetwas zu entdecken gibt, ist er meist nicht weit.
Korbi ist Korbiunser Hans Dampf in allen Gassen. So einen hat man in jedem Wurf und so einen muss man lieben, auch wenn er gelegentlich eine Nervensäge ist. Viel ist über ihn geschrieben, von seiner Schönheit und seiner Eitelkeit. Darüber hinaus ist er der Gemeindelautsprecher und Anklagevertreter für alles, was ihn nervt. Und es nervt ihn viel. Auch solche Chefkommentatoren und Zwangsnörgler hat man in jedem Wurf – und später kann sich daran niemand mehr erinnern. Doch darüber hinaus ist er ein Bewegungstalent, blitzschnell und blitzgescheit. Er ist der Alleschecker und Schnellspanner. Nichts bleibt ihm verborgen, überall ist er zuerst und macht sich ein Bild. So viel Talente er hat, wenn es darauf ankommt, ist er vor allem ein hingebungsvoller Schmuser.
Kini ist Kiniauch viel unterwegs, gerne bei einem Pioniertrupp, manchmal etwas introvertiert, dann wieder voller Drang nach draußen und nach vorn. Er war der Erste, der den Weg über die Boxensperren gefunden hat und der lange Wanderschaften unternahm. Menschen liebt er über alles und Schöße sind seine Lieblingsschlafplätze.
Koschi ist
Koschider stille Mittelpunkt und Schwerpunkt der Knirpse. Das liegt nicht vornehmlich an seiner Gestalt. Er ist so, wie er aussieht. Er ruht in sich und strahlt diese Ruhe auf die anderen aus (nicht immer auf Korbi 😉). Gern spielt er mal alleine, kriegt trotz seiner scheinbaren Gelassenheit alles mit und sitzt plötzlich im Wohnzimmer, weil er gerafft hat, dass die Transittür nicht zu ist. Sein bester Freund ist Krischan, den er mit endloser Geduld auf sich herumturnen lässt.
Krischan ist dKrischanas zierliche Herzstück der Truppe. Er ist tatsächlich klein, aber keinesfalls ein Mauerblümchen oder Ladenhüter. Krischan ist pfiffig und lebensfroh. Anfangs kam er wegen seiner Zartheit häufiger unter die Räder und zog sich dann zurück. Das ist vorbei und er ist vorn mit dabei. Bei den Mahlzeiten kann er jetzt auch die Ellenbogen einsetzen, was ihn dennoch nicht zu einem Kraftpaket macht. Die Brüder nehmen ihn gern als Sparringspartner, vor allem Koschi, und lassen ihn gewinnen. Ach ja: Sollte ein Arm frei sein, wird er unverzüglich von Krischan besetzt, weil er so schöne Augen hat…
Kuno ist Kunoder Zwilling von Kini. Die beiden gleichen sich in vielem fast wie ein Ei dem anderen. Nicht umsonst haben wir die beiden als Kuni-Kino beschrieben. Und deshalb verkneifen wir uns lange Reden über Kuno und verweisen auf Kini.
Kathi, ist Kathidie letztgeborene Quotenfrau, Hoffnung und Enttäuschung aller Hündinnen-Liebhaber, weil sie schon vor ihrer Geburt vergeben war. Dafür kann sie aber nichts. Auch sie segelte lange unter dem Radar, weil sie so zart war. Inzwischen hat sie zwei ihrer Brüder körperlich überholt und geistig steht sie ihnen allen sowieso nicht nach. Sie hat in allen Dingen richtig zugelegt, ist meist mit dabei, lässt sich kein X für ein U vormachen. Arme und Schöße liebt sie wie viele ihrer Brüder, von denen Krischan ihr Herzensbruder ist.
Insgesamt haben wir mit den Knirpsen einen sehr pfiffigen und in mancher Hinsicht frühreifen Haufen. Alle sind ausgesprochen freundlich und mit der wachsenden Zahl der Besucher immer mehr den Menschen zugewandt. Sie erstaunen uns oft wegen ihrer Lerngeschwindigkeit und blitzschnellen Auffassungsgabe. Die konsequente Umsetzung des Gelernten verblüfft uns oft und macht uns gelegentlich zu schaffen. Froh sind wir vor allem, dass alle sehr gesund zu sein scheinen und hoffen, dass es dabei bleibt. Toi, toi, toi…