Donnerstag, 19. Januar 2023
Man weiß nicht so recht, was man davon halten soll, aber ausgerechnet heute, zur Begrüßung unserer Knirpse, schneit es. Nein: Es hat über Nacht geschneit und einen halben Zentimeter Pulverschnee geliefert. Dass man unter den Bedingungen der Erderwärmung damit selbst im Schnee erprobten Südbayern schon logistische Schwierigkeiten hat, lernt der Chronist, weil das Müllfahrzeug nicht um 7 Uhr vorfährt, sondern erst um 9 Uhr und es morgens um sieben beim Bäcker keine Zeitungen gibt. Am liebsten würde man die Knirpse in diesem lebensuntüchtigen Jammertal gleich wieder in ihre Mutter zurück stecken.
Mit oder ohne „Schneechaos“ brechen für uns nun die stressigsten Tage eines Wurfs an. Selbstverständlich muss man die gesamten acht Wochen mit Krankheiten und Verletzungen rechnen, vorrangig mit allem, womit man nie gerechnet hätte, aber diese ersten Tage haben es in sich: Mit Argusaugen wird alles beäugt, was in und um die Kiste vorgeht.
Die zentrale Frage gleich nach der Geburt ist die, ob die Hündin noch Reste im Körper hat, wie etwa Nachgeburten oder Hautfetzen. Wir beobachteten Hedda während der Geburt zwar sehr genau, aber wenn sie sich einen Welpen herauszieht und abnabelt, kann man nicht immer erkennen, ob die Nachgeburt dabei ist und ob sie verspeist wird. Es können demnach noch Plazenten in der Hündin stecken, und das führt zu Infektionen und hohem Fieber. Ebenso wichtig ist, dass die Hündin möglichst viel abblutet und damit die Geburtswege reinigt, sonst droht ebenfalls Ungemach. Also lassen wir Hedda nicht aus den Augen, messen zwei- bis dreimal täglich Fieber, welches natürlich noch nicht am ersten Tag zu erwarten ist. Spätestens, wenn die Hündin apathisch wirkt, keinen Appetit hat und die Welpen abweist, ist höchste Alarmstufe. So weit soll es nicht kommen.
Die Knirpse an der BarEine weitere zentrale Frage ist: Hat Hedda genug Milch. Was beim letzten Mal im Überfluss vorhanden war, kann diesmal Mangelware sein. Das Leben hält sich nicht an Businesspläne.
Heute nehmen wir zu Protokoll, dass sechs Kinder ab- und nur zwei ein wenig zugenommen haben. Das ist jedoch am Anfang noch völlig normal und kein Grund zur Sorge. Auch in der Schnullerkiste müssen sich die Dinge erst einspielen. Weniger schön ist, dass Hedda wenig Blut verliert und die Kiste unverhältnismäßig sauber ist. Immerhin ist sie gut drauf, aber wir sind nicht wirklich entspannt. Morgens um 6 Uhr messen wir bei ihr 38,2 °C, was nach einer Geburt mehr als cool ist.
In der Regel müssen Hündinnen nach der Geburt erst ihre Rolle finden und zeigen häufig schrulliges Verhalten. Hedda verweigert beispielsweise ihren Wassernapf und will zum Trinken in den Garten ans Wasserbecken. Weil das derzeit zugefroren ist, müssen wir das Eis eintreten, damit Madame drei Zungenspitzen Aqua naturale zu sich nehmen kann. Wenn sie Pipi machen muss, trötet sie ein martialisches Hupkonzert durchs Haus, dass man meint, es müsse eine ganze Badewanne entleert werden, aber dann träufeln doch nur ein paar Tröpfchen aus ihr. Auch ihr großes Geschäft, das nach der Geburt wegen des hohen Eiweißgehalts der gefressenen Nachgeburten sehr dünn und fast schwarz ist, erledigt sie nicht in ihrem heiligen Garten, sondern nötigt uns mit viel Gewese und Gedöns hinaus auf die Wiese. Und obwohl sie es höchst eilig hat, schnell wieder zu ihren Knirpsen zurückzukehren, sprengt sie uns einmal rund um die große Wiese, im Sturmschritt, aber Frauchen hat ihr eingebläut, dass die Bewegung gut für ihren Kreislauf und den allgemeinen Zustand ist. Also im Sauseschritt einmal um den Block! Die Liebe mag ja eine Himmelsmacht sein, Hormone sind es keinesfalls. Uns soll’s recht sein, wenn es nicht gerade Hunde und Katzen regnet. Irgendwie sind die frischen Mütter ständig zwischen ihren Interessen und denen ihrer Welpen hin- und hergerissen. Aber Hedda macht das wirklich sehr gut, liegt meist in der Kiste, hat die Bar geöffnet und sorgt sich um ihre Kinder. Was will man mehr.
Appetit hat sie auch. Morgens eine volle Portion Welpenmilch, später zwei volle Hände Welpenfutter, nachmittags und abends zwei volle Schüsseln Hühnchen mit Reis, und beim Abräumen des Familientischs steht sie in gewohnter Weise am Geschirrspüler und hilft beim Abräumen. Das sieht alles sehr gut aus.
Gegen die vielen kleinen Verletzungen in den Geburtswegen geben wir ihr mehrmals täglich Arnica, gegen einen denkbaren Hydrantenstuhl wegen der eiweißreichen Nachgeburten Podophyllum. Und die Gefahr einer Gebärmutterentzündung bekämpfen wir mit Metrovetsan, was wir allen unseren Hündinnen auch immer nach der Läufigkeit geben.
Hedda geht es gut und ist glücklich mit ihren KnirpsenUm 16 Uhr messen wir bei Hedda 38,0 °C. Das ist ein Traum, hat aber am ersten Tag nach der Geburt noch nichts zu sagen. Wir bleiben wachsam.
Ein Wort noch zu Fianna, der Übermutter und Omaseele. Sie ist inzwischen sehr entspannt und kann es sich tatsächlich verkneifen, andauernd ihre Nase in die Schnullerbox zu stecken. Nur wenn ein Welpe einen ungewöhnlichen Quietscher tut, hebt sie den Kopf in ihrem Bett, wittert in seine Richtung – und legt sich wieder zur Ruhe. Kein Grund zur Aufregung. Wobei: Sie ist natürlich auch altersweise durchtrieben. Selbst in ihrem Kuddebett, schlafend oder scheinbar schlafend, hat sie die gesamte Gefechtslage im Blick und im Griff. Sobald die Luft rein und kein Störenfried in der Nähe ist, steht sie schon mit allen Vieren in der Box, zählt ihre Enkel und ruft sie beim Namen, ob keine ihr abhandenkamen. Dann gibt es einen grinsenden Platzverweis, nicht von Hedda, aber von uns, weil wir darauf warten können, dass sie Stück für Stück den Laden übernimmt, schließlich kann niemand Mutter so gut wie sie. Oma sein, bringen wir ihr bei, ist mindestens genauso erfüllend und wichtig. Grunzend verzieht sie sich wieder in ihr Lager. Stööööhn…
Nach der ersten Nacht, die Fianna durch die Flurtür im Erdgeschoss von den Welpen getrennt entweder beim Chronisten im Schlafgemach oder im Treppenhaus verbringen musste, sich fürs zweite entschied und dort die unzufriedene, ausgesperrte und dringend bei den Kindern benötigte Muhme gegeben hat, was der Zuchtmeisterin den Schlaf verdarb, muss sie heute Nacht beim Assi im Obergeschoss verbringen; denn dort wird ebenfalls die Flurtür zugemacht. Das beschert dem Chronisten eine unruhige Nacht, weil Fianna einfach nicht einsehen will, dass die Schnullerbude für sie derzeit Tabu ist. Nochmal: Stööööhn und Jammer und Fiiiiep….
Für die Sterndeuter unter uns, sollten wir der Vollständigkeit halber noch festhalten, dass unser Schneewittchen mit ihren sieben Testosteronzwergen astrologische Grenzgänger sind. Offiziell sind sie Steinböcke. Die übergeben aber am 21. Januar den Staffelstab an die Wassermänner, was eher eine schwammige Zwischenexistenz zur Folge haben dürfte. Und wenn man dann versucht, sich bei den chinesischen Tierkreiszeichen Trost zu holen, wird die Sache noch schlimmer: Eigentlich sind die acht noch chinesische Tiger, aber am 21. Januar (chinesisches Neujahr) werden sie zu Hasen. Auch nicht Fisch und nicht Fleisch. Man mag es gar nicht denken und schon gar nicht aussprechen: Dieser weiblich angereicherte Zwergen-Ku-Klux-Klan ist als Tiger losgesprungen und quasi als Hase gelandet. Da sollen ihre zukünftigen Herrschaften mal sehen, was daraus zu machen ist. Wir waschen unsere Hände in Unschuld und schieben die Schuld auf Hedda, die mutwillig fünf Wochen zu früh mannstoll geworden ist. Echte Hasen wären allemal besser gewesen als hasentigernde Grenzgänger.
Freitag, 20. Januar 2023
Ob der Himmel trotz unserer astrologischen Grenzgänger davon ausgeht, dass er uns eine Kiste voller Tiger beschert hat? Wie sonst wäre es zu erklären, dass er ausgerechnet heute Morgen mit -6 °C aufwartet? Hat er etwa den Marketingspruch „Pack den Tiger in den Tank“ in himmlischer Selbstherrlichkeit in „Pack die Tiger in den Eisschrank“ korrigiert? Hat er etwa zu Hasen nichts Einschlägiges gefunden? Die Sache mit dem Hasen und dem Igel war ja tatsächlich kein Ruhmesblatt für den Hasen. Aber der Hase, der im Struwwelpeter den Jägersmann mit dessen Waffe erlegt, hätte doch ein kraftvolles Vorbild für diesen siebenköpfigen Testosteronhaufen abgegeben. Kathi hätte, um im Rollenbild zu bleiben, immerhin die entsetzte Jägersfrau trösten können. Da ruft man immer voller Verzweiflung „Oh Herr schmeiß‘ Hirn vom Himmel“ und was macht der? Er schmeißt mit Schnee um sich.
Um 5 Uhr morgens trägt wenigstens Heddas Temperatur zum allgemeinen Wohlbefinden bei: 38,6 °C. Um 14:30 Uhr ist ihre Temperatur weiter auf 38,3 °C gesunken. So soll das sein.
Korbi (hinten) mit Bruder Krischan im ArmDie Gewichte orientieren sich auch nach oben, denn außer Korbi haben alle zugenommen. Der hat sich von seinem Rübezahlgewicht von 620 g nun in den Kreis seiner Geschwister einsortiert. Mit 580 g (-20) ist er noch immer kein Leichtgewicht und kann getrost von der Substanz überleben. Aber er ist auch ein Quassler, der möglicherweise beim Quatschen das Trinken vergisst. Die übrigen Gewichte sehen folgendermaßen aus:
Käptn 550 (+40), Klecks 600 (+30), Kini 590 (+10), Koschi 610 (+40), Krischan 480 (+30), Kuno 540 (+20), Kathi 490 (+10). Das Durchschnittsgewicht liegt heute Morgen bei 555 g, und alle zusammen haben 160 g zugenommen. An Milch scheint es Hedda jedenfalls nicht zu mangeln. Sie versorgt ihre Kinder auch geduldig den lieben langen Tag, und offenbar geht ihr der Stoff, der aus Knirpsen kerndlg’futterte Mangfalltaler macht, nicht aus.
Wir lassen sie auch weiterhin nicht verhungern. Morgens gibt es heute einen mächtigen Pott Welpenmilch, mittags eine Männerportion Hühnchen mit Reis, nachmittags vier Hände voll Welpentrockenfutter und abends eine Holzfällerportion Rinderkopffleisch mit Kartoffelflocken. Dafür kann man sich getrost den ganzen Tag flachlegen und für die Kinder krumm machen. Und das macht Hedda rührend und aufopfernd.
Der Abend hat dann noch eine veritable Überraschung auf Lager. Um 22 Uhr geht der Zuchtassi mit den Mädels wie jeden Tag hinaus, um deren Innereinen von störenden Füllungen für die Nacht zu befreien. Das erfolgt getrennt, erst Fianna, dann Hedda. Wir machen das schon so, seit Herkules Noahs Arche vom Taubenmist reinigte. Anschließend darf Hedda zu ihren Kindern und Frauchen in die Gute Stube und Fianna muss draußen im Treppenhaus und später im Schlafgemach nächtigen. Heute Abend liegt die Zuchtmeisterin bereits schlummernd in ihrem Federn, wird aber alsbald unsanft geweckt, weil sich eine unerklärliche Unruhe um sie herum ausbreitet. Es hilft nichts: Sie muss das Licht anknipsen und mit schlaftrunkenen Augen erkunden, was los ist. Es ist der worst case los, das Undenkbare ist wahr geworden: Fianna kuddert großmütterlich vor der Kinderkiste – und Hedda klagt im Treppenhaus flehentlich um Einlass. Der Assi (deshalb hat er es eben nur zum Assi! gebracht) hat nach dem Ausgang die Hunde verwechselt, Fianna in die Stube gelassen und mit schierem Glück übergossen und Hedda im Treppenhaus in schiere Verzweiflung gestürzt. Der Faux Pas ist schnell behoben, nicht ohne die angemessene Ermahnung von Seiten der Zuchtbeauftragten, was jedoch nur die Hälfte der Betroffenen glücklich macht: Hedda und ihr Frauchen. Fianna klagt fortan im Schlafzimmer um Einlass in die allerheilige Kinderstube und der Assi tut kaum ein Auge zu. Auch weil er versucht, dieser Verwirrung und Bewusstseinstrübung auf die Spur zu kommen. Eine denkbare Ursache könnte seiner Meinung nach das 1:1 des FC Bayern in Leipzig sein, das er abends am TV erleiden musste und ihn möglicherweise in einen pathologischen Destruktionsschub getrieben hatte und diesen an den unschuldigsten aller Objekte ausleben ließ. An Ort und Stelle und in dieser Nacht nimmt er sich deshalb vor, zukünftig nur noch Spiele von 1860 München zu verfolgen, um zumindest herzhaft lachend in die völlige Umnachtung zu sinken. Mon Diarrhö...
Samstag, 21. Januar 2023
Die Nacht brachte weiteren Schneefall ins Mangfalltal, doch mehr als maximal 5 cm sind dabei nicht herausgesprungen. Aber es sieht nun schon ein wenig nach Winter aus und es schneit weiter. Immerhin verschafft dieser Schnee dem Kampfnamen der Knirpse, der sich mittlerweile bei Freunden und Verfolgern durchgesetzt hat, eine gewisse Rechtfertigung: Schneewittchen und die 7 Zwerge.
Viel oder wenig Schnee draußen, hohe oder niedrige Temperaturen, bei Hedda bleibt alles im gewünschten Gleichgewicht: morgens um 5:00 Uhr liefert sie uns beglückende 38,2 °C. Ganz langsam entspannen wir uns bezüglich möglicher Infektionen. Wenn sie bisher so putzmunter und wohltemperiert ist, sollte in dieser Hinsicht nichts mehr schiefgehen. Ganz abgesehen davon ist sie weiterhin bestens drauf und leidenschaftlich bei der Sache.
Heute Morgen zeigt auch die Babywaage ein durchgehendes Plus bei allen Kandidaten, was bedeutet, dass nun auch Korbi im wahren Leben angekommen ist und verstanden hat, dass die Sache mit der Nabelschnur Vergangenheit ist und er sich selbst um sein Auskommen kümmern muss. Im Detail sieht das dann so aus:
Käptn 600 (+50), Klecks 650 (+50), Korbi 640 (+60), Kini 650 (+60), Koschi 630 (+20), Krischan 520 (+40), Kuno 590 (+50), Kathi 520 (+30). Somit haben alle zusammen gestern 360 g zugenommen, und bringen ein Durchschnittsgewicht von 600 g auf die Waage, das sind 50 g mehr als gestern. Um sich die Leistung Heddas bei dieser Auflastung vorzustellen, sollte man wissen, dass die Hündin für jedes Gramm Gewichtszunahme etwa zwei Gramm Milch liefern muss; Hedda hat also gestern einen dreiviertel Liter Milch produziert und ausgeliefert.
So wohlgenährt und -gerüstet können die Knirpse nun heute Vormittag gelassen ihrer Erstinspektion durch die Zuchtwartin entgegensehen. Dreimal ist eine solche Inspektion vorgesehen, die erste in den ersten fünf Lebenstagen, die zweite nach etwa vier Wochen und die letzte direkt vor der Abgabe mit acht Wochen. Die Zuchtwartin hat es heute allerdings schwerer als die Welpen, denn seit dem frühen Morgen schneit es, was runtergeht, und wenn man dann aus dem Pfaffenwinkel rund 90 Kilometer anreisen muss, kann man sich getrost darauf verlassen, dass die Straßenverhältnisse mitunter dem Glück der Autofahrerin einen ordentlichen Dämpfer versetzen. Doch um 11 Uhr sind alle bereit zur ersten Normenkontrolle der Ku-Klux-Klan-Zwerge mit ihrem Schneewittchen.
Warum Klecks Klecks heißt...Bei Kini, der König vom Bairischen Bluesdieser ersten Kontrolle geht es vor allem um den Gesamteindruck, den die Knirpse machen und um optische Aspekte. In dieser Hinsicht ist Klecks der Hauptdarsteller, schließlich hat er sogar seinen Namen von jenem weißen Klecks auf der Brust, ein etwa drei Zentimeter langer Blitz, der ihn von allen seinen Geschwistern unterscheidet. Normenkontrolleure freuen sich über solche optischen Schnurren, würden sie doch sonst von der Langeweile eingeschläfert glatt während der Inspektion vom Stuhl fallen. Der Bairische Blues hatte in dieser Hinsicht meist viel Mitgefühl mit den Kontrolleurinnen. Ansonsten ist Klecks ein brav gezeichnetes Hovawärtchen, tiefschwarz mit kompletten, mittelblonden Marken. Auch Käptn hat einen feinen weißen Bruststrich, der vermutlich schon bald im fülligen Brusthaar verschwinden wird. Noch markanter gibt sich Korbi, der zu seinem dünnen Bruststrich auch noch ein weißes Stecknadelköpfchen auf der Brust präsentiert, also praktisch ein Ausrufungszeichen in die Welt sendet, aber er prahlt als einziger mit einer goldenen Markenfarbe, auch sie, wie bei seinen Vorgängern, bereits komplett vorhanden. Kini trägt stolz sein kleines weißes Flügelchen auf der Brust, das ihn sozusagen in königliche Sphären tragen soll, dafür hat er noch etwas spärliche Marken. Auch Krischan, Kuno und Kathi tragen winzige weiße Spuren auf der Brust, die ihnen das Leben kaum schwer machen werden. Nur Koschi ist bar jeglichen Makels, geradezu koscher ist er, was uns nicht ganz koscher vorkommt. Dazu sind alle augenscheinlich pumperlg’sund und rundum proper.
Wenn wir also die Erstkontrolle in einem Wort zusammenfassen sollten, könnten wir sagen: Passt!
Das liegt in erster Linie natürlich an Hedda, die, wie wir schon mehrmals erwähnten, eine wirklich vorbildliche Mama ist. Den ganzen lieben, langen Tag liegt sie in der Kiste, was auch dem Chronisten gefallen würde, wenn da nicht die Milchegel an der Brust wären und die Notwendigkeit, den Knirpsen unentwegt den Po und den Bauch zu lecken. Sie steht nur zu den Mahlzeiten auf oder wenn Freunde aus der Nachbarschaft vorbeikommen, der Postbote klingelt und Fianna Alarm schlägt, weil wieder einmal eine Amsel unautorisiert über die Terrasse hopst, immer also, wenn es eben etwas zu naseweisen gibt. Ansonsten liegt sie sich Schwielen in der Schnullerbox.
Wenn sie sich aus der Box bewegt, hinterlässt sie nun häufiger Blut- und Schleimspuren dort, wo sich mal hinsetzt. Das macht uns zusätzlich glücklich, weil das zeigt, dass sie ihre Innenwelt weiter reinigt. Und das schlägt sich auch auf ihre „Fieberkurve“ nieder: nachmittags 38,0 °C.
Hedda und Fianna unterwegsZweiDie Knirpse in Reih und Glied Ausnahmen von ihrer ständigen Stallwache gelten selbstverständlich, und das sind die Spaziergänge mit Fianna, die nun auch für Hedda schon wieder ziemlich weitschweifig sein dürfen, was sie sehr schätzt, wenngleich sie zum Ende hin kaum noch zu stoppen ist. Dann drängt es sie sehr zu ihren Kindern. Während des heutigen Nachmittagsspaziergangs und gleich nach ihrer Rückkehr macht der Chronist eine interessante Beobachtung. Als die Mama weg ist, liegen die Knirpse wie acht Brötchen nebeneinander gestapelt in der Kiste. Irgendwann trennt sich der Achtzylinder und wird zu zwei Vierzylindern. Die eine Gruppe formiert sich aus Klecks, Korbi, Krischan und Kathi, die andere logischerweise aus den Verbliebenen. Als sich Hedda nach ihrer Rückkehr zum Mutterdienst in die Schnullerbox legt, macht sich die Klecks-Gruppe geschlossen auf, ihre Bar zu plündern, während die anderen (Kuno, Kini, Käptn, Koschi) in so seligen Träumen verfangen zu sein scheinen, dass sie einfach weiterpennen. Und die vier Baristas lassen auch nicht ab, bis nichts mehr zu holen ist, während die anderen nichts davon mitbekommen. Es wird spannend zu sehen sein, ob sich dieser dreiste Mundraub morgen in den Gewichten niederschlagen wird.
Nach vier Tagen sind wir nun schon sehr entspannt, weil dieser Wurf bisher geradezu ideal verläuft.
Sonntag, 22. Januar 2023
Am Sonntag morgen gemeinsam mit Freundin Krümel unterwegsGestern hat es den ganzen Tag geschneit und auch in der Nacht hörte es nicht auf. Und es schneit immer weiter. Jetzt ist im Mangfalltal richtiger Winter eingekehrt. Und was ist? Sonntag ist. Kein Zeitungs- oder Müllfahrer kann sich heute blamieren, aber der Chronist schaufelt sich eine Schulterluxation. Wo ist sie nur hin, die heile Welt? Falls es je eine solche gegeben hat.
Anlässlich der äußeren Umstände erlauben wir es uns, aus Schneewittchen und die 7 Zwerge kurzerhand acht Schneezwerge zu machen.
Heute hatten wir die nächtlich Trennung von Mama und Oma aufgehoben, weil Fianna gestern so entspannt und souverän mit der Babylage umgegangen ist, dass wir sicher waren, darauf verzichten zu können. Und so bestätigt es sich auch. Der Chronist verlebt eine ruhige Nacht ohne eine ständig quengelnde Großmutter im Schlafgemach, dafür bekommt er von Hedda dreimal nachts Besuch, um 1 Uhr, um 3 Uhr und um 5 Uhr, die ihm das Gesicht wäscht und ihn mit liebevollen Küssen überzieht und nach wenigen Sekunden wieder polternd abzieht. Fianna ist dagegen glücklich in ihrem Bett im Wohnzimmer, nahe ihrer Enkel, und verkneift es sich altersweise, den Assi im Schlafgemach zu besuchen, weil sie erstens nicht Gefahr laufen will, doch noch irgendwo zwischen den Welten weggesperrt zu werden und zweitens, weil sie weiß, dass der Assi früher oder später zu ihr ins Erdgeschoss kommen und sie in den Arm nehmen wird. Woher sie das nur weiß?
Heddas Temperatur bleibt auch heut stabil bei 38 °C oder knapp darüber. Und auch an den Menüs ändert sich nichts: Welpenmilch, Welpentrockenfutter, Hühnchen mit Kartoffelflocken oder Rinderkopffleisch.
Auf die Gewichte wirkt sich das so aus, heute erstmals in der Schwergewichtsreihe von oben nach unten:
Koschi 720 (+90), Kini 710 (+70), Korbi 690 (+70), Klecks 690 (+60), Kuno 630 (+40), Käptn 630 (+30), Kathi 570 (+50), Krischan 560 (+40).
KrischanKrischan ist zwar der leichteste aller Knirpse, aber keinesfalls unterernährt, eher knuffig. Dennoch kann es sich der Chronist nicht verkneifen, auf seinen ursprünglichen Namensvorschlag hinzuweisen, den die Zuchtmeisterin indigniert zurückwies; er plädierte nämlich für ein „Krischperl“, was in Bayern ein zarter oder gar dürrer Knabe ist. Wem das zu feinsinnig ist, darf auch Hungerhaken, Magermilchbubi oder schwindsüchtiges Zigarettenbürscherl sagen, was allerdings Krischan nicht gerecht würde. Erfahrungsgemäß ändert sich die Speckrollenreihe im Laufe der acht Wochen noch mehrmals und manchmal hat sich sogar das Bibelwort bestätigt: Die Letzten werden die Ersten sein. Um der Statistik Genüge zu tun, halten wir fest, dass der Gesamtzuwachs 400 Gramm beträgt und das Durchschnittsgewicht nun bei 650 Gramm liegt.
Hat denn schon jemand diese Gewichtsreihung mit der gestrigen Schluckspecht-Aktion von Klecks, Korbi, Krischan und Kathi verglichen? Wir wollten doch ein Auge drauf haben, ob diese Zitzenplünderung durch die genannte Viererbande einen signifikanten Einfluss auf die heutigen Gewichte haben würde. Jetzt wissen wir es: Keinen Einfluss! Die Schläfer Koschi und Kini marschieren vornweg und die Trinker Krischan und Kathi hängen hinterher. Der Chronist findet es beruhigend, dass die Natur doch nicht ganz so schlicht gewirkt ist wie das Hirn eines Zucht-Assistenten.
Heddas Milchfluss läuft jetzt auch immer flotter an. Kaum haben sich die Zwerge angedockt, geht das Glücksgekneise und Gestöhne schon los und die Schwänzchen zauseln wie wild umher: die Milch fließt. Fehlt nur noch der Honig, um im gelobten Land zu sein.
KathiAuffällig ist Kathis mitunter sehr eigenwillige Trinkgewohnheit. Sie wählt immer eine der vordersten Zitzen, obwohl die hintersten die Ergiebigeren sind, und zwar immer die auf jener Seite, auf der Hedda liegt. Und sie bettet sich auch nicht wie üblich im rechten Winkel zu Mamas Körperachse, sondern schmiegt sich dabei längs an sie. Zu kurz kommt sie mit dieser Marotte offenbar trotzdem nicht.
Am späten Nachmittag wird heute erstmals ein Programmpunkt aufgerufen, der das ungeteilte Missfallen aller Welpen hervorrufen wird, aber unumgänglich ist: Pediküre. Neben einer drohenden Infektion bei der Mutterhündin in den ersten Tagen, ist eine Gesäugeentzündung (Mastitis) die größte Bedrohung. Eine solche Entzündung kann an einer Zitze entstehen, die zu wenig geleert wird, sich deshalb verhärtet und entzündet. Die zweite Möglichkeit sind die winzigen, aber messerscharfen Krallen der Welpen, mit denen sie Mutters Zitzen bearbeiten, um möglichst viel aus ihr herauszupressen. Dabei entstehen kleine Wunden, die immer wieder für großes Ungemach sorgen. Wir haben mit dieser Situation unsere leidvollen Erfahrungen gemacht und versuchen sie zu vermeiden, was dennoch nicht immer gelingt. Eine Gegenmaßnahme ist es, Heddas Zitzen jeden Tag mit einer Wundsalbe zu pflegen. Die andere ist eine regelmäßige Pediküre.
Käptn bei der PediküreAus diesem Grund werden heute die kleinen Krallen der Vorderbeine gestutzt. Traditionell ist dafür der Assi zuständig, weil er offenbar mit jedem Lebensjahr immer ruhigere Hände bekommt, was bei diesen zappelnden Kraftzwergen eine wichtigere Tugend ist als den einbeinigen Yoga-Adler unfallfrei zu performen. Beim Versuch, diese kleinen Energie- und Kraftbündel zu disziplinieren, spürt man, dass sie sehr wohlgenährt sind und ahnt, welche Kraft einmal in ihnen stecken wird. Und sie machen auch nicht schlapp, sie geben nicht auf und wehren sich, bis sie endlich wieder entlassen werden. Verzagten Lesern sei versichert, es sind noch alle Zehen dran und es ist auch kein Tropfen Blut geflossen.
Nach der kurzen Prozedur reicht ihnen Mama Hedda einen kräftigen Schluck und die Welt ist wieder schwerelos, aber sie lässt dabei ihre Delinquenten auf dem Baderschoß keinen Moment aus den Augen, schreitet jedoch nicht ein. Ihr Vertrauen scheint grenzenlos zu sein. Dafür darf sie noch ein paar Mal mehr nachts zum Waschen kommen.
Montag, 23. Januar 2023
Solange nichts Nennenswertes, also Unerwünschtes geschieht, stellen wir heute die Übermittlung von Heddas Rektaltemperatur ein. 38 Grad morgens und 37,3 Grad abends sind zwar Anlass zu Freude und großer Zufriedenheit, rechtfertigen aber nicht die weitere Beanspruchung der Aufmerksamkeit unserer Leser.
Interessanter dürften für alle die Gewichte der Knirpse sein, die kräftig nach oben streben. Koschi war und bleibt der effektivste Futterverwerter. Mit 60 g plus bringt er heute Morgen 780 g auf die Waage. Ihm folgt Korbi (750, +60), der Kini auf dem dritten Rang ablöst. Auch Klecks (730, +40) und Kuno (710, +80) schieben sich noch an Kini vorbei, was kein Wunder ist, denn der hat eine richtige Nullnummer eingelegt und verharrt in majestätischer Gelassenheit bei seinen 710 Gramm. Ihm folgen im „hinteren Wagenteil“ und in nun schon bewährter Reihung Käptn 690 (+60), Kathi 630 (+60) und Krischan 610 (+50). Das sind auch heute wieder stattliche 410 Gramm Zunahme und errechnet ein Durchschnittsgewicht von 701 Gramm.
Auffällig Jetzt müssen sich die Knirpse schon streckenist, dass Hedda nun am sechsten Tag bereits erstmalig auf Säugen im Sitzen umsteigt, was nach unserer Beobachtung schon ziemlich früh ist. Aber sie scheint sich unter bestimmten Umständen damit wohler zu fühlen.
So gelassen Fianna zuhause ist, so wachsam ist sie draußen. Als Übermutter wird sie nicht gebraucht, das hat sie gelernt, und als Oma kommt sie eventuell später zum Zug, wenn die Knirpse sich im Garten austoben dürfen, wobei die Oma dann bestimmt auch eine kleine Rolle bekommt. Aber sie will nicht unnütz sein und tut das, was nicht nur jeder richtige Hovawart, sondern sie vor allem ganz besonders gut kann: Aufpassen und die Luft rein halten. Hedda steht unter ihrem Schutz, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und wenn ein anderer Hund, der nicht zum Inner Circle des Blues gehört, in ihrem Blickfeld auftaucht, lässt sie keine Zweifel daran, dass eine weitere Annäherung höchst unerwünscht ist. Und um diese Warnung zu übermitteln, genügt es, dass sie die Bürste von den Ohren bis zum Steiß aufstellt; das hat noch jeder hier verstanden. Fianna randaliert nicht, Fianna regiert.
Dieser kleine Ausflug in Fiannas Führungsstil öffnet uns das Fenster für einen kurzen Blick in die große Hundewelt. Seit kurzem herrscht weltweit (!) großer Unmut unter Hundefreunden, weil der selbsternannte Hundepapst Rütter, sitzend auf seinem selbstgebastelten Stuhl der Unfehlbarkeit, in einem Podcast ex cathedra verkündete, dass der Hovawart kein Hund, sondern ein sozial unverträgliches Ungeheuer sei. Und weil er schon gerade so im Flow war, hat er en passant gleich noch alle Hundesportler, sofern sie nicht auf Dummywerfen spezialisiert sind, als grenzdebile Säufer verunglimpft. Freunde macht man sich damit nicht, selbst dann nicht, wenn man, was den Hovawart anlangt, diesen schon immer auf der Hassliste hatte und unsereins damit nicht überraschen kann. Hand aufs Herz: Wir alle haben Vorlieben und Abneigungen was andere Rassen anlangt, aber gottlob kennen wir eigentlich niemanden, der sich mit solchem Dünnpfiff entblödet hätte. Mag ja sein, dass der Guru sich schon mal insgeheim mit einem Hovawart messen wollte und ihm nicht gewachsen war, was sicher schon für sich demütigend gewesen sein musste, nicht zuletzt aus der daraus resultierenden Erkenntnis, dass es beim hundeflüsternden Homo sapiens noch nicht einmal in der Interaktion mit einem Hovawart zur Krone der Schöpfung reicht. Es führt nicht weiter, wenn wir diese Untiefen weiter ausbaggern und uns darin suhlen. Wer möchte, kann sich seinen Podcast 92 selber antun.
Doch seit sich von allen Seiten großes Ungemach auftut und ein veritabler Shitstorm über Rütter ergießt, ahnt man bei RTL, dass da gerade etwas völlig aus dem Ruder läuft. Seither sprechen die Verantwortlichen bei Hovawartzüchtern vor und bitten um Audienzen und Drehgenehmigungen, um die Kurve wieder zu kriegen. Bisher zum Glück ohne Erfolg. Auch bei anderen Zuchtverbänden, wie etwa den Boxern, kriechen sie nun zu Kreuze und haben sich ebenfalls blutige Nase geholt. Als letzten Ausweg werden nun Hovawartbesitzer direkt angesprochen. Wir können an dieser Stelle nur empfehlen, was allgemein Konsens ist: Finger weg! Aus einem bösen Maul kommt kein freundliches Wort, selbst wenn es mit Kreide gefüttert worden wäre.
Diese kurze Nebenrede schieben wir nicht deshalb an dieser Stelle ein, weil wir auch Teil des globalen Rütter-Bashings sein wollen, sondern weil sie eine perfekte Überleitung zu unserem nächsten Punkt und Highlight des Knirpsen-Wurfs darstellt: Der Bairische Blues braucht kein RTL und keinen Rütter. Wir haben seit heute das Regionalfernsehen Oberbayern (RFO) mit Sitz in Rosenheim, das unsere Knirpse von nun an acht Wochen lang begleiten wird.
Interview mit Hedda - meint HeddaHeute Vormittag wird deshalb die Gute Stube des Bairischen Blues zum Studio umgebaut, und die Zuchtmeisterin darf eine Stunde sehr qualifizierte und sachorientierte Fragen eines Redakteurs zum Hovawart und unserer Zucht beantworten. Seriosität findet man eben gerne im kleinen Format, Krawallmacher auf den großen Bühnen. Hedda ist jedenfalls schon so von der Idee angetan, dass sie sich so gut es eben geht an den jungen Mann anwanzt.
Über den Ausstrahlungstermin informieren wir sobald er feststeht.
Dienstag, 24. Januar 2023
Wenn es denn ein allgemein anerkanntes Supermistwetter geben sollte, dann vermutlich jenes, das seit gestern Abend über dem Mangfalltal liegt: Nebelniesel bei Minustemperaturen. Wie in einem frostigen Dampfbad liegt dieser Wasserstaub in der Luft und legt die Welt unter eine Schicht von Panzereis. Es durchlöchert unsere Herzen, wenn wir daran denken, dass wir vor einem Jahr in Südspanien die Bäuche in die laue Luft strecken durften.
Zurück in die Gegenwart und zum Gedeih unserer Knirpse. Außer dass alle zusammen sich in einer sehr strammen Verfassung befinden und wieder einmal 500 Gramm zugenommen haben (Durchschnitt nun 763 g), gibt es eigentlich nur eine nennenswerte Meldung: Kini hat die Nullnummer von gestern mit 90 Gramm wettgemacht und sich wieder auf den 3. Platz geschoben. Here we go um 5 Uhr morgens:
Koschi 850 (+70), Korbi 830 (+80), Kini 800 (+90), Klecks 800 (+70), Kuno 780 (+70), Käptn 730 (+40), Kathi 670 (+40) und Krischan 650 (+40).
Nun sind die 7 Zwerge und ihr Geißlein schon sieben Tage alt. Sie sind allem Anschein nach gesund und sichtbar munter, selbst wenn sich die Munterkeit vorwiegend in Dauerschlaf und Barbesuchen manifestiert. Letzteres macht den Züchter glücklich und treibt den Fotografen der Tagesbilder in die schiere Verzweiflung. Woher Bilder nehmen, die sich wenigstens gelegentlich voneinander abheben? Wie ein Foto von einem Knirps machen (muss man eigentlich jetzt auch politisch korrekt eine Knirpsin mitliefern?), wenn der oder die jegliche Mitarbeit an der Außendarstellung des Blues verweigert? Und dann die Königsdisziplin: Liefere KnirpsIn, wo (!) bislang noch unveröffentlicht ist, aber 24 Stunden unter der Mama oder einer Decke liegt. Falls die Lösung des Problems in weiter Ferne liegt und Verzweiflung aufkommen sollte, nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Wer hierfür geeignete Adressen hat, wird aufgefordert, sie dem Chronisten zu übermitteln.
Hiermit wäre der Informationspflicht über den seelischen Zustand des Chronisten Genüge getan. Über die charakterlichen Spezifikationen der Knirpse gibt es derzeit noch wenig zu sagen, aber einige Charakteristika zeichnen sich schon ab (die erfahrungsgemäß im Laufe der Wochen noch verschiedene Wandlungen erfahren).
KathiLadies first: Kathi. Wie soll man schon sein oder werden, wenn man Prinzessin in einer Horde Kerle ist? Sie ist die Zarte und Liebenswerte, nach der sich alle erkundigen. Bekommt sie genug Milch, kann sie sich durchsetzen oder geht sie unter? Unsere Erfahrung ist, dass sich die Mädels immer durchsetzen und gegen die Machos behaupten konnten. Bisher ist sie vor allem schmusig und ruhig. Ihr Markenzeichen ist der Stammplatz an der vordersten Zitze, wie wir es bereits geschildert haben. Besonders gerne liegt sie auf dem Rücken, angekuschelt an einen ihrer Brüder. Wenn man keine andere Wahl hat...
KäptnKäptn, der erstgeborene Knirps ist derzeit noch wenig auffällig, ist weder Angeber noch Maulheld und geht trotzdem zwischen seinen Geschwistern nicht unter.
KlecksKlecks ist vor allem wegen seines großen Milchlatzes auffällig. Manche meinen, der Latz sei versabberte Milch, weil er oftmals eine Speisung verschläft, was auf eine Übersättigung schließen ließe. Die Gewichtstabelle spricht eine andere Sprache. Die bescheinigt, dass er nicht nur ausreichend zum Zug kommt, sondern auch noch ein höchst effektiver Verwerter ist. Fürs erste scheint er sich mit der bescheidene Rolle als Latzträger zufrieden zu geben, weil er mit Vorliebe auf dem Rücken liegt und stolz seinen Milchlatz präsentiert.
KorbiKorbi dagegen ist wegen seiner prägnanten Markenzeichnung auffällig und in dieser Hinsicht der Auffälligste von allen. Anfangs fiel er allerdings mehr als Kommentator als wegen seiner Zeichnung auf. Keckernd, meckernd und greinend robbte er durch die Wurfkiste und hörte mit der Maulerei auch im Schlaf nicht auf. Jetzt scheint er sich mit seiner Existenz ausgesöhnt zu haben und fällt nur noch auf, weil er so hübsch ist.
KiniKini hat den Korbi-Part übernommen. In den ersten Tagen war er kaum präsent, aber in der zweiten Wochenhälfte mauserte er sich zu einem kleinen Maulhelden, der viel kommentiert und motzt, vor allem wenn er nicht sofort den Weg zu einer freien Tankstelle findet. Herrschaftsgebaren eben…
KoschiKoschi brilliert derzeit nur an den Zitzen. Sonst ist er nur lieb und unauffällig, einer, der sogar ein wenig im Geschwisterreigen untergeht. Aber die Gewichtstabelle zeigt, dass er äußerst wachsam ist, wenn es um sein Wohlergehen geht; dann ist er blitzschnell an vorderster Front.
KunoKuno ist so einer, der noch irgendwo zwischen den Welten hängt. Er träumt, brabbelt gerne vor sich hin und landet auf dem Weg zur Milchbar in Mamas Ohr. Dann hat er wieder was zu brabbeln und kaut ihr ein Ohr ab. Ein liebenswerter Zwerg, der sein Potential noch im Dottersack hat.
KrischanKrischan ist vorläufig der kleinste und zarteste Rüde im Wurf. Aber was für ein allerliebstes Kerlchen ist das denn! Er scheint immer mit sich im Reinen zu sein, hat eine schöne Markenzeichnung und kuschelt gern mit seiner Schwester. Die Zuchtmeisterin hat bei seinem Anblick Sternchen in den Augen. Sollte diesen Zauberzwerg niemand zu sich nehmen wollen, würde er unverzüglich beim Blues landen; in Frauchens Herzen hat er es schon geschafft. Er wäre der einzige Rüde, der die Amazonendominanz beim Blues knacken könnte😊.
Mehr ist derzeit noch und nicht mehr über die Knirpse zu sagen. Nächste Woche wird einiges in Bewegung kommen.