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3. Woche (15.03. - 21. 03. 2017)

Mittwoch, 15. März 2017

"Lukretia feucht, bleiben die Kornsäcke leicht". Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, abgesehen davon ist Lukretia trocken, was den Kornsäcken entgegenkommen müsste – wenn da nicht dieser Gregorius gewesen wäre, an dem die Bauern hätten säen müssen, dafür aber nur Kuhdung versprüht haben. Mal sehen, wie die unfeuchte Lukretia das dennoch hinkriegt.

Nach zwei Wochen darf man schon mal eine erste Zwischenbilanz der Gewichtsrallye ziehen. Dabei kristallisiert sich Hallodri eindeutig als effektivster Futterverwerter heraus. Offenbar hat er auch den unwiderstehlichsten Zug in der Kehle, denn wenn man den kleinen Kerl nach einem Tankaufenthalt von oben betrachtet, sieht er aus wie ein Formel-1-Rennwagen mit seinen Kühlerbeulen in der Fahrzeugmitte oder als ob er ein Sherry-Fässchen quer geschluckt hätte. Gestern ließ er es etwas gemütlicher angehen und begnügte sich mit 30 g plus (1310). Immer noch, und zwar absolut unangefochten, hält Hakuna den zweiten Platz mit 1190 Gramm. Sie hat von Hallodri jenen Teil, den er üblicherweise für sich beansprucht, übernommen und 130 Gramm draufgelegt. Dritter der Speckrangliste und letzter Elfer des Elferrats ist Hobo mit 1100 Gramm und 80 g Zugewinn. Mit 1090 Gramm (+20) führt Hartl die Tausender-Gruppe an. Ihm folgen Halina (1080, +60), Hugo (1070, +70), Hetty (1060, 0) und Hias (1050, +50). Die Nachhut der sogenannten Utaus befehligt Harpo mit 980 Gramm (0), gefolgt von Hedda (930, 0) und dem fixen Hubsi (760, 0), der dieser Nullnummer-Truppe einen zünftigen Abschluss beschert.

Hallodri und HalinaHallodri und HalinaHeutHoboHobo hängt gern abe ist ein reges Kommen und Gehen beim Blues, das den Hallodris reichlich Gelegenheit gibt, sich in Szene zu setzen. Sie sind ja nun den ganzen Tag Freigänger und nutzen ihre Freiheit, den Besuchern zu zeigen, was sie schon draufhaben. Hallodri weiß, was er kann, klettern beispielsweise, und er ahnt offenbar auch, dass die Besucher ebenfalls über seine Fertigkeiten Bescheid wissen, weshalb er sich gerne von seiner Feldherrenseite zeigt und seine Kommandostimme ertönen lässt; Hallodri ist der Lautsprecher der Truppe. Dass der kleine Hubsi ein ziemlich Fixer ist, hat sich auch schon herumgesprochen, mit Kraft und Masse kann er eben keinen Staat machen, dafür mit Schläue und einem wachen Geist. Hedda und Halina gehören auch zur Abteilung "Geschick & Wendigkeit", sind schon gut auf den Beinen und oft dort, wo es die Rosinen abzugreifen gibt. Hias wiederum scheint das bayerische Erbe in sich zu tragen: erdverbunden, zufrieden und schwer aus der Ruhe zu bringen. Was für alle gilt: Sie verteilen ihre kleinen Darmwürmchen jetzt in der ganzen Küche. Herzerweichende Figuren bekommt man da zu sehen, wenn sie versuchen, einen Buckel zu machen, dabei mit den Hinterbeinchen wegrutschen und wie ein alter Putzlappen herumliegen. Es ist ein gewaltiger Entwicklungssprung, den sie soeben vollziehen, wenn sie nun immer häufiger versuchen ihre Stoffwechselendprodukte selbst zu entsorgen und nicht Mama so lange lecken zu lassen, bis Darm und Blase dem Reiz nicht widerstehen können und losbullern. Sie wollen es jetzt selbst hinbekommen, und den meisten gelingt es schon, wenn auch manchmal erst nach mehreren Anläufen mit HugoHugo braucht zum Denken Blut im Hirnlängeren Erholungsphasen dazwischen. Dieser Entwicklungsschritt bleibt natürlich nicht ohne Folgen für das Hauspersonal (in das die Besucher einbezogen werden): Putzen, wischen und waschen. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Fianna stetig mit wachem Blick unterwegs ist und wegschlabbert, was sie sieht und riecht. Und solange sie in der Nähe ist und ihrer Verpflichtung, das Nest und dessen Umgebung möglichst geruchsfrei zu halten, nachkommen kann, nehmen wir ihr diese Arbeit auch nicht ab; das ist Teil ihrer mütterlichen Aufgaben und soll nicht durch unser Einschreiten verschüttet werden. Wir können es abwarten, dass sie sich weigert, diesem Job nachzukommen; spätestens nach der ersten Entwurmung wird ihr Begeisterung für diese Form des Hausputzes deutlich nachlassen.

Abends müssen die Hallodris wieder in die Schnullerbox, was sie ohne Widerspruch geschehen lassen. Dann kommt Mama nochmal zu ihnen, reicht ihnen einen letzten Snack und dann sinken sie dahin, knisternd, krähend, gurrend und quietschend.

Viel Eindruck macht ein kurzes Video, das die Chefin in den Hallodri-Chat stellt, welches eine ranke und schlanke Mama Fianna zeigt: So kurz nach der Geburt und schon wieder so in Form! Was ihre Konstitution angeht, gibt es auch keine zwei Meinungen, sie ist einfach in bestechender Form und voller Energie. Die Körperformen sind aber ein bisschen gefaked (alternative Wahrheit), weil die Chefin unterschlägt, dass die Mutter nun bereits ihre Unterwolle abwirft, wie ein Vogel seine Federn in der Mauser. Der Vize meint, dass man unter diesen Umständen leicht einen schlanken Fuß präsentieren kann. Wenn er seine Kopfwolle verlöre, würde er vielleicht auch so markig elegant aussehen wie Yul Brynner und niemand würde geflissentlich unterschlagen, dass er eine Glatze hat. Eine Gazelle hat doch auch eine schlankere Silhouette als ein Moschusochse, oder?

 

Donnerstag, 16. März 2017

Mit einem knappen Minusgrad begrüßt uns der Donnerstagmorgen, freundlich ist er auch und noch immer nicht feucht. Da muss der Bauer auf die Gertrud hoffen, soll er nicht alle Hoffnung fahren lassen müssen. Nachmittags schwingt sich dieser Donnerstag bis zu 16° C auf und lässt die Frühlingsknospen in der Seele platzen.

HubsiHubsiDas Wiegetribunal des Morgens bestätigt den Eindruck, dass Fiannas neun Zapfstellen, von denen eine eher eine Tropfstelle ist, keine gleichmäßige Gewichtsentwicklung über alle Hallodris hinweg garantieren können. Das ist keine epochemachende Erkenntnis, wird aber mit dem Heranwachsen der Kundschaft deutlicher. Immer schaffen einige einen tiefen Schluck aus der Pulle, während andere mit dem Noagerl (Exobavarisch: Neige, Rest) vorlieb nehmen müssen. Gestern betrug der Profit über alle 430 Gramm, heute immerhin 540 Gramm. War gestern vor allem Hakuna die Profiteuse des Zapfhahn-Fightings, mit Abschlägen Hobo, Hugo und Halina, sind es heute Hias und Hedda, was belegt, dass die Hungerleider genug Ehrgeiz und Energie haben, sich durchzuboxen, bevor ihnen der Schnauf wegbleibt. Hedda ruhte sich gestern mit 930 Gramm noch auf dem vorletzten Platz aus und arbeitete sich nun nach einer Gewaltleistung von 140 g (1070) auf den drittletzten Platz vor; hängst du unten drin, hängst du eben unten drin. Hias raffte ebenfalls 140 g in sich hinein, was ihn allerdings wegen des kompakten Mittelfeldes spontan vom viertletzten auf den dritten Platz katapultierte. Mit 60 Gramm liegt auch Hetty noch auf jenem Leistungsniveau, das man unter den gegebenen Umständen gerade noch erwähnt. Bei den reduzierten Ansprüchen des gestrigen Tages reicht so etwas zu einem Sprung vom siebten auf den vierten Platz. Die anderen beten wir jetzt einfach herunter: Hakuna 40 g (1230, weiterhin 2. Platz), Halina 40 g (1120, 6. Platz), Harpo 40 g (1020, 10. Platz) und 30 g meldet Hobo (1130, 4. Platz). Zum Schluss memorieren wir die Magermilchtruppe: Wir verbuchen 20 g für Hallodri (1330, 1. Platz) und Hugo (1090, 8. Platz), 10 g für Hubsi (770, Rote Laterne) und eine glatte Nullnummer für Hartl (1090, 7. Platz). Da alle zusammen einen äußerst vitalen Eindruck machen und wir bei dem kleinen Hubsi geradezu froh sind, dass er nicht schwerer ist, weil er ein smartes Bäuchlein mit sich trägt, das nicht auf Auszehrung schließen lässt, haben wir keinen Grund, aktiv zu werden. Wir werden in den nächsten Tagen mit der Zufütterung beginnen, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, um Fianna dann zu entlasten. Uns ist auch wichtig, dass der Leckreflex der Welpen bereits aktiviert ist, weil wir sie nicht ohne Not mit Fläschchen füttern wollen, auch, um das Risiko einer Lungenentzündung zu umgehen, die schnell eintritt, wenn sich ein Zwerg verschluckt und etwas in die Lunge bekommt. Die Hallodris schwächeln nicht und sind bestens drauf, also haben auch wir keine Not in hektische Betriebsamkeit zu verfallen.

Die kurze Zeit zwischen der ersten Morgenspeisung und dem Wiegetribunal einerseits und dem unvermeidlichen Verdauungsschlaf gestalten sich die Hallodris nun immer aktiver selbst. Vor allem das angrenzende Wohnzimmer übt einen unwiderstehlichen Reiz aus und weckt den Forschergeist. In jedem Wurf gibt es die Existenzsicherer und die Adrenalinjunkies, die sich allerdings im Laufe ihres Aufenthalts bei uns immer wieder abwechseln; wer heute auf dem Adrenalintrip ist und die Polkappen inspizieren möchte, hockt morgen eingewickelt in einer Schafwolldecke in der Ofenecke und umgekehrt. Alle Welpen machen die Entwicklungsschritte nach ihrem ureigenen Fahrplan, für Hetty und FiannaHetty holt sich Mut bei ihrer Mama ...Hetty... und nimmt sich den Hocker vorCharakterprognosen taugen solche Beobachtungen in den meisten Fällen wenig. Heute sind es Halina, Hartl, Hias, Hakuna, Hubsi und Hedda, die ihre Kreise markant erweitern, die Küche durchstreifen und in den vorderen Teil des Wohnzimmers vordringen, immer kommunizierend, gackernd gickelnd, wobei ihre Rufe eher Positionsmeldungen sind als Alarmrufe. Hetty, der man von Anbeginn an kein Hasenherz attestieren kann, wagt sich gleich mal an eine sehr genaue Inspektion der Wohnzimmerlandschaft. Sie erledigt das mit sicherem Schritt, nicht kriechend und sichernd, nähert sich den Objekten offen, muss dann jedoch der unbekannten Bedrohung durch einen Polsterhocker Tribut zollen und Mama rufen, ein Ruf, der auch von Fianna nicht als Positionsmeldung eingestuft wird, weswegen sie umgehend herbeieilt, ihr Mut zuspricht, worauf Hetty, mit frischem Mut betankt, sich nun dem Objekt auf Kontakt nähert und sich an ihm aufrichtet – die erste Hallodra, die ihre Expedition in die dritte Dimension ausdehnt. Nachdem dieser Hocker nichts Spektakuläres hergibt, macht sie sich weiter auf den Weg, streicht herum, immer leise maunzend und kneisternd, nie aber verunsichert oder ängstlich. Erst als sie zwischen Sessel und Lautsprecherbox festsitzt, offensichtlich mit ihrem Erobererlatein am Ende, bringt sie der Vize zu zwei ihrer Geschwister, die Mamas bisher unberührtes Kuddebett im Wohnzimmer belagern. Dort kuscheln sie sich zusammen und vereinen sich im Schlaf und ihren Heldenträumen.

HakunaHakuna mit der KatzenschüsselFür die Gartenlaubenabenteurer bieten die leeren Katzenschüsselchen genug Anreize, der Welt neue Aspekte abzugewinnen: Edelstahl gehört bisher nicht zum Erfahrungsschatz, Geruch von Katzenfutter ebenso nicht und die Musik, die man den Schüsseln entlocken kann, ist auch aus unbekannten Sphären. Es gibt nichts in diesen Tagen, was für die Entwicklung der Knirpse nicht gut genug wäre; es muss nicht immer der erratische Hocker sein. Für Halina ist es der Separatistenplatz unter dem Küchenblock, der ihr Schutz bietet und den niemand ohne ihre Zustimmung betreten kann.

Dieser Entdeckertrieb der Hallodris setzt reichlich früh ein: Lange können wir nicht mehr warten, bis wir die Absperrungen zum Wohnzimmer aufbauen. Bei ihren Vorgängern mussten wir uns damit erst mit Beginn der vierten Woche auseinandersetzen.

Wenn sich der Tag zur Ruhe legt, wird der Rote Korsar so aktiv wie die Hallodris tagsüber. Nach der erfolgreichen Vorarbeit der vergangenen Tage, schreitet er nun laut schnurrend ins Schlafzimmer und legt sich zum Vize. Fianna hat resigniert, sie stellt sich schlafend und tut, als ob sie noch nie etwas von der Infiltration ihres Hoheitsgebiets durch einen roten Kater gehört hätte. Wer sich überzeugen will, dass deutsche Sprichwörter manchmal an Dämlichkeit kaum zu überbieten sind, sollte mal in diesem Zusammenhang das folgende memorieren: Der Klügere gibt nach. Der Wahrheit die Ehre gibt nur der Spruch, den sich keiner zu formulieren traut, weil er so unmoralisch daherkommt: Der Dreistere setzt sich durch. Aber so ist es.

 

Freitag, 17. März 2017

Um das Orakel der Gertrud richtig zu interpretieren, werfen wir einen Blick aufs Wetter: Morgens -1° C und wolkenlos, später immer noch wolkenlos, aber recht windig, nachts Regen und 11° C. Und was sagt die Wetterhexe Gertrud dazu? ""Friert's an Gertrud, währt der Winter noch zwei Wochen." Da geben wir mildernde Umstände, weil es nur morgens ein wenig friert: eine Woche Winter. Maximal. "St. Gertrud sonnig, wird's dem Gärtner wonnig." Das sieht doch gut aus. "Sonniger Gertruden Tag, Freud dem Bauern bringen mag". Ja, das kennen wir schon und halten fest: Die Bauern feiern heute ihre Gertrud und die Gärtner rasseln schon mal mit den Samentütchen. Allerdings sollte man den kleinen Konjunktiv nicht überlesen, der in einer konjunktivfreien Welt so gerne unter den Tisch gewischt wird: "...bringen mag" steht da, nicht bringen wird. So formulieren Juristen und Politiker, damit man sie nicht festnageln kann, weil sie nämlich auch gesehen haben: "Sieht St. Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiß". Und weil keiner weiß, ob das kleine Morgenfröstchen da noch mitzählt, schiebt man das Konjunktivchen vor sich her und wäscht sich am Jahresende die Hände in Unschuld. Uns ist das schnurz, ob uns die Gertrud aufs Glatteis führt oder den Kartoffeln im Acker das Wasser abdreht, weil das richtige Leben, ganz ohne Konjunktiv, sowieso bei uns und den Hallodris abgeht.

Die Hallodris sind morgen so was von putzmunter, dass sie fast Purzelbäume schlagen. Sie machen sich jetzt schon zaghaft an unsere Zehen ran, ohne Zähne noch, aber investigierend und drangsalierend. Immer wieder schiebt sich in solchen Augenblicken Halina ins Bild, die sonst eher unauffällig agiert, aber die großen Auftritte offenbar gerne für sich reserviert.

HubsiHubsi verdautDie Waage erfährt heute eine jener seltener Momente, an denen wir sie der Lüge bezichtigen, was beim Blues selbst in Zeiten der alternativen Wahrheiten nicht zum Umgangston gehört. Doch heute sehen wir nach, ob nicht doch jemand über Nacht ein Fake-News-Modul eingebaut hat, ein Trumpolin der beliebigen Wahrheiten. Es ist Hubsi, der der Waage Ungemach bereitet, weil sie ihn mindestens viermal ertragen muss, bis wir resignieren und der Anzeige glauben: 940 Gramm. 170 Gramm Auflastung. 22% mehr Gewicht als gestern. An einem Tag! Das heißt, dass wir gestern entweder eine allgemeine Gewichtsexplosion zu verzeichnen hätten oder Hubsi einigen, die auf der Strecke bleiben mussten, den Rahm abgeschöpft hat. Bei 570 Gramm Zugewinn sind noch genau 400 Gramm zu verteilen, was einen Schnitt von 40 Gramm bedeutet. Hartl verzichtete auf seinen 40 Gramm Anteil und beschied sich mit 0 (1090). Das ist der dritte Fastentag in Folge, was ihm nun den drittletzten Platz beschert. Hias hatte auch keine Lust, sich mit dem wild entschlossenen Hubsi um die Sahne zu prügeln und legte ebenso einen Fastentag ein (1190), was ihm dennoch nicht seinen Bronzeplatz auf dem Stockerl kostete. Der Dritte im Fastenzirkel ist Hobo mit 1130 Gramm; er tummelt sich weiterhin im unteren Mittelfeld (7. Rang). Das bedeutet, dass die 400 Gramm nun nur noch auf sieben Hallodris verteilt werden müssen, was einen Schnitt von 57 Gramm ausmacht. Davon kann man tatsächlich auf die Dauer HarpoHarpo - Wie man sich bettet, so liegt manüberleben. Das die derzeitigen Überlebenskünstler Hallodri und Hakuna heißen, hat sich bereits herumgesprochen und bestätigt sich auch heute wieder. Beide greifen je 70 g ab. Die Folge ist eine fulminante Absetzbewegung der beiden: Hallodri 1400 Gramm (Goldpodest), Hakuna 1300 Gramm (Silber). Und danach kommt lange nichts, die 1200er Linie bleibt unbesetzt. Je 60 g reservierten Hedda (1130, 8. Platz) und Harpo (1080, 10. Platz) für sich, was jedenfalls Hedda einen Platz nach oben rutschen lässt. Halina (1170, 4. Platz) und Hugo (1140, 6. Platz) melden 50 g plus. Bleibt noch Hetty mit 40 g plus und 1160 Gramm (5. Platz). Interessant ist, dass unter den ersten Fünf drei der vier Hallodras rangieren, sich also gegen die Muskelaspiranten noch nachdrücklich behaupten können.

Es kann je mal jede(r) für sich im stillen Kämmerchen einen Wettschein ausfüllen, auf dem er/sie die Schlussreihenfolge in der achten Woche prognostiziert. Das Spiel ist beliebt, weil es wenige Spiele mit einem größeren Aha- und Frustfaktor gibt. Vergesst alles, was ihr einmal in einem miefigen Klassenzimmer gelernt habt: Die Ersten werden mit Sicherheit nicht die Letzten sein. Sicher ist nur, dass das Kamel Hallodri eher durch ein Nadelöhr geht, als dass Hubsi den Staffelstab als erster ins Ziel trägt. Trotz der Gewaltaktion von gestern.

Wenn man gerade noch nicht aufgehört hat, den Kopf zu schütteln, bleibt einem das Herz stehen: ein Anflug von Durchfall? Was man überhaupt nicht brauchen kann, ist Durchfall in diesem Alter. Die Winzlinge haben ja noch fast nichts dagegen zu setzen. Irgendeine(r) hat irgendetwas nicht im Griff. Allerdings machen alle einen unverdächtigen Eindruck, quietschen herum, rangeln und rennen; krank sieht niemand aus. Also: beobachten! Die Chefin geht zur Arbeit und der Vize geht auf Beobachtungsposten. Keinen Arsch lässt er aus den Augen. Nur einmal, als er es nicht mehr vertreten kann, die kleinen Pfützchen unbeachtet zu lassen und sich an deren Beseitigung macht – dünner Kackhaufen!! Ein knapper Meter hinter ihm. In der Gegend hält sich fast die ganze Mannschaft auf, Identifikation ausgeschlossen. Aber die Mannschaft ist immer noch wohlauf und krakeelt herum. Beobachtungsposten! Der Vize schleicht herum wie Winnetou am Silbersee. Aber nichts. Nichts mehr. Irgendwann erschlafft der Ermittlungseifer und mündet in stündliche Kontrollen. Nichts, kein Durchfall mehr. Die Chefin berichtet bei ihrer Rückkehr, dass sie mal nachgelesen habe und fündig geworden sei: Haben wir immer mal wieder gehabt. Kein Problem, kein Grund zur Sorge. Der Vize bestätigt ihr, dass auch bei ihm die Sorgen inzwischen verflogen seien, weil die Ärsche offenbar wieder dicht sind. Aber man kann denken, was man will: Wer lesen kann, ist im Vorteil. Aber wer kann schon lesen, wenn er schnüffeln und eskortieren muss?

Ein ganz anderes, wenn auch völlig unverdächtiges Problem ist der Haaranfall, bedingt durch Haarausfall bei Fianna. Wir haben es ja kürzlich schon erwähnt, dass sie aufgrund des Hormonwechsels nach der Geburt schon mächtig abhaart. Nun fliegen bereits überall Fellmäuse aus Unterwolle herum, hängen sich in die Vetbeds und konsolidieren sich in der Waschmaschine. Wir haben den Eindruck, dass sie beim letzten Mal nicht so früh dran war und auch ihre Vorgängerinnen langsamer abwarfen. Nur deshalb schreiben wir das nun auf, damit wir beim nächsten Wurf wieder etwas zum Nachlesen haben. Verbunden mit dem frühen Haarwechsel hoffen wir natürlich, darauf, dass sie dann auch sehr früh wieder eingekleidet ist und wieder ihr prächtiges Haarkleid präsentieren kann, denn nichts ist schlimmer als eine völlig abgehaarte Hündin mit einer Rute wie ein Pfeifenreiniger. Denn: "Ist die Hündin Ostern ohne Haar, fröstelt es das ganze Jahr".

 

 Samstag, 18. März 2017

Kann noch irgendjemand etwas mit dem Namen Kyrill anfangen? Das war der Orkan, der vor zehn Jahren am 18. und 19. Januar mit Windgeschwindigkeiten deutlich über 200 km/h über Europa fegte und 47 Tote hinterließ. Heute macht sich sein kleiner Enkel, ausgerechnet am Tag des Cyrill anheischig, es seinem Opa gleich zu tun. Aber wie das mit Enkeln so ist: Nur noch eine halbe Portion gegenüber uns damals, die wir noch Saft und Kraft hatten, eben ganze Kerle waren. Der Opa hat ganze Wälder und Strommasten umgenietet, der kleinen Cyrill arbeitet sich an morschen Ästen ab. Wenn er meint, dass er sich damit ein bisschen anwanzen und um gut Wetter bitten kann, hat er sich getäuscht: Auch Schmalspurvandalen sind unerwünscht, zumal der Nachwuchs-Popeye auch noch fetten Regen vor sich her treibt, was vor allem beim Vize größte Misslaune auslöst. Brillenträger kombiniert mit Regen und Sturm, mehr muss man dazu nicht sagen. Immerhin pustet der kleine Cyrill richtig viel Frischluft durchs Anwesen des Blues, was ja auch nicht schaden kann. Wir können es auch kurz machen: Schietwetter, wie der Hamburger sagen würde.

HundehaufenHundehaufenDie Hallodris wissen noch nichts von Wetter, sie haben ein Klima, und zwar das ihren Bedürfnissen angepasste Raumklima. Wenn wir jetzt Fenster und Türen öffnen würden, wüssten sie schlagartig, was eine Klimakatastrophe ist und wären damit schon erheblich schlauer als viele jener, die sich für besonders schlau halten. Die Hallodris wickeln ihr Leben in vorgefertigten Ereignisschatullen ab: einspeisen, ausscheiden, schlafen, spielen und wiegen. Die drei ersten Punkte sind existentiell, die anderen volatil, was heißen soll, dass sie sich verändern oder gar ganz verschwinden. Spielen wird kaum verschwinden, sich aber verändern und heißt dann erobern, jagen, sporteln und kämpfen, im schlimmsten Fall mobben und malträtieren. Das Wiegen ist hingegen so etwas wie der kleine Cyrill: eine vorübergehende Erscheinung. Auch heute müssen die Hallodris die Prozedur wieder über sich ergehen lassen, was naturgemäß immer schwieriger wird, weil sie keinen Gedanken darauf verschwenden, sich hinzuhocken und zu warten, bis die Chefin die Dioptrien fokussiert hat und im schwiemeligen Licht des frühen Morgens die angezeigten Zahlen identifiziert. Das Wiegen ist somit eine Unterart des Spielens geworden, ein Spiel ohne Regeln, außer der, dass einer versucht auszubüxen und der andere ihn daran zu hindern sucht. Alcatraz im Mangfalltal. Die Spannung ist dadurch schon frühmorgens immer höher als man es sich für diese Tageszeit wünscht, weil die Knirpse inzwischen glitschig und wendig wie Fische sind, dazu schnell wie die Asiatische Grippe. Heute ist die Spannung zudem hoch, weil man natürlich wissen will, wie der kleine Hubsi aus dem 22%-Hoch herausgekommen ist.

Machen wir die Sache nicht spannender als sie ist: Hubsi hat wohl Gefallen gefunden, in der Speckrallye ein bisschen mitzumischen und nochmal 50 g aufgepolstert; nix mehr mit Verdauungspause. Das macht für ihn 990 Gramm und weiterhin den letzten Platz. Allerdings ist er damit Harpo (1090) bis auf 100 g auf den Leib gerückt, weil der nicht mehr als 10 g zusammenkriegt. Vorgestern lagen zwischen den beiden noch 250 Gramm. 50 g davor fastet nun Hugo mit einer Nullnummer (1140), der dadurch drei Plätze einbüßt. Auch Hobo ist zwei Plätze nach hinten gerutscht (1060, +30). Ihm tut es Halina gleich, leistete sich ebenso einen Fastentag und sackt mit ihren 1170 Gramm vom vierten auf den siebten Platz. Da fragt man sich: Wer sind denn die Kriegsgewinnler? Wenn viele verlieren, müssen einige wenige gewinnen. Jetzt kommt der Name Hartl ins Spiel: Er hat sein dreitägiges Fastengelübde gebrochen und sich nicht mit langwierigem Fastenbrechen abgegeben, sondern umgehend einen Schweinsbraten mit Knödel vertilgt, was ihm 90 g (1180) und drei Plätze näher am Licht einbringt. Hedda liefert ebenfalls 1180 Gramm bei 50 g plus, was auch für sie drei Bonusplätze abwirft hat und sie mit Hartl gleichstellt. Bei Hias hat es nur für 20 g gereicht (1210), Platz 4, einen Platz eingebüßt. Ihre Chance genutzt hat Hetty: Mit 60 g Zuschlag kletterte sie vom fünften auf den dritten Rang (1220). Der Rest ist bekannt. Hakuna mit 40 g plus und 1340 Gramm lässt keine Zweifel an ihrer Lauerposition aufkommen. Für Hallodri ist auch das kein Bedrohung, die ihn von seinen Routinen abhält; er gibt sich keine Blöße, frisst sich wieder 60 g an und liegt nun mit 120 g Vorsprung soweit vor Hakuna, dass sie sich bald beim Vize ein Fernglas leihen muss, um ihren Bruder nicht aus den Augen zu verlieren (1460).

HeddaHedda protestiert bei der WelthunderechtskommissionHugoHugo nimmt's, wie es kommtNach dem Frühstück nehmen wir uns die Bande ein zweites Mal zur Pediküre zur Brust; der Schutz von Mamas Schnullerbrust hat oberste Priorität. Sie nehmen es deutlich gelassener als beim ersten Mal; die Hundsbuam halten dennoch mit Körpereinsatz dagegen, während es die Herzibopperl mit Schnullern und Kneifen an den Fingern versuchen. Dann hat, mitten in der Aktion, die Mama ihren Auftritt, legt sich neben den Folterstuhl und offeriert ihren Herzensbrechern zum Trost und zur Entspannung die Bar. Zack, sind alle weg, die bereits Pedikürten wie die Unbeschnittenen. Pause. Mama lässt sich Zeit. Das Personal hat sowieso Zeit. Und dann kann es weitergehen – mit einer satt zufriedenen Kundschaft. Ihnen liegt das Fett derart in den Eingeweiden, dass sie zu keiner Gegenwehr mehr in der Lage sind. Es fehlt nur noch, dass sie bei der Behandlung rülpsen. Merke: Der nächsten Nagelpflege geht eine Zwischenmahlzeit voran. Auf die Idee hätten sogar wir schon kommen können. Vielleicht sollten wir mal Fiannas IQ mit dem unseren vergleichen? Oder doch besser nicht.

HiasHias zieht Milch vorWeil wir schon im Betriebsmodus sind, entwurmen wir die Bande nachmittags gleich noch. Dreimal muss das in den acht Wochen erledigt werden. Wir wissen nicht, ob die Hallodris schon so gereift oder einfach fatalistisch weggetreten sind, jedenfalls ernten wir kaum Widerstand. Hubsi und Hobo müssen wir von der Bar ihrer Mutter abploppen, und es scheint, dass sie nicht kapieren, was da mit ihnen geschieht, jedenfalls machen sie den Eindruck, als würden sie gerade einen Film anschauen.

Die Besucher halten sich heute in Grenzen, die Bude wackelt also nicht, aber die Rollläden rappeln. Der kleine Cyrill tobt ums Haus und Bandit macht die Lichter aus. Gute Nacht. Die Achselhöhle des Vize schnurrt...

 

Sonntag, 19. März 2017

Bevor wir uns mit dem heutigen Josefitag beschäftigen, sehen wir aus dem Fenster, was wir uns auch sparen könnten, weil man selbst bei komplett verdunkelten und verrammelten Fenstern wüsste, was draußen los ist: Der kleine Cyrill, der heute genau genommen hier nichts mehr zu suchen hätte, aber dem Josef noch ein wenig in die Suppe spucken möchte. Der Namenstag aller Josefs und Josefas, aller Seppl, Bepperl, Jupps und Josefinen, kommt in Bayern gleich nach dem Starkbieranstich und der Wiesneröffnung. Und weil der Josef so ein ganz Heiliger ist, der allerdings von seiner Maria recht hinter die Fichte geführt wurde, was ihm viel Mitleid einträgt, muss sein Tag ein Glückstag sein fürs ganze Jahr. "Ist's am Josefstag schön, kann's nur gut weitergehn", "Ist es klar am Josefstag, erspart er uns viel Not und Plag", "Ist's an Josef klar, gibt's ein gutes Honigjahr". Au weh, Zwick. Das riecht nach Ungemach. Der kleine Cyrill ist doch ein ganz abgefeimter Lackl. Machen wir es kurz: Es wird ein besch...eidenes Jahr. Aber einen Spruch findet der Chronist noch, der ihm auch unter diesen Umständen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, vor allem eingedenk der Zentimeter hohen Güllelachen, mit denen die Landmänner in Erwartung einer größeren Regenmenge die Felder geflutet haben: "Am Josefstag soll der faulste Bauer auf dem Acker sein". Richtig, und zwar jetzt sofort, barfuß und bis die Frühlingsdüfte wehen.

Nachmittags zeigt der Josef dem Cyrill, wer heute das Sagen hat und schickt ihn weiter. So endet der Tag mit Sonne, Wolken und immer noch viel Wind bei 14° C und einigermaßen versöhnlich, was die Aussichten angeht. Aber die Bauern bleiben draußen!

Die Waage gibt uns heute die Gelegenheit, gleich drei Großereignisse zu melden. Zuerst die richtig pfundigen Ergebnisse: Hubsi hat die Kilomarke gepackt, ist also jetzt ein echter Zweipfünder: +50 = 1040 = 11. Platz. Zwischen ihm und Hallodri liegt dennoch fast ein ganzes Pfund, weil der heute die Dreipfünder-Marke geknackt hat (+40, 1500). Die Pole-Position ist ihm weiterhin sicher. Das dritte Großereignis trägt die Visitenkarte von Harpo. Dieser unauffällige Vor-Hubsi, der gestern gerade noch 100 g zwischen sich und Hubsi schieben konnte, soff sich in einem exzessiven Akt 150 g drauf (1250), was ihn vom 10. Rang auf den 5. hochschnalzt. Gegen diese Tartarenmeldung bleibt sogar Fianna mit ihren WelpenViel Betrieb an der HausbarHetty mit ihren 90 g (1310), die sie nah an Hakuna heranbringt, blass. Der 3. Platz ist dadurch mehr als gefestigt, zumal Hakuna eine Nullnummer liefert (1340), aber weiterhin den 2. Platz behauptet. Auch Hedda zeigt mit 70 g Ambitionen, nicht nur, um sich weiter vorne zu postieren, sondern um den Wettern, die wir gestern angestachelt haben, das Leben schwer zu machen: 1250 Gramm, 4. Platz. Damit bringen sich gleich drei Amazonen hinter Hallodri in Position. Frauenpower pur, und der Hallo lacht dazu. Für die anderen bleibt da nicht mehr viel Lorbeer. Hartl fastet wieder, 1180, Absturz auf den 9. Platz. Hugo liefert reelle 50 g (1190), eins hoch, 8. Platz. Verbleiben noch Hias, Halina und Hobo. Hobo mag sich nicht aufraffen, kann natürlich nicht wissen, dass Harpo so in die Vollen haut und geht ihm mit schlappen 10 g (1170) so auf den Leim, dass nun er der Vor-Hubsi ist. Ein ähnliches Bild liefert Hias, allerdings auf höherem Niveau: +10 (1120) schickt ihn zwei Plätze nach unten (6. Platz). Halina erarbeitet sich 20 g, und hält mit 1190 Gramm ihren 7. Platz. Wir halten also fest: Hallodri ist auf seinem eigenen Trip, Hubsi hält am hinteren Ende das Tempo und dazwischen ist alles möglich.

HugoHugos RestaurantbesuchNachHoboHobo hat tadellose Tischsitten dem ersten Frühstück bei Mama gibt es für die Hallodris den ersten Restaurantbesuch, weil wir Fianna jetzt unter die Arme greifen wollen, um nicht zu sagen: unter die Brüste. Die ersten Zähne brechen durch, und die Zukunft mit kleinen Vampiren ist für eine Mutter eine Qual. Deswegen konfrontieren wir jeden einzelnen Hallodri mit einer kleinen Schüssel Welpenmilch. Dass das erste Erstaunen mindestens so groß ist wie die Hilflosigkeit und das Unvermögen, verwundert nicht, das haben alle ihre Vorgänger schon durchmachen müssen. Trotzdem sind wir vom schnellen Umsetzen der neuen Herausforderung sehr angetan. Die Meisten schnabeln und schlecken mit großer Begeisterung, aber fahrig um sich herum, entdecken schnell, dass sich die Mühe lohnt und geben sich dann auch mehr Mühe. Am Ende sehen alle aus wie Kleopatra nach ihrem Bad in Eselsmilch, was ihre Mama animiert, ihre Kinder wieder sauber zu kriegen und dabei noch den Rest abzusahnen. So ist allen gedient. Ja, da hatten wir schon erheblich bemerkenswertere Chaoten als diesmal; eigentlich stellten sich nur Hetty und Halina HallodriHallodri mag es entspanntetwas dusselig an, nicht weil sie zu dämlich sind, sie haben ja schon bewiesen, dass es ihnen nicht an Hirnschmalz und Esprit fehlt, nein, weil sie zu viel auf einmal wollen und zu hektisch sind. Deshalb schusseln sie so herum. Das glatte Gegenteil ist Hobo, der von uns wegen seiner exzellenten Tischsitten die Goldene Schnabeltasse verliehen bekommt. Hobo, der Landstreicher, hat die besten Tischmanieren. Verrückte Welt.

FiannaFianna kommt auch nicht zu kurzHobo legt nach und beweist, dass er tatsächlich viel Sinn für Etikette und Manieren hat, indem er sich zur Erledigung seines großen Geschäfts in den Eingangsbereich begibt, weit weg von seinen Wohnräumen, dorthin, wo sich eigentlich nur seltsame Figuren aufhalten, die kommen und gehen und vom Personal Besucher oder Interessenten genannt werden. Was das bedeutet? Keine Ahnung, scheiß drauf.

Weniger auf Etikette hat ein(e) andere(r) im Sinn, möglicherweise aber vom gleichen Denkansatz getrieben, der/die der Chefin direkt nach dem Restaurantbesuch in den Pantoffel pinkelt, was die Chefin jedoch nicht dazu bewegen kann, ihre kurz nach der Bronzezeit Hand gedengelten und mit allen Farben der Restauration verzierten Pantoffel zu entsorgen. Sie werden gereinigt und wieder ihrer Bestimmung zugeführt. Noch nicht einmal Entrüstung kann ihr dieser Akt der provokatorischen Insubordination entlocken, nur ein wenig bedrohliches: «Wer war der Saubär?» Was belegt, dass sie die Mädchen aus der Verdachtszone entlässt. Wildpinkler sind immer Männer und Männer sind außerdem Pantoffelhelden. Noch Fragen?

Es ist keine Frage: Aus den Maulwürfen werden Hunde, man kann es fast stündlich neu erleben. Nicht nur, dass ich jetzt, wie oben schon angedeutet, die ersten Zähne zeigen, was aus dem Maulwurf einen Hund macht, nein, sie bellen auch schon, so ein kauziges Kläffen, ein ausgespucktes BÄH, an dem sie sich nun ausgiebig üben. Manchmal aber, und dann wird es gruselig, liegen sie zusammen, meist kurz vor dem Einschlafen oder in der ersten Schlafphase, und heulen wie junge Wölfe. Dann zieht ein Klang durchs Haus, als ob eine Schar Tauben mit ihren Pfeifen vorbeiflögen, ein dünner, äolischer Ton, der einem dennoch durch Mark und Pfennig geht (Sorry, Herr Draghi: durch Euro und Cent klingt wirklich bescheuert).

Was macht einen Hund noch aus, außer dass er Zähne hat und bellen oder heulen kann. Dass er wie ein Hund liegt, zum Beispiel in der Sphinxstellung: Beine hinten angewinkelt, vorne ausgestreckt, Kopf erhoben. So liegt ein Hund da, ein Wachhund allemal. Und so liegt jetzt Hetty da – und leckt sich genüsslich die Pfoten. Noch sind die Beinchen matschig, werden aber schon hingebungsvoll gepflegt. Da springt ein Herz auf und streut Schmetterlinge.

Vor kurzem hatten wir schon geunkt, dass wir nun bald unsere bewährten Absperrungen zum Wohnzimmer und ins Treppenhaus aufbauen müssen, weil die Hallodris alles im Sturm erobern. Doch diese Notwendigkeit hat sich fürs Erste erledigt. Sie sind zwar immer noch unterwegs, aber das bislang Eroberte scheint ihrem Expeditonsgeist zu entsprechen, mehr brauchen sie noch nicht. Mal kurz um die Ecke biegen und zu Mama ins Wohnzimmerkudde ist Abenteuer genug, ein Blick in den Abgrund der Kellertreppe ist gruselig genug, alles weitere hat Zeit. Also haben auch wir noch etwas Zeit, aber natürlich lassen wir die Knirpse nicht aus den Augen und wenn das nicht zu umgehen ist, kommen sie in die Schnullerbox, Klappe zu und gut ist es. Vor allem in dieser Disziplin sind H-Benichts und H-Selmäuse vorbildlich: Obwohl sie nun schon seit einigen Tagen Freigänger sind, lassen sie sich immer noch anstandslos kasernieren, egal ob es für Besorgungen und Erledigungen ist, zum Putzen oder einfach nur nachts zum Schlafen. Wir hören von ihnen keinen Protest, sie kugeln sich zusammen und tun, was Welpen am besten können: schlafen. Da haben wir schon andere Erfahrungen gemacht, Kampfansagen und breiten kollektiven Widerstand schon am zweiten Tag des Freigangs. Die Hallodris sind in dieser Hinsicht wirklich sehr handzahm.

Nach sehr viel Besuch heute, bei dem sich Fianna immer noch als unbestechliche Gouvernante zeigt, die niemand ungeprüft in die Nähe ihrer Kinder lässt und ihre Meinung deutlich kundtut, bekommen die Hallodris den zweiten Teil der ersten Entwurmung, weil das Flubenol an zwei Tagen hintereinander gegeben werden muss. Gestern schon einigermaßen unbeeindruckt, sind sie heute zu erschöpft von all den Schößen und Händen, dass man ihnen auch Reißnägel oder Montageschaum zwischen die Kiefer schieben könnte. Und dann ist Feierabend für alle. Und heute stellen wir ihnen erstmals eine Wasserschüssel in die Box, weil sie nun schon weniger Flüssigkeit von ihrer Mama bekommen.

 

Montag, 20. März 2017

Jetzt dürfen die Bauern, wie versprochen, wieder vom Acker: Es ist Frühlingsanfang, die Frühlingslüftchen und -düftchen wehen, morgens noch unter einem bewölkten Himmel, später bei zunehmend freundliche Wetter und 14° C. "Wie das Wetter am Frühlingsanfang, so ist es den ganzen Sommer lang". Das ist erheblich erfreulicher als die Josefi-Prognose. Also halten wir uns an die Frühlingsprognose. Obwohl natürlich auch jetzt wieder delphisches Geschwurbel dazukommt: "Wie sich die Sonne zum Frühling wendet, so auch unser Sommer endet". Was heißt denn: wendet. Wohin wendet sich die Sonne? Etwa gar von uns ab? Und vor allem: Soll das heißen, dass der Sommer erst zum Ende hin freundlich wird wie heute? Das Orakel macht uns sehr betroffen, der Winter fällt – und alle Fragen offen.

Der Restaurantbesuch hat der Speckstatistik der Hallodris sehr gut getan; 830 Gramm sind eine sehr ansprechend Leistung und sie hat der Tabelle neues Leben eingehaucht. Jetzt geht's los, jetzt zeigt sich, wer ein Kämpfer ist. Der Hallodri kämpft nicht, muss nicht kämpfen, nur tun, was er immer tut: mampfen. Das bringt ihm auch heute wieder 50 g und eine Gesamtbilanz von 1550 Gramm ein. Wer soll ihn vom 1. Platz verdrängen? Hakuna hätte das Zeug dazu, aber als Mädchen in der Endabrechnung keine Chance (merkt eigentlich jemand, dass wir hier laufend Wetttipps abgeben?). Wer jedoch ein bisschen Quark, Eier, Ziegenmilch und Öl an einem Tag in 130 g Speck umwandelt, hat großes Potential. Dabei sieht sie gar nicht so mächtig aus, während Hallodri seine Pfunde stolz zu Markte trägt. Hakuna lässt somit 1470 Gramm anschreiben und ist Hallodri bis auf 80 g auf die Pelle gerückt. Für alle, die meinen, eine Welpenspeck-Wette sei ein Kinderspiel, den weisen wir auf den nun folgenden 3. Platz hin. Wer war vor drei Tagen noch auf dem zehnten Rang und gestern auf dem fünften? Harpo! So schnell kann es gehen! Gestern 150 g aufgeladen und heute 160 g, macht an zwei Tagen 310 g. Wir sind nicht sicher, ob wir einen solch unwiderstehlichen Vormarsch schon einmal erlebt haben und sind auch zu faul, die alten Gewichtstabellen durchzuwühlen. Harpo meldet heute 1400 Gramm und belegt sicher und endsatt den 3. Platz. Dieser Harpo muss im Auge behalten werden. Und wer nun gedacht hat, das war's mit den Überraschungen, den müssen wir schon wieder enttäuschen, weil es da noch einen gibt, der vorgestern auf dem achten Platz residierte, gestern auf den Vor-Hubsi-Platz gestürzt ist und heute wie der Phönix aus der Asche auf dem 4. Platz thront: Hobo, der Landstreicher und Achterbahnkönig. Er hat, soviel dürfen wir verraten, mit 190 g heute den Vogel abgeschossen und landet bei 1360 Gramm. Wir ziehen den Hut und verneigen uns in Ehrfurcht. Sakra! Der Gegenentwurf dazu sind Hetty und Hedda: Null, nix, nada, Ramadan. Hetty rutscht mit 1310 vom 3. auf den 5. Platz und Hedda mit 1250 vom 5. auf den 7. Rang. Da ist richtig Bewegung im Laden. Hias hängt weiterhin unentschlossen im Mittelfeld herum, nachdem er anfangs noch im Topteam mitspielte. Heute stehen für ihn immerhin 70 g (1290) auf der Haben-Seite und der 6. Platz. Hugo meldet 70 g, eigentlich durchaus erwähnenswert, aber heute eher Kleingeld: 1250 Gramm und 7. Platz zusammen mit Hedda. Hartl ist so einer, der nach mehr aussieht als er auf der Waage hält und sich deshalb zuverlässig im unteren Drittel herumtreibt. Heute gründet er mit ebenfalls 70 g plus und 1250 Gramm mit Hedda und Hugo das Siebener-Trio. Dennoch – Achtung, Wettbiester – steckt in Hartl Potential, behauptet jedenfalls der Vize. Mit 1240 Gramm und 50 g plus muss sich Halina nicht grämen, aber wer sich ohne Sinn und Verstand auf ein solches Fressen einlässt, treibt Schindluder mit seiner Figur. Deshalb ist der vorletzte Platz ein Ehrenplatz der Vernunft. Die gestrige Hausse war für Hubsi nun wirklich zu viel, wo hätte er das, was er gebraucht hätte, um mitzuhalten, auch hinpacken sollen. Wir meinen, 50 g Zuschlag ist aller Ehren wert, denn auch Hubsi sollte auf seine Linie achten, sonst sieht er bald aus wie kleines dickes Uwe. 1090 Gramm, Platz 11. Und der Vize legt sich fest: Hubsi wird nicht als letzter über die Ziellinie gehen.

Beim Morgenspaziergang in der lauen Frühlingsluft darf Fianna eine komplette Unterordnung laufen und strahlt hinterher mit dem Frühling um die Wette. In diesen Momenten verschwendet sie keinen Gedanken an ihre Kinder, da ist sie nur noch auf Empfang und weg von all dem Tageskram. Dass ihr die Milchtüten bei jedem schnellen Schritt fast um die Ohren fliegen und munter Beifall klatschen, bringt sie nicht aus der Konzentration. Sie könnte ewig so weitermachen, na, vielleicht nur halbewig, jedenfalls bis sie wieder zum Melken muss.

Hugo Der Kreativität sind keine Grenzen gesetztMit Fiannas Kindern geht es rapide voran. Ihre Bewegungsmuster sind nun sehr frei und kreativ. Das heißt für uns, dass es keine unkontrollierte Bewegung mehr geben darf, überall kann sich ein Hallodri herumtreiben. Obwohl sie sich natürlich noch nicht stabil auf den Matschebeinchen bewegen, sind sie schon ziemlich flott unterwegs, und ihre Wege ähneln dem eines Schnittmusters. Das gilt natürlich vor allem für die Küche, die sie nun komplett in ihren Besitz genommen haben und sich dort überall herumtreiben und sei es nur, um im hintersten Eck einen kleinen Teich abzuladen. Jetzt beginnt für uns die geraubte Zeit, was nichts anderes bedeutet, als dass man sich nichts mehr vornehmen kann, weil der Zeitplan von den Welpen bestimmt wird. Wenn man sich vornimmt, Kartoffeln zu schälen und zu kochen und in einer Stunde zu essen, ist das nur eine Fata Morgana. Denn schon das Kartoffelschälen wird durch unentwegtes Teichtrocknen und Würstchensammeln so in die Länge gezogen, dass kein Zeitplan mehr gehalten werden kann. Die nächsten Wochen werden eine Reise in der Zeitmaschine, an deren Zeiger die Hallodris kurbeln. Seltsamerweise ist gerade dieser Aspekt der Welpenaufzucht in der Gesamtbetrachtung kaum präsent. Obwohl er so sicher wie das Amen in der Kirche kommt, denkt man im Vorfeld keinen Augenblick daran und merkt dann, dass die verflogene Zeit und all das, was darin unerledigt liegenblieb, großteils auf diese Zeitmaschine zurückzuführen ist.

Wie soll man sich denn bitteschön verhalten, wenn einem so ein Dreikäsehoch auf den Fuß tritt und eine Streicheleinheit einklagt? Ignorieren? Ja, sicher und ganz bestimmt. Man nimmt das Päckchen hoch oder hockt sich zu ihm und gibt ihm, was er jetzt braucht. Die Kartoffeln werden dann etwas länger gar. Die Hallodris sind eben jetzt überall und nehmen uns zur Kenntnis. Sie steuern uns bewusst an, reagieren sogar schon auf Lockrufe. Sie nuckeln an den Fingern, untersuchen die Hausschuhe und sind so schnell wieder weg und hinter einer neuen Entdeckung her, wie sie gekommen sind. Die Summe dieser Nebenbeschäftigungen lässt die Hauptbeschäftigung in den Hintergrund rücken.

Aber natürlich wären die Hallodris keine Hallodris, wenn sie sich nur mit uns beschäftigen wollten. Es gibt noch viel zu entdecken und zu erproben. Zum Beispiel den gesamten Korridor, dort woher all die Leute immer kommen und wohin sie immer gehen. Hetty treibt sich dort mit Vorliebe herum und dem Vize den Schweiß auf die Stirn bei dem Gedanken, er würde ihre Expedition einmal übersehen und müsste die Kleine aus dem Keller klauben, weil es ihr auch die Kellertreppe sehr angetan hat. Es wird doch Zeit für die Sperren!

Füttern am FutterringFüttern am FutterringEine andere Qualität der Fortentwicklung zeigt etwa Hobo, als er sich zwar zu seiner Mama und deren geöffneten Bar ins Kudde begibt, aber bevor er sich den Saugstutzen zuführt, erst einmal ins Bett pinkelt. Vielleicht steigt ihm ja der Durchmarsch auf der Speckrolle gerade ein bisschen zu Kopf. So etwas würde Hartl nie machen, der in der Lokalisierung seiner Mutter der bei weitem Pfiffigste ist; wo immer sie sich niederlässt, ist Hartl auch schon bald da. Offensichtlich begnügt er sich dabei, mit Mama zu kuscheln, sonst müsste sich seine Dauerpräsenz erfolgreicher in der Gewichtstabelle niederschlagen.

HalinaHalina rockt den RingMit dieser Mobilität und Kreativität beginnen nun auch die echten Schaunummern, auf die man sich einerseits freut, vor denen man aber auch größten Respekt hat. Noch immer werden die Hallodris in die Schnullerbox gepackt, wenn wir außer Haus sind, weil wir das Wohnzimmer und den Eingangsbereich noch nicht gesichert haben. Dieser ist wegen der Kellertreppe besonders kritisch, aber die Tür in den Flur können wir nicht schließen, weil wir Fianna die Möglichkeit geben müssen, selbst zu entscheiden, ob sie bei ihren Kindern sein möchte oder lieber Abstand hält. Deswegen kommt die Bande in die Schnullerbox, dann kann Fianna zu ihnen oder es lassen. Heute streicht der Vize mit seiner Kindsmutter nachmittags durchs Mangfalltal und holt anschließend die Chefin von der Bahn ab. Da liegt bei ihrer Rückkehr mitten in der Küche eine seltsam zerknüllte Decke. Unter ihr lugt, nachdem das Objekt genauer unter die Lupe genommen wird, weil der Vize bei allen Heiligen versichert, dass diese Decke bei seinem Abgang noch im Kudde lag, das verschlafene Gesichtchen von Halina hervor. Hat es doch dieser Dreiviertelzwerg glatt geschafft, die 30 Zentimeter hohe Boxensperre zu überwinden. Wie sie das geschafft hat, bleibt ein Rätsel, denkbar wäre aber, dass Fianna in der Kiste lag und für Halina eine perfekte Ausstiegshilfe abgab. Jedenfalls scheint sie sich nicht sonderlich gegrämt zu haben, hat sich eine Decke geholt, darin eingerollt und gewartet, was der Tag noch bringen wird. Mein lieber Mann, das ist schon ein starkes Stück für einen dreiwöchigen Zwerg.

FiannaMama macht alle wieder stubenreinAll diese Erlebnisse und Abenteuer kosten natürlich immens viel Kraft – und deshalb füttern wir heute die Welpenmilch gleich aus dem Futterring, damit sie sich noch ein bisschen verausgaben können und dann hoffentlich auf keine blöden Gedanken mehr kommen. Das Chaos am Ring ist bei jedem Team immer das gleiche, die einen blicken die Situation sofort, die anderen lutschen am versabberten Rand herum, die dritten baggern mit Ganzkörpereinsatz durch den Ring und die vierten nehmen zwar ein Maul voll, wissen aber immer noch nicht so recht, was sie jetzt damit anstellen sollen. Eines haben am Ende alle gemeinsam: Sie sind noch mehr mit süßer Milch verkleister als gestern im Einzelprogramm. Mutter Fianna übernimmt es mit Begeisterung, ihre Kinder wieder gesellschaftsfähig zu züngeln.

HalinaHalina ist völlig plattEs wird nur wenige Tage dauern, dann haben sie dieses Programm so gut im Griff, dass wir kaum noch wissen werden, wie wir den Futterring, oder bald schon zwei Futterringe, auf den Boden bringen sollen, so werden sie uns umlagern.

Zum Ende dieses ereignisreichen ersten Frühlingstag, den die Bauern hoffentlich wieder getrocknet und in warme Tücher gehüllt bei ihren Familien verbracht haben, muss noch eine Erfolgsmeldung abgesetzt werden: Die Darmwürstchen der Hallodris sind trotz der neuen externen Fütterung und der Entwurmung perfekt geformt und zeigen keine Neigung zum Durchfall. Das ist, für Außenstehende vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, fast schon die schönste Meldung des Tages. So ein Welpendarm muss sich an all das Neue erst anpassen, da ist eine stabile Kotkonsistenz ein ausgezeichnetes Zeichen.

Worüber man sich nicht alles freuen kann...

 

Dienstag, 21. März 2017

Der Frühling ziert sich noch. Gestern ging es ihm noch ein bisschen wie den Hallodris: Große Klappe, aber dann geht ihm doch der Schneid aus. Macht nichts, er und sie sind ja erst am Anfang. Wird schon noch werden. Heute sieht es noch nicht danach aus; es ist ganztägig stark bewölkt, allerdings bei herzwärmenden 16° C. Man kann ja nicht gleich alles haben.

Heute hat der Hl. Benedikt seinen Ehrentag, und es müsste doch mit dem Hl. Luzifer (uuups, Luzi) zugehen, wenn dem bäuerlichen Regelwerk dazu nichts einfiele. "Willst Gerste, Erbsen, Zwiebeln dick, so säe sie an Benedikt". Das lässt sich bestimmt auch umwidmen: "Willst du die Hallodris dick, stopf sie mit Fleisch an Benedikt". Die Vielfalt der Verfasser solcher Regeln lässt sich mit großem Vergnügen an den beiden folgenden Beispielen festmachen. Hier der kurz Angebundene, der Agrarpragmatiker: "Benedikt macht Möhren dick". Genau. Das reicht, versteht jeder. Anderer Meinung ist der verblümelte Agrarlyriker: "Der Benedikt leitet deine Hand, säest du mit ihm die Frucht in's Land". Wie rührend. Man sieht förmlich den Sämann über den Acker streifen und mit ausgreifenden Bewegungen seinen Samen streuen. Ganz anders sind da die Allgäuer gestrickt; bei denen sagt man schlicht: "St. Benedikt, 's Fidle zwickt" (Exo-Alemannisch für Fidle: das Gesäß). Damit hätten wir ausreichend gut über den Bene gesprochen, was sein Name ja letztlich bedeutet (bene = gut und dictus = gesprochen), schlussendlich wird der, über den man so gut spricht, ein Gesegneter. Und vor den dampfenden dicken Bohnen wünschen wir gesegnete Mahlzeit. Bene. Ach was: Benissimo.

Gar nicht bene ist der zunehmend starke Drang der Hallodris ins Familienwohnzimmer. Aber wir haben immer noch keine Lust, die Fluchtsperren aus dem Vordach zu holen. Der anticynische Schutzwall muss noch ein wenig warten, dafür genießen wir die durch die Freizügigkeit gegebene Möglichkeit zu Charakterstudien. Die Herumstreuner, die Mamakinder, die Möchtegerns und die Nimmermüden, alle sind vertreten. Solche, die fix um die Ecke biegen, weil sie genau wissen, dass die Mama dort liegt und immer einen Snack bereithält, sich aber für den Rest der Landschaft wenig interessieren. Die Herumstreuner sind die, die unentwegt sabbelnd durchs Wohnzimmer cruisen, ohne Ziel und ohne Plan, sich aber das Gelände einprägen und womöglich ihren eigenen Lageplan abspeichern. Die Nimmermüden sind die, deren Kreise nicht so weit gezogen sind, sich aber immer wieder auf den Weg machen, immer wieder einen Anfang wagen, aber über diesen nicht so recht hinauskommen. Am ulkigsten sind die Möchtegerns, die lauthals ankündigen, lauthals abdrehen, sich lauthals beschweren, lauthals einen neuen Versuch wagen, ihre Mutter lauthals verantwortlich machen, und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu guter Letzt ganz kleinlaut einen Teich auf die Dielen plätschern. Da uns die Erfahrung sagt, dass alle Hallodris diese Entwicklungsstadien mehr oder weniger deutlich durchlaufen, ist diese Beobachtung nur eine Momentaufnahme, weshalb es keinen Sinn macht, vor allem aber nicht fair wäre, den Typen jetzt Namen zuzuordnen; der Möchtegern kann schon morgen ein Streuner sein und der Streuner ein Mamakind. Panta rhei – alles fließt.

Doch dann kommt der magische Augenblick, der Streuner, Mamakinder und Möchtegerns mit einem Mal zu einem einzigen und einigen Wesen verwandelt, zu einem Wachhund, zu einem Hovawart. Es ist jener Moment, als der Nachbar seine wohlbehütete Harley aus dem Winterschlaf erweckt und ihr einen Frühlingsbrunftschrei entlockt, ein mächtiges, ein markerschütterndes und herzbebendes Dröhnen und Grollen, das sogar die Mangfall einen Moment über die Verlegung ihres Bettes nachdenken lässt. In diesem archaischen Augenblick merken sie alle auf, sitzen sie alle auf – Mamakinder, Möchtegerns und Streuner – und melden! Melden so laut bellend, wie sie es schon können, beschweren sich, fordern die sofortige Beendigung der Ruhestörung und gehen dann in ein kollektives Heulen über. Die Hallodris sind schon richtige Hovawarte! Wir könnten heulen, so herzerweichend und putzig ist die Szene.

Weniger spektakulär, aber nicht weniger aussagestark ist der Moment, in dem Halina, in sich und ihre Welt versunken, sitzt und sich mit dem Hinterbein am Ohr kratzt. Ein Hund ist erst ein Hund, wen er sich am Ohr kratzen kann, wie ein Rüde erst ein Rüde ist, wenn er das Bein hebt. Halina ist ein richtiger Hund, ein kleiner, ein tollpatschiger noch, aber ein Hund. Wenn man das sieht, ahnt man, wie nahe der Tag der Abgabe bereits ist. Es sind ja nur noch fünf Wochen, und die verfliegen noch schneller als die vergangenen drei.

HakunaHakuna ist ganz angetanFast belanglos, ja geradezu unangebracht trivial, erscheint uns an solchen Tagen ein Blick auf die Gewichtsstatistik. Deshalb fassen wir uns kurz. Alle zusammen nehmen 480 g zu; das ist so bescheiden, dass es nur belanglos sein kann. Die Highlights setzen der Erst- und Letztgeborene, also Hartl und Hallodri. Hartl hat Nachholbedarf und befriedigt diesen mit 110 g, macht 1360 Gramm und Platz vier zusammen mit Hobo und Hetty. Hallodri spielt sich mit seinen Geschwistern: 130 g (1680) und naja, was schon? Stockerl ganz oben. Die anderen im Schnelldurchlauf: 2. Platz Hakuna (1470, 0), 3. Platz Harpo (1440, +40), 4. Platz Hobo (1360, 0), Hetty (1360, +50) und Hartl, 7. Platz Hias (1350, +60), 8. Platz Hedda (1290, +40), 9. Platz Halina (1260, +20), 10. Platz Hugo (1250, 0) und 11. Platz Hubsi (1120, +30).

HiasHias ist begeistertWie haben wir weiter oben bei der Würdigung des Benediktus schon angekündigt? "Willst du die Hallodris dick, stopf sie mit Fleisch an Benedikt". Das machen wir nun auch. Dort, wo das agrarische Geheimbündlerbrevier recht hat und konkret ist, soll und kann man ihm getrost folgen. Wir reichen den Hallodris erstmals echtes Fleisch, denn was ein echter Hund und Bayer ist, braucht Fleisch, und die Hallodris tragen den stolzen Namen vom Bairischen Blues und keineswegs Hallodris vom Veganen Blues. Tatar gibt es, für jeden ein Bällchen – und für jeden ein Abenteuer. Woher sollen sie auch wissen, wie man so etwas zwischen die Kiefer HarpoHarpo besteht auf Fleisch mit Knochennimmt und was man dann damit macht. Dass sie aber echte Bayern und Karnivoren sind beweisen sie schon Sekunden später, als sie sich sehr schnell auf diese Speise einstellen, sie sich mit Verve in den Gaumen schaufeln und verarbeiten, mitunter nochmal vor- und herausarbeiten (so etwa wie Wiederkäuer), aber dann ist es vertilgt und macht Laune auf mehr. Morgen wieder. Vorteil der Fleischspeise: Die Kinder sind deutlich weniger eingesaut als bei der Milchspeisung. Nachteil: Fianna hat kaum etwas zu putzen, und so bleibt ihr der Schnabel sauberer als ihren Kindern.

GismoGismo und HartlNachmittags haben wir noch ein Highlight für die Zwerge: Ihr Halbbruder Gismo (Gosh) kommt zu Besuch, und der ist so verliebt, dass er sogar Fianna die Arbeit abnimmt. Gismo leckt die Teiche auf, Gismo leckt den Kleinen das Hinterteil, damit sie sich lösen können, Gismo kugelt sie herum und spielt mit ihnen wie ein verliebter Gockel. Gismo legt sich sogar hin, um ihnen seinen Bauch zu bieten, was die Hallodris aber schnell als Fake der besonders üblen Sorte identifizieren: Eine Zitze ist keine Zitze! Gismo ist nur unterwegs, immer darauf bedacht, keine(n) zu vernachlässigen oder zu vergessen, Gismo ist überall, vor allem aber mittendrin. Fianna lässt ihren Sohn gewähren und vertraut ihm ohne Wenn und Aber. Sie zieht sich ins Wohnzimmer zurück und gönnt sich eine Mütze voll Schlaf; auf den ist Verlass, kein Grund, ein Auge an ihn zu verschwenden.

So ganz ungewöhnlich ist Gismos Verhalten nicht, denn in der freien Wildbahn sind die jungen Rüden dafür vorgesehen, nach und nach die Mutter zu unterstützen und ihr immer mehr Arbeit und Erziehung abzunehmen. Etwa in der achten Woche übernimmt dann der Vater – damit der Nachwuchs auch das Richtige lernt und von den Weicheiern nicht verzärtelt wird. Gismo verhält sich also eigentlich ganz normal, aber für uns ist auch das eine herzerweichende Szene.

Fianna mit WelpenDemnächst wegen Überfüllung geschlossenEs scheint als ob Fianna Gismo darum beneiden würde, dass er nur eine Zitze am Bauch hat und in Ruhe gelassen wird. Langsam wir ihr der Ansturm der nun schon bewaffneten Hungermäuler lästig. Natürlich macht sie ihren Job, da lässt sie sich auch nichts nachsagen, aber gelegentlich, vor allem bei der letzten Versorgung nachts, geht sie dazu über, im Sitzen oder sogar im Stehen zu säugen. Die Meisten, bis auf die zu kurz Gekommenen, schaffen es schon, der stehenden Mutter das Gesäuge anzuzapfen. Und das sieht richtig gewalttätig aus. Kaum anzunehmen, dass die Mutter das anders empfindet. Es hat schon seinen Grund, dass wir nun massiv zufüttern. Die Mutter wollen wir uns nicht wegfressen lassen, es reicht ja schon, wenn sie uns in den verbleibenden Wochen die Haare vom Kopf fressen.

Die SchnullerboxDas sollte ein paar Tage reichenIn dieser Nacht legen wir auf das 30-Zentimeter-Brett vor der Kiste noch das 10-Zentimeter-Brett, um ganz sicher zu gehen. Beim Einschluss versucht Halina mit Nachdruck und Raffinesse, über die Barriere zu kommen. Da sie es schon einmal geschafft hat, wollen wir ihr kein zweites Erfolgserlebnis gönnen. Fianna bleibt in dieser Nacht noch eine ganze Weile in der Küche bei ihren Kindern, bis sie sich zu uns gesellt. Da hat der Rote Korsar schon längst die Herrschaft übers Schlafzimmer übernommen.

Mehr als ein Drittel unserer Zeit mit unseren Hallodris ist schon vorüber. Sie sind echte Herzgewächse geworden.

4. Woche (22.03. - 28. 03. 2017)

Mittwoch, 22. März 2017

Chico und Harpo MarxChico und Harpo Marx, der NamenspatronBevor wir irgendetwas anderes tun oder auch nur im Sinn haben sollten, beugen wir Haupt und Knie, um Harpos frühem Bruder Chico Marx zu gedenken, der heute vor 130 Jahren das Licht der Welt erblickte und ihr bis zu seinem Hinscheiden einen speziellen Glanz verleihen durfte. Wie bescheiden nehmen sich neben ihm die Geburtstage von Maximilian I. oder Wilhelm I. aus. Da freuen wir uns deutlich mehr über die Menschwerdung von Andrew Lloyd Webber, André Heller, Hugo Egon Balder und Bruno Ganz, ja sogar über Armin Hary, den ersten Menschen, der die 100 Meter in 10,0 Sekunden lief und damit bis zum heutigen Tag der schnellste Deutsche ist, dürfen wir uns freuen, in einer Nation voller Schlafmützen ein erinnerungswürdiges Ereignis. Selbst gegen ihn machen die Hochadeligen nichts her und wenig Eindruck. Jedoch über allen thront Chico, woran auch die Hochwürdigen Webber, Heller, Balder und Ganz ganz und gar keinen Zweifel lassen und sich freiwillig hinter ihm einsortieren.

Jetzt erst ist Zeit, einen Blick aus dem Fenster zu werfen – und ihn am liebsten gleich draußen zu lassen und das Fenster wieder zu schließen: Es regnet, 6° C. Der Frühling kommt mit güld'nem Bande? Schande. Er ist in irgendeiner italienischen Bar bei Espresso und Campari verhockt, wie die Schwalben, denen schon an Gregori nahgesagt wurde, dass sie eigentlich in der Gegend sein müssten: "Um den Tag des St. Gregor, da kommen auch die Schwalben vor." Das war am 12. März. Heute sind wir zehn Tage weiter und eine Schwalbe kommt noch immer nicht vor; keine Schwalbe und kein Frühling, und wenn sich schon eine Schwalbe gezeigt hätte, machte sie noch nicht mal einen Frühling, geschweige denn einen Sommer. Nix ist schick zum Hl. Chic.

Dann eben einen hoffnungsfrohen Blick auf die Statistik der laufenden Fettwerdung, die nach der ersten Fleischfütterung erfreulich sein müsste. Ist sie aber nicht, jedenfalls nicht so, dass man abheben müsste. Vermutlich ist doch das meiste Fleisch direkt aus dem Fell der Gourmets ins Recycling der Mutter gewandert. 510 g für alle? Das hätte Fianna mit ihrer Voralpenmilch wahrscheinlich auch noch hingekriegt. Lobend hervorzuheben ist eigentlich nur Hugo, der sich mit 100 g (1350) redlich bemühte und zum Lohn vom Vor-Hubsi-Platz auf den viertletzten Platz gehüpft ist. Auch Hartl mit 80 g darf sich unserer Wertschätzung sicher sein, 80 g (1440) befördern ihn von Platz sechs auf Platz vier. Für eine Gewichtsmatrone wie Hakuna, die allerdings keineswegs so matronal aussieht, sind 80 g nichts, was Erwähnung findet, obwohl diese Missachtung natürlich zutiefst unfair ist, aber die erwirtschafteten 1550 Gramm ändern nichts an ihrem Status: 2. Platz, wie gehabt. Den Rest im Schnelldurchlauf: 1. Hallodri (1700, +20), 3. Harpo (1470, +30), 5. Hobo (1410, +50), 6. Platz Hias (1380, +30), 7. Hetty (1370, +10), 9. Hedda (1310, +20), 10. Halina (1300, +40), 11. Hubsi (1170, +20).

EinzelfütterungJedem sein eigenes Tellerchen Fianna hat zwar noch immer Milch und lässt ihre Kinder auch davon profitieren, aber sie folgt in dieser Hinsicht ihrer Mutterpflicht, nicht ihrer Neigung; die Kleinen werden inzwischen ziemlich massiv. Wenn sich die ganze Bande auf sie stürzt, verfolgt den Betrachter schon mal das Bild einer Spinnenmutter, die von ihrem Nachwuchs ausgesaugt und hingemetzelt wird. Solche Bilder im Kopf und die Gewissheit, dass Fiannas Voralpenvorzugsmilch immer noch die beste der Welt ist, aber nicht mehr ausreicht, um allen gerecht zu werden, füttern wir nun konsequent täglich zu: Welpenmilch und Fleisch, heute noch einmal Tatar, das wir aber, erstens zur Übung und zweitens wegen der besseren Kontrolle, erstmals aus Einzelschüsseln füttern. Es fasziniert uns, wie beherrscht die Hallodris sind und konsequent von ihrem Tellerchen lecken. Die Konsequenz endet mit der Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme, weil die Hallodris noch nicht gelernt haben, mit einem leeren Schüsselchen zur Essensausgabe zu wackeln und um einen Nachschlag zu bitten. Den Nachschlag liefert den Turboschlingern die Schüssel des Nachbarn. Und den Rest erledigt die Mama. So wird das nun weitergehen, weil wir natürlich bestrebt sind, dass auch Hubsi, Halina und die anderen Slim-Fast-Models die Abgabe am 24. April erleben, denn eines ist klar: In der Natur hätte Fianna nicht genug Nahrung für elf, nicht einmal über die Jagd könnte sie so viel Kalorien herbeischaffen, dass alle genug bekämen. Für die Welpen ist unser Einschreiten also ein Segen, für Fianna dagegen eine schlechte Nachricht, weil wir mit der Zufütterung ihre Ration abregeln, sonst geht sie binnen Wochenfrist auf wie ein Kugelfisch.

Hias und der SchafskopfHias und der SchrumpfkopfIrgendwie kommt die auf Reduktion gesetzte Fianna damit nicht sofort klar, aber mit der Lösung des Problems in einen inneren Konflikt, der von einem Schafskopf ausgelöst wird. Der Schafskopf ist getrocknet und deshalb so etwas wie ein amazonischer Schrumpfkopf, könnte also das vorenthaltene Futter als eine interessante Variante ersetzen. Gleichwohl: Fianna steht nicht besonders auf Schaf und bei Trockenzeug ist sie sowieso rosinenpickerisch. So wird aus dem Nahrungsmittelersatz ein Erziehungsmittel: Sie trägt es herum, präsentiert es ihren Kindern, und wenn die sich angestachelt und aufgehetzt über das Schrumpfschaf hermachen wollen, fällt der Watschenbaum um. Meins! Nase weg! Und dann trägt sie es herum und lässt es mit den gleichen finsteren Absichten in der Nähe einer anderen Welpenversammlung fallen. So kann man sich auch den Tag vertreiben – und dem Nachwuchs das kleine Einmaleins der Etikette beibringen. Das hat sie bestimmt noch von ihrem großen Vorbild Anouk in Erinnerung, die eine Großmeisterin in der Disziplin der Disziplinierung war.

Schafkopf hin, Kindererziehung her: Wenn wir Fianna etwas nehmen, bekommt sie dafür etwas anderes als Ausgleich; das Gleichgewicht des Wohlbefindens muss immer gewahrt bleiben. Die Chefin geht wieder mit ihr auf die Fährte. Dass Fianna darüber fast ein Ei legt vor Freude, wissen alle, die sie kennen, aber dass die Chefin fast noch ein Ei daneben legt vor Freude über die Suchleistung ihrer Kindsmutter, die augenscheinlich gar nichts vergessen hat, die konzentriert und zielstrebig wie in ihren besten Tagen die Wiese abschnüffelt, das war so nicht abzusehen. Doppeltes Glück und Feierlaune beim Blues.

Und Hetty freut sich darüber so, dass auch sie nicht nachstehen will und ebenfalls ein Ei legt, dorthin, wo man es kaum übersehen kann – hinaus ins Treppenhaus. Begeisterung lässt alle Vorsicht schwinden, und dem Vize entfährt darob beinahe auch ein Ei. Jeder legt noch schnell ein Ei und dann eilt die Nacht herbei. Eia Popeia...

 

Donnerstag, 23. März 2017

"Weht kalter Wind am Ottotag, das Wild noch vier Wochen Eicheln mag". Schwein gehabt. Der Hochnebel hängt fast bis auf den Boden, die Luft ist Wasser gefüllt, aber die Temperatur bewegt sich zwischen 7° C und 14° C. Viel Wind wird nur beim Bairischen Blues um die Welpen gemacht. Kalt ist der jedoch auch nicht, manchmal besteht er sogar mehrheitlich aus heißer Luft. Das Wild darf sich also langsam auf zarte Knospen freuen.

Die Einzelfütterung bringt es an den Tag: Wir haben Raubritter, die selbst unter Aufsicht kalten Herzens zugreifen und sich des Mundraubs schuldig machen. Anders ist die Spreizung des Speckzugewinns von 0 bis 200 nicht zu erklären. Was den Chronisten zutiefst an seiner Weltsicht erschüttert, ist, dass drei der skrupellosesten Raubritter Raubwanzen, also weiblichen Geschlechts sind. Dass Frauen nicht besser sind als Männer, bestenfalls ungenierter, ist weithin unstrittig, spätestens seit heute jedoch mit Zahlen belegt. Die kälteste Schnauze ist – Halina! Halinchen, die sich häufig gerade noch vor Hubsi retten konnte, dieses Halinchen ergaunert sich 200 g auf einen Streich. Gut, sie kann es brauchen, aber nur mit plötzlich auftretender guter Futterverwertung kann das auch nicht begründet werden. Andererseits freut es den Chronisten zu sehen, dass die Süße auch einen Schuss Perfidie unter ihrem Pelz trägt. Venus im Pelz sozusagen. Nummer 2 der Mundraubritterinnen ist Hedda, die Halina mit 190 g nicht wirklich nachsteht, als Drittdrittlerin allerdings auch gute Gründe für einen effektiven Beutezug aufführen kann. Und dann hätten wir da noch Hetty, der man keine Mangelernährung nachsagen, aber bei längerer Betrachtung alles zutrauen kann. 160 g hat sie sich abgezweigt, davon sicher den Großteil aus eigenen Beständen rekrutiert, aber bestimmt auch aus Nachbars Metzgerei geplündert. Die 120 g für Hias kann man als Ergebnis nicht ganz korrekter Futteraneignung interpretieren, muss man aber nicht; seine Vita lässt auch eine Interpretation als Selbstversorger zu. Die Tabelle des 23. März sieht demnach so aus: 1. Hallodri +80 (1760), 2. Hakuna +70 (1620), die kommt auch ohne Lotsenrollgriff links und rechts gut durchs Leben, 3. Hetty +160 (1530, vom 7. Platz hochgenassauert), 4. Hartl +80 (1520), 5. Harpo +30, Hias +120, Hedda +190 und Halina +200 (alle 1500), 9. Hobo 0 (1410, Absturz vom 5. Platz), 10. Hugo +50 (1400) und 11. Hubsi +100 (1270), eine Schande eigentlich, dass man seine 100 g nicht extra erwähnt, vor allem, weil er über jedem Verdacht steht, seine Geschwister zu beklauen. So etwas tut Hubsi nicht, und heute standen nun einmal die zwielichtigen Gestalten im Mittelpunkt unseres Interesses. Wir loben also Hubsi explizit für diesen Kraftakt. Insgesamt ergibt dieser Tag der Gourmands 1060 Gramm Auflastung, was alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt – bald aber selbst nur noch eine Randnotiz sein wird. Es wird jetzt ziemlich stramm bergauf gehen mit den Gewichten der Hallodris.  

Das TeufelsradDas TeufelsradDem Frühstück heute Morgen, das wie an allen letzten Tagen aus Welpenmilch aus dem Ring besteht, verschaffen wir den Hallodris ein Spektakel der besonderen Art, indem wir unseren Drehteller für Wurst und Käse auf den Küchenboden stellen, damit Fianna ihn schrankfertig putzen kann. Die kleinen mobilen Kugelporsches sind natürlich sofort zur Stelle, um ihrer Mama zur Zunge zu gehen und besteigen den Drehteller, den Mama nun, wie wir sie instruiert haben, in Kreisbewegungen versetzt: Hollaraidulljöh, ist das schö! Wir haben unseren Spaß, die Hallodris haben ihren Spaß und wieder etwas dazugelernt, nur Fianna ist eingeschränkt amused, weil sie etwas von ihrem Routinenachschlag abgeben musste. An anderer Stelle haben wir schon mal angekündigt, dass wir demnächst, wenn die Zwerge noch sicherer auf den Beinen sind, einen Tennisball an eine Strick binden und die kreiselnde Bande von oben attackieren, was als Mangfalltaler Teufelsrad in die Geschichte eingehen wird. Alle, die die Absicht haben, bei uns zu frühstücken, seien an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Drehteller selbstverständlich so gereinigt wieder zum Einsatz kommt. Hundespeichel ist ja bekanntlich antibakteriell.

WohnzimmerabsperrungDie Wohnzimmerwelt, verrammeltFlursperreDer Flur, verriegeltAls sich etwas später Hedda und Hartl zum wiederholten Mal aufmachen, sich nicht nur das Wohnzimmer untertan zu machen, sondern gleich noch die Mangfalltaler Waschküche zu inspizieren und nach Sonnenflecken Ausschau zu halten, beschließen wir, jetzt doch mit einiger Verzögerung die Welpenabwehrgitter aufzubauen und aus dem Paradies in Blues ein charmefreies Alcatraz zu machen. Diese Maßnahme ist alternativlos, so alternativlos wie kaum eine andere, wenn wir nicht um unser Eigentum und das Leben unserer Kinder gebracht werden wollen. Nun ist unser Wohnzimmer vor den Welpen sicher, diese vor einem Absturz in den Keller und der legendäre Transit gibt den Hallodris ungehinderten Zugang zu Küche und Garten, ganz wie es ihnen (und uns!) beliebt.

Jetzt beginnt erst die eigentliche Welpenzeit, jene Zeit, die der Chronist so sehr herbeigesehnt hat, mit fröhlichen und quirligen Kindern unter bayerischer Sonne.

 

Freitag, 24. März 2017

Nun haben die Rehe aber wirklich Schwein gehabt, denn heute wabert wieder dicker Bodenhochnebel durchs Tal, so ein zäher Gumminebel, der noch nicht mal durch einen strammen Ostwind zum Auszug bewegt werden kann. Hätte dieser Wind schon gestern vorbeigeschaut, wären die Rehe weiter auf Eicheldiät geblieben. So aber haben die Bauern die A-Karte, denn "Scheint auf Sankt Gabriel die Sonn, hat der Bauer Freud' und Wonn". Dumm gelaufen, zumal die Waschküche sich den ganzen Tag hält und somit Freud und Wonn aussperrt.

Die Gewichtstabelle hält nach der gestrigen Hausse heute ein wenig inne: 840 Gramm sind sehr ansprechend und erfreulich, aber nichts, was den Statistiker mit Adrenalin füllt. Demnach gibt die Tabelle auch nicht viel her, das der Erwähnung wert wäre. Hobo darf man lobend erwähnen, der nach einem Fastentag 140 g aufgelegt hat, Hugo auch, der 100 g schaffte, mehr aber noch Hias, der nach den 120 von gestern heute schon wieder 100 g verstoffwechseln muss und dabei nicht überfordert scheint. Diese konsequente Arbeit an der eigenen Vervollkommnung bringt ihn heute bereits auf den 3. Platz. Über Hallodri muss man wahrscheinlich auch ein Wort verlieren: Auf HubsiHubsidiesem Niveau 110 g aufzusatteln ist eine Demonstration des Willens und der Stärke: Haut rein, was ihr könnt, ich kann immer mehr. In dem Kerl steckt der ganze FC Bayern im Taschenformat. Charmante Erwähnung verdient auch das Pärchen Harpo und Halina, die derzeit Hand in Hand mampfen und marschieren; nach den gemeinsamen 1500 Gramm gestern erwirtschaften sie jetzt einvernehmliche 90 g und hocken, zusammen mit Hetty, auf dem 1590er Podest. Nicht übersehen sollte man, dass mit dem heutigen Tag alle das Zertifikat der geprüften Dreipfünder ausgehändigt bekommen. Alle, außer Hubsi natürlich, der unverwüstlich und unverdrossen hinterher wieselt, wie der Chronist jederzeit davon überzeugt, am 24. April nicht als Letzter über die Ziellinie zu gehen. Bravo, Hubsi, aus solchen Holz werden Helden des Alltags geschnitzt.

Kommentar zur WohnzimmersperreEindeutiger Kommentar zur WohnzimmersperreDie Tabelle in der Übersicht (und für die, die es nicht interessiert, in der Wegsicht):

1. Hallodri (1870, + 110), 2. Hakuna (1660, +40), 3. Hias (1600, +100), 4. Hetty (+60), Harpo (+90) und Halina (+90) alle 1590, 7. Hartl (+30) und Hedda (+50), beide 1550, 9. Hobo (+140) und Hugo (+100), beide 1500 und 11. Hubsi (+30, 1300).

Tagesmenü: RinderhackTagesmenü: RinderhackAußer der Milchspeise geben wir heute kein Tatar mehr, sondern wechseln zum etwas bodenständigeren Rinderhack, sonst besteht die Bande womöglich ihr ganzes Leben auf zartes Beefsteak Tatar. Ab heute geht es in die kulinarischen Niederungen – Landhausküche.

Den Hallodris ist das sowieso Jacke wie Hose, weil sie nun mit Wesentlicherem beschäftigt sind, als sich mit der Abgrenzung von Tatar gegen Rinderhack abzumühen. Sie sind nämlich mittlerweile in der Lage, die Vorgänge in ihrem Lebensraum zuzuordnen, die Menschen einzusortieren und die ganze Szenerie zu interpretieren. Die Folge ist, dass man nun nicht mehr unbegrüßt bleibt; sobald man sich in die Küche begibt, wird man von einigen freundlich und fröhlich begrüßt. Sie stellen sich auf einen Fuß und blicken einen mit großen blauen Augen an, sie hängen sich an die Hacken und folgen uns getreulich wie die Jünger ihrem Herrn, was jeden Schritt zu einer potentiellen Gefahr macht, weil die Kugelporsches spontane Bewegungen und Richtungswechsel im Programm haben, die vom Cortex eines adulten Homo sapiens kaum vorhersehbar sind. Demgemäß wird seine Motorik um einige Verwindungen, Pendelbewegungen und Pirouetten bereichert, die im alltäglichen Bewegungsrepertoire seit der Kopulation auf der Rückbank eines VW Käfers verschüttet waren. Die Hallodris revitalisieren all diese motorischen Schätze wieder. Eine besondere Freude ist ihnen die Fahrt auf einem Pinkelhandtuch. Kaum erkennen sie, wie ein Mensch ein Handtuch über ihre Hinterlassenschaften wirbelt, kommen sie herbeigeflitzt, hocken sich schon drauf oder krallen sich an ihm fest, und lassen sich durch die Küche wirbeln und kutschieren: 'Eine Putzfahrt, die ist lustig, eine Putzfahrt, die ist schön, denn da kann man seinem Putzi kräftig auf die Nerven geh'n'. Vor allem, wenn Putzi noch Programmpunkt 7 bis 48 auf der Agenda als unerledigt gekennzeichnet hat, z.B. das Verfertigen der Chronik der laufenden Ereignisse.

HettyHetty nimmt alles, woran man zuzeln kannHetty, so viel scheint klar, hat noch Ziele in ihrem Leben; eines davon ist, nicht im Niemandsland der Speckrollenstatistik zu dümpeln und offenbar traut sie unseren Menüvorschlägen dabei nicht über den Weg. Deshalb ist sie allzeit auf dem Sprung, sich Mamas Vorzugsmilch, möglichst unter Ausschluss der geschwisterlichen Öffentlichkeit zu sichern. Zweimal direkt hintereinander schafft sie das auch, jedesmal zapft sie alle Hähne der Mama bis zum letzten Tropfen ab, ganz vorne beginnend und dann von Zapf zu Zitz sich nach hinten arbeitend. Mama ist dabei so entspannt – wahrscheinlich, weil der Rest der Bande davon keinen Wind bekommen hat –, dass sie sich nach der Entleerung der linken Milchleiste genüsslich auf die andere Seite rollt und Hetty noch eine Partie anbietet, die diese bis zur Neige absahnt. Das ist so eine Art doppelter Kokslinie für Hetty. Am Ende schwebt sie zwischen Laktose-High und Fettembolie, gerade dass sie uns nicht in die Küche reihert und dazu psychedelische Lieder singt. Wir machen uns einen Vermerk für morgen: Hetty, Gewicht!

 

Samstag, 25. März 2017

Wem soll man sich heute Morgen nun zuerst zuwenden: Hetty oder der heiligen Jungfrau? Das wird beim Blues pragmatisch entschieden, weil die spirituellen Angelegenheiten in der Verantwortung des Chronisten liegt, während sich die Chefin ums Handfeste kümmert. Und da sie zuerst aus den Federn ist, keinen Sinn für die Heilige Jungfrau, sondern ausschließlich für ihren morgendlichen Fahrplan hat, darf sich der Chronist und Vize noch einmal im Bett wenden, bis er sich den spirituellen Belangen zuwendet. Drunten wird derweil Statistik gemacht. Und es tut sich Ungeheuerliches. Umsturz. Revolution. Aufstand der Unanständigen. Hallodri ist entthront! Dabei sieht das Gesamtergebnis der gestrigen Leistungsschau mit 960 Gramm nicht spektakulär aus, das sind statistisch gesehen für jeden gerade mal 87 g. Wie irreführend Statistik sein kann, belegt dieses Ergebnis, dass etwa die gleiche Relevanz wie die Frage hat, welche Gemeinde Deutschlands das höchste Pro-Kopf-Einkommen verzeichnet? Na, weiß es jemand? Antwort: Heilbronn mit 39.524 €. In den anderen Gemeinden Deutschlands tragen die Bürger im Durchschnitt nur 20.507 € ins Finanzamt. Staunt jetzt jemand? Kein Grund, so sieht eine Statistik aus, wenn man Wesentliches unterschlägt, zum Beispiel, dass in Heilbronn Dieter Schwarz, der LIDL-Eigentümer sein Vermögen versteuert. Und genau so aussageschwach ist unsere Statistik mit den 87 g pro Kopf, wenn man berücksichtigt, dass Hartl und Hias eine Nullnummer geliefert haben, Hallodri nur 10 g, Hedda 30 g, sowie Hubsi und Harpo nur 40 g zu versteuern haben. Jetzt verteilen sich die verbleibenden 840 g nur noch auf fünf Köpfe, denen nun 168 g pro Nase an die Rippen gewachsen sind. Dass selbst dieser Durchschnitt der Wirklichkeit nicht wirklich nahetritt, werden wir gleich sehen. Nun denn... Beschäftigen wir uns doch einmal mit Hetty, die gestern die doppelte Kokslinie inhalierte. Bei ihr bleibt die Waage auf 1830 Gramm stehen, was einen Zugewinn von 240 g und den 3. Platz bedeutet. So ungefähr hatten wir uns das gestern schon gedacht. Bei welcher Gelegenheit und mit welchen Methoden sich jedoch Hakuna um 250 g angereichert hat, blieb uns verborgen. Durch das Loser-Ergebnis von Hallodri (1880) mit nur 10 g geht sie mit 1910 Gramm an ihm vorbei. Richtig coole Nummer. Hugo verdient sich ebenso einen Eintrag ins Geschichtsbuch: Mit 170 g plus und einer Schwerkraft von 1670 Gramm ist er vom Vor-Hubsi-Platz auf den 4. Platz geklettert (zusammen mit Halina). Wo Sieger aufsteigen, müssen Verlierer abstürzen. Hias hat seine Nullnummer (1600) mit einem freien Fall vom 3. auf den 8. Platz gebüßt. Hartls Abstieg vom 7. auf den 10. Platz ist kaum weniger bemerkenswert: Wir haben einen neuen Vor-Hubsi. Da werden 100 g plus plötzlich zum belanglosen Nebengeräusch, aber das hat Hobo nicht verdient: 100 g plus, 1650, von neun auf sechs. Tusch!

Im Überblick sieht das dann so aus: 1. Hakuna (1910, +250), 2. Hallodri (1880, +10), 3. Hetty (1830, +240), 4. Halina (+80) und Hugo (+170), beide 1670, 6. Hobo (1650, +100), 7. Harpo (1630, +40), 8. Hias (1600, 0), 9. Hedda (1580, +30), 10. Hartl (1550, 0), 11. Hubsi (1340, +40).

Das ist das amtliche Endergebnis am Tag der Verkündigung, womit wir endlich beim spirituellen Teil der Chronik angelangt wären und der Vize mitspielen darf.

"Ist der Sonnenaufgang an Mariä Verkündigung klar, gibt's ein gutes Jahr". Der Sonnenaufgang findet hinter dickem Hochnebel statt, deshalb verheißt der Chronist ein schlechtes Jahr. Ins gleiche Horn stößt dieser Spruch: "Schöner Verkündigungsmorgen, befreit von allen Sorgen". Die ab Mittag sich durchsetzende und Frühling spendende Sonne hat demnach nur noch korrektiven Charakter: "Mariä Verkündigung schön und rein, wird das ganze Jahr recht fruchtbar sein". Das mag den Landmann und den Gärtner beglücken, dem Tunix und Lebemann ist's wenig Trost. Und mit dem letzten Losspruch springt dann endlich der Draht aus der Mütze: "Wenn Maria sich verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet." Störche gibt es bei uns nur selten und die Schwalben sollten eigentlich schon lange da sein, wie wir bereits am 12. des Monats gelernt haben. Der Vorschlag des Chronisten zum peinlichen Schwalbenthema wäre: "Wenn man die Schwalbe jeden Tag verkündet, sie sicher einmal heimwärts findet". Bis jetzt wurde noch keine gesichtet. Oder wie wär's mit dem: "Wenn Maria ihren Fehltritt ohne Schwalben gesteht, kaum noch Hoffnung auf Zwitschern im März besteht".

Doch woran ziehen wir uns eigentlich hoch? An der Abwesenheit von Schwalben etwa, wo heute Elton John seinen 70. feiert, ein Vöglein, das die Schwalben musikalisch weit in den Hintergrund drängt und uns mehr Sommersonne in die Herzen sang als Schwalben Sommer machen können, vor allem wenn man die verregneten einbezieht. Zugegeben: Wir wissen nicht, wie viele Tonnen Mücken er zu unserem Wohle in seinem Leben verspeist hat. Da können wir auf die Schwalben weniger verzichten als auf Elton John. Deshalb der Vorschlag zur Güte: Elton singt uns im Winter bei einem schönen Tässchen Tee Sommer in die Herzen und die Schwalben versüßen uns den Sommer mit ihrem Appetit. Nur sollten sie dann langsam kommen, das Schwirrzeug hat sich längst in Stellung gebracht.

Aufbau des WelpenparcoursWirh a little help from our friendsHParadiesbesichtigungErste gemeinsame Paradiesbesichtigungeute ist der Tag, an dem aus unserem Garten ein kleines Welpenparadies wird: Der Parcours wird aufgebaut. Zwei Tunnels, ein Zirkuszelt für die Abendvorstellung, hier und da ein Holzpodest, Bretter zum Aufstieg, Kellergitter, zwei Mülleimerdeckel zum Karussellfahren und anderer Trödel. Aber vor allem wird der Zaun errichtet, damit das Vergnügen der Hallodris begrenzt bleibt und unseres unendlich wird.

Wir sind erstaunt, wie professionell die Hallos damit umgehen, vor allem Hartl kann sich gar nicht sattsehen, schnüffelt sich von Station zu Station, stellt sich vor und meldet sich an – angenehm, Hartl vom Bairischen Blues – und bleibt dabei völlig unbewegt und geschäftsmäßig. Er wird viele Fragen zu beantworten haben, wenn ihn seine Geschwister im Nest löchern. Aber auch sie haben zu erzählen, weil sich alle umtuen und sich den neuen Reizen nicht verschließen. Sie sind unbekümmert, ohne kopflos zu sein. Ängstlich ist keine(r). Aber Hartl hat auch die Objekte in der Ferne der Gartengalaxie besucht, wohin sich die anderen noch nicht gewagt haben. Doch alle betrachten es als große Annehmlichkeit, ihre Geschäfte nun auch im Freien erledigen zu können, wobei wir feststellen, dass die festen Hinterlassenschaften nicht mehr so fest sind wie bisher: Die Vorzugsmilch Fiannas, die sie HartlHartl, der ErobereraHedda und HarpoHedda und Harpo helfen beim Aufbauuch im neuen Paradies anbietet, was die Vertrautheit mit diesem entscheidend steigert, die gehaltvolle Welpenmilch und das gegenüber dem Tatar deutlich fettere Rinderhack verleihen dem Stuhl deutlich mehr Geschmeidigkeit, allerdings weit jenseits jeder Sorgenschwelle.

HallodriHallodri ist schon in seinem ElementDDer TransitDer Transitamit die Hallodris nun freien Zugang zum Garten und in die Küche haben, wird der legendäre Transit durch die gute Stube des Blues gebaut. Jetzt können sie rein und raus, wann sie wollen und wir nichts dagegen haben, was ihnen den Luxus beschert, ihre Stoffwechselendprodukte in Küche, Flur, Garten und Transit großzügig und gerecht zu verteilen. Womit sie auch umgehend beginnen. Mit dem Transit ist die letzte Phase des Welpenparadieses geschaffen, jetzt muss es nur noch mit Leben gefüllt werden. Dafür werden wir zusammen mit den Hallodris schon sorgen. Heute halten sie sich für den Rest des Tages draußen auf und sind abends für neue Großtaten viel zu müde. Morgen ist ja auch noch ein Tag, und zwar ein schöner, wie der amtliche Wettermelder verkündet, da muss man nichts übers Knie brechen, da wächst das Leben ganz von selbst um einen herum ... I guess that’s why they call it the Blues...

 

Sonntag, 26. März 2017

Der Morgen beginnt mit strahlschönen -3° C um 6 Uhr, dann rafft sich dieser Frühlingstag zu weiß-blauen 12° C auf und legt sich um 24 Uhr mit -2° C und völlig unverhüllt wieder ins Bett, und zwar noch immer putzmunter, weil ihm eine Stunde fehlt: Sommerzeit. Die vom Blues scheren sich um solche weinerlichen Mir-fehlt-jetzt-den-ganzen-Sommer-eine-Stunde-Diskussionen nicht; uns fehlen derzeit mehr Stunden, da macht die Zeitumstellung das Kraut nicht fett. Viel wichtiger ist, dass es heute trocken bleibt, denn: "Ist es um Ludger draußen feucht, dann bleiben auch die Kornböden leicht." Da werden sie sich freuen die Landmänner und wir trinken darauf einen Doppelkorn.

Was draußen vor der Tür so unfeucht, leicht und beschwingt daherkommt, hat sich im Innenverhältnis des Blues zu einem verbissenen Positionskampf ausgewachsen, in dem das Imperium völlig emotionslos zurückgeschlagen hat: Hallodri hat Hakuna wieder vom Premiumplatz gewischt. Die alte Ordnung ist wieder hergestellt. 140 g hat er sich eingearbeitet, mit 2020 Gramm die Vierpfündermarke übersprungen und Hakuna mit 1940 Gramm (+30) deutlich ihre HeddaHeddaGrenzen aufgezeigt. Den 3. Platz beansprucht Hetty, allerdings schon mit 100 g Rückstand auf Hakuna, was bei einem Zugewinn von 10 g auch nicht verwundert. Vierter ist Hobo (1770, +120), der sich ambitioniert und konzentriert vom Letztdrittel-Hobo über den Mittelfeld-Hobo in die Spitzengruppe arbeitet. Auch Hugo stabilisiert sich in der oberen Hälfte auf dem 5. Platz (1750, +80). Hedda nuckelt und mampft sich 140 g auf die Modellfigur, was ihr den 6. Platz und 1720 Gramm einträgt. Den Vogel schießt Hartl ab, dem man ernährungsphysiologisch ADHS konstatieren muss; keiner irrlichtert so durch die Tabelle wie Hartl. Heute hat er es mit 160 g wieder allen gezeigt und richtet sich auf dem 7. Platz ein (1710), gestern war er noch der Vor-Hubsi – ein charmantes, aber in Ernährungsangelegenheiten unstetes Kerlchen. Der 8. Platz wird von Harpo besetzt (1700, +70), der 9. Platz geht an Hias, der sich, wie Hartl, jedes Stockerl mindestens einmal ansehen muss, was ihm beim Hallodri-Hakuna-Stockerl vermutlich nie gelingen wird. Heute lässt er sich 80 g gutschreiben und meldet 1680 Gramm. Die Durchhängerin des Tages ist Halina, die es geschafft hat mit einer glatten Null (1670) vom 4. auf den 10. Platz zu sacken. Hubsi dagegen arbeitet zäh auf den Tag hin, wo die anderen schwächeln. Heute sind es 110 g, die er sich aufgeladen, aber mit 1450 Gramm immer noch eine Menge Arbeit vor sich hat.

Heute hat das Stammpersonal des Blues einen Termin im Allgäu, weshalb gestern schon unsere Benta (bald 12 Jahre) und Dacapo (bald 9 Jahre) vom Fuße des Bayerischen Waldes angereist kamen, um sich als Welpensitter zu betätigen, was dann doch eher an ihren Führungsoffizieren hängen bleibt, weil Dacapo Welpen, wie die meisten erwachsenen Rüden, als Brechmittel empfinden und Benta wegen einer gewissen Disharmonie mit Fianna nur zeitweise als Nanny aushelfen darf, sonst müsste man die Mutter von ihren Welpen trennen, was nicht in Frage kommt. Unter normalen Bedingungen und bei geordneten Verhältnissen kommen die beiden miteinander klar, aber wenn Übermutter Fianna die Rechte auf ihre Welpen gegenüber der Ex-Übermutter Benta einklagen muss, steht das Kommunikations-Barometer auf Sturm. So also wechseln sie sich in der Hallodri-Betreuung ab und gehen sich ansonsten aus dem Weg, indem sie sich aus den Augen gehen. Und so funktioniert das auch bestens.

BentaBenta und der Vize bei der ArbeitDen Hallodris ist Tante Benta auch recht, weil sie bei schönem Wetter genug zu tun haben, sich ihr neues Paradies anzusehen und es langsam zu erobern. Den ganzen Tag tummeln sie sich im Garten herum, wobei die Schlafphasen deutlich länger sind als die Eroberungsphasen. Es gibt viel zu entdecken – schlafen wir's aus. Das lässt auf einen geruhsamen Abend im Schoß des Blues hoffen, wenn sie sich alle voller Eindrücke in ihre Schlafmützen graben. Solange sie nämlich munter sind, wir das Leben in der Küche des Blues schön langsam zu Herausforderung, weil die Knirpse nun wirklich flink auf den Beinen sind und alles herumschleppen, was sie schleppen können und sich dabei an keinerlei Verkehrsregeln halten. Wer bislang noch nicht weiß, wie der Züchterschlurfgang geht, muss es schnell lernen – oder ein Grab schaufeln. Man schreitet jetzt nicht mehr, man schlurft, weil man beim Schlurfen ein unerwartetes Hindernis nur wegschieben, beim Schreiten und Auftreten aber zertreten kann. Und bei all den Vorsichtsmaßnahmen ist noch nicht einkalkuliert, dass man neben querflitzenden Hallodris auch noch Pfützen und Endmoränchen zu vermeiden hat. Unter solchen Umständen altert man motorisch innerhalb weniger Tage um viele Jahre. Wer uns durchs Küchenfenster beobachtet, muss den Eindruck gewinnen, dass sich hier nicht die stolzen Hausherren des Blues bewegen, sondern deren unfertige Avatare.

Völlig erstaunt sind wir vom unkomplizierten Umgang der Hallodris mit den Nachtritualen. Der Vize führt die Mutter nochmal zum Pipimachen aufs angerenzende Feld, dann schickt er sie zu ihren Kindern, dass sie leer und die Kinder voll werden, und packt das Schnatterpack anschließend in die Schnullerkiste, legt die Sperre davor, macht das Licht aus und genehmigt sich ein erstes und letztes Bier an diesem Tag. Alles gut gegangen, alles wohlauf. Und die Knirpse lassen Ihre Kasernierung noch immer kommentarlos geschehen. Wir hatten hier schon Freiheitskämpfer, die uns nach zwei oder drei Tagen Freigang in der Küche die Nacht zur Hölle schrien, solche, denen der Jähzorn ob dieser Zumutung aus den Ohren spritzte. Aber die Hallodris kuscheln sich zusammen und genießen die Ruhe in ihrer Kiste. Die sind eigentlich unbezahlbar. Warum sollten wir die eigentlich weit unter Wert weggeben?

 

Montag, 27. März 2017

Absolut wolkenlos präsentiert sich der 27. März, zwischen -5° C und 15° C. Wer also im Juni größere Pläne hat, darf sich schon mal freuen: "Ist an Rupert der Himmel rein, so wird er's auch im Juni sein". Wenn das so weitergeht, blicken wir auf einen prächtigen Sommer (die Schlechtwetterunken der Vergangenheit ignorieren wir) mit vollen Kornböden und tanzenden Landmännern und -frauen. Der Blues schafft eben für seinen Nachwuchs die Bedingungen, die ihre Entwicklung maximal förderlich sind; soll bloß keiner sagen, er hätte wegen des Wetters keine Welpenschule besuchen können.

HiasHias hat die Ratte entdecktViel ist von diesem so ansehnlichen Tag nicht zu berichten. Benta und Dacapo sind wieder abgereist (mission accomplished), die Hallodris inspizieren ihr Paradies und schlafen unter südlicher Sonne im Schatten. Was die Spezialisten interessieren dürfte: Nach kurzer Irritation durch den Wechsel vom Tatar zum einfachen Rinderhack ist der Output der Knirpse wieder normal. Der Darm hat sich angepasst. Das passt.

HoboHobo geht der Sache auf den GrundDennoch bahnt sich heute eine Zeitenwende bei den Hallodris an: Wir geben erstmals eingeweichtes und püriertes Trockenfutter. Das wird dreierlei zur Folge haben: Die mitgelieferten Ballaststoffe machen die Endmoränchen sukzessive zu markanten Endmoränen, der Urin beginnt zu riechen, was zukünftig vermehrtes Putzen im Haus und häufiges Schrubben der Terrasse notwendig macht, wenn es beim Blues nicht wie ein einem Löwenkäfig stinken soll und, drittens, werden die Gewichte jetzt signifikant nach oben gehen, was zugunsten der Burschen und zum Nachteil der Dirndl ausgehen wird.

Heute gibt die Gewichtstabelle wenig her. Hubsi arbeitet mit 110 g plus weiter an seinem Aufstieg, bei Hobo (+100) hält der Drang nach oben ebenso an und Hallodri zeigt mit 100 g, dass es vergebliche Mühe ist, ihn abschütteln zu wollen.

1. Hallodri (2120, +100), 2. Hakuna (2000, +60), 3. Hobo (1870, +100), 4. Hetty (1860, +20), 5. Hugo (1810, +60), 6. Hedda (+20) und Hartl (+30), beide 1740, 8. Harpo (+30), Hias (+50) und Halina (+60), alle 1730, 11. Hubsi (1560, +110).

 

Dienstag, 28. März 2017

"Wie St. Berthold gesonnen, so der Frühling wird kommen". Ganztägig keine Wolke am Himmel von -1° C bis 15° C. Wir können uns langsam darauf einstellen, dass der Frühling kaum auszuhalten sein wird.

Das Trockenfutter hat seine Schuldigkeit getan, die Hallodris explodieren. Da aber die meisten kräftig zulegen, ist das Auf und Ab in der Tabelle überschaubar. Am bemerkenswertesten ist Halina: 260 g plus macht 1990 Gramm und den 4. Platz. Gestern hing sie noch mit zwei anderen unten drin. Die hat sie heute abgehängt. Die nächste Hausnummer liefert Hallodri, der sich neulich sehr über die Frechheit von Hakuna geärgert haben muss, dass er nun nichts anderes im Sinn hat, als ihr sein ausdrucksvolles Heck zu zeigen: 230 plus, 2350 Gramm und mit Riesenschritten vorneweg. Im Mittelfeld passiert kaum etwas, ein Platz rauf, einer runter, nichts, das uns länger als unbedingt nötig aufhalten sollte. 1. Hallodri (2350, +230), 2. Hakuna (2040, +40), 3. Hobo (2010, +140 und Hakuna scharf auf den Fersen), 4. Halina (1990, +260), 5. Hetty (1970, +110), 6, Hugo (1950, +140), 7. Hedda (1930, +190), 8. Harpo (1900, +170), 9. Hias (1870, +140), 10. Hartl (1840, +100), 11. Hubsi (1610, +50). Wir erinnern uns nicht, jemals einen so ausgeglichenen Wurf gehabt zu haben. Wenn man Hallodri und Hubsi weglässt, liegen die anderen neun in einer Spanne von 200 Gramm, das ist nichts und kann, wie wir gesehen haben, von jedem jederzeit genutzt oder versandelt werden (Wie sieht es denn aus mit den privaten Wettscheinen? Bisher traut sich noch niemand aus der Deckung.).

Seit unserem ersten Wurf schallt bei jeder Mahlzeit das berühmte 'Matze-Matze-Matze' durch die Hallen und Gärten des Blues, jener Futterschlachtruf, dem auch weit in die Jahre gekommene Nachkommen des Blues noch folgen. Heute Morgen bei der Milchspeise entfaltet er erstmals seine volle Wirkung: Wie ferngesteuert stürzen die Hallodris zur Chefin und umgehend in die Milch. Sie sind nun konditioniert und lassen alles stehen und liegen, wenn dieser Ruf erschallt. Es liegt Zirkuszauber über dem Blues.

Neben Milch und Fleisch geben wir auch heute wieder Trockenfutter, weil es zusätzliche Bausteine liefert, die die Zwerge jetzt brauchen. Bei der Fleischmahlzeit geben wir jedoch keine Kohlehydrate dazu (Reis, Nudeln, Kartoffeln), weil sie die in diesem Entwicklungsstadium noch nicht richtig verwerten können. Das kommt fast alles wieder raus und meistens in dünner Form. Das Problem hatten wir früher immer wieder, jetzt sind die Hallodri-Rückstände weiterhin fest und bestätigen diese Maßnahme.

HarpoHarpo hat die Quelle fest im BlickZu all dem gibt natürlich Mama auch immer noch etwas aus ihrer Privatmolkerei, wenn auch immer weniger und weniger begeistert. Es muss eben sein, die Produktion ist noch nicht gestoppt, also muss der Milchsee raus. Das ist wie früher in der EWG, nur kann eben Fianna aus ihrem Milchüberschuss keine subventionierte Weihnachtsbutter machen. Die Begeisterung der Hallodris ist reziprok proportional zu der ihrer Mutter. Ein Mittelweg oder ein Kompromiss ist in diesem Fall nicht in Sicht, da hilft nur die klare Ansage, wann sie sich wieder verdrücken sollen, und Fianna scheut sich nicht, diese auch zu machen.

Heddas Ausbruch...und tschüßWir erinnern uns, dass die Hallodris zum Putzen immer noch in die Kiste gesperrt werden und seit geraumer Zeit das 30-cm-Brett um ein 10-cm-Brett aufgestockt wurde. Diese Höhe hat bislang alle Ausbruchsversuche bereits im Keim erstickt. Heute nimmt nun der Vize das 10-cm-Brett nach dem Putzen weg und kaum eine Wimpernschlag später macht es hinter ihm plumps und Hedda liegt in der Küche; ohne viel Federlesens hat sie sich über das 30-cm-Brett gestemmt, um ihren Vize zu begrüßen. Die anderen mühen sich derweil mit der Übung noch ab, und wenn er ihnen etwas mehr Zeit gegeben hätte, wären auch noch ein paar andere erfolgreich gewesen. Doch so putzig diese Ausbrecher sind, wenn man sie ohne Umstände und Klettereien aus der Box entlässt, kommen sie nicht auf dumme Gedanken, mit denen man sich später ständig herumplagen muss.

HakunaHakuna packt die RatzEs sind immer wieder die Mädels, denen die großen Momente zuerst gelingen. Hedda ist körperlich nicht prädestiniert einen solchen Ausbruch zu inszenieren, da wären die Kerls eher im Vorteil, aber vermutlich liegt der Unterschied im unterschiedlichen Nutzwert von Schmalz und Hirnschmalz. Der kräftigen Hakuna durfte man allerdings schon zutrauen, mal einen Kraftakt zu präsentieren. Sie tut das mit einer Flauschratte, fast so groß wie sie selbst. Sie greift sie sich und rennt mit ihr durch den Garten und schüttelt sie wie ein Profi. Unsere bewährte und seit Anbeginn des Bairischen Blues unverzichtbare Begleiterin und Chefkommentatorin aus Dessau traf beim Anblick des Bildes von Hakuna mit der Maus den Nagel auf den Kopf: "Ameise. Trägt locker das eigene Körpergewicht". Dem ist nichts hinzuzufügen. Ihre Geschwister wollen diese Glanznummer gar nicht sehen und vergreifen sich verschämt am Verschnitt des Zitronenbaums, der einladend herumliegt und bald auf der ganzen Terrasse verteilt ist. Aber lange halten sie auch diese Anstrengung nicht aus, dann kuscheln sie sich wieder ins Bett und träumen davon, wie sie es anstellen sollen, auch mal Hakuna sein zu dürfen, mit Zitronenblätterzupfen geht man nicht in die Geschichtsbücher des Blues ein.

Die zunehmende und sich ausweitende Aktivität der Hallodris bringt einen Verlierer hervor: Bandit Rossi, der Rote Korsar. Erst wurde er aus dem Schlafzimmer vertrieben, seit Fianna wieder bei uns schläft und keinen freien Zugang zu ihren Welpen mehr braucht, wir also die Schlafzimmertür verschließen. Und nun wird er dauernd von seinen Lieblingssonnenplätzen vertrieben. Kaum streckt er seine alternden Glieder genüsslich der Sonne entgegen, irgendwo unterm Buchs oder auf der Terrasse der Lagerhütte, schon sind sie da, begrüßen ihn überschwänglich und keifen ihn an. Das ist kein Platz zum Rasten mehr. Der Rote Korsar zieht sich zurück. Der Rote Korsar kämpft nicht mit Segelschülern.

HalinaHalina langweilt sichNHoboHobo gibt sein Bestesachmittag kommt die Zuchtwartin Christine wieder, um sich die Hallodris ein zweites Mal anzuschauen. Sie ist so begeistert von ihnen, dass sie, nach eigenem Bekunden, fast einen Milcheinschuss hat. Die Hallodris nehmen sie so gefangen, dass sie nur noch Sternchen in den Augen hat. Sie sind unendlich entspannt und zugänglich. Harpo legt sich auf den Tisch und lässt sich nach Belieben herumkugeln und begutachten und hat dabei noch seinen Spaß und Zeit mit ihr zu schmusen. An Zuneigung lassen es alle nicht fehlen, Hetty greift ihr sogar prüfend in den Ausschnitt. Doch der König der Zwischenabnahme ist Hobo, der auf dem Tisch stehend ein perfektes Sitz auf Kommando macht (Perfektionisten meinen, es hätte noch ein bisschen am Tempo gefehlt) und damit seinen Preis stramm nach oben treibt.

HubsiHubsi blödeltEsHettyHetty langt zu gibt nichts umsonst auf dieser Welt, schon gar nicht einen vierwöchigen Welpen, der Sitz auf Kommando macht. Und den Spaß mit den Hallodris bekommen auch wir nicht umsonst: Wir haben schon Halbzeit und bezahlen bald mit elffachem Verlust.